DIW: Geflüchtete als Konjunkturprogramm für Deutschland

Die hohen staatlichen Ausgaben für geflüchtete Menschen sowie private Mehrausgaben der Migranten stimulieren laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ nach Einschätzung von führenden Ökonomen die Konjunktur und tragen dauerhaft zu mehr Wachstum bei.


„Die staatlichen Ausgaben für Geflüchtete haben 2016 das Wirtschaftswachstum um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöht. Der positive Effekt der Geflüchteten auf die Wirtschaftsleistung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken."

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
rp-online.de

Interaktive Landkarte: Bildungszugang von geflüchteten Kindern

Welchen Zugang haben geflüchtete Kinder zu Bildung? Antworten auf diese Frage gibt die www.landkarte-kinderrechte.de des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Dafür wurden im vergangenen Jahr die Sozial- und Kultusministerien aller Bundesländer befragt, wie sie den Zugang für geflüchtete Kinder zu Schulen und Kitas regeln. Für den Bereich Kitas liegen keine Antworten aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen vor, in Sachen Schule hat Brandenburg nicht geantwortet. Die Visualiserung zeigt: Um den menschenrechtlichen Vorgaben einer vorrangigen Berücksichtigung der besten Interessen von Kindern gemäß Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention zu entsprechen, muss an dieser Stelle noch einiges getan werden.
institut-fuer-menschenrechte.de

Flüchtlinge und Düsseldorfer Musiker präsentieren gemeinsame Songs

Unter dem Motto „Future me“ findet am Samstag, dem 14. Januar 2017 im Düsseldorfer Kulturzentrum zakk ein Konzert von Geflüchteten und sechs ortsansässigen Bands statt. Das Besondere an der Veranstaltung ist, dass die Lieder in den vergangenen sechs Monaten gemeinsam komponiert und professionell aufgenommen worden sind. Die Musikrichtungen reichen dabei von Punk über Hip Hop, World und Dub bis Pop. Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
www.duesseldorfer-anzeiger.de

Berlin: Berufsmesse für Geflüchtete ausgebucht

Am 25. Januar findet im Estrel Berlin erneut eine Jobbörse statt, die arbeitssuchende Geflüchtete und Migranten mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringen soll. Mit 4.200 angemeldeten Teilnehmern ist die Jobbörse schon jetzt ausgebucht. Insgesamt haben 189 Aussteller mehr als 3.000 offene Ausbildungsplätze, Praktika und Jobs in unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen gemeldet.

Die Schirmherrschaft der Messe hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller übernommen. Veranstaltet wird die Jobbörse bereits zum zweiten Mal vom Estrel Berlin in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Berlin Süd. Die Erstauflage der Messe fand wie berichtet im Februar 2016 statt.
estrel.com

Düsseldorf: Geflüchtete ziehen aufs Gelände der Bergischen Kaserne

Die Stadt Düsseldorf hat auf dem ehemaligen Sportplatz der Bergischen Kaserne in Hubbelrath elf Leichtbauhallen und weitere Container zur Unterbringung von insgesamt 384 geflüchteten Menschen errichtet. Acht Hallen mit festen Wänden und doppeltem Zeltdach dienen als Unterkunft, drei sind als Speise- und Aufenthaltsräume mit je 140 Plätzen vorgesehen. Dazu kommen je 16 Toiletten- und Duschcontainer und acht Container mit je vier Waschmaschinen und Trockner. Außerdem gibt es weitere acht Container für Pförtner, Verwaltung, Beratung und Lager sowie acht Kinderwagen-Überdachungen.
lokalkompass.de, duesseldorf.de

Uni Bielefeld: Was die Gesundheitskarte für Geflüchtete bringt

Elektronische Gesundheitskarten sollen Geflüchteten in Deutschland unbürokratisch zu medizinischer Versorgung verhelfen. Bewirkt diese Regelung auch, dass sich diese Menschen als selbstbestimmt empfinden und gesellschaftlich besser mitwirken können? Das untersucht jetzt ein Projekt der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Es ist eins von zwei neuen Forschungsprojekten der Fakultät zu sozialer Teilhabe und Gesundheit von Geflüchteten. Beide Studien starten im Februar 2017, gefördert vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Gesundheitswissenschaftler Professor Dr. Oliver Razum und Judith Wenner leiten die neuen Projekte.

Das Projekt zur Gesundheitskarte heißt „Soziale Teilhabe durch Gesundheit: Analyse der Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete in NRW“, das zweite Projekt „Vergleichsdatenbank für quantitative Forschung zu Gesundheit und gesundheitlicher Versorgung Geflüchteter“. Die Datenbank soll repräsentative Studien bereitstellen, die Vergleiche zwischen der Gesundheit von Geflüchteten mit anderen Gruppen erlauben, die in Deutschland leben.

Die beiden Projekte werden mit insgesamt 365.000 Euro gefördert und laufen bis Ende 2019. Sie gehören zum Forschungsschwerpunkt „Flucht und Gesundheit“ der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.
ekvv.uni-bielefeld.de

SESAM-Projekt unterstützt international ausgerichtete Unternehmen.

In der Region Niederrhein hat fast jedes zehnte Unternehmen (von rund 5.000 insgesamt) einen internationalen Hintergrund. Um die Integration von Zugewanderten in den Firmen zu stärken, gibt es bereits seit drei Jahren das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierte Projekt SESAM, welches von der Stadt Duisburg umgesetzt wird. Die Abkürzung steht für „Spezifische Aktivierung von Migrantenunternehmen in der Region Niederrhein“ und soll den Firmen in Duisburg und den Kreisen Kleve und Wesel helfen, ihre Personalentwicklung strategisch und langfristig auszurichten. Hierzu wird zunnächst ein Selbstcheck in Form eines Fragebogens durchgeführt. Die Unternehmen werden dann gezielt beraten, z.B. im Hinblick auf den Qualizierungsbedarf der Mitarbeiter, und es werden gemeinsam Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt.
www.rp-online.de

Berlin: Freizug der Turnhallen bis Ende März

Berlins neuer Senat hat ein 100-Tage-Programm vorgelegt. Laut diesem sollen 1.600 Geflüchtete, die aktuell noch in Turnhallen untergebracht sind, bis Ende März in feste Quartiere umziehen. Bis dahin sollen noch sechs weitere Containerdörfer fertiggestellt werden: Stadion Wilmersdorf an der Fritz-Künstler Straße, Alte Jakobstraße in Kreuzberg, Dingolfinger Straße in Marzahn-Hellersdorf, Am Oberhafen in Spandau und Finckensteinallee in Steglitz-Zehlendorf.
tagesspiegel.de (100-Tage-Programm), tagesspiegel.de (Container-Dörfer)

Projekt „Work für Refugees“

„Work for Refugees“, ein Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und der Stiftung Zukunft Berlin, will Geflüchteten Arbeitsplätze vermitteln – kostenfrei. Nach Eingabe der persönlichen Daten werden die Bewerber zu einem Beratungstermin eingeladen, bei dem die Deutsch- und Fachkenntnisse überprüft werden. Ihre Daten werden dann an potenzielle Arbeitsgeber weitergeleitet, die sich mit Stellenangeboten bei „Work for Refugees“ registriert haben. Die Menüführung auf der Seite gibt es in arabischer, englischer, französischer und deutscher Sprache. Über dieses Projekt hat übrigens auch Hany, ein Kopte, der aus Ägypten flüchtete, seinen Job gefunden. Seit zehn Monaten organisiert er als „Steward“ die Spülküche im Kultrestaurant Nobelhardt&Schmutzig im Berliner Stadtteil Kreuzberg. So konnte Hany eine Wohnung finden und diese auch selbst finanzieren.
work-for-refugees.de, paritaet-berlin.de, sueddeutsche.de (Hany)

Subsidiärer Schutz: BAMF unterliegt vor dem OVG Thüringen

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat die im Jahr 2016 bei ihm anhängigen Anträge der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), auf Zulassung der Berufung in Asylstreitigkeiten syrischer Staatsangehöriger als unzulässig abgelehnt. Wie das OVG mitteilt, sind damit die angegriffenen Urteile des Verwaltungsgerichts Meiningen, welches die Bundesrepublik verpflichtet hatte, den Klägern den vollen Flüchtlingsstatus nach § 3 Asylgesetz zuzuerkennen, rechtskräftig.

Rund 100 nach Thüringen geflohene Syrer hatten zuvor am VG Meiningen gegen den ihnen vom BAMF zugesprochenen Status des „subsidiären Schutzes“ geklagt, der auf ein Jahr begrenzt ist und keinen Nachzug von Familienangehörigen ermöglicht. Die Kläger behalten durch die Entscheidung des OVG Thüringen, die Anträge des BAMF auf Berufung nicht zuzulassen, nun endgültig ihren Status als anerkannte Geflüchtete.

Erleichtert auf die OVG-Entscheidung reagierte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Sabine Berninger: „Auch wenn damit leider vom OVG keine Entscheidung der Frage, ob syrische Geflüchtete in ihrem Herkunftsland Verfolgung ausgesetzt sind und daher als Flüchtlinge gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt werden müssen, getroffen wurde, stärkt das OVG mit der Entscheidung die Rechte der geflüchteten Menschen im Verfahren."

Berninger rät allen aus Syrien geflüchteten Menschen, die Entscheidung des BAMF, nur den subsidiären Schutzstatus anzuerkennen, in jedem Fall auf dem Klageweg anzugreifen. „Viele Geflüchtete und auch UnterstützerInnen haben Angst vor dem Klageweg, weil sie befürchten, im Falle einer Niederlage auch den subsidiären Schutz als Bürgerkriegsflüchtlinge zu verlieren. Diese Befürchtung ist aber unbegründet, eine Schlechterstellung gibt es bei diesem Verfahrensschritt nicht. Wichtig ist, die äußerst kurze Frist von zwei Wochen einzuhalten, die nach Zugang des Bescheides vom BAMF bleibt", so Berninger.
neues-deutschland.de, die-linke-thl.de, thovg.thueringen.de

Hessen: Hochschulen erhalten 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe

100.000 Euro gehen an die Justus-Liebig-Universität Gießen für ihr Gasthörerprogramm sowie Integrationsangebote der Fachbereiche. Das hessische Wissenschaftsministerium hat den Hochschulen des Landes insgesamt 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe bewilligt. Die Hochschulen können so die Beratungs- und Betreuungsangebote fortführen, die sie im vergangenen Jahr mit Hilfe einer ersten Förderung des Ministeriums eingerichtet hatten.
fnp.de, wissenschaft.hessen.de

Spenden für Geflüchtete: Erleichterungen verlängert

Bereits im September 2015 hatte das Bundesfinanzministerium im Einvernehmen mit den Bundesländern Vereinfachungen für private Spender und steuerbegünstigte Organisationen beschlossen. Diese ursprünglich bis Ende 2016 befristeten Regelungen wurden nun bis Ende 2018 verlängert.

Die wichtigsten Vereinfachungen: Für Sonderkonten von Hilfsorganisationen zur Unterstützung von Geflüchteten gilt weiterhin der vereinfachte Spendennachweis: Es genügt z.B. ein Bareinzahlungsbeleg, der Kontoauszug eines Kreditinstituts oder bei Online-Banking der PC-Ausdruck. Eine Betragsbegrenzung gibt es nicht.

Alle gemeinnützigen Organisationen dürfen unabhängig von ihren eigentlichen Satzungszwecken Spenden für geflüchtete Menschen sammeln, wenn sie auf die Sonderaktion hinweisen. Auch nicht gemeinnützige Organisationen können auf Treuhandkonten Spenden zur Förderung der Hilfe für Geflüchtete sammeln. Die Zuwendungen an diese Sammelstellen sind steuerlich abziehbar, wenn die Gelder der Sammlung an eine gemeinnützige Organisation zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge weitergeleitet werden. Zudem gelten Nachweiserleichterungen für gemeinnützige Organisationen bei der Unterstützung von Geflüchteten: So kann insbesondere auf den Nachweis der Hilfebedürftigkeit verzichtet werden.

Schenkungen zu ausschließlich mildtätigen Zwecken zugunsten der Hilfe für geflüchtete sind darüber hinaus von der Schenkungsteuer befreit.
handelsblatt.combundesfinanzministerium.de

Anfragen-Rekord von Geflüchteten beim Suchdienst des DRK

Im vergangenen Jahr haben sich so viele Geflüchtete wie noch nie mit Anfragen beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes gemeldet. Von Januar bis zum Stichtag 21. Dezember haben sich demnach 2.724 geflüchtete Menschen auf der Suche nach Angehörigen ans DRK gewandt, rund 66 Prozent mehr als 2015. Die meisten Anfragen kamen von Menschen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea und Irak. In etwa jedem zweiten Fall konnte das DRK mit seinem internationalen Netzwerk weiterhelfen.
stuttgarter-zeitung.de

Besserer Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften

Um die Sicherheit von Kindern, Frauen und Jugendlichen sowie anderen besonders schutzbedürftigen Personen in Not- und Gemeinschaftsunterkünften zu verbessern, haben UNICEF und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im vergangenen Jahr die Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ ins Leben gerufen. Die mit 25 Koordinatorenstellen gestartete Initiative soll in diesem Jahr ausgebaut werden. Weitere 75 Koordinatorenstellen für Gewaltschutz sind bundesweit geplant, von der jede mit jährlich 40.000 Euro vom BMFSFJ gefördert wird. Aufgabe der Koordinatoren ist es, basierend auf den im Juli 2016 von UNICEF, BMFSFJ und weiteren Partnern veröffentlichten Mindeststandards, mit den Leitern der Unterkünfte Schutzkonzepte zu entwickeln, zu implementieren und deren Umsetzung zu verfolgen.

„Kinder und ihre Familien sollten grundsätzlich möglichst kurz in Not- und Gemeinschaftsunterkünften bleiben. Solange sie sich dort aufhalten, müssen sie vor Gewalt und Missbrauch geschützt werden und Zugang zu strukturierten Spiel- und Lernangeboten haben. Dass sich künftig 75 weitere Koordinatoren um besseren Schutz in Einrichtungen kümmern und ihr Wissen in ihre Netzwerke weitertragen werden, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung“,

so Kirsten Di Martino, Country Coordinator, Refugee and Migrant Response – Germany, UNICEF.

Um die Stellen bewerben können sich freie, kommunale und private Träger von Flüchtlingsunterkünften ebenso wie Einrichtungen in Landesträgerschaft. Das Verfahren zur Interessenbekundung endet am 10. Februar 2017.
unicef.de

Buchtipp: Firas Alshaters Autobiographie „Ich komm auf Deutschland zu“

ich-komm-auf-deutschland-zu_199x300pxDer aus Syrien geflohene YouTube-Star Firas Alshater, der mit der Webserie „Zukar“ bekannt wurde (wir berichteten), hat seine Autobiographie geschrieben. Das Buch „Ich komm auf Deutschland zu“ ist im Oktober 2016 beim Ullstein Verlag erschienen und kostet 14,99 Euro. Darin erzählt Firas Alshaters von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien – auf seine ganz eigene offene, witzige und liebenswert freche Art.
deutschlandradiokultur.de

Jutta Cordt wird neue BAMF-Chefin

Jutta Cordt tritt die Nachfolge von Nachfolgerin von Frank-Jürgen Weise an und wird neue Chefin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge BAMF. Unter ihrer Leitung sollen u.a. die Wartezeiten für Geflüchtete kürzer und Dolmetscher besser eingesetzt werden. Noch nicht entschiedener Asylanträge sollen abgebaut werden, die Entscheidungen „zeitnah und rechtssicher“ fallen. In einem kurzen Video stellt das ZDF die neue BAMF-Chefin vor.
zdf.de

Köln: Mindeststandards zur Unterbringung Geflüchteter beschlossen

Der Kölner Stadtrat hat in dieser Woche verbindliche Mindeststandards für die Unterbringung und Betreuung geflüchteter Menschen beschlossen, von denen derzeit mehr als 13.300 in städtischen Einrichtungen untergebracht sind. So wird unter anderem der personelle Betreuungsschlüssel für die Sozialarbeiter in den als Notunterkunft genutzten Standorten an der Friedrich-Naumann-Straße (Porz-Eil) und Matthias-Brüggen-Straße (Ossendorf) auf 1:60 (bisher 1:80) festgesetzt. Gleiches gilt mit Blick auf alle Leichtbauhallen-Standorte sowie noch belegte Turnhallen. Für die übrigen Einrichtungen soll ein detailliertes Betreuungskonzept ausgearbeitet und dem Rat bis März 2017 vorgelegt werden.

Ebenfalls bis zum März soll die Verwaltung ein Umsetzungskonzept vorlegen, um das Ehrenamt zu stärken. Darin sollen insbesondere die Eigenarten und unterschiedlichen Bedarfe in den Stadtteilen berücksichtigt werden. Für die medizinische Versorgung soll die Verwaltung zudem Verbesserungsvorschläge erarbeiten, die insbesondere die Situation in den kleineren Notunterkünften berücksichtigen. Wie die Stadt betont, werden die Mindeststandards nur „vorübergehend aufgrund des enormen Handlungsdrucks bei der Flüchtlingsunterbringung“ angewandt.

Darüber hinaus wurde bekanntgegeben, dass die Stadt Köln nun spezielle Wohneinheiten für homo-, bi-, trans- und intersexuell veranlagte Geflüchtete, sogenannte LSBTI-Schutzbedürftige, bereitstellt und die ersten fünf solcher Plätze bereits bezogen wurden. Weitere LSBTI-Wohngemeinschaften sollen von der Stadt Köln in Kürze zur Verfügung gestellt werden.
stadt-koeln.de, (Standards), stadt-koeln.de (LSBTI)

Berlin: In die Umquartierung von Geflüchteten kommt Bewegung

Nach Informationen des „rbb“ werden im Laufe der nächsten Tage rund 800 Geflüchtete aus Sporthallen in eine Unterkunft in der Heerstraße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und zwei Containerdörfer in Lichtenberg und Pankow umziehen können. Dann sollen insgesamt neun Berliner Turnhallen sollen wieder für den Sport genutzt werden können. Der neue rot-rot-grüne Senat hatte wie berichtet letzte Woche angekündigt, den Umzug von Geflüchteten aus Sporthallen in menschenwürdige Unterkünfte beschleunigen zu wollen.
rbb-online.de

Freiburger Wohnprojekt: Studenten und Geflüchtete wünschen sich Verlängerung

150 Geflüchtete und 72 Studierende leben in Freiburg in einem integrativen Wohnprojekt (wir berichteten) zusammen. Allerdings war das Projekt von Beginn an auf sechs Monate bis März 2017 begrenzt. Die Geflüchteten und Studierenden wollen nun aber, dass dieses deutschlandweit einzigartige Projekt verlängert wird. Die Stadt zeigt sich dem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen und will eine Verlängerung prüfen, berichtet die „Badische Zeitung“.
badische-zeitung.de

Wettbewerb „Aus meiner Sicht“: Gewinner stehen fest

Die Gewinner des Videowettbewerbes „Aus meiner Sicht –Videowettbewerb mit Geflüchteten“ der Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus (wir berichteten) stehen fest. Die Jury prämierte aus über 63 eingereichten Beiträgen fünf Clips. Den ersten Platz sicherte sich eine Gruppe von sieben Personen, die Teilnehmenden eines Deutschkurses in Hamburg, mit dem Video „Vorurteile“.

Musaab Alibrahim, Sabrin Abuissa, Mohammad Issa, Bashar Ahmad, Zeinab Maamo, Omar Hammad und Philip Mordecai erhalten für ihren gemeinsam produzierten Beitrag ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Damit wollen sie gemeinsam einen Ausflug nach Berlin machen.
bamf.de

DRK sammelt Geschenke und organisiert Weihnachtsfeiern in Flüchtlingsunterkünften

Unter dem Motto Deutsches Rotes Geschenk sammelt das Deutsche Rote Kreuz Weihnachtsgeschenke für Bedürftige in Deutschland und weltweit. Auch die Ehrenamtlichen der nordrhein-westfälischen Hilfsorganisation sammeln Präsente, um sie dann u.a. an in Armut lebende Menschen oder Geflüchtete zu verschenken. In Flüchtlingsunterkünften, z.B. im Kreis Euskirchen, veranstalten sie zudem Weihnachtsfeste, bei denen dann gemeinsam gesungen und gegessen wird. Dabei werden die gespendeten Geschenke verteilt. Darüber hinaus beschenken auch die Flüchtlinge ihre Besucher und singen Lieder aus ihren Heimatländern. So entsteht ein Austausch zur Förderung der Integration.
www.rp-online.de

Ban Ki-moon fordert mehr Toleranz gegenüber Geflüchteten

ban-ki-moon_150x150px„Jeder Migrant ist ein Mensch ausgestattet mit Menschenrechten. Es ist die Grundlage der New Yorker Erklärung, die Menschenrechte und Grundfreiheiten aller Migranten unabhängig von ihrem Status zu schützen und zu wahren.“

In seiner Erklärung zum Internationalen Tag der Migranten am 18. Dezember 2016 rief der scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki-moon weltweit zu mehr Kooperation und Toleranz gegenüber Geflüchteten und Migranten auf. Er forderte die Herkunfts-, Transit- und Zielländer auf, stärker international zusammenzuarbeiten.
unric.org

NDR veröffentlicht Märchen in Leichter Sprache

Der NDR hat sein barrierefreies Angebot erweitert und nun auch Märchen in eine Leichte Sprache und Gebärdensprache übersetzt. Unterstützt wurde der Sender dabei von Studenten der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim, die die Verständlichkeit der Geschichten im Hinblick auf Grammatik und Wortschatz vereinfacht haben, so dass es bspw. keine Nebensätze mehr gibt und Fachbegriffe generell erläutert werden. So können u.a. Menschen mit Lese- und Schreibschwäche, Migranten oder ältere Menschen die Texte besser verstehen. Insgesamt werden 12 Märchen auf www.ndr.de zum Hören und Sehen angeboten.
www.presseportal.de, www.dwdl.de

Mannheim: Flüchtlingsfonds für 2017 freigegeben

Der Mannheimer Gemeinderat hat für 2017 einen mit 150.000 Euro ausgestatteten Fonds für Initiativen und Ehrenamtliche, die sich in der Mannheimer Flüchtlingshilfe engagieren, bewilligt. Über den Fonds wurden nach Angaben der Stadt Mannheim 2016 insgesamt 55 Projekte aus der bürgerschaftlichen Mannheimer Flüchtlingshilfe erfolgreich gefördert. 2017 liegt der Fokus vor allem auf der Förderung von Projekten und Aktivitäten, die das gesellschaftliche Miteinander und die sozialen Strukturen unterstützen - insbesondere in den Stadtteilen, in denen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes errichtet wurden.

Auch die Schaffung von Begegnungs- und Informationsmöglichkeiten, Schulungen sowie sonstigen Zusammenkünften, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienen, sowie Maßnahmen, die zur Erhöhung der interkulturellen Kompetenz aller Beteiligten beitragen, können gefördert werden. Dies gilt ebenso für Schulungsmaßnahmen von ehrenamtlichen Helfern zu bürgerschaftlichem Engagement in der Flüchtlingshilfe, die Unterstützung von Tagesstrukturangeboten für Geflüchtete und die Unterstützung von Angeboten, die das Demokratieverständnis fördern.
swr.de, mannheim.de

RefuShe: Neue App unterstützt geflüchtete Frauen

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens bietet geflüchteten Frauen mit der kostenlosen App „RefuShe“ ab sofort leicht verständliche Informationen unter anderem über die Lebensweise und Gesellschaft in Deutschland, Grundwerte wie Gleichstellung und Selbstbestimmung sowie Hilfsangebote für Frauen. „Die App soll das Ankommen in Nordrhein-Westfalen erleichtern, die Frauen unterstützen und ihnen ein Bewusstsein dafür vermitteln, dass sie hier frei und gleichberechtigt leben können“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens bei der Vorstellung.

In der App RefuShe, die ab sofort für Android-Smartphones in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Paschtu) zur Verfügung steht, werden unter anderem Videos eingesetzt, die Grundrechte wie Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung erklären. Thematisiert wird beispielsweise Selbstbestimmung, der Umgang mit Sexualität in Deutschland, und dass jeder Mensch hier seinen individuellen Lebensstil verwirklichen kann, so lange niemand anders deswegen in seinen Rechten eingeschränkt wird.

Außerdem bietet die App von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen Kontaktdaten von Frauenberatungsstellen und Hilfeeinrichtungen sowie Notrufnummern. Eine Navigationsfunktion führt die Nutzerinnen zu Beratungsstellen in ihrer Nähe.
wdr.de, dw.com, mgepa.nrw.de

Trekstor: Spezielles Tablet soll Integration erleichtern

Trekstor bringt in Zusammenarbeit mit Microsoft, HeiReS und der Organisation Stifter-helfen das LingoTab heraus. Das Tablet kommt mit dreisprachiger Anstecktastatur, bei der neben dem deutschen auch das englische und arabische Layout auf die Tasten aufgedruckt sind, einem Headset sowie vielen Anwendungen, um die Integration von Geflüchteten durch moderne Technik zu erleichtern. Vor allem soll es dabei helfen, Sprachbarrieren zu durchbrechen, und den Zugang zu wichtigen Informationen bezüglich Landeskultur, Behördengängen oder Formularen ermöglichen.

Dazu gibt es ein speziell auf Geflüchtete abgestimmtes Softwarepaket. Anwendungen wie die multilinguale Welcome-App von HeiReS sowie die Sprach-Lern-Programme Schlaumäuse und Languagenut sollen bei der Orientierung und dem Erwerb von Sprachkenntnissen helfen.

Das LingoTab kann von Non-Profit-Organisationen über Stifter-helfen in der aktuellen Aktion zu einem Selbstkostenpreis von 162,90 Euro bezogen werden.
areamobile.de, trekstor.de, stifter-helfen.de

Stuttgart: Stadt schafft Dienstleistungszentrum für Geflüchtete

Die Stadt Stuttgart schafft in der Jägerstraße ein Dienstleistungszentrum für geflüchtete Menschen, in dem diese alles für ihre ersten Schritte aus einer Hand erhalten sollen.

Bereits seit Juli ist dort das Sozialamt mit der neuen „Abteilung Flüchtlinge" und dem „Bürgerservice Soziale Leistungen" dort vertreten. Nun folgt das Amt für öffentliche Ordnung mit dem „Sachgebiet Flüchtlinge" der Ausländerbehörde. Anfang nächsten Jahres werden laut einer Mitteilung der Stadt zudem die Abteilung „Migration und Teilhabe" des Jobcenters sowie der „Ausbildungscampus" ihre Arbeit in dem Gebäude aufnehmen.

Die Abteilung Flüchtlinge im Sozialamt ist federführend bei der Unterbringung der Geflüchteten, die nach dem „Stuttgarter Modell" erfolgt. 44 Mitarbeiter kümmern sich um Zuweisung und Aufnahme von Geflüchteten in die Unterkünfte, das Belegungsmanagement, die Akquise, oder den Unterhalt der Unterkünfte. 41 Mitarbeiter des Bürgerservice Soziale Leistungen versorgen Geflüchtete mit Transferleistungen.

Die Abteilung Migration und Teilhabe des Jobcenters wird im Frühjahr 2017 ihre Arbeit aufnehmen. 20 Mitarbeiter kümmern sich dann um 2.600 Geflüchtete, die einen Aufenthaltstitel haben, und unterstützen diese u.a. bei der Sicherung des Lebensunterhalts und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Ebenfalls im Frühjahr 2017 startet der Ausbildungscampus, in dem Vertreter von Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozial- und Jugendamt, der Abteilung Integration, freie Träger, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Region Stuttgart zusammenarbeiten. Sie sind Servicepartner für die Geflüchteten und die Unternehmen der Region. Ziel ist es, vor allem jungen Geflüchteten aus dem Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse („VABO-Klassen") Perspektiven zu eröffnen. Die rund 370 Schüler sollen leichter in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. Unternehmen werden zudem beraten, wie sie Geflüchtete ausbilden und einstellen können.
stuttgart.de

Geflüchteter schließt Gymnasium in Australien als Jahrgangsbester ab

Saad Al-Kassab floh 2013 mit seiner Familie aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Australien. Als er 2014 in Melbourne ankam, sprach er kaum Englisch und wurde am Gymnasium abgelehnt. Al-Kassab und sein drei Jahre jüngerer Bruder Omar beschlossen also Englisch zu lernen – auf eine ungewöhnliche und vor allem zeitsparende Weise: Sie schauten sich die Fragestunden des Parlaments im Fernsehen an. Vier Monate später wurde Al-Kassab an seiner Wunschschule anegnommen. Diese hat er nun sogar als Jahrgangsbester abgeschlossen! Daufhin wurde ihm ein Universitätsstipendium angeboten. Al-Kassab will Medizin studieren, um später anderen helfen zu können.
welt.de

Geflüchtete veranstalten Konzertabend und präsentieren eigene Zeitung

Im Rahmen des-Projekts talentCAMPus 18plus haben 20 geflüchtete Männer im Alter zwischen 18 und 26 Jahren vier Wochen lang musiziert, deutsch gelernt und ihre neue Heimatstadt Balve näher erkundet. Sie probierten neue und unbekannte Instrumente aus und studierten neben rockigen auch weihnachtliche Musikstücke ein. Darüber hinaus hielten sie ihre persönlichen Geschichten u.a. in Gedichten und Reportagen fest, gingen mit der Fotokamera durch die Stadt und interviewten die Einheimischen, z.B. zum Thema Weihnachten. Entstanden ist so eine Zeitung mit dem Titel der „Der vergessene Mensch“. Die Ergebnisse vom Bandworkshop und Zeitungsprojekt sind am Sonntag, dem 18. Dezember, ab 16 Uhr im Musikhaus des Musikvereins Balve zu sehen und zu hören.
www.waz.de, www.balve.de

Syrische Kultur auf dem Weihnachtsmarkt in Schillingsfürst

Neben Glühwein, Bratwurst und Lebkuchenherzen können Besucher des Weihnachtsmarktes in der mittelfränkischen Stadt Schillingsfürst in diesem Jahr auch Falafel und Kibbeh essen – und zwar am Stand einer Familie, die aus Syrien geflohen ist. Während die 20-jährige Mayar Ballish syrische Leckereien verkauft, stellen Mayars Schwester Nawar und Vater Moneer im Barockschloss hinter dem Weihnachtsmarkt Gemälde aus. Moneer Ballish ist Künstler und will mit seinen Werken zum Ausdruck bringen, was Menschen in Syrien durchmachen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder kommen syrischen Kindern zugute, die im Krieg verletzt wurden.
morgenpost.de (Video), reuters.com

Ankommen in Mümmelmannsberg

Mümmelmannsberg, eine Siedlung im Hamburger Stadtteil Billstedt, ist für ihre Vielfältigkeit bekannt. Und genau diese Vielfalt wird in den kurzen Videos über die Bewohner, ihr Leben und ihren Weg in die neue Heimat deutlich, die im Rahmen des Projektes „Ankommen in Mümmelmannsberg“ entstanden sind. Wir wünschen viel Vergnügen mit den zehn Filmprotraits!
ankommen-in-muemmelmannsberg.de

Ratgeber: Diskriminierungsschutz in Deutschland

fluechtlingsbroschuere_deutsch_250pxJeder darf sich gegen Diskriminierung in Deutschland wehren – und das unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) stärkt nun ihr Angebot für Geflüchtete und Neuzugewanderte: Im neuen Ratgeber „Diskriminierungsschutz in Deutschland“ wird in zehn Sprachen erläutert, wie rechtlich gegen Diskriminierung vorgegangen werden kann und wo es Unterstützung und Hilfe gibt. Das juristische Beratungsteam der ADS bietet außerdem künftig auch eine Beratung auf Arabisch an.
antidiskriminierungsstelle.de

Lahr: Theaterprojekt präsentiert zweites Stück

Im Theater "BAAL novo" der Stadt Lahr feiert das zweite Stück des Theaterprojekts Theater der Migranten am Sonntag, dem 18. Dezember 2016 Premiere. Die seit 2015 existierende Theatergruppe besteht aus Flüchtlingen, Migranten und Einheimischen. Im neuen Stück "Im Wartesaal der Träume" geht es u.a. um Vertreibung, Flucht und die Hoffnung auf ein besseres Leben. Geflüchtete haben freien Eintritt, Flüchtlingshelfer zahlen 5 Euro, der reguläre Eintritt kostet 9 Euro. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr.
www.lahrer-zeitung.de, baalnovo.com

Studie „Wie viele Muslime leben in Deutschland?“

Ende 2015 lebten zwischen 4,4 und 4,7 Mio. Muslime in Deutschland. Legt man eine Einwohnerzahl von 82,2 Mio. zugrunde, sind also zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige. Das zeigt eine Hochrechnung des BAMF-Forschungszentrums. „Aus Befragungen wissen wir, dass die Zahl der Muslime von vielen Menschen in Deutschland teilweise deutlich überschätzt wird", erklärt BAMF-Forscherin Dr. Anja Stichs. Die Bezifferung soll zur Versachlichung der Diskussion beitragen.
bamf.de

Städteregion Aachen: Infoveranstaltung für Helfer

Das Kommunale Integrationszentrum StädteRegion Aachen lädt für den 21. Dezember in Monschau zu einer Infoveranstaltung unter dem Motto „Ehrenamtskultur: Positionsbestimmung und Selbstverständnis von Ehrenamtlichen im Engagement für Geflüchtete“ ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen des landesweiten Projekts „KOMM AN – NRW“ statt.
staedteregion-aachen.de

Berlin: Zügige Belegung fertiger Unterkünfte angekündigt

Der neue rot-rot-grüne Senat in der Hauptstadt will den Umzug von Geflüchteten aus Sporthallen in menschenwürdige Unterkünfte beschleunigen. „Da sich die Situation in den Turnhallen verschlechtert und teilweise prekäre Bedingungen herrschen, sollen bereits während der Laufzeit der Ausschreibungen temporäre Lösungen gefunden werden“, kündigte der Senat gestern in einer Pressemitteilung an. Um auf die langwierigen, aber rechtlich vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren für die neuen Unterkünfte zumindest vorläufig zu verzichten, beruft sich der Senat auf das im Berliner Polizeigesetz enthaltene Konstrukt der „Gefahrenabwehr". Derzeit sind noch rund 2.800 Geflüchtete in Berliner Sporthallen untergebracht.
morgenpost.de, rbb-online.de, berlin.de

Einwanderung in Deutschland: Integrationsbericht vorgelegt

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, hat am vergangenen Freitag ihren Lagebericht vorgestellt, der umfangreiche Daten zu Bereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Ehrenamt zusammenträgt. Der 733 Seiten umfassende Bericht trägt den Titel „Teilhabe, Chancengleichheit und Rechtsentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft" und untersucht den Zeitraum Juni 2014 bis Juli 2016.
focus.de, faz.net, spiegel.de, bundesregierung.de (Bericht als PDF)

Zahl der Asylanträge rückläufig

26.438 Asylanträge wurden im November beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt – gut 54 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und 19 Prozent weniger als noch im Oktober dieses Jahres. Die Asybehörde bearbeitet pro Monat übrigens inzwischen mehr Anträge als eingereicht werden.
wiwo.de

Paris: Liebesschlösser für die Flüchtlingshilfe

2016-12-09-liebesschloesser-302x200Der Brauch von Paaren, ihre Liebe mit gravierten Vorhängeschlössern an Brücken zu demonstrieren, macht vor kaum einem touristischen Hotspot halt. Doch immer häufiger sind die Liebesschlösser den Verantwortlichen der Städte ein Dorn im Auge. Grund ist meist weniger die Ästhetik als vielmehr das Gewicht: Denn wo Zigtausende solcher Schlösser hängen, kann die Liebe für manches Bauwerk zu schwer wiegen. So geschehen in Paris, wo 2014 das Geländer einer Fußgängerbrücke unter der Last der vielen Vorhängeschlösser eingebrochen war.

Die Stadt Paris entschied daraufhin, der symbolisch zur Schau gestellten ewigen Liebe mit Bolzenschneidern den Garaus zu machen und die Schlösser von den Brücken der Stadt zu entfernen. Das mag unromantisch anmuten, hat nun aber neben der Entlastung für die Brücken auch einen ganz praktischen Nutzen finanzieller Art: Ein Teil der Schlösser soll an Sammler und Touristen verkauft, der Rest eingeschmolzen und als Wertstoff zu Geld gemacht werden. Der Erlös - die Stadt hofft auf über 100.000 Euro – soll komplett den Geflüchteten in der Metropole an der Seine zugutekommen.
ze.tt

Ankommer. Perspektive Deutschland: 2. Runde im Stipendienprogramm

ankommer-rgb-kfw_300pxDas Stipendienprogramm „Ankommer. Perspektive Deutschland" der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH (wir berichteten) geht in die zweite Runde. Aus etwa 100 Bewerbungen, vorranging aus den Bereichen Gastronomie und Handwerk, wurden insgesamt 15 Gründerteams mit Ideen zur sozioökonomischen Integration Geflüchteter ausgewählt – acht davon kommen aus Berlin, fünf aus dem Rhein-Main-Gebiet, weitere aus Hamburg und Duisburg.

Zudem sollen am 6. Juni 2017 in Frankfurt zwei Gründergurppen mit dem „Special Impact Award“, der mit einem Startgeld in Höhe von insgesamt 45.000 EUR dotiert ist, ausgezeichnet werden: Ein Leuchtturmprojekt für die ökonomische Integrationsleistung von Geflüchteten aus dem Kreis der neuen ANKOMMER-Stipendiatenteams 2016/2017 sowie eines mit besonderer sozialer Wirksamkeit aus dem Kreis der „AndersGründer“.
ankommer.eu, csr-news.net, fr-online.de

Vom Kindersoldaten zum „Australier des Jahres“?

songs-of-a-war-boy_150x150pxIm Alter von sechs Jahren wurde Deng Adut im Sudan von Milizen entführt und zum Kindersoldaten gemacht. Mit 14 Jahren gelang ihm über Kenia die Flucht nach Australien – Helfer schmuggelten ihn in einem Getreidesack auf der Ladefläche eines Lkw. Down Under lernte der damalige Analphabeth lesen und schreiben, studierte Jura und arbeitet inzwischen als Anwalt für Strafrecht. Seine bewegende Lebensgeschichte hat er gemeinsam mit seinem engen Freund Ben McKelvey in dem Buch „Songs of a War Boy“ (hachette Australia) festgehalten. Wegen seines Engagements für afrikanische Migranten ist Deng Adut als „Australier des Jahres“ nominiert. Die Auszeichnung wird im Januar 2017 vergeben.
theguardian.com , bbc.com

Flüchtlingskinder lernen Weihnachtsfest kennen

In einer Willkommensklasse im nordrhein-westfälischen Ratingen werden den SchülerInnnen derzeit die Sitten und Bräuche rund um das deutsche Weihnachtsfest vermittelt. Neben dem Öffnen von Adventskalender-Türchen werden Plätzchen gebacken und Kerzen angezündet. Darüber hinaus erfahren die 10- bis 14-Jährigen die biblische Geschichte und befragen die Bürger, wie ihnen Weihnachten gefällt und was ihnen das Fest bedeutet. Die Antworten werden in Wort und Bild festgehalten und sollen zu einem späteren Zeipunkt in Form von Postern in einer Ausstellung präsentiert werden.
www.rp-online.de

Grenzenlose Wärme: Dortmunder Studierende helfen in Griechenland

grenzenlose-waerme-logo16 Studenten der FH Dortmund starten das Hilfsprojekt „Grenzenlose Wärme“ für Geflüchtete in Griechenland. Konkret fährt das Team am 27. Dezember mit drei Transportern voll mit bereits gesammelten Spenden in ein Flüchtlingscamp in die Nähe von Athen, um die Spenden zu verteilen und um die ehrenamtlichen Helfer dort über die Feiertage und den Jahreswechsel beispielsweise bei der Essensausgabe oder bei der Durchführung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche zu entlasten. Geld- und Sachspenden (besonders Winterkleidung) sind herzlich willkommen!
lokalplus.nrw, grenzenlose-wärme.de (Projektseite)

SpraBo: Sprachkompetenz und Berufsorientierung für Geflüchtete

Gestern startete in Berlin mit SpraBo ein Projekt, das sich speziell an geflüchtete Menschen mit Interesse an Gesundheitsberufen richtet. Das Pilotprojekt von Charité, Vivantes und des IQ Landesnetzwerks Berlin verfolgt das Ziel, ihnen eine berufliche Qualifizierung zu ermöglichen und damit ihren Zugang zum Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Rund zwanzig interessierte Frauen und Männer aus vielen Herkunftsländern haben nun mit dem ersten Kurs begonnen. Betreut werden sie von Pflegepädagoginnen und –pädagogen der Projektpartner. Bis Ende 2018 sind vier sogenannte SpraBo-Kurse geplant.
berlin.de

Leipzig: Geflüchtete können Studium fortführen

An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst können 15 Geflüchtete ihr im Heimatland begonnenes Studium beenden. Möglich wurde dies durch den dort lehrenden Professor Rayan Abdullah, der die Akademie für transkulturellen Austausch ins Leben gerufen hat und diese über Facebook bewarb. Die Akademie beinhaltet ein viersemestriges Programm. Nach Beendigung und dem Erreichen eines bestimmten Deutsch-Niveaus können die Geflüchteten in reguläre Studiengänge wechseln und bspw. Fotografie oder Malerei studieren.
www.sz-online.de

Berliner Polizeisporthalle wird geräumt

Aufatmen in der Polizeisporthalle in Berlin Pankow: Ein Großteil der dort unter schwierigsten Bedinungen lebenden rund 90 Flüchtlinge können zum 15. Dezember in eine neue Containerunterkunft in Berlin Karow (ebenfalls Bezirk Pankow) umziehen, berichtet der "Tagesspiegel". Die Turnhalle wird geschlossen. Ein Teil der Bewohner zieht in andere Unterkünfte, zwei Familien können in Wohnungen umziehen. Dafür haben sich der neue Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn und die Bewohner und Helfer stark gemacht. Für andere noch immer als Notunterkünfte genutzte Turnhallen gibt es derweil noch keine Lösung, weil das zuständige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (Laf) entsprechende Ausschreibungen für den Betrieb von Tempohomes schlecht vorbereitet hatte. Das zeigt das Beispiel der Turnhalle in der Malmöer Straße (Prenzlauer Berg), wo Unterstützer die katastrophalen Verhältnisse für die Bewohner in ihrer Not nun öffentlich anprangern.
tagesspiegel.de (Pankow), prenzlauerberg-nachrichten.de (Malmöer)

Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen

Für die Studie „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen“ hat der Deutsche Landkreistag 18 gelungene Praxisbeispiele für Integration in den Landkreisen unter die Lupe genommen. Dafür wurden 150 Interviews mit Landräten, Integrationsbeauftragten und Projektleitern geführt. Die Publikation zeigt, wie vielfältig das Thema ist und stellt neben den Best Practices auch strategische Leitlinien vor.

Auf der Integrationskonferenz des Deutschen Landkreistages betont DTL-Präsident Landrat Reinhard Sager: „Die Landkreise können die herausfordernde Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt meistern. Integration darf nicht scheitern. Gerade die Landkreise haben ein ausgeprägtes Interesse daran und sind der Ort, an dem wesentliche Weichen für eine gelingende Integration gestellt werden.“
landkreistag.de

„Ankommen“ jetzt auch als Website

Die App „Ankommen“, die Geflüchteten speziell in den ersten Wochen in Deutschland Orientierung bieten soll (wir berichteten), gibt es jetzt auch als Website. Auch unter www.ankommenapp.de erhalten Asylsuchende künftig Hilfe und Infos zu Deutschkursen, Asylverfahren, Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland. Die Website ist in insgesamt fünf Sprachen verfügbar. „Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland“, erklärt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
arbeitsagentur.de

Schon über 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen

Über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums sind seit Mai 2016 bereits mehr als 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen entstanden. Das Patenschaftsprogramm wird gemeinsam mit 19 Programmträgern umgesetzt, darunter die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen oder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros.

Die Patenschaften reichen von Vormundschaften oder Gastfamilien über regelmäßige praktische Unterstützung bei der Bewältigung erster Behördengänge und des Alltags im Gastland bis hin zu Hausaufgabenbetreuung. Ein weiterer Ansatz sind Bildungsmentorenschaften, die Geflüchteten im Rahmen eines Modellprojekts der ZEIT-Stiftung helfen, Bildungsabschlüsse zu sichern.

Auch werden nicht nur 1:1 Patenschaften gefördert, Engagierte können auch Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen übernehmen.
bmfsfj.de

Niedersachsen: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Geflüchteten

Seit 2012 können im Ausland erworbene Berufsabschlüsse gesetzlich in Deutschland anerkannt werden. Für Geflüchtete mit Berufsabschluss ist das eine Chance. Doch vielen ist unklar, wie ein Anerkennungsverfahren finanziert werden kann, oder was passiert, wenn die notwendigen Dokumente nicht vollständig sind.

Mit dem neuen Projekt „Fokus Flucht: Berufliche Orientierung für Geflüchtete“ setzt sich der Flüchtlingsrat Niedersachsen dafür ein, dass alle Geflüchteten die Chance auf einen qualifikationsadäquaten Arbeitsplatz erhalten. Das Projekt unter Leitung von Vivien Hellwig unterstützt insbesondere geflüchtete Frauen bei ihrer beruflichen Orientierung.

Dabei werden für Geflüchtete und Unterstützende nicht nur Informationen über das Anerkennungsverfahren und die Angebote im Rahmen des IQ Netzwerks Niedersachsen (IQ – Integration durch Qualifizierung) bereitgestellt, sondern auch spezielle Workshops für geflüchtete Frauen angeboten.
nds-fluerat.org

DIMR: Bericht über Menschenrechtssituation in Deutschland

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat seinen ersten Bericht an den Bundestag über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland vorgestellt. Gemäß dem Gesetz über die Rechtsstellung und Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMRG) legt das Institut dem Deutschen Bundestag einen solchen Bericht ab 2016 jährlich vor. Das Gesetz sieht vor, dass der Bundestag zum Bericht des Instituts Stellung nehmen soll.

Der größte Teil des rund 160-seitigen Berichts, der den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016 umfasst, ist dem Thema Flucht gewidmet. Kritisiert wird unter anderem, dass etliche Gesetzesänderungen, wie die beiden Asylpakete und das Integrationsgesetz, menschenrechtlich problematisch seien, beispielsweise die Einschränkung des Familiennachzugs, Wohnsitzauflagen oder die Einstufung von weiteren Ländern als „sichere Herkunftsstaaten". In einigen Bereichen habe es jedoch auch positive Veränderungen gegeben, wie zum Beispiel den Bürokratieabbau beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Besorgt zeigt sich Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts, mit Blick auf den wachsenden Rassismus und die steigende Gewalt gegen Geflüchtete:

Beate Rudolf

„Ich finde es empörend, dass Menschen das Dach über dem Kopf angezündet wird, die gerade ihre zerbombten Häuser verlassen mussten. Für Hass und Gewalt gibt es keine Rechtfertigung."

institut-fuer-menschenrechte.de, institut-fuer-menschenrechte.de (Bericht als PDF)

Hessen: Mehr Geld für Landesprogramm „WIR“

Der Etat für das hessische Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) zur Integration von Geflüchteten wird im kommenden Jahr von 4,6 Millionen auf 8,85 Millionen Euro fast verdoppelt. Grundlage des Programms sind Sprachkurse, in denen auch gesellschaftliche Werte und Strukturen und grundlegende Informationen zur Alltagsbewältigung vermittelt werden.

Ein Kernpunkt der nun beschlossenen zusätzlichen Förderung ist die Entlastung der Kommunen durch neu geschaffene WIR-Fallmanager, deren Einsatz mit 1,65 Millionen Euro gefördert wird. Sie sollen Geflüchteten einen Überblick über die bestehenden Angebote geben und sie passgenau zu den zuständigen Stellen weiterleiten. Um dies in Breite zu tragen, sollen sie ein Lotsen- bzw. Patennetzwerk auf kommunaler Ebene aufbauen und begleiten. Auch sollen sie die Koordination zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen unterstützen. Dabei sollen sie eng mit den bereits eingeführten WIR-Koordinationen und den für Geflüchtete zuständigen Stellen kooperieren.

Zudem stellt die hessische Landesregierung ab 2017 jährlich zusätzlich 500.000 Euro zur Förderung modellhafter Vorhaben und Projekte zur Unterstützung der Integration von geflüchteten Frauen zur Verfügung. Auch die Qualifizierung und der Einsatz von Integrationslotsinnen und –lotsen, die mit Geflüchteten arbeiten, wird mit zusätzlichen 500.000 Euro gefördert. Darüber hinaus werden die Mittel für das bislang mit 1,5 Millionen Euro ausgestattete Programm „MitSprache – Deutsch 4U“ auf 2,7 Millionen Euro erhöht. Und auch Migrantenselbstorganisationen sollen mit 400.000 Euro unterstützt werden.
soziales.hessen.de

Integration von Geflüchteten: 70 Mrd. Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung möglich

Gelingt die Integration der aktuell rund 1,3 Millionen Geflüchteten, die voraussichtlich als Asylbewerber europaweit anerkannt werden, könnten sie ab 2025 einen zusätzlichen Beitrag von 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich zur Wirtschaftsleistung leisten. Das besagt eine neuen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel „Europeʼs new refugees: A road map for better integration outcomes“, die gestern veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig könne erfolgreiche Integration auf Grund der Altersstruktur der Gefllüchteten – 80% sind jünger als 35 Jahre – und der höheren Geburtenrate positive demografische Effekte haben. Bleiben hingegen funktionierende Integrationsmaßnahmen aus oder misslingen, würde sich das laut der Studie klar negativ auswirken – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
mckinsey.de, mckinsey.com (komplette Studie als PDF-Download)

Flüchtlingspolitik: Merkel stellt sich Kritikern in den eigenen Reihen

Kurz vor dem Parteitag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videokonferenz den Fragen von CDU-Mitgliedern gestellt, wobei es vor allem um ihre Flüchtlingspolitik ging. Als Merkel gefragt wurde, was sie denn gegen die Angst vieler Deutscher vor Überfremdung tun wolle, antwortete die Kanzlerin knapp, aber bestimmt:
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„Einfach mal auf Flüchtlinge zugehen, damit die Berührungsängste schwinden. Das kann auch den eigenen Horizont erweitern.“
welt.de

Arabisch-Unterricht an Berliner Schulen

Bisher wurde Arabisch nur an zwei Berliner Privatschulen als Fremdsprache angeboten. Das soll sich nun ändern. Vier Grundschulen in der Bundeshauptstadt bieten bereits das Projekt „Muttersprache Arabisch“ an. Dabei werden arabischstämmige Schüler zusätzlich zum regulären Stundenplan zwei Stunden pro Woche in kleinen Lerngruppen in Arabisch unterrichtet.

Laut Berliner Zeitung plant der Senat mindestens eine deutsch-arabische Schule nach dem Vorbild der staatlichen Europaschulen in Berlin. Im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün ist eine zweisprachige Bildung und Erziehung festgeschrieben – genannt werden dort Türkisch, Arabisch und Kurdisch sowie allgemein osteuropäische Sprachen. Das soll die Integration fördern und Wertschätzung signalisieren. Petra Stanat, Leiterin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität, betont: „Ein solch bilinguales Angebot steht und fällt mit der Qualität des Lehrpersonals.“
berliner-zeitung.de

Spendenaktion: 3.000 Mal Freude schenken

freude-schenken_150x150pxGemeinsam haben HelpTo und das „Bündnis für Brandenburg“ eine große Weihnachtsspendenaktion gestartet: Über Partner wie die Arche, die Tafeln sowie die Betreiber von Flüchtlingsunterkünften sollen im ganzen Land Brandenburg 3.000 kleine Geschenkpakete an Kinder aus hilfsbedürftigen Familien verteilt werden. Jedes dieser Geschenke hat einen Wert von fünf Euro und enthält ein kleines Buch, Stifte, Malblock, Spielzeug und Süßigkeiten.

Um die Aktion „3.000 Mal Freude schenken“ realisieren zu können, werden Spender gesucht. Eingepackt werden die Geschenke dann in einer gemeinsamen Aktion in der Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Landtag am Potsdamer Brauhausberg. Daran beteiligen sich die in der Einrichtung lebenden Geflüchtete sowie weitere ehrenamtliche Helfer. Ab Mitte Dezember geht's ans Verteilen.
betterplace.org (Spendenseite)

#proKOPFGELDSPENDE – Jeder Pegida-Teilnehmer steigert die Spendenhöhe für Geflüchtete

Woche für Woche gehen Pegida-Teilnehmer gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße und pöbeln dabei gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt – die Parolen sind hinlänglich bekannt. Künftig haben die „Spaziergänger“ noch einen weiteren Anlass, sich aufzuregen: Der Dresdner Martin Barth dreht den Spieß jetzt um und spendet pro Pegida-Teilnehmer fünf Cent für Geflüchtete – in seinem Fall für die aus dem Dresden-Balkan-Konvoi hervorgegangene sächsische Initiative Mission Lifeline, die sich für eine privat finanzierte Seenotrettung einsetzt.

Die vor Kurzem gestartete Aktion fand bereits Nachahmer: Einige sind dem Beispiel von Barth schon gefolgt und spenden pro Pegida-Teilnehmer einen bestimmten Betrag an eine Organisation ihrer Wahl, die sich für geflüchtete Menschen einsetzt. Dem Aufruf folgend werden die Spendennachweise zudem unter #proKOPFGELDSPENDE auf Twitter veröffentlicht – die „besorgten Bürger“ sollen es ja schließlich mitbekommen und sich ärgern, dass sie mit ihrer Teilnahme an den Pegida-Treffen unfreiwillig Geflüchtete unterstützen. Ihre Wirkung hat die Aktion jedenfalls schon jetzt nicht verfehlt: Pegida-Gründer Lutz Bachmann kommentierte die Initiative via Facebook bereits in gewohnt aggressiver Weise.
neues-deutschland.de, sz-online.de, facebook.com (Aufruf)

Ausbildung von Geflüchteten zu Programmierern: Weitere Förderung für CodeDoor

Mit ihrer Idee eines Qualifizierungsprogramms, das Geflüchtete ausbildet und als professionelle Programmierer an Unternehmen vermittelt, setzte sich die ehrenamtliche Organisation CodeDoor im bundesweiten Gründerwettbewerb „Herausforderung Unternehmertum“ durch, der gemeinsam von der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft durchgeführt wird. Zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Konzepts erhält CodeDoor 15.000 Euro sowie individuelles Coaching durch Experten.

Angefangen hatte alles wie berichtet mit gespendeten Laptops und der Idee, Geflüchtete nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich langfristig ein berufliches Standbein für ihr Leben in Deutschland aufzubauen. CodeDoor qualifiziert geeignete Kandidaten über einen Zeitraum von sechs bis 18 Monaten auf Basis eines international anerkannten Ausbildungs-Curriculums. Derzeit werden bereits rund 150 Geflüchtete im Programmieren geschult - der Bedarf und die Nachfrage von Unternehmen sind immens. Über 100 Interessierte stehen bereits auf der Warteliste.
presseportal.de, codedoor.org

Länder-Umfrage: Deutlich weniger Erstaufnahmeplätze für Geflüchtete

Aufgrund sinkender Ankunftszahlen von Geflüchteten streichen viele Bundesländer ihre Plätze für die Erstaufnahme zusammen. Seit dem Höhepunkt der Ankünfte im Herbst 2015 sind laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur fast die Hälfte der Kapazitäten abgebaut worden. Mehr zur aktuellen Erstaufnahme-Situation in den einzelnen Bundesländern gibt´s unter dem nachfolgenden Link.
handelsblatt.com

Leipzig: Schutzhaus für geflüchtete Frauen und ihre Kinder

In Leipzig gibt es nun das erste sächsische Schutzhaus für geflüchtete Frauen, in denen diese Schutz vor häuslicher Gewalt finden können. Es handelt sich um zwei Wohnungen an einer geheim gehaltenen Adresse, in denen es zwölf Plätze für schutzsuchende Frauen und ihre Kinder gibt. Wie Gesine Märtens, Vorstand des Trägervereins „Frauen für Frauen Leipzig“ erläutert, sind geflüchtete Frauen bei familiärer Gewalt in einer besonders schwierigen Situation, da sie im Gegensatz zu betroffenen deutschen Frauen meist keine Freundin oder Mutter hätten, zu der sie im Notfall gehen könnten. Zudem fehle es an Geld, um eine eigene Wohnung zu suchen. Das Pilotprojekt wird bis Ende 2018 mit rund 350.000 Euro aus Landesmitteln finanziert.
sz-online.de, l-iz.de, she-leipzig.de (Kontakt zum Schutzhaus)

Berliner Flüchtlinge können nach Brandenburg

Das mit dem Zuzug von Flüchtlingen noch immer arg überforderte Berlin kann ab sofort deutlich mehr Flüchtlinge zeitweise in Brandenburg unterbringen. Darauf haben sich die beiden Bundesländer jetzt geeinigt. Durch die Ausweitung können auch Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern etwa in der Erstaufnahme Wünsdorf im Landkreis Teltow-Fläming unterkommen. Das könnte den Freizug so mancher noch immer als Notunterkunft genutzten Berliner Sporthalle beschleunigen.
pnn.de

IPSO richtet psychosoziale Beratung für traumatisierte Flüchtlinge in Hamburg ein

Die International Psychosocial Organisation (IPSO) will im nächsten Jahr ein neues psychosoziales Beratungsangebot für Flüchtlinge in Hamburg einrichten. Der Clou: Die Beratung wird von geeigneten Flüchtlingen, etwa Akademikern aus dem sozialen oder medizinischen Bereich, selbst durchgeführt. 24 von ihnen werden ab Februar 2017 dafür von der IPSO ausgebildet. Dieses Konzept soll eine gewisse Nähe zwischen Hilfesuchenden und Beratern garantieren. Das Projekt wird vom Unternehmer Michael Otto mit 340.000 Euro unterstützt.
abendblatt.de, welt.de, ipsocontext.org

WOMEN`S WELCOME BRIDGE – Berlinerinnen bauen Brücken

WOMEN`S WELCOME BRIDGE ist ein Projekt von Frauen für Frauen. Realisiert hat das Ganze das Bildungs- und Beratungszentrum Raupe und Schmetterling – Frauen in der Lebensmitte e.V. in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen – Geschäftsstelle Gleichstellung. Auf dem digitalen schwarzen Brett können Angebote und Gesuche schnell und einfach eingestellt und auf konkrete Anfragen reagiert werden – so kommen Berlinerinnen, geflüchtete Frauen und Fraueninitiativen ganz unkompliziert zusammen. Die Angebote und Gesuche reichen von Sprachunterricht über Begleitung zu Ämtern bis hin zum gemeinsamen Tierpark-Besuch.
womens-welcome-bridge.de

München: Aufstockung der Angebote für geflüchtete Frauen

Die Stadt München hat, nachdem sie bereits zwei Unterkünfte für geflüchtete Frauen reserviert hatte, am vergangenen Dienstag weitere Beschlüsse zur Verbesserung der Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen gefasst.

Unter anderem erhalten die Beratungsstellen Jadwiga und Solwodi mehr Geld, um ihre Beratungsangebote dem erhöhten Bedarf anzupassen. Diese Angebote richten sich an Opfer von internationalem Menschenhandel, an von Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung bedrohte Frauen sowie an Frauen, die unter Gewalterfahrungen aller Art zu leiden haben.

Eine sechsstellige Summe erhält außerdem das Projekt „Berufsstarterinnen plus“, das Frauen mit Fluchthintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung unterstützt. Finanziert werden auch ein sexualpädagogisches Angebot von Pro Familia und die Arbeit von Marikas zur Vermeidung von Prostitution.

„Das Thema wird den Stadtrat allerdings noch weiter beschäftigen“, kündigt Gülseren Demirel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat, an. „Wir brauchen dringend noch mehr gesonderte Unterkünfte für geflüchtete Frauen, die in den Gemeinschaftsunterkünften nicht gut aufgehoben sind." Ein weiteres Defizit sei der starke Männer-Überhang beim Sicherheitspersonal. „Hier drängen wir darauf, verstärkt weibliches Security-Personal einzustellen, denn männliches Personal trägt bei vielen geflüchtete Frauen nicht zum subjektiven Sicherheitsgefühl bei“, so Demirel.
tz.de, gruene-fraktion-muenchen.de

„Gemeinsam kochen“ in Olpe

Seit letztem Jahr veranstalten die Integrationsagentur der Diakonie Olpe, die evangelische Kirche und das Asylbewerberprojekt von IN VIA regelmäßig Kochtreffen im Evangelischen Gemeindehaus. Geflüchtete und ehrenamtlich Engagierte kommen dort mehrmals im Jahr zusammen, kochen und essen gemeinsam. Ziel ist es, die deutsche Kultur und Sprache zu vermitteln, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Das Projekt „Gemeinsam kochen“ erfreut sich großer und wachsender Beliebtheit, so kamen zum letzten Treffen statt der erwarteten 20 fast 50 Personen.
lokalplus.nrw

Bundeswehr beteiligt sich Integration mit Qualifizierung für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten

Seit dem 24. Oktober werden 21 syrischen Frauen in der Berliner Julius-Leber-Kaserne für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten qualifiziert. Sie lernen Grundlagen der Anatomie, absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs und werden in der Versorgung von Verletzten unterwiesen. Der Sanitätslehrgang dauert vier Wochen. Die Frauen stammen überwiegend aus den Bürgerkriegsgebieten um die Städte Damaskus und Aleppo. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen übergab die Zertifikate für die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung.
bundeswehr.de >>

NRW: Wohnsitzauflage für Geflüchtete ab 1. Dezember

Asylbewerber in Nordrhein-Westfalen können ab dem 1. Dezember ihren Wohnort nicht mehr frei wählen. Dann tritt in NRW die landesinterne Wohnsitzauflage in Kraft, die Geflüchtete verpflichtet, für maximal drei Jahre in der Kommune zu wohnen, der sie zugewiesen wurden.

Dies teilt das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales mit. Dieses sieht in der Wohnsitzauflage ein „wichtiges Instrument zur Steuerung von Integration“. Sie wirke „integrationshemmenden Konzentrationen in bestimmten Städten entgegen“ und gebe „den Kommunen, Schulen und Kindertageseinrichtungen Planungssicherheit für ihre Integrationsangebote“.

Die Wohnsitzauflage findet keine Anwendung bei Personen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen oder eine Ausbildung oder ein Studium aufgenommen haben.

„In einigen Kommunen sind die Integrationsangebote überlastet, in anderen Regionen des Landes sind sie bei weitem nicht ausgeschöpft. Darum nutzen wir die Möglichkeiten, die uns das Integrationsgesetz des Bundes bietet“, erklärte NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer.
rp-online.de, mais.nrw

Jugendprojekt „TEO Neu(es) Land“

Die Nordkirche und das Itzehoer Berufsbildungszentrum haben gemeinsam das Projekt „TEO Neu(es) Land“ auf die Beine gestellt. TEO steht für „Tage Ethischer Orientierung“. Drei Tage verbrachten 20 geflüchtete und 18 deutsche Jugendliche aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe in der evangelischen Begegnungsstätte Koppelsberg bei Plön. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Regionalen Bildungszentrums Itzehoe (RBZ) und der Nordkirche kümmerten sich um sie. Gemeinsam wurde getanzt, musiziert und Sport getrieben. Ziel des Projektes war es, persönliche Kontakte zu vertiefen, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen und so den geflüchteten Jugendlichen die Integration zu erleichtern.
shz.de

Volles Asylrecht für Flüchtlinge aus Syrien? Zwei Gerichte entscheiden gegensätzlich.

Für Verwirrung sorgen diese Woche die Entscheidungen zweier Gerichte zum Asylrecht für Syrer. Dabei geht es um den Umstand, dass viele Flüchtlinge aus dem Land in Deutschland von den Behörden nur subsidiären Schutz zugesprochen bekommen. Dagegen hat ein 18-jähriger Flüchtling nun vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geklagt – und Recht bekommen. Dem Urteil zufolge müsse dem Mann der volle Flüchtlingsstatus zugesprochen werden, weil ihm bei einer Rückkehr nach Syrien pauschal politische Verfolgung durch das Regime des Präsidenten drohe. Dieses Urteil hat Grundsatzcharakter, meinen Prozessbeobachter. Dem widerspricht allerdings eine Entscheidung des ranghöheren Oberverwaltungsgerichts Schleswig in einem ähnlich gelagerten Berufungsverfahren. Die Vorsitzende Richterin argumentierte, es würde keine Anhaltspunkte dafür geben, dass der syrische Staat alle Rückkehrer unter Generalverdacht stelle. Demzufolge sei es rechtens, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur den eingeschränkten Schutzstatus gewähre. Das allerdings erschwert massiv den Familiennachzug. Deswegen klagen derzeit weit über 30.000 syrische Flüchtlinge auf volles Asylrecht. Anwälte gegen davon aus, dass das Innenministerium den Nachzug von Angehörigen bewusst eindämmen will und raten dringend dazu, die Beratungsangebote von Organisationen wie dem Roten Kreuz, der Caritas, der Diakonie oder dem Informationsverbund Asyl und Migration wahrzunehmen und sich sehr genau auf die Anhörungen im Asylverfahren vorzubereiten.
welt.de, mdr.de (Schleswig), dw.com (allgemein)

Daheim: Videotelefonie-Plattform für Sprachunterricht

Eine Sprache lernt man am besten, indem man sie spricht. Dieser Grundgedanke steht hinter der Onlineplattform Daheim, über die man mit Fremden per Video-Call eine Sprache üben kann. Madita Best, Gründerin der Videotelefonie-Plattform für mobiles Lernen und kulturellen Austausch, finanziert das Ganze über Spenden.

Daheim funktioniert ganz einfach: Man meldet sich an und richtet ein Profil ein. Dann kann mittels Matching-Algorithmus die Suche nach passenden Gesprächspartnern losgehen. Diese werden benachrichtigt und schon kann das Gespräch starten. Knapp 1.000 Nutzer hat die browserbasierte Plattform bisher - aktuell sind es mehr, die Deutsch lernen wollen als solche, die die Sprache vermitteln können. Deshalb telefoniert das Team auch selbst.
willkommen-daheim.org, gruenderszene.de

NRW: Neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird in Bochum errichtet

In Bochum beginnen in diesen Tagen die Bauarbeiten für eine neue zentrale Landeserstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Aufgabe der neuen LEA in Bochum wird es sein, alle nach Nordrhein-Westfalen kommenden Geflüchteten an einer zentralen Stelle des Landes zu erfassen.

Dort soll auch unmittelbar entschieden werden, ob in NRW eintreffende Geflüchtete gemäß den Vereinbarungen des Königsteiner Schlüssels in ein anderes Bundesland weiterreisen müssen. Alle in Nordrhein-Westfalen verbleibenden Geflüchteten werden nach ihrem Aufenthalt in der LEA Bochum in eine der schon bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen, Mönchengladbach, Münster, Unna sowie im Kreis Siegen-Wittgenstein) weitergeleitet.

Die neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet sein. Die Aufenthaltsdauer der ankommenden Geflüchteten soll nur wenige Stunden betragen.
bszonline.de, bezreg-arnsberg.nrw.de

Zweites Ankunftszentrum in Niedersachsen eröffnet

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat das Land Niedersachsen am Erstaufnahmestandort Bramsche-Hesepe (Landkreis Osnabrück) ein zweites Ankunftszentrum für geflüchtete Menschen in Betrieb genommen. Eine erste Einrichtung existiert bereits in Bad Fallingbostel.

In den Ankunftszentren verfolgt das Bundesamt gemeinsam mit dem Land das Ziel, alle Verfahrensschritte – von der Registrierung über die medizinische Erstuntersuchung über die Asylantragstellung und Anhörung bis zu einer ersten Arbeitsmarktorientierung – unter einem Dach zu bündeln und so die Asylverfahren insgesamt zu beschleunigen.

Zusammen mit dem Ankunftszentrum in Bad Fallingbostel können die Kapazitäten nun kurzfristig auf insgesamt bis zu 800 Registrierungen und Asylantragstellungen täglich hochfahren werden. Hinzu kommen weitere Kapazitäten für Registrierung, ED-Behandlung und Asylantragstellung an den anderen Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück. Diese Erstaufnahmestandorte bleiben unabhängig vom neuen Ankunftszentrum erhalten.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums sind seit Jahresbeginn deutlich weniger Geflüchtete nach Niedersachsen gekommen als im Vorjahr. Waren es im Herbst 2015 noch bis zu 1.900 Asylsuchende täglich, seien es inzwischen im Tagesschnitt zwischen 50 und 70. In den Einrichtungen des Landes sind aktuell knapp 3.000 Asylsuchende untergebracht, in Bramsche 635.
mi.niedersachsen.de

NRW: Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“

In Nordrhein-Westfalen hat am 1. November eine Koordinierungsstelle für die Integration von geflüchteten Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufe die Arbeit aufgenommen. Sie soll geflüchtete Menschen, die in NRW in einem Pflege- oder Gesundheitsberuf arbeiten möchten, bei ihrer beruflichen Integration besser unterstützen. Die Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“ wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 760.000 Euro gefördert.
aerztezeitung.de, land.nrw

Noch immer harren tausende Flüchtlinge in Berliner Sporthallen aus

In Berlin müssen noch immer tausende Flüchtlinge in Sporthallen wohnen, weil längst fertige Folgeunterkünfte wegen fehlerhafter Ausschreibungen nicht in Betrieb genommen werden können. Das Versagen der Verwaltung betrifft rund 3.300 Menschen in 38 Turnhallen. Besonders angespannt sei die Lage im Stadtteil Wilmersdorf, wo in einer Halle 200 Menschen seit nunmehr 12 Monaten unter einem Dach wohnen, wie die Initiative "Willkommen in Wilmersdorf" berichtet. Dort ist ein umgebautes Bürogebäude längst bezugsfertig, kann aber nicht bezogen werden, weil ein unterlegener Betreiber von Flüchtlingsheimen gegen die Ausschreibung klagt. Leidtragende sind die Zugezogenen, die weiter unter menschenunwürdigen Zuständen ausharren müssen.
tagesspiegel.de

Auszeichnung für „Cuby Helps Refugees“

Der Berliner Fotograf Alexander Mechow ist für das Projekt "Cuby Helps Refugees" von der "Initiative Hauptstadt" mit einem Sonderpreis für Integration und Toleranz ausgezeichnet worden. Mechow hatte ein Booklet zur einfachen Kommunikation zwischen den Kulturen entwickelt, das als Hilfe für Flüchtlinge, Behörden und Helfer gedacht ist und für 1,50 Euro pro Exemplar nach wie vor bestellt werden kann.
cubyhelps.com

Hamburg: Kita und Spielplatz für Erstaufnahme in Niendorf

In der vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betriebenen Erstaufnahme in der Papenreye im Stadtteil Niendorf (Bezirk Eimsbüttel) wurden am Wochenende eine Kita und ein Spielplatz eröffnet. Die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" spendierte noch einen Fußball- und Basketballplatz. Damit ist das Containerdorf, in dem derzeit 200 Flüchtlinge leben, insbesondere für Kinder lebenswerter geworden.
bild.de, hamburg.de

Newcomer Festival Berlin am 27. November

newcomer-festival-berlin

Am kommenden Sonntag steigt in Berlin des Newcomer Festival, ein Kulturfestival mit und für Migranten und Menschen auf der Flucht. Es findet im Ehemaligen Stummfilmkino Delphi Berlin in der Gustav-Adolf-Straße 2, 13086 Berlin, statt. Es soll Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, ihr Können darzustellen. Von 12-18 Uhr bietet der Re:Fugee:ca Bazaar Flüchtlingen und Initiativen Raum zur Selbstdarstellung. "Alles ist denkbar, von Haareflechten über Essenszubereitung und spielen bis hin zur Rechtsberatung", heißt es auf der Facebook-Seite des Newcomer Festivals. Zu dem Basar gehören auch ein Flohmarkt im ganzen Saal sowie ein Bühnenprogramm. Möglich sind kurze Performances, Filmvorführungen oder auch Lesungen. Um 19 Uhr öffnet dann die Bühne für das Newcomer Cabaret – mit Musikern, Tänzern, Rappern und vielem mehr. Der Eintritt zum Newcomer Festival erfolgt auf Spendenbasis und der Erlös geht an Flüchtlingsorganisationen sowie an die Teilnehmer.
facebook.com/events

Trier: Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen

Der Stadtrat von Trier hat die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen, um diesen einen diskriminierungsfreien und schnellen Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Mit dieser Karte benötigen Asylbewerber keine amtliche Bescheinigung mehr, um einen Arzt aufzusuchen. Die Gesundheitskarte für Geflüchtete soll es zum „nächstmöglichen Termin“ geben, voraussichtlich ab dem 1. April 2017.
volksfreund.de, swr.de

Relocation: Erste Geflüchtete in München gelandet

In das Relocation-Programm, das die Verteilung von 160.000 Asylsuchenden in die Länder der EU vorsieht, kommt nun endlich Bewegung. Deutschland hatte sich im Rahmen des Programms zur Aufnahme von rund 27.000 geflüchteten Menschen verpflichtet. Wie wir vor einigen Tagen berichteten, sollen monatlich jeweils 500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien über den Flughafen München nach Deutschland einreisen und von dort aus auf Einrichtungen in allen Bundesländern verteilt werden. Der „Münchner Merkur“ berichtet nun, dass in dieser Woche die ersten 227 Geflüchteten im Rahmen des Relocation-Programms sicher in München gelandet sind.
merkur.de

Uni Duisburg-Essen: Mitfahrgelegenheiten für Geflüchtete gesucht

65 Geflüchtete sind derzeit als Gasthörer an der Uni Duisburg-Essen eingeschrieben und bereiten sich auf ein Studium an der UDE vor. Viele von ihnen sind allerdings nicht campusnah untergebracht und können sich die hohen Fahrkosten von rund 100 Euro monatlich nicht leisten. Deshalb organisiert das Akademische Auslandsamt der UDE nun Mitfahrgelegenheiten und hofft auf die vielen Studenten, die aus anderen Städten Nordrhein-Westfalens zur Uni pendeln.

Wer täglich aus dem Kreis Wesel, Recklinghausen, Düsseldorf oder Dortmund an einen der beiden Hochschulstandorte pendelt, kann eine Mobilitätspatenschaft übernehmen und einem Gasthörer damit eine kostengünstige Fahrt zur Universität ermöglichen. Angebote können an baerbel.enger@uni-due.de gerichtet werden.
derwesten.de

AfD-Gelder für Flüchtlingshilfe?

Die AfD hat bereits mehrere Parteitage in der Stadthalle von Bingen abgehalten, was vielen Bürgern ein Dorn im Auge ist. Da die Stadt die Parteitage nicht verbieten kann, hat die Bingener SPD nun eine andere Idee: Sie beantragt, dass die Einnahmen aus der Vermietung der Halle an die AfD für ihre Parteitage an Einrichtungen gespendet werden, die geflüchtete Menschen in Bingen unterstützen – verbunden mit der Hoffnung, dass sich die AfD darauf nicht einlassen wird.
swr.de

Schüler drehen Dokumentarfilm über interkulturellen Garten

Im bayerischen Waldsassen haben Achtklässler im vergangenen Jahr einen Film über einen Garten in einer Flüchtlingsunterkunft gedreht. Die Schüler haben gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Gemüsegarten angelegt und ihre Arbeit gefilmt. Die fertige Dokumentation wurde nun im ortsansässigen Kunsthaus vor Einheimischen und Flüchtlingen präsentiert. Der Film zeigt, wie man durch die gemeinsame Aktivität Geflüchtete in die Gesellschaft integrieren kann.
www.onetz.de

Bundestrainer Joachim Löw bekommt Bambi für Integration

jogi-loew_bambi-2016_150x150px„Man kann gar nicht genug tun für Integration. Nur wenn auch wir alles tun dafür und Hilfestellung leisten, können wir all diese Menschen gut integrieren. Das ist unsere Zukunft.“

Bundestrainer Joachim Löw wurde in Berlin mit dem Bambi für Integration ausgezeichnet. Vor der Preisverleihung mahnt er, dass Integration eine zentrale Aufgabe ist und bleiben wird. Als Jogi Löw den Preis dann in den Händen hält, appelliert er: „Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden.“
focus.de, dw.com/de

Til Schweiger eröffnet Kita für Flüchtlingskinder

schweiger-kita750Gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius hat Schauspieler und Regisseur Til Schweiger am Mittwoch in einer Osnabrücker Aufnahmeeinrichtung eine Kindertagesstätte für Flüchtlingskinder eröffnet. Bis zu 50 Kinder können dort betreut werden. 915.000 Euro hat das Projekt insgesamt gekostet, 500.000 Euro hat die Til Schweiger Foundation beigesteuert. Die Kita wurde in der Modulbauweise errichtet und kann leicht ab- und an einem anderen Ort wieder aufgebaut werden, sollte die Aufnahmeeinrichtung geschlossen werden.
spiegel.de, ndr.de, welt.de, tilschweigerfoundation.de

JOIN: Online-Plattform vermittelt Praktika für Geflüchtete

Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen? „JOIN“ soll eine Antwort auf genau diese Fragen liefern.

Die Praktikumsplattform, die nun vom Academy Cube in Saarbrücken vorgestellt wurde und deren Entwicklung gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Digitalverband Bitkom und von zahlreichen Unternehmen wie Dataport, McKinsey und SAP unterstützt wird, soll Unternehmen und Geflüchtete schnell und vor allem unkompliziert zusammenbringen.

Die Plattform wird seit Anfang November getestet und versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning-Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Geflüchtete registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, können sich Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen relevante Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch Partner angeboten.
verbaende.com, join-now.org

Erste arabischsprachige Plattform Geflüchtete in Berlin gestartet

Eed Be Eed (Hand in Hand) heißt die erste arabischsprachige Plattform für in Berlin lebende Geflüchtete. Sie wurde auf Initiative des Syrers Ahmad Denno in Pankow gegründet und ist gestern offiziell an den Start gegangen.

Die Website sieht sich als professionelle Plattform zur Vernetzung von Geflüchteten, die auch die Publikation einer eigenen Lokalzeitung mit Printausgabe plant. Neben der Internetseite entstehen auch eine Facebook-Gruppe und ein Youtube-Kanal.

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Die Initiative sucht aktuell Unterstützer und Kooperationspartner, die mit Finanzmitteln und Sachspenden die Realisierung des Vorhabens fördern. Gesucht werden unter anderem für die Ausstattung der Redaktion Monitore, Drucker, Videokameras und andere gängige Bürotechnik sowie perspektivisch passende Büroräume. Wer die Macher von Eed Be Eed unterstützen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich bei Ahmad Denno unter ahmad.danno@hotmail.com.de melden.
prenzlberger-stimme.de

Repräsentative Befragung von Geflüchteten

Mit einer repräsentativen Befragung von insgesamt 4.500 Geflüchteten stellen das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) eine neue Datengrundlage für die Analyse der Fluchtmigration und der Integration Geflüchteter bereit.

Die nun veröffentlichten ersten Ergebnisse basieren auf dem ersten Teil der Befragung, bei der gut 2.300 Personen interviewt wurden. Dabei wurden nicht nur Fluchtursachen und Fluchtwege sowie Bildungs- und Erwerbsbiografien, sondern auch Werte, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale der Geflüchteten und ihre Integration in den Arbeitsmarkt und in das Bildungssystem erhoben. Den Befragungen zufolge gibt es viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg.

Im Detail: 58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht. 37 Prozent der Geflüchteten besuchten eine weiterführende Schule, 31 Prozent eine Mittelschule, zehn Prozent nur eine Grundschule und neun Prozent gar keine Schule. 31 Prozent waren auf Hochschulen oder beruflichen Bildungseinrichtungen, 19 Prozent erreichten einen Abschluss. 73 Prozent der Geflüchteten waren vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig.

In ihren Wertvorstellungen weisen die Geflüchteten viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf. So unterstützen 96 Prozent der befragten Geflüchteten die Aussage, dass „man ein demokratisches System haben sollte“. 92 Prozent sagen, dass „gleiche Rechte von Männern und Frauen“ ein Bestandteil von Demokratien sind.

Als Fluchtursachen nannten die Befragten mit großem Abstand am häufigsten die Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg (70 Prozent). Andere Motive sind Verfolgung (44 Prozent), Diskriminierung (38 Prozent) und Zwangsrekrutierung (36 Prozent). Ebenfalls häufig werden schlechte persönliche Lebensbedingungen (39 Prozent) und die wirtschaftliche Situation im Herkunftsland (32 Prozent) angegeben. Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran nennen besonders häufig Krieg und Verfolgung als Fluchtursachen, Geflüchtete aus Eritrea Zwangsrekrutierung. Demgegenüber berichten Geflüchtete aus den Westbalkan-Staaten vielfach von prekären persönlichen Lebensbedingungen, der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern und Diskriminierung.
sueddeutsche.de, idw-online.de, iab.de

50.000 Geflüchtete im Job.

50.000 nach Deutschland geflüchtete Menschen sind von September 2015 bis September 2016 in Arbeit gekommen, 30.000 von ihnen gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das sagte Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auf einer Veranstaltung in Erlangen. Die Werte stammen aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, die am Mittwoch vorgestellt werden soll. Reichlich Arbeit gibt es dennoch, waren doch im selben Zeitraum rund 100.000 Zuzügler als arbeitslos gemeldet. Aber laut Weise sind "Flüchtlinge besser ausgebildet, als Fachleute bisher gedacht hatten" – was angesichts der robusten Konjunktur in Deutschland sicher für alle Seiten von großem Nutzen ist.
spiegel.de, zeit.de

Lotte: Flüchtlingshilfe setzt mehr auf Integration

Waren die ersten Monate bei der Flüchtlingshilfe in der StadtLotte (NRW) von der Unterstützung bei den Grundbedürfnissen geflüchteter Menschen geprägt, so wird inzwischen die Integrationsarbeit immer wichtiger. Die Ehrenamtlichen haben inzwischen ihre Aktivitäten einem Verein gebündelt.

Eines erstes Fazit zeigt: Die Hilfe für geflüchtete Menschen sorgt auch für ein positives Klima in der Stadt selbst. Für die Integrationsarbeit bieten die Lotter dann auch ein Radfahrtraining an, aber auch eine wöchentlich stattfindende Krabbelgruppe. Generell will man mit unterschiedlichen Aktivitäten dafür sorgen, dass die Menschen nicht isoliert in ihren inzwischen bezogenen Wohnungen bleiben.
wn.de >>

Kirche: Caritas nimmt mehr unbegleitete Geflüchtete auf

Die katholische Kirche in Bayern hat ihre Flüchtlingshilfe ausgeweitet. Die Einrichtungen der Caritas und ihrer Fachverbände haben aufgrund des Bedarfs bis zum Herbst dieses Jahres die Zahl der Plätze zur Unterbringung und pädagogischen Begleitung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und junger Volljähriger um 500 auf nunmehr 3.000 erhöht.
merkur.de, erzbistum-muenchen.de

Begegnungsstätte „Mühlencafé“ in Elmshorn

muehlencafe-elmshorn_300pxSeit Ende Oktober betreibt des Willkommensteam Elmshorn mit dem Mühlencafé eine Begegnungsstätte für Alteingesessene und Zugewanderte. Dort können Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturkreisen zusammenkommen und sich austauschen. Geflüchtete erhalten Hilfe bei Fragen zu Formularen und Behördengängen, auch ein Deutschkurs speziell für Flüchtlinge aus Afghanistan wird angeboten.

Neben Getränken und Snacks bietet das Mühlencafé eine kleine Bibliothek und Informationsmaterial rund um Flucht und Asyl, Wörterbücher für viele verschiedene Sprachen, Bücher zum Deutsch lernen, eine Spielecke für Kinder sowie wechselnde Kunstausstellungen. Auch die Mitglieder des Willkommensteams kommen dort regelmäßig zusammen, um sich über ihre ehremamtliche Arbeit auszutauschen. Das Café ist von Dienstag bis Donnerstag von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag von 13 uhr bis 17 Uhr.
willkommensteamelmshorn.wordpress.com