Zahl der Asylanträge rückläufig

26.438 Asylanträge wurden im November beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt – gut 54 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 19 Prozent weniger als noch im Oktober dieses Jahres. Die Asybehörde bearbeitet pro Monat übrigens inzwischen mehr Anträge als eingereicht werden.
wiwo.de

Paris: Liebesschlösser für die Flüchtlingshilfe

2016-12-09-liebesschloesser-302x200Der Brauch von Paaren, ihre Liebe mit gravierten Vorhängeschlössern an Brücken zu demonstrieren, macht vor kaum einem touristischen Hotspot halt. Doch immer häufiger sind die Liebesschlösser den Verantwortlichen der Städte ein Dorn im Auge. Grund ist meist weniger die Ästhetik als vielmehr das Gewicht: Denn wo Zigtausende solcher Schlösser hängen, kann die Liebe für manches Bauwerk zu schwer wiegen. So geschehen in Paris, wo 2014 das Geländer einer Fußgängerbrücke unter der Last der vielen Vorhängeschlösser eingebrochen war.

Die Stadt Paris entschied daraufhin, der symbolisch zur Schau gestellten ewigen Liebe mit Bolzenschneidern den Garaus zu machen und die Schlösser von den Brücken der Stadt zu entfernen. Das mag unromantisch anmuten, hat nun aber neben der Entlastung für die Brücken auch einen ganz praktischen Nutzen finanzieller Art: Ein Teil der Schlösser soll an Sammler und Touristen verkauft, der Rest eingeschmolzen und als Wertstoff zu Geld gemacht werden. Der Erlös - die Stadt hofft auf über 100.000 Euro – soll komplett den Geflüchteten in der Metropole an der Seine zugutekommen.
ze.tt

Ankommer. Perspektive Deutschland: 2. Runde im Stipendienprogramm

ankommer-rgb-kfw_300pxDas Stipendienprogramm „Ankommer. Perspektive Deutschland" der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH (wir berichteten) geht in die zweite Runde. Aus etwa 100 Bewerbungen, vorranging aus den Bereichen Gastronomie und Handwerk, wurden insgesamt 15 Gründerteams mit Ideen zur sozioökonomischen Integration Geflüchteter ausgewählt – acht davon kommen aus Berlin, fünf aus dem Rhein-Main-Gebiet, weitere aus Hamburg und Duisburg.

Zudem sollen am 6. Juni 2017 in Frankfurt zwei Gründergurppen mit dem „Special Impact Award“, der mit einem Startgeld in Höhe von insgesamt 45.000 EUR dotiert ist, ausgezeichnet werden: Ein Leuchtturmprojekt für die ökonomische Integrationsleistung von Geflüchteten aus dem Kreis der neuen ANKOMMER-Stipendiatenteams 2016/2017 sowie eines mit besonderer sozialer Wirksamkeit aus dem Kreis der „AndersGründer“.
ankommer.eu, csr-news.net, fr-online.de

Vom Kindersoldaten zum „Australier des Jahres“?

songs-of-a-war-boy_150x150pxIm Alter von sechs Jahren wurde Deng Adut im Sudan von Milizen entführt und zum Kindersoldaten gemacht. Mit 14 Jahren gelang ihm über Kenia die Flucht nach Australien – Helfer schmuggelten ihn in einem Getreidesack auf der Ladefläche eines Lkw. Down Under lernte der damalige Analphabeth lesen und schreiben, studierte Jura und arbeitet inzwischen als Anwalt für Strafrecht. Seine bewegende Lebensgeschichte hat er gemeinsam mit seinem engen Freund Ben McKelvey in dem Buch „Songs of a War Boy“ (hachette Australia) festgehalten. Wegen seines Engagements für afrikanische Migranten ist Deng Adut als „Australier des Jahres“ nominiert. Die Auszeichnung wird im Januar 2017 vergeben.
theguardian.com , bbc.com

Flüchtlingskinder lernen Weihnachtsfest kennen

In einer Willkommensklasse im nordrhein-westfälischen Ratingen werden den SchülerInnnen derzeit die Sitten und Bräuche rund um das deutsche Weihnachtsfest vermittelt. Neben dem Öffnen von Adventskalender-Türchen werden Plätzchen gebacken und Kerzen angezündet. Darüber hinaus erfahren die 10- bis 14-Jährigen die biblische Geschichte und befragen die Bürger, wie ihnen Weihnachten gefällt und was ihnen das Fest bedeutet. Die Antworten werden in Wort und Bild festgehalten und sollen zu einem späteren Zeipunkt in Form von Postern in einer Ausstellung präsentiert werden.
www.rp-online.de

Grenzenlose Wärme: Dortmunder Studierende helfen in Griechenland

grenzenlose-waerme-logo16 Studenten der FH Dortmund starten das Hilfsprojekt „Grenzenlose Wärme“ für Geflüchtete in Griechenland. Konkret fährt das Team am 27. Dezember mit drei Transportern voll mit bereits gesammelten Spenden in ein Flüchtlingscamp in die Nähe von Athen, um die Spenden zu verteilen und um die ehrenamtlichen Helfer dort über die Feiertage und den Jahreswechsel beispielsweise bei der Essensausgabe oder bei der Durchführung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche zu entlasten. Geld- und Sachspenden (besonders Winterkleidung) sind herzlich willkommen!
lokalplus.nrw, grenzenlose-wärme.de (Projektseite)

SpraBo: Sprachkompetenz und Berufsorientierung für Geflüchtete

Gestern startete in Berlin mit SpraBo ein Projekt, das sich speziell an geflüchtete Menschen mit Interesse an Gesundheitsberufen richtet. Das Pilotprojekt von Charité, Vivantes und des IQ Landesnetzwerks Berlin verfolgt das Ziel, ihnen eine berufliche Qualifizierung zu ermöglichen und damit ihren Zugang zum Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Rund zwanzig interessierte Frauen und Männer aus vielen Herkunftsländern haben nun mit dem ersten Kurs begonnen. Betreut werden sie von Pflegepädagoginnen und –pädagogen der Projektpartner. Bis Ende 2018 sind vier sogenannte SpraBo-Kurse geplant.
berlin.de

Leipzig: Geflüchtete können Studium fortführen

An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst können 15 Geflüchtete ihr im Heimatland begonnenes Studium beenden. Möglich wurde dies durch den dort lehrenden Professor Rayan Abdullah, der die Akademie für transkulturellen Austausch ins Leben gerufen hat und diese über Facebook bewarb. Die Akademie beinhaltet ein viersemestriges Programm. Nach Beendigung und dem Erreichen eines bestimmten Deutsch-Niveaus können die Geflüchteten in reguläre Studiengänge wechseln und bspw. Fotografie oder Malerei studieren.
www.sz-online.de

Berliner Polizeisporthalle wird geräumt

Aufatmen in der Polizeisporthalle in Berlin Pankow: Ein Großteil der dort unter schwierigsten Bedinungen lebenden rund 90 Flüchtlinge können zum 15. Dezember in eine neue Containerunterkunft in Berlin Karow (ebenfalls Bezirk Pankow) umziehen, berichtet der "Tagesspiegel". Die Turnhalle wird geschlossen. Ein Teil der Bewohner zieht in andere Unterkünfte, zwei Familien können in Wohnungen umziehen. Dafür haben sich der neue Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn und die Bewohner und Helfer stark gemacht. Für andere noch immer als Notunterkünfte genutzte Turnhallen gibt es derweil noch keine Lösung, weil das zuständige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (Laf) entsprechende Ausschreibungen für den Betrieb von Tempohomes schlecht vorbereitet hatte. Das zeigt das Beispiel der Turnhalle in der Malmöer Straße (Prenzlauer Berg), wo Unterstützer die katastrophalen Verhältnisse für die Bewohner in ihrer Not nun öffentlich anprangern.
tagesspiegel.de (Pankow), prenzlauerberg-nachrichten.de (Malmöer)

Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen

Für die Studie „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen“ hat der Deutsche Landkreistag 18 gelungene Praxisbeispiele für Integration in den Landkreisen unter die Lupe genommen. Dafür wurden 150 Interviews mit Landräten, Integrationsbeauftragten und Projektleitern geführt. Die Publikation zeigt, wie vielfältig das Thema ist und stellt neben den Best Practices auch strategische Leitlinien vor.

Auf der Integrationskonferenz des Deutschen Landkreistages betont DTL-Präsident Landrat Reinhard Sager: „Die Landkreise können die herausfordernde Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt meistern. Integration darf nicht scheitern. Gerade die Landkreise haben ein ausgeprägtes Interesse daran und sind der Ort, an dem wesentliche Weichen für eine gelingende Integration gestellt werden.“
landkreistag.de

„Ankommen“ jetzt auch als Website

Die App „Ankommen“, die Geflüchteten speziell in den ersten Wochen in Deutschland Orientierung bieten soll (wir berichteten), gibt es jetzt auch als Website. Auch unter www.ankommenapp.de erhalten Asylsuchende künftig Hilfe und Infos zu Deutschkursen, Asylverfahren, Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland. Die Website ist in insgesamt fünf Sprachen verfügbar. „Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland“, erklärt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
arbeitsagentur.de

Schon über 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen

Über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums sind seit Mai 2016 bereits mehr als 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen entstanden. Das Patenschaftsprogramm wird gemeinsam mit 19 Programmträgern umgesetzt, darunter die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen oder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros.

Die Patenschaften reichen von Vormundschaften oder Gastfamilien über regelmäßige praktische Unterstützung bei der Bewältigung erster Behördengänge und des Alltags im Gastland bis hin zu Hausaufgabenbetreuung. Ein weiterer Ansatz sind Bildungsmentorenschaften, die Geflüchteten im Rahmen eines Modellprojekts der ZEIT-Stiftung helfen, Bildungsabschlüsse zu sichern.

Auch werden nicht nur 1:1 Patenschaften gefördert, Engagierte können auch Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen übernehmen.
bmfsfj.de

Niedersachsen: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Geflüchteten

Seit 2012 können im Ausland erworbene Berufsabschlüsse gesetzlich in Deutschland anerkannt werden. Für Geflüchtete mit Berufsabschluss ist das eine Chance. Doch vielen ist unklar, wie ein Anerkennungsverfahren finanziert werden kann, oder was passiert, wenn die notwendigen Dokumente nicht vollständig sind.

Mit dem neuen Projekt „Fokus Flucht: Berufliche Orientierung für Geflüchtete“ setzt sich der Flüchtlingsrat Niedersachsen dafür ein, dass alle Geflüchteten die Chance auf einen qualifikationsadäquaten Arbeitsplatz erhalten. Das Projekt unter Leitung von Vivien Hellwig unterstützt insbesondere geflüchtete Frauen bei ihrer beruflichen Orientierung.

Dabei werden für Geflüchtete und Unterstützende nicht nur Informationen über das Anerkennungsverfahren und die Angebote im Rahmen des IQ Netzwerks Niedersachsen (IQ – Integration durch Qualifizierung) bereitgestellt, sondern auch spezielle Workshops für geflüchtete Frauen angeboten.
nds-fluerat.org

DIMR: Bericht über Menschenrechtssituation in Deutschland

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat seinen ersten Bericht an den Bundestag über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland vorgestellt. Gemäß dem Gesetz über die Rechtsstellung und Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMRG) legt das Institut dem Deutschen Bundestag einen solchen Bericht ab 2016 jährlich vor. Das Gesetz sieht vor, dass der Bundestag zum Bericht des Instituts Stellung nehmen soll.

Der größte Teil des rund 160-seitigen Berichts, der den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016 umfasst, ist dem Thema Flucht gewidmet. Kritisiert wird unter anderem, dass etliche Gesetzesänderungen, wie die beiden Asylpakete und das Integrationsgesetz, menschenrechtlich problematisch seien, beispielsweise die Einschränkung des Familiennachzugs, Wohnsitzauflagen oder die Einstufung von weiteren Ländern als „sichere Herkunftsstaaten". In einigen Bereichen habe es jedoch auch positive Veränderungen gegeben, wie zum Beispiel den Bürokratieabbau beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Besorgt zeigt sich Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts, mit Blick auf den wachsenden Rassismus und die steigende Gewalt gegen Geflüchtete:

Beate Rudolf

„Ich finde es empörend, dass Menschen das Dach über dem Kopf angezündet wird, die gerade ihre zerbombten Häuser verlassen mussten. Für Hass und Gewalt gibt es keine Rechtfertigung."

institut-fuer-menschenrechte.de, institut-fuer-menschenrechte.de (Bericht als PDF)

Hessen: Mehr Geld für Landesprogramm „WIR“

Der Etat für das hessische Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) zur Integration von Geflüchteten wird im kommenden Jahr von 4,6 Millionen auf 8,85 Millionen Euro fast verdoppelt. Grundlage des Programms sind Sprachkurse, in denen auch gesellschaftliche Werte und Strukturen und grundlegende Informationen zur Alltagsbewältigung vermittelt werden.

Ein Kernpunkt der nun beschlossenen zusätzlichen Förderung ist die Entlastung der Kommunen durch neu geschaffene WIR-Fallmanager, deren Einsatz mit 1,65 Millionen Euro gefördert wird. Sie sollen Geflüchteten einen Überblick über die bestehenden Angebote geben und sie passgenau zu den zuständigen Stellen weiterleiten. Um dies in Breite zu tragen, sollen sie ein Lotsen- bzw. Patennetzwerk auf kommunaler Ebene aufbauen und begleiten. Auch sollen sie die Koordination zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen unterstützen. Dabei sollen sie eng mit den bereits eingeführten WIR-Koordinationen und den für Geflüchtete zuständigen Stellen kooperieren.

Zudem stellt die hessische Landesregierung ab 2017 jährlich zusätzlich 500.000 Euro zur Förderung modellhafter Vorhaben und Projekte zur Unterstützung der Integration von geflüchteten Frauen zur Verfügung. Auch die Qualifizierung und der Einsatz von Integrationslotsinnen und –lotsen, die mit Geflüchteten arbeiten, wird mit zusätzlichen 500.000 Euro gefördert. Darüber hinaus werden die Mittel für das bislang mit 1,5 Millionen Euro ausgestattete Programm „MitSprache – Deutsch 4U“ auf 2,7 Millionen Euro erhöht. Und auch Migrantenselbstorganisationen sollen mit 400.000 Euro unterstützt werden.
soziales.hessen.de

Integration von Geflüchteten: 70 Mrd. Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung möglich

Gelingt die Integration der aktuell rund 1,3 Millionen Geflüchteten, die voraussichtlich als Asylbewerber europaweit anerkannt werden, könnten sie ab 2025 einen zusätzlichen Beitrag von 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich zur Wirtschaftsleistung leisten. Das besagt eine neuen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel „Europeʼs new refugees: A road map for better integration outcomes“, die gestern veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig könne erfolgreiche Integration auf Grund der Altersstruktur der Gefllüchteten – 80% sind jünger als 35 Jahre – und der höheren Geburtenrate positive demografische Effekte haben. Bleiben hingegen funktionierende Integrationsmaßnahmen aus oder misslingen, würde sich das laut der Studie klar negativ auswirken – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
mckinsey.de, mckinsey.com (komplette Studie als PDF-Download)

Flüchtlingspolitik: Merkel stellt sich Kritikern in den eigenen Reihen

Kurz vor dem Parteitag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videokonferenz den Fragen von CDU-Mitgliedern gestellt, wobei es vor allem um ihre Flüchtlingspolitik ging. Als Merkel gefragt wurde, was sie denn gegen die Angst vieler Deutscher vor Überfremdung tun wolle, antwortete die Kanzlerin knapp, aber bestimmt:
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„Einfach mal auf Flüchtlinge zugehen, damit die Berührungsängste schwinden. Das kann auch den eigenen Horizont erweitern.“
welt.de

Arabisch-Unterricht an Berliner Schulen

Bisher wurde Arabisch nur an zwei Berliner Privatschulen als Fremdsprache angeboten. Das soll sich nun ändern. Vier Grundschulen in der Bundeshauptstadt bieten bereits das Projekt „Muttersprache Arabisch“ an. Dabei werden arabischstämmige Schüler zusätzlich zum regulären Stundenplan zwei Stunden pro Woche in kleinen Lerngruppen in Arabisch unterrichtet.

Laut Berliner Zeitung plant der Senat mindestens eine deutsch-arabische Schule nach dem Vorbild der staatlichen Europaschulen in Berlin. Im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün ist eine zweisprachige Bildung und Erziehung festgeschrieben – genannt werden dort Türkisch, Arabisch und Kurdisch sowie allgemein osteuropäische Sprachen. Das soll die Integration fördern und Wertschätzung signalisieren. Petra Stanat, Leiterin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität, betont: „Ein solch bilinguales Angebot steht und fällt mit der Qualität des Lehrpersonals.“
berliner-zeitung.de

Spendenaktion: 3.000 Mal Freude schenken

freude-schenken_150x150pxGemeinsam haben HelpTo und das „Bündnis für Brandenburg“ eine große Weihnachtsspendenaktion gestartet: Über Partner wie die Arche, die Tafeln sowie die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften sollen im ganzen Land Brandenburg 3.000 kleine Geschenkpakete an Kinder aus hilfsbedürftigen Familien verteilt werden. Jedes dieser Geschenke hat einen Wert von fünf Euro und enthält ein kleines Buch, Stifte, Malblock, Spielzeug und Süßigkeiten.

Um die Aktion „3.000 Mal Freude schenken“ realisieren zu können, werden Spender gesucht. Eingepackt werden die Geschenke dann in einer gemeinsamen Aktion in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Landtag am Potsdamer Brauhausberg. Daran beteiligen sich die in der Einrichtung lebenden Geflüchtete sowie weitere ehrenamtliche Helfer. Ab Mitte Dezember geht's ans Verteilen.
betterplace.org (Spendenseite)

#proKOPFGELDSPENDE – Jeder Pegida-Teilnehmer steigert die Spendenhöhe für Geflüchtete

Woche für Woche gehen Pegida-Teilnehmer gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße und pöbeln dabei gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt – die Parolen sind hinlänglich bekannt. Künftig haben die „Spaziergänger“ noch einen weiteren Anlass, sich aufzuregen: Der Dresdner Martin Barth dreht den Spieß jetzt um und spendet pro Pegida-Teilnehmer fünf Cent für Geflüchtete – in seinem Fall für die aus dem Dresden-Balkan-Konvoi hervorgegangene sächsische Initiative Mission Lifeline, die sich für eine privat finanzierte Seenotrettung einsetzt.

Die vor Kurzem gestartete Aktion fand bereits Nachahmer: Einige sind dem Beispiel von Barth schon gefolgt und spenden pro Pegida-Teilnehmer einen bestimmten Betrag an eine Organisation ihrer Wahl, die sich für geflüchtete Menschen einsetzt. Dem Aufruf folgend werden die Spendennachweise zudem unter #proKOPFGELDSPENDE auf Twitter veröffentlicht – die „besorgten Bürger“ sollen es ja schließlich mitbekommen und sich ärgern, dass sie mit ihrer Teilnahme an den Pegida-Treffen unfreiwillig Geflüchtete unterstützen. Ihre Wirkung hat die Aktion jedenfalls schon jetzt nicht verfehlt: Pegida-Gründer Lutz Bachmann kommentierte die Initiative via Facebook bereits in gewohnt aggressiver Weise.
neues-deutschland.de, sz-online.de, facebook.com (Aufruf)

Ausbildung von Geflüchteten zu Programmierern: Weitere Förderung für CodeDoor

Mit ihrer Idee eines Qualifizierungsprogramms, das Geflüchtete ausbildet und als professionelle Programmierer an Unternehmen vermittelt, setzte sich die ehrenamtliche Organisation CodeDoor im bundesweiten Gründerwettbewerb „Herausforderung Unternehmertum“ durch, der gemeinsam von der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft durchgeführt wird. Zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Konzepts erhält CodeDoor 15.000 Euro sowie individuelles Coaching durch Experten.

Angefangen hatte alles wie berichtet mit gespendeten Laptops und der Idee, Geflüchtete nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich langfristig ein berufliches Standbein für ihr Leben in Deutschland aufzubauen. CodeDoor qualifiziert geeignete Kandidaten über einen Zeitraum von sechs bis 18 Monaten auf Basis eines international anerkannten Ausbildungs-Curriculums. Derzeit werden bereits rund 150 Geflüchtete im Programmieren geschult - der Bedarf und die Nachfrage von Unternehmen sind immens. Über 100 Interessierte stehen bereits auf der Warteliste.
presseportal.de, codedoor.org

Länder-Umfrage: Deutlich weniger Erstaufnahmeplätze für Geflüchtete

Aufgrund sinkender Ankunftszahlen von Geflüchteten streichen viele Bundesländer ihre Plätze für die Erstaufnahme zusammen. Seit dem Höhepunkt der Ankünfte im Herbst 2015 sind laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur fast die Hälfte der Kapazitäten abgebaut worden. Mehr zur aktuellen Erstaufnahme-Situation in den einzelnen Bundesländern gibt´s unter dem nachfolgenden Link.
handelsblatt.com

Leipzig: Schutzhaus für geflüchtete Frauen und ihre Kinder

In Leipzig gibt es nun das erste sächsische Schutzhaus für geflüchtete Frauen, in denen diese Schutz vor häuslicher Gewalt finden können. Es handelt sich um zwei Wohnungen an einer geheim gehaltenen Adresse, in denen es zwölf Plätze für schutzsuchende Frauen und ihre Kinder gibt. Wie Gesine Märtens, Vorstand des Trägervereins „Frauen für Frauen Leipzig“ erläutert, sind geflüchtete Frauen bei familiärer Gewalt in einer besonders schwierigen Situation, da sie im Gegensatz zu betroffenen deutschen Frauen meist keine Freundin oder Mutter hätten, zu der sie im Notfall gehen könnten. Zudem fehle es an Geld, um eine eigene Wohnung zu suchen. Das Pilotprojekt wird bis Ende 2018 mit rund 350.000 Euro aus Landesmitteln finanziert.
sz-online.de, l-iz.de, she-leipzig.de (Kontakt zum Schutzhaus)

Berliner Flüchtlinge können nach Brandenburg

Das mit dem Zuzug von Flüchtlingen noch immer arg überforderte Berlin kann ab sofort deutlich mehr Flüchtlinge zeitweise in Brandenburg unterbringen. Darauf haben sich die beiden Bundesländer jetzt geeinigt. Durch die Ausweitung können auch Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern etwa in der Erstaufnahme Wünsdorf im Landkreis Teltow-Fläming unterkommen. Das könnte den Freizug so mancher noch immer als Notunterkunft genutzten Berliner Sporthalle beschleunigen.
pnn.de

IPSO richtet psychosoziale Beratung für traumatisierte Flüchtlinge in Hamburg ein

Die International Psychosocial Organisation (IPSO) will im nächsten Jahr ein neues psychosoziales Beratungsangebot für Flüchtlinge in Hamburg einrichten. Der Clou: Die Beratung wird von geeigneten Flüchtlingen, etwa Akademikern aus dem sozialen oder medizinischen Bereich, selbst durchgeführt. 24 von ihnen werden ab Februar 2017 dafür von der IPSO ausgebildet. Dieses Konzept soll eine gewisse Nähe zwischen Hilfesuchenden und Beratern garantieren. Das Projekt wird vom Unternehmer Michael Otto mit 340.000 Euro unterstützt.
abendblatt.de, welt.de, ipsocontext.org

WOMEN`S WELCOME BRIDGE – Berlinerinnen bauen Brücken

WOMEN`S WELCOME BRIDGE ist ein Projekt von Frauen für Frauen. Realisiert hat das Ganze das Bildungs- und Beratungszentrum Raupe und Schmetterling – Frauen in der Lebensmitte e.V. in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen – Geschäftsstelle Gleichstellung. Auf dem digitalen schwarzen Brett können Angebote und Gesuche schnell und einfach eingestellt und auf konkrete Anfragen reagiert werden – so kommen Berlinerinnen, geflüchtete Frauen und Fraueninitiativen ganz unkompliziert zusammen. Die Angebote und Gesuche reichen von Sprachunterricht über Begleitung zu Ämtern bis hin zum gemeinsamen Tierpark-Besuch.
womens-welcome-bridge.de

München: Aufstockung der Angebote für geflüchtete Frauen

Die Stadt München hat, nachdem sie bereits zwei Unterkünfte für geflüchtete Frauen reserviert hatte, am vergangenen Dienstag weitere Beschlüsse zur Verbesserung der Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen gefasst.

Unter anderem erhalten die Beratungsstellen Jadwiga und Solwodi mehr Geld, um ihre Beratungsangebote dem erhöhten Bedarf anzupassen. Diese Angebote richten sich an Opfer von internationalem Menschenhandel, an von Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung bedrohte Frauen sowie an Frauen, die unter Gewalterfahrungen aller Art zu leiden haben.

Eine sechsstellige Summe erhält außerdem das Projekt „Berufsstarterinnen plus“, das Frauen mit Fluchthintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung unterstützt. Finanziert werden auch ein sexualpädagogisches Angebot von Pro Familia und die Arbeit von Marikas zur Vermeidung von Prostitution.

„Das Thema wird den Stadtrat allerdings noch weiter beschäftigen“, kündigt Gülseren Demirel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat, an. „Wir brauchen dringend noch mehr gesonderte Unterkünfte für geflüchtete Frauen, die in den Gemeinschaftsunterkünften nicht gut aufgehoben sind." Ein weiteres Defizit sei der starke Männer-Überhang beim Sicherheitspersonal. „Hier drängen wir darauf, verstärkt weibliches Security-Personal einzustellen, denn männliches Personal trägt bei vielen geflüchtete Frauen nicht zum subjektiven Sicherheitsgefühl bei“, so Demirel.
tz.de, gruene-fraktion-muenchen.de

„Gemeinsam kochen“ in Olpe

Seit letztem Jahr veranstalten die Integrationsagentur der Diakonie Olpe, die evangelische Kirche und das Asylbewerberprojekt von IN VIA regelmäßig Kochtreffen im Evangelischen Gemeindehaus. Geflüchtete und ehrenamtlich Engagierte kommen dort mehrmals im Jahr zusammen, kochen und essen gemeinsam. Ziel ist es, die deutsche Kultur und Sprache zu vermitteln, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Das Projekt „Gemeinsam kochen“ erfreut sich großer und wachsender Beliebtheit, so kamen zum letzten Treffen statt der erwarteten 20 fast 50 Personen.
lokalplus.nrw

Bundeswehr beteiligt sich Integration mit Qualifizierung für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten

Seit dem 24. Oktober werden 21 syrischen Frauen in der Berliner Julius-Leber-Kaserne für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten qualifiziert. Sie lernen Grundlagen der Anatomie, absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs und werden in der Versorgung von Verletzten unterwiesen. Der Sanitätslehrgang dauert vier Wochen. Die Frauen stammen überwiegend aus den Bürgerkriegsgebieten um die Städte Damaskus und Aleppo. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen übergab die Zertifikate für die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung.
bundeswehr.de >>

NRW: Wohnsitzauflage für Geflüchtete ab 1. Dezember

Asylbewerber in Nordrhein-Westfalen können ab dem 1. Dezember ihren Wohnort nicht mehr frei wählen. Dann tritt in NRW die landesinterne Wohnsitzauflage in Kraft, die Geflüchtete verpflichtet, für maximal drei Jahre in der Kommune zu wohnen, der sie zugewiesen wurden.

Dies teilt das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales mit. Dieses sieht in der Wohnsitzauflage ein „wichtiges Instrument zur Steuerung von Integration“. Sie wirke „integrationshemmenden Konzentrationen in bestimmten Städten entgegen“ und gebe „den Kommunen, Schulen und Kindertageseinrichtungen Planungssicherheit für ihre Integrationsangebote“.

Die Wohnsitzauflage findet keine Anwendung bei Personen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen oder eine Ausbildung oder ein Studium aufgenommen haben.

„In einigen Kommunen sind die Integrationsangebote überlastet, in anderen Regionen des Landes sind sie bei weitem nicht ausgeschöpft. Darum nutzen wir die Möglichkeiten, die uns das Integrationsgesetz des Bundes bietet“, erklärte NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer.
rp-online.de, mais.nrw

Jugendprojekt „TEO Neu(es) Land“

Die Nordkirche und das Itzehoer Berufsbildungszentrum haben gemeinsam das Projekt „TEO Neu(es) Land“ auf die Beine gestellt. TEO steht für „Tage Ethischer Orientierung“. Drei Tage verbrachten 20 geflüchtete und 18 deutsche Jugendliche aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe in der evangelischen Begegnungsstätte Koppelsberg bei Plön. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Regionalen Bildungszentrums Itzehoe (RBZ) und der Nordkirche kümmerten sich um sie. Gemeinsam wurde getanzt, musiziert und Sport getrieben. Ziel des Projektes war es, persönliche Kontakte zu vertiefen, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen und so den geflüchteten Jugendlichen die Integration zu erleichtern.
shz.de

Volles Asylrecht für Flüchtlinge aus Syrien? Zwei Gerichte entscheiden gegensätzlich.

Für Verwirrung sorgen diese Woche die Entscheidungen zweier Gerichte zum Asylrecht für Syrer. Dabei geht es um den Umstand, dass viele Flüchtlinge aus dem Land in Deutschland von den Behörden nur subsidiären Schutz zugesprochen bekommen. Dagegen hat ein 18-jähriger Flüchtling nun vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geklagt – und Recht bekommen. Dem Urteil zufolge müsse dem Mann der volle Flüchtlingsstatus zugesprochen werden, weil ihm bei einer Rückkehr nach Syrien pauschal politische Verfolgung durch das Regime des Präsidenten drohe. Dieses Urteil hat Grundsatzcharakter, meinen Prozessbeobachter. Dem widerspricht allerdings eine Entscheidung des ranghöheren Oberverwaltungsgerichts Schleswig in einem ähnlich gelagerten Berufungsverfahren. Die Vorsitzende Richterin argumentierte, es würde keine Anhaltspunkte dafür geben, dass der syrische Staat alle Rückkehrer unter Generalverdacht stelle. Demzufolge sei es rechtens, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur den eingeschränkten Schutzstatus gewähre. Das allerdings erschwert massiv den Familiennachzug. Deswegen klagen derzeit weit über 30.000 syrische Flüchtlinge auf volles Asylrecht. Anwälte gegen davon aus, dass das Innenministerium den Nachzug von Angehörigen bewusst eindämmen will und raten dringend dazu, die Beratungsangebote von Organisationen wie dem Roten Kreuz, der Caritas, der Diakonie oder dem Informationsverbund Asyl und Migration wahrzunehmen und sich sehr genau auf die Anhörungen im Asylverfahren vorzubereiten.
welt.de, mdr.de (Schleswig), dw.com (allgemein)

Daheim: Videotelefonie-Plattform für Sprachunterricht

Eine Sprache lernt man am besten, indem man sie spricht. Dieser Grundgedanke steht hinter der Onlineplattform Daheim, über die man mit Fremden per Video-Call eine Sprache üben kann. Madita Best, Gründerin der Videotelefonie-Plattform für mobiles Lernen und kulturellen Austausch, finanziert das Ganze über Spenden.

Daheim funktioniert ganz einfach: Man meldet sich an und richtet ein Profil ein. Dann kann mittels Matching-Algorithmus die Suche nach passenden Gesprächspartnern losgehen. Diese werden benachrichtigt und schon kann das Gespräch starten. Knapp 1.000 Nutzer hat die browserbasierte Plattform bisher - aktuell sind es mehr, die Deutsch lernen wollen als solche, die die Sprache vermitteln können. Deshalb telefoniert das Team auch selbst.
willkommen-daheim.org, gruenderszene.de

NRW: Neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird in Bochum errichtet

In Bochum beginnen in diesen Tagen die Bauarbeiten für eine neue zentrale Landeserstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Aufgabe der neuen LEA in Bochum wird es sein, alle nach Nordrhein-Westfalen kommenden Geflüchteten an einer zentralen Stelle des Landes zu erfassen.

Dort soll auch unmittelbar entschieden werden, ob in NRW eintreffende Geflüchtete gemäß den Vereinbarungen des Königsteiner Schlüssels in ein anderes Bundesland weiterreisen müssen. Alle in Nordrhein-Westfalen verbleibenden Geflüchteten werden nach ihrem Aufenthalt in der LEA Bochum in eine der schon bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen, Mönchengladbach, Münster, Unna sowie im Kreis Siegen-Wittgenstein) weitergeleitet.

Die neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet sein. Die Aufenthaltsdauer der ankommenden Geflüchteten soll nur wenige Stunden betragen.
bszonline.de, bezreg-arnsberg.nrw.de

Zweites Ankunftszentrum in Niedersachsen eröffnet

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat das Land Niedersachsen am Erstaufnahmestandort Bramsche-Hesepe (Landkreis Osnabrück) ein zweites Ankunftszentrum für geflüchtete Menschen in Betrieb genommen. Eine erste Einrichtung existiert bereits in Bad Fallingbostel.

In den Ankunftszentren verfolgt das Bundesamt gemeinsam mit dem Land das Ziel, alle Verfahrensschritte – von der Registrierung über die medizinische Erstuntersuchung über die Asylantragstellung und Anhörung bis zu einer ersten Arbeitsmarktorientierung – unter einem Dach zu bündeln und so die Asylverfahren insgesamt zu beschleunigen.

Zusammen mit dem Ankunftszentrum in Bad Fallingbostel können die Kapazitäten nun kurzfristig auf insgesamt bis zu 800 Registrierungen und Asylantragstellungen täglich hochfahren werden. Hinzu kommen weitere Kapazitäten für Registrierung, ED-Behandlung und Asylantragstellung an den anderen Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück. Diese Erstaufnahmestandorte bleiben unabhängig vom neuen Ankunftszentrum erhalten.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums sind seit Jahresbeginn deutlich weniger Geflüchtete nach Niedersachsen gekommen als im Vorjahr. Waren es im Herbst 2015 noch bis zu 1.900 Asylsuchende täglich, seien es inzwischen im Tagesschnitt zwischen 50 und 70. In den Einrichtungen des Landes sind aktuell knapp 3.000 Asylsuchende untergebracht, in Bramsche 635.
mi.niedersachsen.de

NRW: Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“

In Nordrhein-Westfalen hat am 1. November eine Koordinierungsstelle für die Integration von geflüchteten Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufe die Arbeit aufgenommen. Sie soll geflüchtete Menschen, die in NRW in einem Pflege- oder Gesundheitsberuf arbeiten möchten, bei ihrer beruflichen Integration besser unterstützen. Die Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“ wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 760.000 Euro gefördert.
aerztezeitung.de, land.nrw

Noch immer harren tausende Flüchtlinge in Berliner Sporthallen aus

In Berlin müssen noch immer tausende Flüchtlinge in Sporthallen wohnen, weil längst fertige Folgeunterkünfte wegen fehlerhafter Ausschreibungen nicht in Betrieb genommen werden können. Das Versagen der Verwaltung betrifft rund 3.300 Menschen in 38 Turnhallen. Besonders angespannt sei die Lage im Stadtteil Wilmersdorf, wo in einer Halle 200 Menschen seit nunmehr 12 Monaten unter einem Dach wohnen, wie die Initiative "Willkommen in Wilmersdorf" berichtet. Dort ist ein umgebautes Bürogebäude längst bezugsfertig, kann aber nicht bezogen werden, weil ein unterlegener Betreiber von Flüchtlingsheimen gegen die Ausschreibung klagt. Leidtragende sind die Zugezogenen, die weiter unter menschenunwürdigen Zuständen ausharren müssen.
tagesspiegel.de

Auszeichnung für „Cuby Helps Refugees“

Der Berliner Fotograf Alexander Mechow ist für das Projekt "Cuby Helps Refugees" von der "Initiative Hauptstadt" mit einem Sonderpreis für Integration und Toleranz ausgezeichnet worden. Mechow hatte ein Booklet zur einfachen Kommunikation zwischen den Kulturen entwickelt, das als Hilfe für Flüchtlinge, Behörden und Helfer gedacht ist und für 1,50 Euro pro Exemplar nach wie vor bestellt werden kann.
cubyhelps.com

Hamburg: Kita und Spielplatz für Erstaufnahme in Niendorf

In der vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betriebenen Erstaufnahme in der Papenreye im Stadtteil Niendorf (Bezirk Eimsbüttel) wurden am Wochenende eine Kita und ein Spielplatz eröffnet. Die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" spendierte noch einen Fußball- und Basketballplatz. Damit ist das Containerdorf, in dem derzeit 200 Flüchtlinge leben, insbesondere für Kinder lebenswerter geworden.
bild.de, hamburg.de

Newcomer Festival Berlin am 27. November

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Am kommenden Sonntag steigt in Berlin des Newcomer Festival, ein Kulturfestival mit und für Migranten und Menschen auf der Flucht. Es findet im Ehemaligen Stummfilmkino Delphi Berlin in der Gustav-Adolf-Straße 2, 13086 Berlin, statt. Es soll Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, ihr Können darzustellen. Von 12-18 Uhr bietet der Re:Fugee:ca Bazaar Flüchtlingen und Initiativen Raum zur Selbstdarstellung. "Alles ist denkbar, von Haareflechten über Essenszubereitung und spielen bis hin zur Rechtsberatung", heißt es auf der Facebook-Seite des Newcomer Festivals. Zu dem Basar gehören auch ein Flohmarkt im ganzen Saal sowie ein Bühnenprogramm. Möglich sind kurze Performances, Filmvorführungen oder auch Lesungen. Um 19 Uhr öffnet dann die Bühne für das Newcomer Cabaret – mit Musikern, Tänzern, Rappern und vielem mehr. Der Eintritt zum Newcomer Festival erfolgt auf Spendenbasis und der Erlös geht an Flüchtlingsorganisationen sowie an die Teilnehmer.
facebook.com/events

Trier: Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen

Der Stadtrat von Trier hat die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen, um diesen einen diskriminierungsfreien und schnellen Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Mit dieser Karte benötigen Asylbewerber keine amtliche Bescheinigung mehr, um einen Arzt aufzusuchen. Die Gesundheitskarte für Geflüchtete soll es zum „nächstmöglichen Termin“ geben, voraussichtlich ab dem 1. April 2017.
volksfreund.de, swr.de

Relocation: Erste Geflüchtete in München gelandet

In das Relocation-Programm, das die Verteilung von 160.000 Asylsuchenden in die Länder der EU vorsieht, kommt nun endlich Bewegung. Deutschland hatte sich im Rahmen des Programms zur Aufnahme von rund 27.000 geflüchteten Menschen verpflichtet. Wie wir vor einigen Tagen berichteten, sollen monatlich jeweils 500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien über den Flughafen München nach Deutschland einreisen und von dort aus auf Einrichtungen in allen Bundesländern verteilt werden. Der „Münchner Merkur“ berichtet nun, dass in dieser Woche die ersten 227 Geflüchteten im Rahmen des Relocation-Programms sicher in München gelandet sind.
merkur.de

Uni Duisburg-Essen: Mitfahrgelegenheiten für Geflüchtete gesucht

65 Geflüchtete sind derzeit als Gasthörer an der Uni Duisburg-Essen eingeschrieben und bereiten sich auf ein Studium an der UDE vor. Viele von ihnen sind allerdings nicht campusnah untergebracht und können sich die hohen Fahrkosten von rund 100 Euro monatlich nicht leisten. Deshalb organisiert das Akademische Auslandsamt der UDE nun Mitfahrgelegenheiten und hofft auf die vielen Studenten, die aus anderen Städten Nordrhein-Westfalens zur Uni pendeln.

Wer täglich aus dem Kreis Wesel, Recklinghausen, Düsseldorf oder Dortmund an einen der beiden Hochschulstandorte pendelt, kann eine Mobilitätspatenschaft übernehmen und einem Gasthörer damit eine kostengünstige Fahrt zur Universität ermöglichen. Angebote können an baerbel.enger@uni-due.de gerichtet werden.
derwesten.de

AfD-Gelder für Flüchtlingshilfe?

Die AfD hat bereits mehrere Parteitage in der Stadthalle von Bingen abgehalten, was vielen Bürgern ein Dorn im Auge ist. Da die Stadt die Parteitage nicht verbieten kann, hat die Bingener SPD nun eine andere Idee: Sie beantragt, dass die Einnahmen aus der Vermietung der Halle an die AfD für ihre Parteitage an Einrichtungen gespendet werden, die geflüchtete Menschen in Bingen unterstützen – verbunden mit der Hoffnung, dass sich die AfD darauf nicht einlassen wird.
swr.de

Schüler drehen Dokumentarfilm über interkulturellen Garten

Im bayerischen Waldsassen haben Achtklässler im vergangenen Jahr einen Film über einen Garten in einer Flüchtlingsunterkunft gedreht. Die Schüler haben gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Gemüsegarten angelegt und ihre Arbeit gefilmt. Die fertige Dokumentation wurde nun im ortsansässigen Kunsthaus vor Einheimischen und Flüchtlingen präsentiert. Der Film zeigt, wie man durch die gemeinsame Aktivität Geflüchtete in die Gesellschaft integrieren kann.
www.onetz.de

Bundestrainer Joachim Löw bekommt Bambi für Integration

jogi-loew_bambi-2016_150x150px„Man kann gar nicht genug tun für Integration. Nur wenn auch wir alles tun dafür und Hilfestellung leisten, können wir all diese Menschen gut integrieren. Das ist unsere Zukunft.“

Bundestrainer Joachim Löw wurde in Berlin mit dem Bambi für Integration ausgezeichnet. Vor der Preisverleihung mahnt er, dass Integration eine zentrale Aufgabe ist und bleiben wird. Als Jogi Löw den Preis dann in den Händen hält, appelliert er: „Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden.“
focus.de, dw.com/de

Til Schweiger eröffnet Kita für Flüchtlingskinder

schweiger-kita750Gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius hat Schauspieler und Regisseur Til Schweiger am Mittwoch in einer Osnabrücker Aufnahmeeinrichtung eine Kindertagesstätte für Flüchtlingskinder eröffnet. Bis zu 50 Kinder können dort betreut werden. 915.000 Euro hat das Projekt insgesamt gekostet, 500.000 Euro hat die Til Schweiger Foundation beigesteuert. Die Kita wurde in der Modulbauweise errichtet und kann leicht ab- und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden, sollte die Aufnahmeeinrichtung geschlossen werden.
spiegel.de, ndr.de, welt.de, tilschweigerfoundation.de

JOIN: Online-Plattform vermittelt Praktika für Geflüchtete

Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen? „JOIN“ soll eine Antwort auf genau diese Fragen liefern.

Die Praktikumsplattform, die nun vom Academy Cube in Saarbrücken vorgestellt wurde und deren Entwicklung gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Digitalverband Bitkom und von zahlreichen Unternehmen wie Dataport, McKinsey und SAP unterstützt wird, soll Unternehmen und Geflüchtete schnell und vor allem unkompliziert zusammenbringen.

Die Plattform wird seit Anfang November getestet und versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning-Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Geflüchtete registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, können sich Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen relevante Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch Partner angeboten.
verbaende.com, join-now.org

Erste arabischsprachige Plattform Geflüchtete in Berlin gestartet

Eed Be Eed (Hand in Hand) heißt die erste arabischsprachige Plattform für in Berlin lebende Geflüchtete. Sie wurde auf Initiative des Syrers Ahmad Denno in Pankow gegründet und ist gestern offiziell an den Start gegangen.

Die Website sieht sich als professionelle Plattform zur Vernetzung von Geflüchteten, die auch die Publikation einer eigenen Lokalzeitung mit Printausgabe plant. Neben der Internetseite entstehen auch eine Facebook-Gruppe und ein Youtube-Kanal.

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Die Initiative sucht aktuell Unterstützer und Kooperationspartner, die mit Finanzmitteln und Sachspenden die Realisierung des Vorhabens fördern. Gesucht werden unter anderem für die Ausstattung der Redaktion Monitore, Drucker, Videokameras und andere gängige Bürotechnik sowie perspektivisch passende Büroräume. Wer die Macher von Eed Be Eed unterstützen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich bei Ahmad Denno unter ahmad.danno@hotmail.com.de melden.
prenzlberger-stimme.de

Repräsentative Befragung von Geflüchteten

Mit einer repräsentativen Befragung von insgesamt 4.500 Geflüchteten stellen das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) eine neue Datengrundlage für die Analyse der Fluchtmigration und der Integration Geflüchteter bereit.

Die nun veröffentlichten ersten Ergebnisse basieren auf dem ersten Teil der Befragung, bei der gut 2.300 Personen interviewt wurden. Dabei wurden nicht nur Fluchtursachen und Fluchtwege sowie Bildungs- und Erwerbsbiografien, sondern auch Werte, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale der Geflüchteten und ihre Integration in den Arbeitsmarkt und in das Bildungssystem erhoben. Den Befragungen zufolge gibt es viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg.

Im Detail: 58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht. 37 Prozent der Geflüchteten besuchten eine weiterführende Schule, 31 Prozent eine Mittelschule, zehn Prozent nur eine Grundschule und neun Prozent gar keine Schule. 31 Prozent waren auf Hochschulen oder beruflichen Bildungseinrichtungen, 19 Prozent erreichten einen Abschluss. 73 Prozent der Geflüchteten waren vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig.

In ihren Wertvorstellungen weisen die Geflüchteten viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf. So unterstützen 96 Prozent der befragten Geflüchteten die Aussage, dass „man ein demokratisches System haben sollte“. 92 Prozent sagen, dass „gleiche Rechte von Männern und Frauen“ ein Bestandteil von Demokratien sind.

Als Fluchtursachen nannten die Befragten mit großem Abstand am häufigsten die Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg (70 Prozent). Andere Motive sind Verfolgung (44 Prozent), Diskriminierung (38 Prozent) und Zwangsrekrutierung (36 Prozent). Ebenfalls häufig werden schlechte persönliche Lebensbedingungen (39 Prozent) und die wirtschaftliche Situation im Herkunftsland (32 Prozent) angegeben. Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran nennen besonders häufig Krieg und Verfolgung als Fluchtursachen, Geflüchtete aus Eritrea Zwangsrekrutierung. Demgegenüber berichten Geflüchtete aus den Westbalkan-Staaten vielfach von prekären persönlichen Lebensbedingungen, der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern und Diskriminierung.
sueddeutsche.de, idw-online.de, iab.de

50.000 Geflüchtete im Job.

50.000 nach Deutschland geflüchtete Menschen sind von September 2015 bis September 2016 in Arbeit gekommen, 30.000 von ihnen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das sagte Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf einer Veranstaltung in Erlangen. Die Werte stammen aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die am Mittwoch vorgestellt werden soll. Reichlich Arbeit gibt es dennoch, waren doch im selben Zeitraum rund 100.000 Zuzügler als arbeitslos gemeldet. Aber laut Weise sind "Flüchtlinge besser ausgebildet, als Fachleute bisher gedacht hatten" – was angesichts der robusten Konjunktur in Deutschland sicher für alle Seiten von großem Nutzen ist.
spiegel.de, zeit.de

Lotte: Flüchtlingshilfe setzt mehr auf Integration

Waren die ersten Monate bei der Flüchtlingshilfe in der StadtLotte (NRW) von der Unterstützung bei den Grundbedürfnissen geflüchteter Menschen geprägt, so wird inzwischen die Integrationsarbeit immer wichtiger. Die Ehrenamtlichen haben inzwischen ihre Aktivitäten einem Verein gebündelt.

Eines erstes Fazit zeigt: Die Hilfe für geflüchtete Menschen sorgt auch für ein positives Klima in der Stadt selbst. Für die Integrationsarbeit bieten die Lotter dann auch ein Radfahrtraining an, aber auch eine wöchentlich stattfindende Krabbelgruppe. Generell will man mit unterschiedlichen Aktivitäten dafür sorgen, dass die Menschen nicht isoliert in ihren inzwischen bezogenen Wohnungen bleiben.
wn.de >>

Kirche: Caritas nimmt mehr unbegleitete Geflüchtete auf

Die katholische Kirche in Bayern hat ihre Flüchtlingshilfe ausgeweitet. Die Einrichtungen der Caritas und ihrer Fachverbände haben aufgrund des Bedarfs bis zum Herbst dieses Jahres die Zahl der Plätze zur Unterbringung und pädagogischen Begleitung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und junger Volljähriger um 500 auf nunmehr 3.000 erhöht.
merkur.de, erzbistum-muenchen.de

Begegnungsstätte „Mühlencafé“ in Elmshorn

muehlencafe-elmshorn_300pxSeit Ende Oktober betreibt des Willkommensteam Elmshorn mit dem Mühlencafé eine Begegnungsstätte für Alteingesessene und Zugewanderte. Dort können Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen zusammenkommen und sich austauschen. Geflüchtete erhalten Hilfe bei Fragen zu Formularen und Behördengängen, auch ein Deutschkurs speziell für Flüchtlinge aus Afghanistan wird angeboten.

Neben Getränken und Snacks bietet das Mühlencafé eine kleine Bibliothek und Informationsmaterial rund um Flucht und Asyl, Wörterbücher für viele verschiedene Sprachen, Bücher zum Deutsch lernen, eine Spielecke für Kinder sowie wechselnde Kunstausstellungen. Auch die Mitglieder des Willkommensteams kommen dort regelmäßig zusammen, um sich über ihre ehremamtliche Arbeit auszutauschen. Das Café ist von Dienstag bis Donnerstag von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag von 13 uhr bis 17 Uhr.
willkommensteamelmshorn.wordpress.com

Mayersche Buchhandlung spendet 10.000 Deutsch-Lernbücher

Die Mayersche Buchhandlung hat zusammen mit dem Buch Verlag Kempen das Buch „Deutsch lernen von Anfang an – Lern- und Übungsbuch“ konzipiert, das Migrantinnen und Migranten aller Altersstufen und Herkunftsländer helfen soll, die deutsche Sprache zu erlernen. Das Buch soll in erster Linie die oft lang andauernde Zeit in den Flüchtlingsunterkünften überbrücken und in gewisser Weise Vorarbeit für den späteren, strukturierten Deutschunterricht mit entsprechender fachlicher Anleitung leisten. Rund 10.000 Exemplare des Lern- und Übungsbuches spendet die Buchhaltung an Flüchtlingseinrichtungen und– organisationen. Darüber hinaus können weitere Exemplare zum Preis von 8,90 Euro in allen Mayerschen Buchhandlungen erworben werden.
5vier.de, mayersche.de

App vermittelt Flüchtlingen Tickets und Gutscheine

Über die App HiMate erhalten Geflüchtete kostenlos Gutscheine und Eintrittskarten, die von Unternehmen, Organisationen oder Vereinen gespendet werden. Dies können neben Kinogutscheinen oder Konzerttickets, auch Sprachkurse oder Frisörbesuche sein. Die Flüchtlinge können die Tickets in der App reservieren und sie dann vor Ort einlösen. Die Entwickler der App sammeln nun Geldspenden auf der Plattform Startnext, damit das Projekt in Zukunft nicht mehr ehrenamtlich, sondern von Vollzeitkräften betreut werden kann. Zur Zeit wird die App von ca. 6.000 Usern genutzt.
www.gruenderszene.de

Relocation: Deutschland nimmt monatlich 1.000 Geflüchtete aus Griechenland und Italien auf

Das Relocation-Programm der EU, das die Übernahme von 160.000 Asylsuchenden aus Italien und Griechenland vorsieht, wurde bislang äußerst schleppend umgesetzt. Doch jetzt scheint endlich Bewegung in die Angelegenheit zu kommen: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtet, sollen nun monatlich jeweils 500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien über den Flughafen München nach Deutschland einreisen. Die Bundesrepublik hatte sich im Rahmen des EU-Programms verpflichtet, rund 27.000 Menschen aufzunehmen.

Am Flughafen werden die Menschen dem Bericht zufolge in Empfang genommen und in Bussen zunächst in ein nahe gelegenes Camp nach Erding gebracht, wo sie für das deutsche Asylverfahren registriert werden. Nach maximal 72 Stunden in Erding sollen die Neuangekommenen dann nach dem Königsteiner Schlüssel auf Erstaufnahmeeinrichtungen in allen Bundesländern verteilt werden.
sueddeutsche.de

Benefizkonzert zugunsten der Behandlung traumatisierter geflüchteter Menschen

Kommenden Samstag (12.11.2016) findet im Kulturforum in der St. Matthäus-Kirche (Mattähikirchplatz, 10785 Berlin) um 19:30 Uhr ein Benefizkonzert zugunsten der Behandlung traumatisierter geflüchteter Menschen statt. Unter Mitwirkung der Berliner Stadtstreicher, von Mitgliedern des Orchesters der Berliner Musikfreunde und des Japanisch-Deutschen Jazz-the-Mass Ensembles werden Edward Elgar: 5 Intermezzi für Holzbläser; Bob Chilcott: A Little Jazz Mass sowie W.A. Mozart: Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur aufgeführt. Der Eintritt kostet 15 Euro, ermäßigt zehn Euro. Der Reinerlös des Konzerts wird zweckgebunden an Amnesty International gespendet.
facebook.com

Infoveranstaltung: „Existenzsicherung und soziale Teilhaberechte für Geflüchtete in Berlin“

Am 21.11.2016 findet von 17:30 Uhr bis 20:30 Uhr im Haus der Demokratie und Menschenrechte Berlin (Greifswalderstr. 4, Havemann-Saal im EG, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg) die Infoveranstaltung „Existenzsicherung und soziale Teilhaberechte für Geflüchtete in Berlin“ statt. Sie richtet sich als Einführung an aktive Ehrenamtliche aus Initiativen und in den Unterkünften in Berlin. Die Veranstaltung soll einen einführenden Überblick über Registrierung und Behördenzuständigkeit, Aufenthaltsdokumente und -titel, Wohnsitzauflagen, Existenzsicherung, Qualitätsanforderungen an die Unterkünfte und soziale Teilhaberechte Geflüchteter geben. Anmeldefrist ist der 13.11.2016.
fluechtlingsrat-berlin.de

Infoveranstaltung: „Förderprogramm Frauen-iD“

Am 28.11.2016 findet in den Räumlichkeiten der Weiberwirtschaft (Anklamer Straße 38, 10115 Berlin-Mitte, Raum 5) von 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum „Förderprogramm Frauen-iD“ statt. Neben einer Vorstellung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Programms (wir berichteten) gibt es spannende Vorträge u.a. zu Möglichkeiten kultureller Teilhabe geflüchteter Frauen. Die Anmeldung läuft noch bis zum 15.11.2016.
frauen-id.de

Augsburg: Neues Bildungs- und Beratungszentrum

Gemeinsam mit der Tür an Tür-Integrationsprojekte gGmbH und dem Diakonischen Werk richtet die Stadt Augsburg in der Kresslesmühle (Barfüßerstraße 4) ein neues Bildungs- und Beratungszentrum ein. Das Beratungsangebot wird sich an Zugewanderte aus EU-Ländern und Geflüchtete sowie an Augsburger ab 16 Jahren richten. Zusätzlich sollen wechselnde Träger Sprechstunden zu integrationsfördernden Themen, wie Spracherwerb, Ausbildung, Schule oder Hochschule, anbieten.

Die Aufgabe zweier Bildungskoordinatoren der Stadt wird es sein, die Bildungsangebote aufeinander abzustimmen, Akteure zu vernetzen und das bereits laufende Projekt „Bildung integriert“ zu ergänzen. Finanziert werden die Stellen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
presse-augsburg.de

Eberswalde: Flüchtlingshelfer aus Kenia

2009 flüchtete Thomas Mboya Ochieng nach Deutschland. Heute koordiniert der Kenianer die Flüchtlingshilfe im brandenburgischen Eberswalde, ist Ansprechpartner für 1.100 Geflüchtete. Er steht in engem Kontakt mit den freiwilligen Helfern der Stadt, informiert die geflüchteten Menschen über die Angebote in Eberswalde, wie z.B. Sprachunterricht, und erklärt, an welche Behörden sie sich wenden können. Dabei hilft Thomas Mboya Ochieng, dass er Ähnliches durchlebt hat: „Ich habe das Gleiche durchgemacht wie sie. Ich kenne ihre Erwartungen, ich verstehe ihre Schwierigkeiten. Und ich erkenne, wobei sie wirklich Hilfe brauchen.“ Doch seine wichtigste Aufgabe ist es, Brücken zu bauen zwischen Neuankömmlingen und Anwohnern.
dw.com/de

Filmfestival: KINO ASYL

kino-asyl_300x200pxVom 4. bis 8. Dezember zeigen in München junge Erwachsene aus Syrien, Afghanistan, Sierra Leone, Uganda und Somalia Filme aus ihren Herkunftsländern. Veranstaltet wird das Filmvestival vom Medienzentrum München. Es findet in den Kammerspielen München, im Münchner Gasteig und in der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München statt. Das Festival wird von den Kuratoren mit Fluchterfahrung mit Unterstützung von Fachleuten selbst gestaltet.


kinoasyl.de (Programm mit Infos zu den einzelnen Filmen)

Gründerpatenschaften: BMWi unterstützt Selbständigkeit von Geflüchteten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) startet in der Region Berlin-Brandenburg das Pilotprojekt „Gründerpatenschaften", das die unternehmerischen Potenziale von geflüchteten Menschen für eine Selbständigkeit aktivieren und stärken soll. Interessierte Organisationen können sich bis zum 7. Dezember 2016 bewerben.

Gründungswillige Geflüchtete stehen aufgrund sprachlicher Barrieren und fehlender Kenntnisse der hiesigen Strukturen vor zusätzlichen Herausforderungen, wenn es um den Aufbau eines eigenen Unternehmens geht. Damit diese Faktoren nicht zum Ausschlusskriterium für eine Selbständigkeit werden, bedarf es einer gezielten Unterstützung. Indem sie ihr Wissen weitergeben, Netzwerke eröffnen und als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung stehen, können erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer hier einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gründung eines Geflüchteten leisten. Mit dem Pilotprojekt sollen sie als „Gründerpaten" gewonnen und mit Geflüchteten zusammengebracht werden, die an der Umsetzung ihrer Ideen arbeiten und Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Selbständigkeit benötigen.

Neben dem Ziel, Geflüchteten die Selbständigkeit als berufliche Perspektive zu eröffnen, soll gleichzeitig der Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Partnern in diesem Bereich erreicht werden. Dazu ist u. a. die Zusammenarbeit mit bereits etablierten Netzwerken und regionalen Akteuren vorgesehen.

Das Pilotprojekt ist Teil der Initiative „Die Neue Gründerzeit" des BMWi. Die Förderung erfolgt bis Ende 2018.
bmwi.de (Förderbekanntmachung)

Tübingen: Deutschkurs für Geflüchtete

Am Dienstag, dem 15. November, startet ein E-Learning-Deutschkurs für Geflüchtete in der Stadtbücherei Tübingen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen in verschiedenen Stadtbüchereien in Baden-Württemberg am Computer und kommunizieren über Headset untereinander und mit der Lehrperson. Dabei ist die virtuelle Lernumgebung am PC einem realen Klassenzimmer nachempfunden. In der Stadtbücherei Tübingen gibt es zwei Plätze pro Kurs. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei unterstützen die Geflüchteten, die spezielle E-Learning-Software zu nutzen. Ein Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands ermöglicht es, die Lerninhalte am Computer zu vermitteln.

Der Deutschkurs dauert einen Monat und findet viermal pro Woche statt. Er richtet sich an Geflüchtete, die über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen, aber noch keinen Integrationskurs absolviert haben. Am Dienstag, 10. Januar 2017, sowie am Dienstag, 7. Februar 2017, beginnen weitere Deutschkurse.
tuebingen.de

Niedersachsen: Projekt stärkt Verbraucherkompetenz von Asylsuchenden

Der Abschluss von Mobilfunkverträgen, die Eröffnung eines Girokontos oder die Wahl des Stromversorgers – für Geflüchtete ist es oft besonders schwer, Angebote zu beurteilen und die eigenen Rechte und Pflichten zu kennen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat deshalb jetzt ein Projekt gestartet, um die Verbraucherkompetenz von Asylsuchenden zu stärken und sie bei Problemen unabhängig zu beraten.

Das Beratungskonzept, das speziell auf die Bedürfnisse der Geflüchteten zugeschnitten ist, wurde in enger Kooperation mit Flüchtlingshelfern entwickelt. Es umfasst Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen, Veranstaltungen und Schulungen sowie die individuelle Beratung und rechtliche Unterstützung geflüchteter Menschen.

Durch die Förderung des Landes Niedersachsen kann die Beratung Geflüchteter kostenfrei angeboten werden. Diese wird über Gutscheine realisiert, die in allen niedersächsischen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale eingelöst und beim Projektkoordinator angefordert werden können. Beraten wird unter anderem zu den Themen Telefon und Internet, Girokonto, Vertragsrecht, Rundfunkbeitrag und Versicherungsschutz.
verbraucherzentrale-niedersachsen.de

Integrationswoche für Kinder zur Sprach- und Leseförderung

Im brandenburgischen Landkreis Oberhavel wird es zum vom 7. bis 11. November 2016 erstmalig eine Integrationswoche zur Sprach- und Leseförderung von deutschen und geflüchteten Kindern geben. Hierzu wird es in und um die Stadt Oranienburg Veranstaltungen geben, bei denen Märchen und Geschichten u.a. auf Deutsch und Arabisch mit entsprechender Übersetzung vorgetragen werden. Darüber hinaus wird es auch ein interkulturelles Familienfest und ein Mitmach-Konzert für Kinder geben.
www.oberhavel.de, www.maz-online.de

Bodenseekreis: Neue Unterkünfte für Geflüchtete geplant

Im Bodenseekreis wird laut „Südkurier“ ein umfangreiches Bauprogramm forciert, um neue Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in vielen Kreisgemeinden zu schaffen. Demnach werden derzeit in Tettnang zwei Gebäude und in Bermatingen ein Haus gebaut. Der Baubeginn für eine Gemeinschaftsunterkunft in Salem-Stefansfeld sei für März 2017 geplant. Insgesamt könnten, abhängig von der Entwicklung der Zuweisungszahlen, für 27 bis 30 Millionen Euro in elf Städten und Gemeinden knapp 1.300 Plätze neu geschaffen werden.
suedkurier.de

Petition: Geflüchtete aus Griechenland und Italien nach Deutschland holen

Deutschland hatte sich im Rahmen des europäischen „Relocation“-Programms verpflichtet, bis September 2017 etwa 27.300 Geflüchtete aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Doch die Umsetzung verläuft bislang äußerst schleppend.

Initiativen aus Darmstadt, Osnabrück, Mannheim, Marburg, Wolfsburg und Heidelberg, die Flüchtlingsräte aus Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Baden-Württemberg sowie weitere Organisationen fordern die deutsche Bundesregierung deshalb nun in einer Petition auf, für eine schnelle und vollständige Umsetzung ihrer Zusagen im Rahmen des „Relocation“-Programms zu sorgen.

„In Deutschland sind ausreichend leer stehende Flüchtlingsunterkünfte vorhanden, in denen die Menschen vorläufig unterkommen können. Es gibt eine ganze Reihe von Kommunen, die sich zur Aufnahme bereit erklärt haben und es gibt nach wie vor zigtausende freiwilliger Helfer*innen, die die Geflüchteten willkommen heißen und unterstützen würden. Das einzige, was fehlt, ist der politische Wille der Bundesregierung.“

Aus der Petition „Relocation jetzt umsetzen!“
weact.campact.de

Ausstellung zeigt Fotos von Geflüchteten und Schülern

Im Hamburger Stadtteil Harburg sind im Rahmen des Projekts "Wir in Hamburg" Flüchtlingskinder und Schüler zusammengeführt worden, um die Stadt gemeinsam mit der Fotokamera zu entdecken. So wurden unterschiedliche Lebenszusammenhänge und Lebenserfahrungen zusammengebracht und die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer gestärkt. Die Ergebnisse werden vom 3. bis 18. November 2016 im Harburger Rathaus ausgestellt.
www.harburg-aktuell.de, www.abendblatt.de

Kinotipp: Willkommen bei den Hartmanns

kino_hartmanns_warner_300x300pxGestern lief „Willkommen bei den Hartmanns“ im Kino an, eine deutsche Komödie, die das Thema Flüchtlinge aufgreift. In seinem Film lässt Regisseur Simon Verhoeven Welten aufeinanderprallen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Vorstadtvilla vs. Flüchtlingsunterkunft, der Kampf gegen den Alterungsprozess vs. der Kampf ums Überleben.

Darum geht's:
Die Hartmanns sind wohlsituiert und unglücklich – alle leben aneinander vorbei. Als Mutter Angelika (Senta Berger), eine pensionierte Lehrerin, nach dem Besuch eines Flüchtlingsheims gegen den Willen ihres Mannes Richard (Heiner Lauterbach) beschließt, einen der Bewohner bei sich zu Hause aufzunehmen, brechen turbulente Zeiten an. Diallo (Eric Kabongo) kommt aus Nigeria und hat seine Familie durch die Terrormiliz Boko Haram verloren. Als dann auch Tochter Sophie (Palina Rojinski) und Sohn Philipp (Florian David Fitz) samt Enkel Basti (Marinus Hohmann) wieder daheim einziehen, wird es im Hause Hartmann richtig voll. Schnell wird Diallo zum Familienpsychologen und sorgt auf charmant naive Art dafür, dass sich alle wieder annähern.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Mit Humor und Originalität werden den Zuschauern Klischees vor Augen geführt, der Film kombiniert geschickt Slapstick mit Gesellschaftskritik.
dw.com/de

Berlin: Charité startet mobile Impfversorgung von Geflüchteten

CharitéMit dem Medibus ist in Berlin Deutschlands erstes Impfmobil für die Versorgung von Geflüchteten an den Start gegangen.

Der zwölf Meter lange umgebaute Linienbus fährt Notunterkünfte in der Hauptstadt an und verfügt über zwei voll ausgestattete Behandlungsbereiche sowie eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, über die sich Dolmetscher für 50 Sprachen live per Video zuschalten lassen.
tagesspiegel.de, wired.de, charite.de

CARE weitet Integrationsprojekt bundesweit aus

Das CARE-Projekt „Kinder und Jugendliche Willkommen“ (KIWI), das Anfang 2016 in Nordrhein-Westfalen gestartet wurde, unterstützt ab sofort auch bundesweit Schulen bei der Integration von Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund. Interessierte Schulen können sich für das Projekt und das begleitende Fortbildungsprogramm ab sofort anmelden und werden von CARE-Experten darin begleitet, die Integrationspotentiale an ihrer Schule auszuschöpfen.
care.de

Leipzig: Akademie für transkulturellen Austausch

An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) wurde die Akademie für transkulturellen Austausch (ATA) gegründet. Ab dem Wintersemester haben Geflüchtete dort die Möglichkeit, als ordentlich immatrikulierte Studierende ihr abgebrochenes Kunst- oder Designstudium fortzusetzen. Eine Studentin und vierzehn Studenten aus Syrien und dem Irak sind bisher aufgenommen worden. Einige von ihnen können erst in den nächsten Wochen mit dem Studium beginnen, wenn ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und sie nach Leipzig ziehen dürfen.
faz.net

Mehr Geld für die Länder

Um die Kosten für Integration und die Unterstützung geflüchteter Menschen abdecken zu können, bekommen die Länder vom Bund mehr Geld. Zusätzlich zu den bisher bereits zur Verfügung gestellten Finanzhilfen will der Bund in diesem Jahr noch 2,6 Mrd. Euro zahlen. 2017 sollen es dann 1,16 Mrd. Euro sein - auch diese zusätzlich zu den bereits geleisteten oder vereinbarten Finanzhilfen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das Bundeskabinett beschlossen. Bis einschließlich 2020 will der Bund die Länder mit mehr als 24,5 Mrd. Euro unterstützen.
tagesschau.de

Scoring Girls: Fußballtraining für geflüchtete Mädchen in Köln

2016-11-02-scoring-girls-362x202Das vom 1. FC Köln unterstütze Projekt „Scoring Girls“ bietet Flüchtlingsmädchen und Mädchen aus benachteiligten Familien im Alter von acht bis 18 Jahren einmal pro Woche regelmäßiges und kostenloses Fußballtraining. Damit sollen nicht nur die Leidenschaft fürs Kicken geweckt und eine Alternative zum Alltag geboten, sondern den Mädchen auch Werte wie Teamgeist, Gemeinschaftssinn und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft vermittelt werden. Die Kickoff-Veranstaltung von „Scoring Girls" fand kürzlich am Rheinenergiestadion statt.
dfb.de

VHS Celle: Erfahrungsaustausch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe

Am kommenden Samstag (5. November) findet an der VHS Celle von 14 bis 18 Uhr der Workshop „Gemeinsam Wege sehen – Wege gehen“ (CE1212) statt, der sich an ehrenamtliche Helfer, Integrationslotsen, Sprachmittler und Menschen mit und ohne Migrationshintergrund richtet. Er dient dem Erfahrungsaustausch im Rahmen des Projektes „Vom Flüchtling zum Bürger“ der VHS Celle und Wadi e.V. und der Besprechung neuer Projektmöglichkeiten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen können unter anmeldung@vhs-celle.de, www.vhs-celle.de oder direkt bei der VHS Celle erfolgen.
celleheute.de

Hertie-Stiftung: Deutscher Integrationspreis in Kooperation mit Crowdfunding

2016-11-02-hertie-stiftung-304x202Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ein neues Projekt für Geflüchtete gestartet: Den Deutschen Integrationspreis. Die Stiftung will überzeugende Integrationsprojekte finden, ihre Umsetzung finanzieren und die besten auszeichnen. Dafür wird die Förderung der Stiftung erstmalig mit Crowdfunding kombiniert. Für die Finanzierung von Projekten und das Preisgeld stellt die Hertie-Stiftung über 200.000 Euro bereit.

Am Anfang steht eine Finanzierungsphase, damit Projekte überhaupt realisiert werden können. Dabei arbeitet die Hertie-Stiftung mit der größten deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext zusammen. Auf dieser Plattform können sich ab sofort bis zum 11. Dezember 2016 Sozialunternehmen, gemeinnützige Organisationen, Vereine und private Initiativen um die Teilnahme bewerben. Besonders gesucht: Ideen für die Integration, bei denen Geflüchtete selbst im Projekt mitwirken.

Nach einer Vorauswahl werden die Projekte für den Crowdfunding-Wettbewerb, der im März startet, qualifiziert. Die 20 Projekte, die beim Crowdfunding die meisten Unterstützer gewinnen, erhalten eine Anschub-Finanzierung durch die Hertie-Stiftung von bis zu 15.000 Euro pro Projekt, um ihr Fundingziel (schneller) zu erreichen oder zu übertreffen. Alle Projekte, die die Finanzierung schaffen, gehen in die Umsetzung. Nach sechs Monaten prüft eine Jury die Erfolge und die besten drei erhalten den Deutschen Integrationspreis, der nochmals mit insgesamt 100.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung des Preises findet Ende Oktober 2017 statt.
freiepresse.de, ghst.de, startnext.com (Crowdfunding-Contest)

Wettbewerb: „Die Gelbe Hand“

Im Rahmen des Wettbewerbs „Die Gelbe Hand“ sind (Berufs-)Schüler und Auszubildene dazu aufgerufen, mit einem künstlerischen Wettbewerbsbeitrag ein kreatives Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und für ein solidarisches Miteinander zu setzen. Zu gewinnen gibt es 1.000 Euro für den ersten Platz, 500 Euro für den zweiten und 300 Euro für den dritten Platz. Zudem stellt das Land Rheinland-Pflaz Sonderpreise bereit. Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist der 15. Januar 2017. Die Preisverleihung findet im März 2017 in Mainz statt.
gelbehand.de

Berlin: Räumung der Turnhallen verzögert sich

Mehr als 27.000 Asylbewerber sind derzeit noch in Berliner Notunterkünften untergebracht, 3.700 davon in Turnhallen. Letztere sollten eigentlich schon im September dieses Jahres wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, doch laut Senat wird dies aufgrund des Sanierungsbedarfs noch bis zum Sommer 2017 dauern.

Der Senat kündigte außerdem an, bis zum Jahresende elf Containersiedlungen für Geflüchtete und drei Gebäudekomplexe in Fertigbauweise fertigstellen zu wollen, wodurch 3.500 zusätzliche Plätze für Geflüchtete geschaffen werden sollen.
rbb-online.de, berliner-kurier.de

Köln: Über 1.500 neue Wohnplätze für Geflüchtete geplant

Die Anzahl der von der Stadt Köln untergebrachten Geflüchteten hatte im August dieses Jahres mit 13.862 den bisherigen Höchststand erreicht. Seitdem ist die Tendenz sinkend: 13.459 waren es am 20. Oktober. Um die Rückgabe der insgesamt 27 zur vorübergehenden Unterbringung von Geflüchteten aus dem Schul- und Sportbetrieb genommenen Turnhallen voranzutreiben, errichtet und saniert die Stadt laut der „Kölnischen Rundschau“ derzeit zahlreiche neue Unterkünfte. Bis Anfang April 2017 sollen demnach insgesamt 1.535 neue Wohnplätze für Geflüchtete entstehen, von denen 234 bereits im November und 406 Dezember bezugsfertig werden sollen.
rundschau-online.de

Video-Experiment: Unterwegs mit dem Smartphone eines Geflüchteten

Die BBC Media Action, die Charity-Organisation der britischen Rundfunkanstalt, hat ein bewegendes Experiment gewagt und will basierend auf Interviews mit insgesamt über 100 Geflüchteten und Helfern auf die Missstände in der Kommunikation von Menschen auf der Flucht – unterwegs, im „Transit“-Bereich oder in Europa – aufmerksam machen. Die Ergebnisse der Interviews veranschaulicht die BBC Media Action in einem Video – und versetzt die Zuschauer temporär in die lebensbedrohliche Welt eines Geflüchteten:

Im Rahmen der Interviews machten die Befragten auch Vorschläge, wie sich die Kommunikation verbessern ließe, z.B. durch (mehr) Übersetzer und Rechtsberater in den Camps, regelmäßige Treffen, auf denen über die aktuelle Situation auf den Fluchtrouten informiert wird, oder (mehr und bessere) Internetzugänge in den Camps.
bbc.co.uk

Download-Tipp: Interkultureller Kalender 2017

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF hat für den interkulturellen Kalender 2017 die beutendsten Festtage der Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum sowie weitere Gedenktage zusammengetragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Den Kalender gibt es zum Download im pdf- und ics-Format (für Kalender-Programme).
bamf.de

Forschungsgutachten „Gelingende Integration im Quartier“

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr beim Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hat ein Forschungsgutachten zur Frage, wie die Integrationsbedingungen in den Quartieren und Kommunen langfristig verbessert werden können, in Auftrag gegeben. Dafür wurden in acht Städten in NRW – Altena, Bergheim, Bielefeld, Dortmund, Hamminkeln, Mülheim, Münster und Nordkirchen – mithilfe von Experteninterviews, der Analyse der lokalen Medienberichterstattung sowie der Kooperationsnetzwerke die Bedingungen der Aufnahme, Unterbringung und Integration von Geflüchteten untersucht. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Das Gutachten belegt, dass die Integration durch Zusammenarbeit verschiedener Ämter und eine enge Vernetzung mit bürgerschaftlichen Aktivitäten gefördert werden kann. Außerdem zeigt sich, dass gerade in kleineren Kommunen Einzelpersonen eine Vorbildfunktion zukommt – im Zusammenspiel mit der Koordinierung der ehrenamtlichen Helfer kann es so gelingen, ein positives Klima für die Aufnahme der Geflüchteten zu schaffen. „Durch die Förderung von Wohnungsbau sowie sozialer und kultureller Infrastruktur stärken wir die Stadtteile als Orte der Integration. Vor allem aber werden wir die Begegnung und Zusammenarbeit durch Quartiersmanagement noch weiter fördern“, kommentiert NRWs Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Michael Groschek das Gutachten.
idw-online

„Wohin?“: 21 Fragen zu Flucht und Migration

Für das Goethe Institut beantworteten Autoren und Intellektuelle aus knapp 40 Ländern der Welt einen Fragebogen zu Flucht und Migration. Als Inspiration dienten dabei die Fragebögen aus den Tagebüchern des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Die Antworten auf Fragen wie „Was bedeutet für Sie der Begriff Flüchtling?“ oder „Was sind für Sie Voraussetzungen für erfolgreiche Integration?“ gibt es hier zum Nachlesen:
goethe.de

Hamburg setzt auf stärkere Durchmischung

Die Hansestadt will Unterkünfte, die zunächst für Flüchtlinge geplant waren, künftig auch bedürftigen Hamburgern zugänglich machen, womit der Senat auf Forderungen verschiedener Bürgerinitiativen eingeht. Das erklärte Ziel sind gemischte Quartiere und eine bessere Integration. So darf zunächst der städtische Betreiber Fördern und Wohnen einige Unterkünfte an "vordringlich Wohnungssuchende" (also Menschen mit Wohnberechtigungs- oder Dringlichkeitsscheinen) vergeben – und später sogar frei auf dem Wohnungsmarkt vermieten.
welt.de, ndr.de (mit Video)

Brandenburg: Verkehrssicherheitsarbeit mit Asylsuchenden

Deutschlands Straßenverkehr unterscheidet sich hinsichtlich Gesetzgebung, Verkehrsaufkommen und Verhalten der Verkehrsteilnehmer von dem der Herkunftsländer Asylsuchender. Deshalb hat das Bundesland Brandenburg das Pilotprojekt „Verkehrssicherheitsarbeit für Geflüchtete und Asylsuchende“ aufgesetzt. Neben der Einführung in die wichtigsten Verkehrsregeln haben die Verkehrswachten des Landes Brandenburg drei thematische Schwerpunkte gesetzt: Fahrradkurse, ÖPNV-Schulungen sowie Eltern-Kind-Kurse. Ziel ist es, soziale und kommunikative Verhaltensformen weiterzugeben sowie zu lernen, wie der Straßenverkehr in Deutschland funktioniert und wie man sich mit größtmöglicher Sicherheit darin bewegt. Das Projekt soll bis Ende dieses Jahres umgesetzt und bei Erfolg auch 2017 fortgesetzt werden.
deutsche-verkehrswacht.de

Hamburg: Flüchtlingskinder sollen in die Kita

Die CDU-Schulexpertin Karin Prien fordert eine Kita-Pflicht für Flüchtlingskinder in Hamburg. Ihr Ziel ist es, so viele Kinder von Geflüchteten wie nur möglich in Kindergärten zu holen und dort vor allem sprachlich zu fördern. Nur so gelinge Integration von Beginn an. Gelten sollte diese Kita-Pflicht für alle Kinder ab dem 3. Lebensjahr, so Karin Prien. Das Problem: Bisher sind Anmeldungen in Kitas freiwillig. Hier müsste also zur Not sogar das Grundgesetz geändert werden.
welt.de

Geflüchtete an Hochschulen: Infobroschüre veröffentlicht

Immer mehr geflüchtete Menschen möchten in Deutschland studieren. Das stellt Hochschulen und Studentenwerke vor neue Herausforderungen. Zwar haben sie langjährige Erfahrung bei der Integration von internationalen Studierenden, bei der Zielgruppe der Geflüchteten ergeben sich für sie aber spezifische Fragen.

Welchen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Regelungen unterliegen Geflüchtete, die ein Studium aufnehmen wollen? Was gilt es hinsichtlich Zulassung und Immatrikulation zu berücksichtigen? Auf welche Möglichkeiten der Studienförderung können Geflüchtete zurückgreifen? Gibt es Hilfsangebote, die traumatisierte Geflüchtete in Anspruch nehmen können?

Antworten haben das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Kultusministerkonferenz (KMK), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Deutsche Studentenwerk (DSW) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), begleitet durch den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), nun in einer Informationsbroschüre zusammengestellt.
idw-online.de, bamf.de (Broschüre als PDF)

Berlin: Bücherkisten für Flüchtlingsunterkünfte

Berlins Bibliotheken wollen Flüchtlingsunterkünfte flächendeckend mit Bücherkisten versorgen. 125.000 Euro stellt der Senat hierfür bereit. Die Kisten sollen unter anderem Informationen über Berlin, Sprachkurse oder auch Comics beinhalten, die das Deutschlernen erleichtern. Seit gut einem Jahr geben die Bibliotheken auch Nutzerausweise an Geflüchtete aus, die noch keine feste Wohnadresse haben. Rund 5.200 solcher Ausweise wurden bereits ausgestellt.
rbb-online.de

Wiesbaden: Kultur von, mit und für Flüchtlinge

Das Wiesbadener Kultur- und das Integrationsamt haben das Sonderprogramm „Kultur von, mit und für Flüchtlinge“ entwickelt. Das Programm will Geflüchteten Möglichkeiten eröffnen, sich kulturell zu betätigen, aber auch eigene Fluchterlebnisse und Erfahrungen aus den Herkunftsländern künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Besonderer Wert liegt auf der Begegnung und dem gegenseitigen Austausch von Geflüchteten und Einheimischen. Fünfzehn Projekte werden im zweiten Halbjahr 2016 und ersten Halbjahr 2017 mit einer Förderung aus dem Sonderetat von 50.000 Euro durchgeführt. Sie werden von Kulturschaffenden professionell angeleitet und sollen nachhaltig wirken.
wiesbadener-kurier.de, wiesbaden.de