Wir verabschieden uns

Liebe Leserinnen und Leser von HelferZentrale.org,

seit über einem Jahr haben wir auf dieser Plattform in ehrenamtlicher Arbeit mit über 1.000 Beiträgen die beeindruckende Leistung von Helferinnen und Helfern im Bereich der Flüchtlingshilfe und Integration dokumentiert. Per Newsletter haben wir jeden Freitag die Themen der Woche verbreitet. Dabei war unser Motto stets: 100 Prozent ‚Wir schaffen das.' Wir wollten ehrenamtliche und institutionelle Helfer mit nützlichen Informationen bei ihren täglichen Herausforderungen unterstützen. In diesem Rahmen ist auch eine Datenbank mit Anlaufstellen für die Flüchtlingshilfe in Deutschland entstanden.

In den vergangenen Wochen und Monaten ist es uns leider nicht mehr gelungen, dieses ehrenamtliche Medium weiter in der gewohnten Weise zu befüllen. Deshalb stellen wir nun den Betrieb vorläufig ein. Unter Umständen wird hier und dort noch ein Beitrag zu einem interessanten Thema entstehen. Einen Newsletter wird es aber nicht mehr geben.

Ein großes Dankeschön gilt unseren Leserinnen und Lesern – nicht zuletzt auch für das Verständnis zum Ende des Projekts!

Das Team von HelferZentrale.org

Berliner Polizeisporthalle wird geräumt

Aufatmen in der Polizeisporthalle in Berlin Pankow: Ein Großteil der dort unter schwierigsten Bedinungen lebenden rund 90 Flüchtlinge können zum 15. Dezember in eine neue Containerunterkunft in Berlin Karow (ebenfalls Bezirk Pankow) umziehen, berichtet der "Tagesspiegel". Die Turnhalle wird geschlossen. Ein Teil der Bewohner zieht in andere Unterkünfte, zwei Familien können in Wohnungen umziehen. Dafür haben sich der neue Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn und die Bewohner und Helfer stark gemacht. Für andere noch immer als Notunterkünfte genutzte Turnhallen gibt es derweil noch keine Lösung, weil das zuständige Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (Laf) entsprechende Ausschreibungen für den Betrieb von Tempohomes schlecht vorbereitet hatte. Das zeigt das Beispiel der Turnhalle in der Malmöer Straße (Prenzlauer Berg), wo Unterstützer die katastrophalen Verhältnisse für die Bewohner in ihrer Not nun öffentlich anprangern.
tagesspiegel.de (Pankow), prenzlauerberg-nachrichten.de (Malmöer)

Berliner Flüchtlinge können nach Brandenburg

Das mit dem Zuzug von Flüchtlingen noch immer arg überforderte Berlin kann ab sofort deutlich mehr Flüchtlinge zeitweise in Brandenburg unterbringen. Darauf haben sich die beiden Bundesländer jetzt geeinigt. Durch die Ausweitung können auch Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern etwa in der Erstaufnahme Wünsdorf im Landkreis Teltow-Fläming unterkommen. Das könnte den Freizug so mancher noch immer als Notunterkunft genutzten Berliner Sporthalle beschleunigen.
pnn.de

IPSO richtet psychosoziale Beratung für traumatisierte Flüchtlinge in Hamburg ein

Die International Psychosocial Organisation (IPSO) will im nächsten Jahr ein neues psychosoziales Beratungsangebot für Flüchtlinge in Hamburg einrichten. Der Clou: Die Beratung wird von geeigneten Flüchtlingen, etwa Akademikern aus dem sozialen oder medizinischen Bereich, selbst durchgeführt. 24 von ihnen werden ab Februar 2017 dafür von der IPSO ausgebildet. Dieses Konzept soll eine gewisse Nähe zwischen Hilfesuchenden und Beratern garantieren. Das Projekt wird vom Unternehmer Michael Otto mit 340.000 Euro unterstützt.
abendblatt.de, welt.de, ipsocontext.org

Volles Asylrecht für Flüchtlinge aus Syrien? Zwei Gerichte entscheiden gegensätzlich.

Für Verwirrung sorgen diese Woche die Entscheidungen zweier Gerichte zum Asylrecht für Syrer. Dabei geht es um den Umstand, dass viele Flüchtlinge aus dem Land in Deutschland von den Behörden nur subsidiären Schutz zugesprochen bekommen. Dagegen hat ein 18-jähriger Flüchtling nun vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geklagt – und Recht bekommen. Dem Urteil zufolge müsse dem Mann der volle Flüchtlingsstatus zugesprochen werden, weil ihm bei einer Rückkehr nach Syrien pauschal politische Verfolgung durch das Regime des Präsidenten drohe. Dieses Urteil hat Grundsatzcharakter, meinen Prozessbeobachter. Dem widerspricht allerdings eine Entscheidung des ranghöheren Oberverwaltungsgerichts Schleswig in einem ähnlich gelagerten Berufungsverfahren. Die Vorsitzende Richterin argumentierte, es würde keine Anhaltspunkte dafür geben, dass der syrische Staat alle Rückkehrer unter Generalverdacht stelle. Demzufolge sei es rechtens, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nur den eingeschränkten Schutzstatus gewähre. Das allerdings erschwert massiv den Familiennachzug. Deswegen klagen derzeit weit über 30.000 syrische Flüchtlinge auf volles Asylrecht. Anwälte gegen davon aus, dass das Innenministerium den Nachzug von Angehörigen bewusst eindämmen will und raten dringend dazu, die Beratungsangebote von Organisationen wie dem Roten Kreuz, der Caritas, der Diakonie oder dem Informationsverbund Asyl und Migration wahrzunehmen und sich sehr genau auf die Anhörungen im Asylverfahren vorzubereiten.
welt.de, mdr.de (Schleswig), dw.com (allgemein)

Noch immer harren tausende Flüchtlinge in Berliner Sporthallen aus

In Berlin müssen noch immer tausende Flüchtlinge in Sporthallen wohnen, weil längst fertige Folgeunterkünfte wegen fehlerhafter Ausschreibungen nicht in Betrieb genommen werden können. Das Versagen der Verwaltung betrifft rund 3.300 Menschen in 38 Turnhallen. Besonders angespannt sei die Lage im Stadtteil Wilmersdorf, wo in einer Halle 200 Menschen seit nunmehr 12 Monaten unter einem Dach wohnen, wie die Initiative "Willkommen in Wilmersdorf" berichtet. Dort ist ein umgebautes Bürogebäude längst bezugsfertig, kann aber nicht bezogen werden, weil ein unterlegener Betreiber von Flüchtlingsheimen gegen die Ausschreibung klagt. Leidtragende sind die Zugezogenen, die weiter unter menschenunwürdigen Zuständen ausharren müssen.
tagesspiegel.de

Auszeichnung für „Cuby Helps Refugees“

Der Berliner Fotograf Alexander Mechow ist für das Projekt "Cuby Helps Refugees" von der "Initiative Hauptstadt" mit einem Sonderpreis für Integration und Toleranz ausgezeichnet worden. Mechow hatte ein Booklet zur einfachen Kommunikation zwischen den Kulturen entwickelt, das als Hilfe für Flüchtlinge, Behörden und Helfer gedacht ist und für 1,50 Euro pro Exemplar nach wie vor bestellt werden kann.
cubyhelps.com

Hamburg: Kita und Spielplatz für Erstaufnahme in Niendorf

In der vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betriebenen Erstaufnahme in der Papenreye im Stadtteil Niendorf (Bezirk Eimsbüttel) wurden am Wochenende eine Kita und ein Spielplatz eröffnet. Die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" spendierte noch einen Fußball- und Basketballplatz. Damit ist das Containerdorf, in dem derzeit 200 Flüchtlinge leben, insbesondere für Kinder lebenswerter geworden.
bild.de, hamburg.de

Newcomer Festival Berlin am 27. November

newcomer-festival-berlin

Am kommenden Sonntag steigt in Berlin des Newcomer Festival, ein Kulturfestival mit und für Migranten und Menschen auf der Flucht. Es findet im Ehemaligen Stummfilmkino Delphi Berlin in der Gustav-Adolf-Straße 2, 13086 Berlin, statt. Es soll Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, ihr Können darzustellen. Von 12-18 Uhr bietet der Re:Fugee:ca Bazaar Flüchtlingen und Initiativen Raum zur Selbstdarstellung. "Alles ist denkbar, von Haareflechten über Essenszubereitung und spielen bis hin zur Rechtsberatung", heißt es auf der Facebook-Seite des Newcomer Festivals. Zu dem Basar gehören auch ein Flohmarkt im ganzen Saal sowie ein Bühnenprogramm. Möglich sind kurze Performances, Filmvorführungen oder auch Lesungen. Um 19 Uhr öffnet dann die Bühne für das Newcomer Cabaret – mit Musikern, Tänzern, Rappern und vielem mehr. Der Eintritt zum Newcomer Festival erfolgt auf Spendenbasis und der Erlös geht an Flüchtlingsorganisationen sowie an die Teilnehmer.
facebook.com/events

Hamburg setzt auf stärkere Durchmischung

Die Hansestadt will Unterkünfte, die zunächst für Flüchtlinge geplant waren, künftig auch bedürftigen Hamburgern zugänglich machen, womit der Senat auf Forderungen verschiedener Bürgerinitiativen eingeht. Das erklärte Ziel sind gemischte Quartiere und eine bessere Integration. So darf zunächst der städtische Betreiber Fördern und Wohnen einige Unterkünfte an "vordringlich Wohnungssuchende" (also Menschen mit Wohnberechtigungs- oder Dringlichkeitsscheinen) vergeben – und später sogar frei auf dem Wohnungsmarkt vermieten.
welt.de, ndr.de (mit Video)

Hamburg: Flüchtlingskinder sollen in die Kita

Die CDU-Schulexpertin Karin Prien fordert eine Kita-Pflicht für Flüchtlingskinder in Hamburg. Ihr Ziel ist es, so viele Kinder von Geflüchteten wie nur möglich in Kindergärten zu holen und dort vor allem sprachlich zu fördern. Nur so gelinge Integration von Beginn an. Gelten sollte diese Kita-Pflicht für alle Kinder ab dem 3. Lebensjahr, so Karin Prien. Das Problem: Bisher sind Anmeldungen in Kitas freiwillig. Hier müsste also zur Not sogar das Grundgesetz geändert werden.
welt.de

IHK Berlin: Flüchtlinge wollen Firmen gründen.

Die Berliner IHK hat eruiert, ob und wie Geflüchtete als Firmengründer am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Ergebnisse der Studie: Zwei Drittel der Neuankömmlinge würden gern noch im laufenden Jahr gründen, aber statistisch dauert es bei Zuzüglern bisher elf Jahre. Die bevorzugten Betätigungsfelder sind Handel, Dienstleistung und Gastronomie. Doch Finanzierung, Sprachdefizite und fehlende Marktkenntnis machen den Geflüchteten zu schaffen. Es wäre wohl eine Überlegung wert, den Menschen die Gründung von Kleinunternehmen zu erleichtern.
ihk-berlin.de

Video-Tipp: Integration auf dem Spielplatz.

Neuruppin - wo ist das? Und was gibt es dort überhaupt? Video-Blogger Firas hat sich nach Neuruppin in Brandenburg aufgemacht und sich den dortigen Abenteuer-Bauspielplatz angeschaut. Auf dem wird neuerdings auch in Sachen Integration von Flüchtlingen Großes geleistet. Und nicht nur dort, sondern auch auf den umliegenden Dörfern, wo viele Neuankömmlinge in leerstehenden Häusern untergebracht werden konnten. Film ab:

Hamburg baut Folgeunterkunft für 400 Menschen.

Im Hamburger Stadtteil Groß Borstel entsteht bis Ende 2017 eine Folgeunterkunft für max. 400 Flüchtlinge nahe einer historischen Gartenanlage. Darauf hat sich das Bezirksamt in Gesprächen mit Institutionen vor Ort geeinigt. Dazu werden fünf viergeschossige sowie ein dreigeschossiges Gebäude mit Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen gebaut. Nach Fertigstellung können dann auch etwa 100 Menschen aus einer Containern in der Nähe in die neuen Räumlichkeiten umziehen.
abendblatt.de

EU gibt Geldkarten an Flüchtlinge in der Türkei aus.

In der Türkei lebende syrische Flüchtlinge sollen ihren Alltagsbedarf bald selbst bezahlen können, statt sich in Lagern versorgen zu lassen. Die EU will ihnen erstmals über Guthabenkarten direkt Geld zukommen lassen, damit die Flüchtlinge Nahrungsmittel, Unterbringung oder Schulbücher für Kinder finanzieren können. Dafür werden 348 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Es sei das größte humanitäre EU-Hilfsprogramm aller Zeiten und eine bahnbrechende Neuerung, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides.
dw.com, zeit.de

H2D: Flüchtlingsfernsehen geht auf Sendung.

h2dMit H2D ("Handshake2Deutschland") ist heute der erste private TV-Sender für Flüchtlinge auf Sendung gegangen. Das Programm möchte etwas zur Integration von Flüchtlingen beitragen und richtet sich insbesondere an jene mit Bleibeperspektive. Aber auch Helfer werden als Zielgruppe angesprochen. Hinter dem Projekt stehen die beiden TV-Unternehmer Frank Apfel und Alexander Trauttmansdorff. Über das Pilotprojekt in der Flüchtlingsunterkunft der Kurpfalz-Kaserne Speyer hatten wir schon im März berichtet. Die Finanzierung soll eine gemeinnützige GmbH sicherstellen und die Inhalte bestehen aus angelieferten Beiträgen anderer Medien sowie selbstproduzierten Talkrunden. Empfangbar ist H2D über das Satelliten-Fernsehen von Astra und Unitymedia.
wuv.de, h-2-d.de

„Wir schaffen das.“ Die Bilanz ein Jahr danach.

Angela-Merkel-150x150"Wir schaffen das."

Diesen fast schon legendären Satz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel heute vor genau einem Jahr auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms gesagt. Nun ziehen viele Medien eine Bilanz. Und es zeigt sich: Insbesondere die ehrenamtliche Hilfe vieler Menschen im Land hat ein Chaos verhindert oder zumindest schnell gemildert. Bei der Unterbringung gibt es nur noch in einigen Metropolen wie Berlin größere Probleme. Dagegen sind die Ämter immer noch mit Bergen von Asylverfahren überfordert. Und bei der Integration der Zugezogenen ist allerhöchstens ein Anfang gemacht. "Wir schaffen das", sollte also weiterhin das Motto aller Menschen hier bleiben.
spiegel.de

Rechtsjournalisten informieren über neues Integrationsgesetz

Die im Berufsverband der Rechtsjournalisten aktiven Kollegen haben sich das neue Integrationsgesetz mal etwas genauer angeschaut und informieren nun über die wichtigsten Regelungen. Dabei haben sie auch herausgearbeitet, dass die neue dreijährige Wohnsitzpflicht im zugewiesen Bundesland die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt behindert. Alle Details gibt's auf anwalt.org >>

Lese-Tipp: Flüchtlinge in der eigenen Wohnung.

Wie es ist, geflüchtete Menschen in der eigenen Wohnung unterzubringen, beschreibt Maren Aline Merken aus Berlin in einem lesenswerten Erfahrungsbericht auf Spiegel Online. Zwischen den traumatisierten Menschen in ihrem Zuhause wurden die Erste-Welt-Probleme der Berlinerin immer kleiner. Und sie kommt zu dem Schluss:

Es prallen Welten aufeinander, wenn man geflüchtete Menschen bei sich aufnimmt. Aber vielleicht ist gerade das der erste richtige Schritt in Richtung Integration. Man lernt so viel mehr, als man erwartet: Respekt, Toleranz, Mitgefühl und Akzeptanz. Und: Dass auch 65 qm reichen, um gut zu leben.

Hier entlang zum Artikel auf Spiegel Online >>

Schaffe ich das? Ein Flüchtlingshelfer berichtet.

Joachim Ortmann ist Journalist. Oder war es. Bis vor kurzem hat er noch für die Chefredaktion der "Hamburger Morgenpost" gearbeitet. Mit dem Ruhestand setzte er sich nicht etwa zur Ruhe – sondern engagierte sich als Flüchtlingshelfer in der Hansestadt. Seither bestimmen die kleinen großen Sorgen der Flüchtlinge sein Leben. In einem absolut lesenswerten Erfahrungsbericht schreibt Ortmann über völlig überlastete Behörden, verschwundene Pässe, die eigene Unsicherheit und stellt fest: "Ohne all diese Unterstützer, das erlebe ich jeden Tag, wäre das Chaos perfekt."
mopo.de

Trier krönt syrische Geflüchtete als Weinkönigin.

In Trier, der ältesten Stadt Deutschlands, zeigt sich, wie Integration wirklich geht: Dort ist soeben die vor drei Jahren aus Syrien geflüchtete Ninorta Bahno neue Weinkönigin geworden. Die Krönung fand am Mittwoch auf dem Trierer Weinfest statt. Als Weinkönigin will Ninorta Bahno nun "eine Botschafterin für die Integration" werden, wie sie dem SWR sagte. Darauf lassen wir die Gläser klingen!
swr.de, ze.tt

Umfrage zur Motivation von Flüchtlingshelfern

Sarah Mittelbach, die sich in Berlin selbst in der Flüchtlingshilfe engagiert, beschäftigt sich nun auch in ihrer Abschlussarbeit mit dem Thema "Flucht". Mittels einer Online-Umfrage will sie beispielsweise mehr über die Motivation von Flüchtlingshelferinnen und -helfern erfahren. Die Beantwortung der Fragen nimmt nur etwa zwei bis drei Minuten in Anspruch. Über rege Teilnahme freut sich Sarah Mittelbach!
Hier geht's zum Umfrage-Tool >>

Stadtführung durch Berlin mit einem Geflüchteten

Über Querstadtein, ein Projekt des gemeinnützigen Vereins Stadtsichten e.V., haben wir bereits im April berichtet. Dabei zeigen geflüchtete Menschen ihre neue Heimat Berlin als Stadtführer aus ihrer Perspektive. Silke Fokken hat nun den Syrer Firas Zakri bei einer solchen Stadtführung begleitet. Dabei stellt er auch seine Kundschaft auf die Probe – und dokumentiert damit sein Leben als Flüchtling in Deutschland. Prädikat: erst lesens- und dann erlebeswert!
spiegel.de

Lese-Tipp: Wie integriert bin ich eigentlich?

Das fragt sich Yahya Alaous in einem ausgesprochen lesenswerten Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung". Der syrische Journalist flüchtete 2015 mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern nach Deutschland und lebt nun in Berlin. Und was er schreibt, macht Freude. Kostprobe gefällig? Bitteschön:

"Manchmal mache ich mir Sorgen, ob ich mich schnell genug in die Gesellschaft einfüge - darum mache ich mir dann sehr viele Gedanken. Ich würde gerne irgendwie kontrollieren können, dass ich auf einem normalen Level bin. So wie Diabetiker einfach in die Apotheke gehen können, um ihren Blutzuckerspiegel zu messen, so würde ich gerne auch ein elektronisches Gerät haben, um meinen Integrationsfortschritt zu prüfen."

Den kompletten Beitrag von Yahya Alaous gibt es auf sueddeutsche.de >>

In Arnsberg werden Flüchtlinge zu Helfern

Im sauerländischen Arnsberg (NRW) wächst gerade ein Projekt, das möglicherweiser zum Vorbild für andere Kommunen (verschiedener Größen) werden kann. Dort kümmern sich nämlich Flüchtlinge, die schon etwas länger vor Ort sind, um die Integration von Neuankömmlingen. Ämtergänge begleiten, Dokumente übersetzen, Wohnungen und Arbeitsplätze suchen oder den Frauentreff organisieren: All das machen in anderen Städten und Gemeinden vor allem eherenamtliche Helferinnen und Helfer. Anders in Arnsberg: Dort nehmen Flüchtlinge diese Aufgaben selbst in die Hand und helfern damit der Kommune, ihre Hilfen für Geflüchtete ausweiten zu können. Christoph Herwartz berichtet umfassend über das beispielhafte Vorgehen im Sauerland.
zeit.de

Flüchtlingskompromiss in Hamburg

Die gute Nachricht zuerst: In Hamburg wird es keinen Volksentscheid gegen große Flüchtlingsunterkünfte geben. Ein verhandelter Kompromiss zwischen Senat und der entsprechenden Volksinitiative "Hamburg für gute Integration" wurde von der Bürgerschaft mehrheitlich abgesegnet. Die Vereinbarung sieht vor, dass in allen dauerhaften Folge-Unterkünften maximal 300 Menschen untergebracht werden. Die geplanten Heime werden entsprechend umgeplant. Im Gegenzug kann die Stadt dafür bis zu 300 solcher Unterkünfte planen, etwa doppelt so viele wie bisher. Was vor allem für den Fall wichtig ist, wenn der Zustrom wieder ansteigt. Natürlich kann man den Entscheidungsprozess in Hamburg nun kritisieren, was die Opposition auch ausführlich tut, doch entscheidend ist wohl, dass es nicht zum Volksentscheid kommt – und somit auch Stimmungsmache gegen Flüchtlinge vermieden werden kann.
ndr.de, shz.de, zeit.de

Hamburg: Schwimmunterricht für Flüchtlinge

Nachdem in Hamburg zuletzt mehrere Geflüchtete beim Baden ums Leben kamen, hat die Stadt an den vielen Badeseen im Bezirk Bergedorf nun spezielle Schilder aufgestellt. Diese machen mit Zeichnungen auf die Abbruchkanten im Wasser aufmerksam. Zudem werden ein Notfallplan für Unfälle entwickelt und die Nichtschwimmerbereiche der Badeseen besser gekennzeichnet. Und es soll Schwimmunterricht für Flüchtlinge geben.
ndr.de

„Hamburger Appell“ warnt vor Spaltung der Stadt

15 gesellschaftlich relevante Gruppen haben gestern mit ihrem "Hamburger Appell" vor einer Spaltung der Stadt in der Flüchtlingsfrage gewarnt. Die Unterzeichner, darunter evangelische und katholische Kirche, Diakonie, Caritas, die islamische Vertretung Schura und diverse Gewerkschaften sowie der Hamburger Sportbund, fordern den Senat und die Initiative gegen Großunterkünfte zu einer Einigung auf, womit vor allem ein entsprechender Volksentscheid verhindert werden soll. Nicht nur der Volksentscheid zu Flüchtlingsunterkünften, sondern schon der entsprechende Wahlkampf drohe die Stadt zu spalten und die Integration der Schutzsuchenden zu erschweren. Der Brexit sei allen eine Warnung.
ndr.de

Halbjahresbilanz: 10.985 Flüchtlinge in Hamburg

Erneut ist in Hamburg die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge gesunken. Gerademal 808 Menschen wurden im Juni registriert – so wenige wie zuletzt im Dezember 2014. Diese Zahlen hat der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge am Dienstag mitgeteilt. Damit kamen in den ersten sechs Monaten des Jahres genau 10.985 Geflüchtete in Hamburg an, wovon 6.879 auch in der Hansestadt geblieben sind. Die übrigen wurden nach dem Königsteiner Schlüssel auf andere Länder verteilt. Die Rangfolge der Herkunftsländer sieht für den Juni übrigens so aus: Afghanistan liegt vor Russland (!), Syrien und Irak.
ndr.de

Funktioniert die Balkanroute wieder?

Diese These stellt zumindest Franz Meyer, der Landrat des Landkreises Passau auf. Seinen Schilderungen zufolge kommen wieder mehr Menschen an der deutschen Grenze an – allerdings nicht zu Fuß, sondern in Fahrzeugen von Schleusern. Zwischen 40 und 60 Flüchtlinge am Tag zählt die Bundespolizei an der Grenze zu Österreich. Man stehe vor dem Beginn eines neuen Flüchtlingsstroms. "Wir haben alle Anzeichen, die dafürsprechen", so Meyer. Gut möglich also, dass sich Helferinnen und Helfer in Bayern auf neue Herausforderungen einstellen müssen.
welt.de

Veranstaltung: REFUGEEUM – Erste Hilfe für die Seele

In einem gemeinsamen Projekt zwischen dem Institut für Psychologie der Universität Hamburg und der Arbeitsgruppe Psychosoziale Migrationsforschung am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wurde im Wintersemester 2015/16 ein Seminar zum Thema "Counseling and Psychological Support for Refugees" durchgeführt. Zahlreiche Studierende und Professionelle haben dabei ein Online-Selbsthilfeinstrument für psychisch belastete Geflüchtete entwickelt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung am 07. Juli ab 18:00 Uhr in der Mollerstrasse 10 in Hamburg berichten die Macher über das Tool.
uni-hamburg.de

Informationsfilm zur Anhörung beim BAMF

Die Anerkennung als Flüchtling in Deutschland entscheidet über die Perspektive jener Menschen, die zu uns kommen. Basis dafür ist die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF. Damit Flüchtlinge auf dieses Gespräch gut vorbereitet sind, gibt es nun einen Film, der die wichtigsten Informationen zu der Anhörung vermitteln soll. Geschaffen hat ihn eine Initiative des Kölner Flüchtlingsrats e.V. und verschiedenen Kölner FilmemacherInnen und ProduzentInnen. Das Video können Helferinnen und Helfer frei nutzen, teilen und zugänglich machen. Das Video steht in 14 Sprachen zur Verfügung.
asylindeutschland.de, youtube.com (das Video in allen Sprachen)

Hunderttausende Flüchtlinge noch ohne Asylantrag

Noch immer sind viele Menschen, die 2015 nach Deutschland geflüchtet sind, nicht im Asylverfahren. Allein in Hamburg sind 2.000 Flüchtlinge betroffen, bundesweit wird von "weniger als 300.000 Menschen" ausgegangen, berichtet das "Hamburger Abendblatt". Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will den Stau noch schneller abbauen als geplant (derzeit liegt die Bearbeitungszeit noch immer bei sechs Monaten) und die betroffenen Menschen zügig vorladen, um das Asylverfahren zu eröffnen. Das Problem: Ohne Asylantrag haben Geflüchtete kaum Zugang zu Sozialleistungen und Sprachkursen.
abendblatt.de

„Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen“ gegründet

In Hamburg schließen sich 97 Initiativen und Helfergruppen zum "Bündnis Hamburger Flüchtlingsinitiativen" zusammen. Den Helfern geht es vor allem darum, künftig gemeinsam Flüchtlinge willkommen zu heißen, sich für ihre Rechte insbesondere gegenüber Behärden einzusetzen und ihnen bei der Integration zu helfen. "Wenn wir uns zusammenschließen, können wir von den Erfahrungen anderer profitieren und es muss nicht jede Gruppe das Rad neu erfinden", begründet Diana Ennet, erste Vorsitzende von "Die Insel hilft", den Schritt. Ein achtköpfiges Sprecherteam soll nun dafür sorgen, dass das Bündnis in Hamburg nicht überhört werden kann.
welt.de

Video-Tipp: Jahrestreffen der Willkommenslotsen

Rund 140 Willkommenslotsen an insgesamt 101 Kammern und anderen Organisationen der Wirtschaft in allen Bundesländern unterstützen seit dem Frühjahr 2016 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Besetzung offener Ausbildungs-, Praktikums- und Arbeitsstellen mit geeigneten Flüchtlingen. Hier ein paar Eindrücke vom Jahrestreffen der Willkommenslotsen im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

UNHCR: 65 Millionen Menschen auf der Flucht

Weltweit sind über 65 Millionen Menschen auf der Flucht – so viele wie niemals zuvor. Das berichtet das UN-Flüchtlingswerk UNHCR in seinem jährlichen Statistikbericht. Vor allem in den vergangenen fünf Jahren haben Flucht und Vertreibung massiv zugenommen. Mit 4,9 Millionen Flüchtlingen aus Syrien, 2,7 Millionen aus Afghanistan und 1,1 Millionen aus Somalia kommt die Hälfte aller Flüchtlinge unter UNHCR-Mandat aus nur drei Ländern. Und während die Türkei die meisten Flüchtlinge aufnimmt, erhält Deutschland die meisten Asylanträge.
faz.net, heute.de, sueddeutsche.de

Flüchtinge im Fußball-Fieber

Die Gespräche in Familien und Büros drehen sich in diesen Wochen logischerweise vermehrt um Fußball. Naheliegend, dass auch die vielen Geflüchteten vom EM-Fieber nicht verschont bleiben. In vielen Unterkünften landauf, landab gibt es dementsprechend die Möglichkeit die Spiele der Europameisterschaft zu verfolgen. Hier ein paar Beispiele: In Meßstetten und Ellwangen (beide Baden-Württemberg) können die Bewohner der Landeserstaufnahmestellen (LEA) die Begegnungen auf großen Leinwänden schauen. Der SWR zeigt Eindrücke in einem TV-Beitrag. In Hamburg geht man noch einen Schritt weiter und kombiniert Fußball mit Integration: Die Initiative "Welcome Dinner" sucht Hamburger, die Flüchtlinge zu den Spielen zu sich nach Hause einladen. "Viele laden ohnehin Freunde zum Grillen, in den Garten oder ins Wohnzimmer ein, um gemeinsam ein EM-Spiel zu verfolgen", sagt Ines Burckhardt von der Initiative gegenüber dem "Hamburger Abendblatt" Da wird aus dem "Welcome Dinner" also ein "Soccer Dinner". Wir wünschen deshalb zum Wochenende allen viel Spaß bei der EM!

Hamburg: Bürgerverträge zur Flüchtlingsunterbringung und deutlich niedrigere Prognosen

In Hamburg rückt eine Vereinbarung zwischen Senat und dem Dachverband der Bürgerinitiativen gegen Großunterkünfte für Flüchtlinge näher. Angeblich sind für die Stadtteile sogenannte Bürgerverträge geplant, in denen Zahl, Ort und Dauer der Unterbringung von Flüchtlingen festgeschrieben werden. Damit könnte auch ein entsprechendes Volksbegehren abgewendet werden.
ndr.de

In Neugraben-Fischbek hat man sich diese Woche bereits auf einen Kompromiss geeinigt: Maximal 1.500 Menschen sollen dort nun untergebracht werden. Die Infrastruktur (Schulen, Ärzte und Nahverkehr) soll deutlich verbessert werden.
abendblatt.de

Die oben genannten Lösungen mit den Bürgern werden auch deshalb einfacher, weil die Stadt ihre Prognosen zum Flüchtlingszuzug deutlich nach unten korrigiert: Für das laufende Jahr 2016 wird mit nur 14.500 Schutzsuchenden gerechnet, für 2017 mit 15.500. Bis Ende 2017 sollen ergo nur noch 29.700 Plätze neu geschaffen werden. Bisher hatte der Senat mit 39.000 zusätzlichen Plätzen allein schon für 2016 geplant. Klar ist aber auch: Platzt der Flüchtlingsdeal mit der Türkei, könnten sich auch die Zahlen schnell wieder ändern. Und darauf sollte man vorbereitet sein, auch in Hamburg.
welt.de

DLRG gibt Bade-Tipps für Flüchtlinge heraus

Baderegeln-DLRG-ArabischZuletzt haben sich leider die Fälle gehäuft, bei denen Flüchtlinge beim Baden in deutschen Gewässern verunglückt sind. Daher empfehlen wir heute die Baderegeln der DLRG, die es auch in Arabisch oder Serbisch gibt. Diese sollten nach Möglichkeit in jeder Erstaufnahme oder Unterkunft zugänglich und sichtbar gemacht werden, um weitere Unfälle zu vermeiden. Das Faltblatt und ein Plakat gibt es einsprachig oder bis zu viersprachig als PDF-Dateien zum Herunterladen und Ausdrucken.
dlrg.de

Hamburg: Flüchtlingszahlen auf Rekordtief

Nur 948 Geflüchtete haben im Mai die Hansestadt erreicht – der niedrigste Wert seit Beginn des starken Zustroms vor einem Jahr. Von den im Vormonat in Hamburg angekommenen Menschen mussten die Behörden sogar nur 346 in Erstaufnahme-Einrichtungen unterbringen, die anderen kamen privat unter oder wurden auf andere Bundesländer verteilt. Eine Einigung zwischen dem Senat und der Volksinitiative gegen Großunterkünfte wird wahrscheinlicher.
welt.de

Berlin: „Gesucht: Engagierte Menschen!“

Die Friedrich-Ebert-Stiftung lädt am 15. Juni ab 17 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung in Berlin ein. Der Titel: "Gesucht: Engagierte Menschen!" Die Veranstaltung beleuchtet insbesondere das Engagement junger Menschen und sucht nach Faktoren, die langfristige ehrenamtliche Tätigkeiten begünstigen. Die deutschlandweite Hilfe für Geflüchtete ist ein Aspekt der Runde.
fes.de (Infos und Anmeldung)

Lübeck sucht Wohnraum für Flüchtlinge

In Lübeck bleibt Wohnraum für Flüchtlinge knapp. Das Land Schleswig-Holstein bietet der Stadt daher nun an, das Containerdorf auf dem Volksfest-Platz, das bisher als Erstaufnahme genutzt wird, zu übernehmen. Von den 1.100 Plätzen dort sind nur noch 126 belegt, berichtet der NDR. Mehr als 500 Flüchtlinge bringt die Stadt aktuell in Hotels und Ferienwohnungen unter – für Lübeck ein teures Unterfangen. Im Containerdorf müssten allerdings die Abwasser-Infrastruktur erneuert und Küchen eingebaut werden, damit die Menschen dort auch für längere Zeit wohnen können.
ndr.de (Video)

Berlin: Noch 10.000 Flüchtlinge in Turnhallen

Man fühlt sich unweigerlich an den Pannenflughafen erinnert: Noch immer leben in Berlin rund 10.000 geflüchtete Menschen in Turnhallen, davon ein Drittel Kinder und Jugendliche. Der Fahrplan für den Aufbau der Container-Heime, in welche die Turnhallen-Bewohner umziehen sollen, steht zwar. Allein: Der Aufbau dieser "Tempohomes" geht nicht schnell genug voran, warnt das Berliner Immobilienmanagement (BIM). Immerhin sollen die meisten der 57 derzeit noch belegten Turnhallen an 45 Standorten noch vor dem neuen Schuljahr "freigezogen" werden. Allein im Bezirk Pankow entstehen neun zusätzliche Container- und Fertigbauunterkünfte. Die Integrationsbeauftragte des Bezirks, Katarina Niewiedzial, sieht ihren Tätigkeitsschwerpunkt deshalb so langsam vor dem Wandel – weg von der Hilfe und Versorgung, hin zur Integration. Und sie gesteht: Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer im Bezirk wäre die Flüchtlingshilfe kaum zu schaffen gewesen. Um so glücklicher ist Frau Niewiedzial, dass sich auch rund um die neuen Tempohomes schon Helfergruppen formieren.
tagesspiegel.de (Tempohomes), morgenpost.de (Hallen-Freizug), tagesspiegel.de (Pankow)

Hamburg: Bunte Boxen in der HafenCity

Weiße und grüne Container werden in Kürze das Zuhause für 720 geflüchtete Menschen in Hamburg sein. In der Hafencity wurde dazu kürzlich bis zu einer Höhe von acht Metern Sand aufgeschüttet – als Schutz gegen Hochwasser. So richtig entspannt werden die Menschen in der HafenCity allerdings nicht wohnen: Ringsum drehen sich Bagger und Kräne. Im Quartier Elbbrücken entstehen gleichzeitig Wohnungen, Straßen, Bahnhöfe und im Untergrund auch noch ein Bahn-Tunnel. Ohnehin ist der Standort nicht von Dauer: Die Container-Siedlung soll 2020 wieder abgebaut werden. Dann entstehen dort Wohnhäuser.
bild.de

Online-Kurs für Arbeit mit Geflüchteten

Der Studiengang Online BWL der Ostfalia Hochschule hat auf seiner Lernplattform für Flüchtlinge einen kostenfreien Online-Kurs namens "Interkulturelle Integration und Kommunikation für Einwanderer, Migranten, Flüchtlinge und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer" ins Leben gerufen. Damit wollen die BML-Studenten die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer unterstützen.
integration.oncampus.de

Neu im Juni: Basiskonto auch für Asylsuchende

Ab dem 19. Juni gibt's das neue Basiskonto, das auch Wohnungslose, Asylsuchende und Personen ohne Aufenthaltsstatus, "die aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden dürfen (sogenannte Geduldete)", eröffnen können. Banken können somit die Kontoeröffnung nicht mehr verweigern – und für die Nutzer entsteht eine wichtige Basis für Wohnen und Beschäftigung. Das Team von bundesregierung.de erklärt in einem Beitrag, wie das neue Basiskonto für jedermann funktioniert. Und der Deutschlandfunk ordnet die Neuerung noch mal umfassend ein und erläutert auch, warum Banken nur noch selten eine Basiskonto-Eröffnung ablehen können.
bundesregierung.de, deutschlandfunk.de

Berlin beschließt Masterplan zur Integration

Der Berliner Senat hat gestern den Masterplan zur Integration von Flüchtlingen beschlossen – und damit ein zehnjähriges Projekt angeschoben. Der von McKinsey mit entwickelte Masterplan sieht u.a. die Neugründung eines Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten als Ersatz für das in die Schlagzeilen gekommene LAGeSo vor. Außerdem werden Registrierung, Leistungsgewährung, Erstberatung, Gesundheitsversorgung und Sprachkurse neu geregelt. Der Plan umfasst aber auch Bildung und Ausbildung, Integration in den Arbeitsmarkt und kulturelle Angebote. Jeder Flüchtling soll in Berlin künftig schnell einen Sprach- und Wertevermittlungskurs machen können. Zudem soll die "Erwerbsorientierung" gefördert werden – etwa mit Bildungsberatung, Coaching oder gemeinnütziger Arbeit. Ein Nachbarschaftsprogramm für die Integration der Zugezogenen in ihrem Wohnumfeld rundet das Maßnahmenpaket ab. Bleibt zu hoffen, dass Berlin zügig loslegt.
tagesspiegel.de, rbb-online.de, berlin.de (Masterplan im Detail)

Flüchtling wird Bundesliga-Profi beim HSV

Was für eine Erfolgsgeschichte: Im Sommer 2015 ist Bakery Jatta als Flüchtling über das Mittelmeer von Nordafrika nach Italien gekommen – ohne seine Familie. Nun bekommt der Flügelflitzer aus Gambia wohl einen Vertrag beim Bundesligisten Hamburger SV. Dort hat er sich bei mehreren Probetrainings überzeugend präsentiert. Der Verein will zum 18. Geburtstag Jattas alles unter Dach und Fach bringen. Vorher war eine Verpflichtung aufgrund von Regelungen der Fifa noch nicht möglich. Bakery Jatta soll beim HSV monatlich 10.000 Euro verdienen. Hoffentlich kommt er mit seinen vom Luxus verwöhnten Kollegen gut zurecht. Wir wünschen ihm viel Erfolg und Glück bei seiner Fußball-Karriere!
bild.de, sport1.de, stuttgarter-nachrichten.de

Vereinte Nationen: Weltweit 60 Millionen Flüchtlinge brauchen humanitäre Hilfe

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind weltweit 125 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 60 Millionen Flüchtlinge. Deshalb findet heute in Istanbul der erste Welt-Nothilfegipfel statt. 90 Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angeka Merkel, sind vor Ort. Wir wünschen uns mehr Zusammenarbeit und Völkerverständigung. Denn wie rechnet "Handelsblatt"-Herausgeber Gabor Steingart heute vor: "Gäbe es eine eigene Nation der Notleidenden – sie wäre der zwölftgrößte Staat der Erde."
zeit.de, spiegel.de, morningbriefing.handelsblatt.com (2. Absatz)

Hamburg: Wohnungen statt Kleingärten

Bei der Suche nach Flächen für den sozialen Wohnungsbau (auch zur Unterbringung von Geflüchteten) will Hamburg neue Wege gehen – und ein Tabu brechen: Kleingärtner sollen ihre Parzellen räumen und Platz schaffen für neue Wohnungen. Denn in Hamburg gibt es noch recht viele Laubenpieper in zentraler Lage – ein Luxus, den sich die Stadt womöglich ab 2019 nicht mehr leisten kann. Aus einem Strategie-Papier geht hervor, dass der Senat eine stärkere Verdichtung im Stadtgebiet anstrebt, um künftig 12.000 neue Wohnungen pro Jahr bauen zu können. Und es liegt auf der Hand: Die Entschleunigung weniger kann in wachsenden Städten nicht der Unterbringung vieler im Wege stehen. Das gilt nicht nur für Hamburg. In der Hansestadt sind zudem auch neue Gewerbeflächen gefragt, damit die Wirtschaft wachsen kann. So soll die Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt schneller und besser gelingen.
bild.de, abendblatt.de

BAMF kontrolliert Flüchtlinge in Hamburg

Mobile Teams von Zoll und Bundeswehr rücken derzeit in Hamburger Erstaufnahmen an, um für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Bearbeitung von Asylverfahren zu beschleunigen. Dabei werden die Geflüchteten erkennungsdienstlich behandelt und Daten aktualisiert. "Es ist eine Art Nacherfassung", sagte Kerstin Graupner, die Sprecherin des Hamburger Flüchtlingskoordinators Anselm Sprandel gegenüber der "taz" und ergänzte: "Bei dem Andrang in den Wintermonaten sind nicht alle richtig erfasst worden."
taz.de

Ratgeber zum Asyl- und Migrationsrecht

Einen nützlichen Ratgeber zu rechtlichen Fragen von Asyl und Migration hat der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. herausgegeben. Dabei wird das Recht auf Asyl von der Historie bis in die heutige Ausprägung in Deutschland und der Welt beleuchtet. Nicht nur für Journalisten, sondern auch für so manchen ehrenamtlichen und institutionellen Helfer ist diese Zusammenstellung sicher interessant. Hier der Inhalt im Überblick:

1 Was ist Asylrecht?
1.1 Arten von Migration
1.1.1 Europäisches Asylrecht
2 Gesetze und Rechtsverordnungen, die für das Asylrecht relevant sind
2.1 Zuwanderungsgesetz und Aufenthaltsgesetz
2.1.1 Ausweisung und Abschiebung
2.1.2 Familiennachzug und Ehegattennachzug
2.2 Asylgesetz
2.2.1 Deutsch für Asylbewerber
2.3 Asylbewerberleistungsgesetz
3 Rechtsgebiete, die das Asylrecht berühren
3.1 Ausländerrecht, Fremdenrecht und Migrationsrecht
3.2 Völkerrecht
3.3 Bleiberecht
3.4 Staatsangehörigkeitsrecht
4 Was wird durch das Asylrecht geregelt?
4.1 Asylverfahren
4.2 Drittstaatenregelung
4.3 Sicherer Herkunftsstaat
4.4 Flughafenregelung

Den kompletten Ratgeber gibt es unter anwalt.org >>

Kommunalbefragung zur Flüchtlingsarbeit

Der VHW (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung) hat mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städte- und Gemeindebundes und des Hessischen Städtetages von März bis April per Umfrage die Eindrücke und Herausforderungen der Flüchtlingsaufnahme in Städten und Landkreisen eingeholt. Insgesamt haben 583 Kommunen und 71 Landkreise an der Befragung teilgenommen. Die Ergebnisse: Insbesondere die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Akteuren und Flüchtlingsinitiativen vor Ort wurde bei der Bewältigung der Aufgaben überwiegend positiv bewertet. Etwas schlechter kam die Kooperation mit Unternehmen, Migrantenorganisationen oder Moscheevereinen weg.
Infos, Fragebogen (PDF), Ergebnisse (PDF)

Tagung „Zufluchtsort Berlin“ am 7. Juni 2016

Am 7. Juni 2016 findet in Berlin eine Tagung mit dem Titel "Zufluchtsort Berlin - Anforderungen an die Rechtsextremismusprävention, Demokratieförderung und politische Bildung" statt. Die Veranstaltung geht der Frage nach, welche Bedeutung die Ankunft von zahlreichen Geflüchteten für das Handlungsfeld der Rechtsextremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung hat. Im ersten Teil der Konferenz soll eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Bedarfe in der politischen Bildungs- und Präventionsarbeit stattfinden. Der zweite Teil wird durch wissenschaftliche Beiträge zur gegenwärtigen Entwicklung der Berliner Stadtgesellschaft eingeleitet. In Runden Tischen und Workshops können sich die Teilnehmer aktiv beteiligen. "Zufluchtsort Berlin" richtet sich an Leitungen von Träger der Demokratieförderungs-, Bildungs- und Präventionsarbeit, an Selbstorganisationen von Geflüchteten und an Akteure aus dem Feld der politischen Bildung. Anmelden kann man sich kostenfrei bis zum 30. Mai 2016.
berlin.de (weitere Infos und Anmeldung)

Hamburg will Schulgesetz für bessere Integration von Flüchtlingskindern anpassen

Der Hamburger Schulsenator Ties Rabe will die Gesetze so anpassen, dass geflüchtete Kinder besser integriert werden können. So könnte etwa die freie Schulwahl ausgesetzt werden, damit in Schulen in der Nähe von Flüchtlingsunterkünften keine Konzentration entsteht, sondern die Kinder auf Schulen im gesamten Stadtgebiet verteilt werden können. Außerdem soll es Schülern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, erlaubt werden in Prüfungen Wörterbücher zu benutzen, um einen Nachteilsausgleich zu ermöglichen. "Für die Integration ist aus meiner Sicht enorm wichtig, dass sie in einer Schulklasse unterrichtet werden, aufwachsen und Freunde finden, die einen großen Teil des typischen Hamburger Lebens verkörpern", sagte Senator Rabe.
ndr.de, abendblatt.de

Integrationsreport: Bildung bleibt Baustelle

Datenreport-2016Strukturelle Probleme im deutschen Bildungssystem verhindern eine bessere Integration von Migranten und Flüchtlingen in Deutschland. Das ist eine der Kernaussagen, die Wissenschaftler vom Statistischen Bundesamt, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) jetzt in ihrem aktuellen Integrationsreport zusammengetragen haben. Demnach würden Kinder mir Migrationshintergrund bei gleichen Leistungen und gleichen Fähigkeiten seltener auf höhere weiterführende Schulen geschickt. Das lässt auf Diskriminierung schließen. Auch am Arbeitsmarkt gebe es weiter immense Herausforderungen, weil mangelnde Sprachkenntnisse und die langen Asylverfahren die Menschen trotz Motivation vom Arbeitsmarkt fernhalten. Und doch stimmt es zuversichtlich, dass Migranten mit ihrem Leben zufriedener sind und optimistischer in die Zukunft schauen, so die Forscher. Vielleicht sollten wir Einheimischen uns genau das zum Vorbild nehmen – und nebenbei den zu uns kommenden Menschen einen besseren Start ermöglichen.
spiegel.de, destatis.de (Integrationsreport als PDF)

Weniger Expresswohnungen in Hamburg

5.600 Expresswohnungen für bis zu 28.000 Flüchtlinge wollte der Hamburger Senat eigentlich bauen lassen. Nun werden die Pläne aufgrund des rückläufigen Zustroms nach unten korrigiert. Die Stadt plant jetzt noch mit 4.800 Wohnungen, die zunächst Flüchtlingen zur Verfügung stehen. Wo genau diese Unterkünfte entstehen, können die Bürger der Hansestadt vom 11. Mai an über die Flächensuche CityScope mitbestimmen. Der Streit um die geplanten Großunterkünfte geht derweil weiter. Eine Initiative hofft auf kleinere Unterkünfte mit mehr Standorten. Hamburg will dagegen an jeweils einer Stelle 800 Wohnungen bauen.
ndr.de, welt.de

Notunterkünfte: Berlin will Turnhallen räumen.

Die NUK als Abkürzung für Notunterkunft gehört inzwischen zum normalen Berliner Sprachgebrauch. Gemeint sind damit zumeist Turnhallen, die zu Wohnstätten für geflüchtete Menschen umfunktioniert worden sind. Schließlich fand man in der Hauptstadt lange keine andere Möglichkeit für die massenhafte Unterbringung von Flüchtlingen in den Stadtbezirken. Doch nun sollen die Turnhallen geräumt werden. Bis Jahresende sollen alle derzeit 63 noch als NUK genutzten Sportstätten wieder ihrer ursprünglichen Verwendung zugeführt werden – nach einer Sanierung. 9.300 Menschen leben derzeit noch in den Hallen. Künftig kommen sie in anderen Gebäuden und vielen neuen Wohncontainern unter. Beim "Freizug" sollen vorhandene Bindungen im Kiez berücksichtigt werden. Soll heißen: Die Flüchtlinge sollen möglichst im Bezirk bleiben können. Das hilft auch der Arbeit der Unterstützerkreise, die sich vielerorts gebildet haben. Die Aktivitäten, welche die zumeist ehrenamtlichen Helfer aufgebaut haben, könnten auf diese Weise fortgeführt werden, hoffen die Unterstützerkreise.
tagesspiegel.de, rbb-online.de, morgenpost.de

Ausbildungs-Programm für Flüchtlinge in Hamburg

Mit der "Ausbildungsvorbereitung für Migrantinnen und Migranten" (AvM) will die Stadt Hamburg die Integration jugendlicher Flüchtlinge ab 16 Jahren beschleunigen. Das Prinzip ähnelt dem dualen Studium in Deutschland, bietet also eine Mischung aus Theorie und Praxis. An drei Tagen pro Woche geht's für die jungen Flüchtlinge in die Schule zum Deutsch-Pauken und an den anderen beiden Tagen gibt's praktischen Input in einem Betrieb. Vorbildlich: AvM kommt allen Flüchtlingen unabhängig von ihrem rechtlichen Anerkennungsstatus zugute.
hamburg.sat1regional.de, hibb.hamburg.de

Neu in München: Young Refugee Center

Young-Refugee-Center-MUCIn München wird diesen Monat ein Ankunftszentrum für junge Flüchtlinge eröffnet. In dem "Young Refugee Center" sollen Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern in der bayerischen Landeshauptstadt ankommen, besser betreut werden können als in den bisherigen Anlaufstellen. Es befindet sich in einem ehemaligen Bürogebäude an der Marsstraße unweit vom Hauptbahnhof. Es ist die bundesweit erste Einrichtung dieser Art. Der vielleicht wichtigste Vorteil: Alles wird zentral unter einem Dach organisiert. Ärzte, Sozialpädagogen, Psychologen und Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferates sind ständig vor Ort. Zudem bietet das Young Refugee Center (YRC) auch Schlafplätze für 180 junge Asylsuchende, die dort ankommen und erstmal verschnaufen können.
sueddeutsche.de, br.de, abendzeitung.de, muenchen.de

Wie entwickelt sich die Bildungsplattform Kiron?

"Kiron ist auf dem besten Weg, die Welt, wie wir sie kennen, zu verändern", schreibt Stefan Lauer bei Vice über jene Bildungsplattform, die es Flüchtlingen auf der ganzen Welt möglich machen will, ein Studium oder eine Ausbildung zu absolvieren – zunächst online und später bei einem der vielen Bildungspartner. Das Team hinter Kiron ist inzwischen mächtig gewachsen, ein neues Büro musste her. Auch viele ehrenamtliche Helfer packen mit an bei dem Vorhaben, das sich anschickt, die potentiell größte "Uni" der Welt zu werden – übrigens auch für Nicht-Flüchtlinge. Der Beitrag von Stefan Lauer ist absolut lesenswert und zeigt auf, wie sich ein im Hinterhof geborenes Projekt zur Flüchtlingshilfe und Integration zu einer großen Bewegung entwickeln kann, die möglicherweise noch ganz andere Steine ins Rollen bringen wird.
vice.com

Brandenburg will Berliner Flüchtlinge abnehmen

In Berlin leben vielerorts noch immer knapp 10.000 geflüchtete Menschen in Turnhallen. Das könnte sich ändern, wenn sich heute die Regierenden mit den Nachbarn aus Brandenburg einigen. Die Märker haben rund 4350 Erstaufnahme-Plätze frei, die sie nun Berlin anbieten – natürlich gegen Bares. In der Mark würden die Menschen dann nicht mehr in Sporthallen, sondern in ehemaligen Kasernen oder Bürogebäuden unterkommen.
tagesspiegel.de

Schutzkonzept für Flüchtlingskinder bundesweit?

Flüchtlingskinder besser vor Gewalt oder Missbrauch schützen, will ein neues Modellprojekt des Kinderhilfswerks Plan International und der Johanniter-Unfall-Hilfe in Hamburg. Der Titel: "Stärkung einer kinderfreundlichen Umgebung und Sicherstellung des Kinderschutzes in Hamburger Flüchtlingsunterkünften." Konkret gehe es darum, Kinderräume, separate Toiletten und eine ausreichende Bewachung der Unterkünfte zu realisieren. Privatsphäre und Spielmöglichkeiten seien nötig, um die Kleinen vor der oft spannungsgeladenen Atmosphäre in den Unterkünften zu schützen, sagte Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland, bei der Präsentation der Initiative am Dienstag in Hamburg. Das Schutzkonzept wird dank einer Finanzierung des Bundesfamilienministeriums seit Januar bereits in einer Unterkunft in Hamburg-Stellingen umgesetzt – und könnte nun bundesweit ausgerollt werden. Im Mai wird eine zweite Hamburger Flüchtlingsunterkunft entsprechend eingerichtet. Die Bedürfnisse und Ängste wurden in einer Befragung von Kindern in vier Erstaufnahmeeinrichtungen erhoben.
ndr.de, abendblatt.de

Hör-Tipp: Potsdamer Grundschüler über Flüchtlinge

 Jeder ist willkommen... Foto: radioeins, Amelie Ernst

Jeder ist willkommen... Foto: radioeins, Amelie Ernst

Es sind Sätze, die unter die Haut gehen. Ausgesprochen von Kindern einer Grundschule im brandenburgischen Potsdam. Radio Eins begleitet die Schüler der Willkommensklasse an der Weidenhof-Grundschule schon länger. Dieses Mal ging es zu einem Ausflug in eine andere Schule. Hier zwei Aussagen, die keiner weiteren Beschreibung bedürfen:

"Eigentlich muss man doch Respekt vor denen haben, weil was die schon alles hinter sich haben. Im Gegensatz zu denen haben wir eigentlich nichts hinter uns so richtig. Weil die mussten ja laufen und sowas alles."

"Wir haben Geld und können es uns gut gehen lassen und manche haben kein Geld und müssen da flüchten, damit sie überhaupt noch ihr Leben haben. Da find ich es nicht richtig, wenn man die Grenzen einfach schließt."

Nachzuhören ist der Beitrag bei den Kollegen von radioeins.de >>

Strapazen im Winter: Ärzte über kranke Flüchtlinge

Wer kommt 2016 eigentlich nach Deutschland? Glaubt man aktuellen Medienberichten, sind es längst nicht mehr nur junge Männer. Rund 50 Prozent der Ankommenden in den Unterkünften bei München waren in den ersten Monaten 2016 Kinder und Jugendliche, berichtet etwa Spiegel Online. Auch alte Menschen wagen die Flucht. Damit einher geht auch der Umstand, dass Ärzte von einer Zunahme von Härtefällen sprechen. Die Strapazen der Flucht hinterlassen im Winterhalbjahr offenbar besonders deutliche Spuren: Oft kommen die Menschen schwer gezeichnet bei uns an und brauchen vor allem ärztliche Versorgung. Das beschreibt Spiegel Online zumindest für die bayrischen Übergangscamps Erding und Feldkirchen, die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreut werden, aber sicher auch beispielhaft für andere Unterkünfte im Land gelten dürfen.
spiegel.de

Seniorin spendet kistenweise Schuhe für Idomeni

Notwendige Hilfe leisten viele Helferinnen und Helfer aus Deutschland dieser Tage nicht nur hierzulande, sondern auch im Chaos-Camp von Idomeni. Und da gibt es Geschichten, die einfach nur schön sind, etwa die von Christa Hardt: Die 75-Jährige lebt nördlich von Dresden und hatte früher einen Schuhladen. Aus den Restbeständen hat sie kürzlich mehrere Kisten mit Gummistiefeln für Kinder sowie Turnschuhen und Espandrillos für wärmeres Wetter gepackt und dem Dresden-Balkan-Konvoi mitgegeben. Dessen bereits zwölfter Treck machte sich Ende der vergangenen Woche auf den langen Weg nach Griechenland, wo die Hilfe weiterhin dringend gebraucht wird. Spenden geht auch hier.
sz-online.de

Hamburg startet Flächensuche „CityScope“ im Mai

Bild: BU
Bild: HCU Hamburg)
Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz will bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Hamburg neue Wege gehen. Einwohner sollen sich anhand eines interaktiven Stadtmodells namens CityScope direkt an der Flächensuche beteiligen können. Anfang Mai startet diese Form der Öffentlichkeitsbeteiligung mit einer Auftaktveranstaltung. An großen Modelltischen kann dann in verschiedene Stadtteile gezoomt werden, um städtische Grundstücke zu finden, die sich zur Unterbringung von Flüchtlingen eignen könnten.
hamburg.de

Aktuelle Zahlen aus Schleswig-Holstein.

Schleswig-Holstein-Karte-UnterkunftIm laufenden Jahr 2016 sind bis Mitte März genau 4.599 Asylsuchende in Schleswig-Holstein aufgenommen worden, wie das Innenministerium vermeldet. Damit ist auch im nördlichsten Bundesland der Trend derzeit eher rückläufig, was auf die geschlossene Balkan-Route zurückzuführen ist. Aktuell stehen 12.752 Plätze für die Erstaufnahme zur Verfügung. Diese verteilen sich auf 14 Einrichtungen, die entweder in Betrieb sind oder als Reserve bezugsfertig vorgehalten werden. Die Erstaufnahmen befinden sich in Neumünster (1.300 Plätze), Boostedt (2.000), Glückstadt (1.128), Albersdorf (500), Eggebek (492), Kellinghusen (550), Kiel Ravensberg/Nordmarksportfeld (640), Kiel Wik (500), Lübeck (1.152), Lütjenburg (1.027), Putlos (1.440 Plätze), Schloss Salzau (320), Seeth (1.406) und Wentorf (297 Plätze).

2015 kamen rund 55.000 Flüchtlinge und Asylbewerber nach Schleswig-Holstein, die aber teilweise in andere Bundesländer vermittelt wurden. Für 35.076 Asylsuchenden war der Flächenstaat im Norden auch zuständig.
schleswig-holstein.de (Angaben ständig aktualisiert) via welt.de

In Hamburg schließen erste Transit-Unterkünfte

Die kirchliche Caritas hat zwei Unterkünfte für Transitflüchtlinge mangels Nachfrage wieder geschlossen. Dabei handelt es sich um die Einrichtungen an der Neuen Burg und in der Danziger Straße. Geöffnet bleibt dagegen die Transit-Unterkunft in der Moscheegemeinde am Kleinen Pulverteich, wo täglich noch 40 bis 60 Menschen unterkommen.
abendblatt.de, ndr.de

Berlin: Fragen und Antworten zur Gesundheitskarte

Seit kurzem erhalten Flüchtlinge in Berlin keine grünen Krankenscheine mehr, sondern die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Daraus ergeben sich Fragen, die auch für Helfer in den Notunterkünften relevant sind, da dort viele Flüchtlinge Rat suchen. Müssen Asylbewerber die neue Karte gesondert beantragen? Erfolgt der Startflächendeckend? Das Netzwerk "Berlin hilft" klärt die wichtigsten Fragen zur Umstellung.
berlin-hilft.com

Status quo: Flüchtlinge in Berlin Prenzlauer Berg

Wie viele Flüchtlinge leben derzeit in den Unterkünften im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg? Wie sind sie verteilt und woher kommen sie? Wo gehen die Jüngeren in Kitas und Schulen? Wie lange werden die Turnhallen noch als Notunterkünfte gebraucht? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das Team der Online-Lokalzeitung "Prenzlauer Berg Nachrichten" in einem Schwerpunkt-Beitrag.
prenzlauerberg-nachrichten.de

Schulung zur Wohnungssuche für Flüchtlinge

Was müssen Helfer alles beachten, wenn Sie Flüchtlingen bei der Wohnungssuche helfen? Das hat Place4Refugees Berlin vom Kompato e.V. in einer Schulung aufbereitet – und bietet die entsprechende Präsentation nun zum Download an. Ein praktisches Hilfsmittel für alle, die sich in dem Umfeld engagieren. Von rechtlichen Aspekten wie Wohnpflicht und Wohnrecht mit Aufenthaltsgestattung über konkrete Zuständigkeiten von Ämtern in Berlin oder die Kostenübernahme durch Jobcenter bis hin zur Vertragsgestaltung enthält das Dokument wohl alles, was für die Wohnungssuche für Flüchtlinge wichtig ist. Prädikat: Wertvoll!
place4refugees.de/material (PDF-Download auf der Seite)

Zentrale Erstaufnahme in Hamburg Bergedorf

Die Hansestadt Hamburg will ab Mai 900 Flüchtlinge im früheren Dima-Sportcenter in Lohbrügge unterbringen und hat das Gebäude dazu gekauft. Somit entsteht die zweite Zentrale Erstaufnahme im Bezirk Bergedorf. Betrieben wird sie vom Malteser Hilfsdienst. Das Center am Havighorster Weg mit Platz für 1.000 Leute, Großküche, Duschen und Toiletten diente bis dato auch als Location für Sportevents und Feiern.
bergedorfer-zeitung.de, ndr.de

Lese-Tipp: 1 Sozialberaterin für 1018 Asylbewerber

Wenn zehn bullige Pakistaner, denen gerade die Arbeitserlaubnis verweigerte wurde, ins Büro von Sigrun Grüninger stürmen, möchte man mit der Helferin der Diakonie nicht tauschen. Doch die Asylsozialberaterin aus Neu-Ulm konnte den Männern an anderer Stelle helfen: Heute spielen sie in einem Cricket-Team zusammen. Ihrer Arbeit widmet die "Süddeutsche Zeitung" ein lesenswertes Portrait. Das zeigt auch in Zahlen auf, mit welchen Herausforderungen Sigrun Grüninger zu kämpfen hat: Rein rechnerisch ist sie für 1018 Asylbewerber zuständig. Mit sechs weiteren Kollegen stemmt sie die Asyl- und Migrationsberatung der Diakonie Neu-Ulm. Ihre Klienten kommen aus den Kreisen Neu-Ulm, Günzburg und Dillingen. Eine Arbeit zwischen großer Not, für die man Sigrun Grüninger und ihrem Team einfach Respekt zollen muss.
sueddeutsche.de

Geldkarte für Flüchtlinge auch in Hamburg?

Das monatliche Taschengeld für Flüchtlinge könnte in Hamburg bald per Geldkarte ausgezahlt werden. Dafür macht sich Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) stark. Damit wäre Hamburg das zweite Bundesland, das von Bargeld auf Geldkarte umstellt. Baden-Württemberg will ab dem Sommer das Taschengeld für Flüchtlinge in Höhe von 149 Euro nur noch auf Geldkarten buchen. Derzeit wird das Geld in vielen Erstaufnahmeeinrichtungen bundesweit in bar ausgezahlt, was entsprechend viel Arbeit macht und auch Sicherheitsaspekte berührt. In Hamburg knüpft man die elektronische Lösung an eine Bedingung: "Wenn eine Geldkarte dazu dient, die Verwendung des Geldes auf wenige Konsumgüter einzuschränken, bin ich damit nicht einverstanden", sagte Katharina Fegebank. Sie will das Sachleistungsprinzip vermeiden.
welt.de

Panorama fragt Helfer: Schaffen wir das wirklich?

Flüchtlinge beim gemeinsamen Kochen mit einem Helfer. Bild: NDR
Flüchtlinge beim gemeinsamen Kochen mit einem Helfer. Bild: NDR
Willkommen in der Wirklichkeit – so überschreibt das NDR-Magazin Panorama einen Beitrag, mit dem die Fernsehmacher der Flüchtlingshilfe und Integration in Deutschland auf den Zahn fühlen. Am Beispiel ehrenamtlicher und institutioneller Helfer versucht die Sendung ein Stimmungsbild einzufangen. Es geht um Zeit, Geduld, Erwartungen, Druck. Auch auf Seiten der Flüchtlinge. Mancher sehnt sich – typisch deutsch – nach einem Masterplan. Doch dem Betrachter wird schnell klar: Den wird's nicht geben. Immerhin: Die Reportage ist in deutscher und arabischer Sprache zu sehen. Vielleicht können sich beide Seiten – Geflüchtete und Helfer – dadurch wieder ein Stück näher kommen.
ndr.de (deutsche Fassung) ndr.de (arabische Fassung)

2.000 Menschen bei Fluchtkonferenz in Hamburg

Stolze 2.000 Besucher zählte die erste große Flüchtlingskonferenz am vergangenen Wochenende in der Hamburger Kampnagelfabrik. Die Teilnehmer waren unter anderem aus Frankreich, Dänemark, Belgien, Spanien, Polen und Tunesien angereist. Sie diskutierten in über 30 Workshops und Debatten über Fluchtgründe, Asylgesetze und die politische Selbstorganisation. Die Flüchtlinge forderten im Rahmen der Veranstaltung vor allem eine Änderung des Dublin-Systems der EU, damit sich Flüchtlinge in Europa frei bewegen können. Auch mahnten sie eine bessere Vernetzung untereinander an. Letzteres nahmen sich auch die Flüchtlingshelfer vor, die ebenfalls zahlreich vor Ort waren. Im nächsten Jahr soll eine ähnliche Konferenz in Berlin stattfinden. Wir haben ein paar Berichte von der Konferenz für Euch zusammengetragen.
welt.de, taz.de. ndr.de (mit Video), refugeeconference.blogsport.eu (Konferenz-Website)

Berliner Bürgermeister: Mindestlohn für Flüchtlinge

Wie können Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integriert werden und was bedeutet das für den Mindestlohn? Eine klare Ansage kommt dazu vom Regierenden Bürgermeister von Berlin. Im Interview mit der "Zeit" formuliert Michael Müller einen sehr wichtigen Punkt:

Foto: Senatskanzlei/Martin Becker
Foto: Martin Becker
"Am Mindestlohn darf nicht gerüttelt werden. Und die CDU erweist den Flüchtlingen und uns allen einen Bärendienst, wenn sie alle paar Wochen erneut mit Vorschlägen zu Aufweichungen um die Ecke kommt, noch dazu ganz offensichtlich ohne politische Verständigung in den eigenen Reihen. Es darf auf keinen Fall ein Niedriglohnsektor für Flüchtlinge entstehen. Und wir dürfen nicht selbst Konkurrenz zu anderen Arbeitnehmern durch unterschiedliche Entlohnung schaffen. Gleichzeitig müssen wir aus meiner Sicht diskutieren, wie wir den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Wir brauchen zum Beispiel eine Form von zweitem Arbeitsmarkt der Gemeinnützigkeit."

In dem Interview thematisiert Müller auch die aktuelle Situation am Lageso und die Unterstützung von McKinsey beim Erstellen eines Masterplans für die Integration der Neuankömmlinge in Berlin. Vieles klingt schlüssig, vor allem die Menschlichkeit ist dem Bürgermeister wichtig. Schade nur, dass er die großartige Arbeit der vielen freiwilligen Helfer in den Notunterkünften und anderswo mit keinem Wort erwähnt. Nachzulesen ist das vollständige (und viel diskutierte) Interview unter zeit.de

Volz Gruppe möchte Flüchtlinge einstellen

Volz-GruppeDie Volz Gruppe aus Deilingen, die sich auf die Fertigung von Rohrverbindungskomponenten in der Hydraulik und Kugeln für die Kugelhahnindustrie spezialisiert hat, möchte Flüchtlinge ins Unternehmen integrieren und "vom Praktikum über Ausbildungsplätze bis zu Festanstellungen alle Formen der Mitarbeit anbieten", wie es in einer Mitteilung heißt. Allerdings kritisiert die 4.000-Mann-Firma aus Baden-Württemberg den bürokratischen Aufwand, der damit verbunden sei. "Allein die verschiedenen Aufenthaltstitel und die damit verbundenen unterschiedlichen Zugangsbedingungen zum Arbeitsmarkt sind schwer zu durchschauen", so Volz-Geschäftsführer Dr. Christoph Fleig. "Uns fehlt es einfach an Rechtssicherheit."
pressebox.de

Bill Gates über Flüchtlingshilfe und Integration

In einem Interview mahnt Microsoft-Gründer und Milliardär Bill Gates zu kreativen Lösungen in der Flüchtlingsfrage und pocht auf das Engagement der Jungen. Auch die technischen Möglichkeiten, diese Krise zu meistern, stellt er heraus – insbesondere jene, die durchs Internet möglich werden:

Bill-Gates"Die Krisen machen deutlich, dass es uns aus moralischer Sicht interessieren sollte, was Menschen weit weg von uns passiert und dass es uns auch betreffen wird. Wenn die Menschen in Afrika ihre Felder nicht mehr ausreichend bestellen können, müssen sie Flüchtlinge werden – und das wären dann so viele, dass selbst das jetzige Problem dagegen klein erschiene. Dann brauchen wir Kreativität: Was sollten diese Flüchtlinge machen? Könnten die Kinder mit ihren Internet-Fähigkeiten Sprachen lernen? Welche Jobs könnten sie übernehmen, wie könnten wir uns organisieren? Das letzte Mal, als wir so eine Krise hatten, hatten wir solche Hilfsmittel noch nicht."

Das vollständige Interview gibt's drüben bei heise.de.

ZEESA – zentrale Kleiderkammer für Berlin

Berliner-KleiderkammernIn Berlin gehen die Vorbereitungen zur Gründung einer zentralen Kleiderkammer nach Hamburger Vorbild voran. Zwar haben sich bereits in einigen Bezirken regionale Zentralkammern etabliert. Nichtsdestotrotz werden die Pläne für eine berlinweite Kammer unter dem Arbeitstitel ZEESA derzeit konkretisiert. Gestern fand das dritte Vernetzungstreffen zwischen den Ansprechpartnern für Kleiderkammern bzw. Spendenkammern in kleineren und größeren Unterkünften statt. Das Ziel der engagierten Helferinnen und Helfer: Ergänzend zu den bestehenden Kleiderkammern soll eine zentrale Spendenannahmestelle und -sortierung aufgebaut werden, von der die Einrichtungen dann bei Bedarf sortierte Kleidung erhalten können. Denn nicht selten fehlt in der einen Notunterkunft jene Kleidung, die in einer anderen noch auf Vorrat in den Regalen liegt. Eine zentrale Annahme könnte die bedarfsgerechte Verteilung vereinfachen und die Arbeit in den Notunterkünften selbst verringern, so die Idee. Die Kommunikation läuft derzeit über eine geschlossene Facebook-Gruppe. Wer sich für die Kleiderkammern engagieren möchte, kann dieser beitreten.
facebook.com

Berlin gibt Standorte neuer Unterkünfte bekannt

Mit 68 temporären Unterkünften will der Senat Wohnraum für 34.000 neue Flüchtlinge in den Bezirken schaffen. Jetzt sind die Standorte für die 30 Containerdörfer und 38 modularen Unterkünfte veröffentlich worden. Gezeichnet von den vielen Streitigkeiten zwischen Senat und Bezirken werden gerade alle Planungen in größtmöglichem Einvernehmen vorangetrieben, berichtet der "Tagesspiegel". Die neuen Containerdörfer sollen noch im Sommer aufgestellt werden, auch um jene rund 10.000 Menschen, die aktuell noch in Turnhallen leben, dort einquartieren zu können. Auf die Ehrenamtlichen, die aktuell in diesen Notunterkünften große Hilfe leisten und viele Basisaufgaben wie etwa die Essens- und Kleiderausgabe stemmen, kommen womöglich viele neue Aufgaben zu. Viele Helfer wollen ihr Engagement in den neuen Unterkünften fortsetzen, wie uns beim täglichen Sichten der Kommentare in den entsprechenden Facebook-Gruppen der lokalen Netzwerke aufgefallen ist.
tagesspiegel.de (Überblick), tagesspiegel.de (Standort-Liste als PDF)

Asylothek auf dem Berliner Flughafen Tempelhof?

Ehrenamtliche wollen in dem zur Massenunterkunft für 2.500 Menschen umfunktionierten Ex-Flughafen Berlin Tempelhof eine sogenannte "Asylothek" einrichten. Das ist "eine Bücherei, in der man lesen und Filme gucken kann, in der gebastelt und Hausaufgabenbetreuung angeboten wird, es kann Theater gespielt und Musik gemacht werden." So beschreiben die Initiatoren das Projekt auf der Plattform betterplace.org, wo sie um Spenden für das Vorhaben bitten. Die erste Berliner Asylothek gibt es seit Ende November 2015 in einer Flüchtlingsunterkunft im Bezirk Pankow. Im ehemaligen Flughafen Tempelhof soll ein Raum, der von der Initiative "Tempelhof Hilft" im Rahmen eines Begegnungscafés zur Verfügung gestellt wird, für die Asylothek genutzt werden.

So könnte die Asylothek in Tempelhof aussehen.
So könnte die Asylothek in Tempelhof aussehen.

Bereits im Jahr 2012 rief der Initiator Günter Reichert in einer Nürnberger Gemeinschaftsunterkunft die erste Asylothek ins Leben. Inzwischen gibt es nach Angaben der Initiatoren bereits 76 bestehende oder in Planung befindliche Asylotheken in ganz Deutschland. Das Projekt wurde unter anderem mit dem Deutschen Bürgerpreis ausgezeichnet.
asylothekberlin.wordpress.com, facebook.com/asylothek.berlin, betterplace.org, asylothek.de

Regierungserklärung: Angela Merkel hält Kurs

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einer kämpferischen Regierungserklärung im Bundestag klargemacht, dass sie ihre Flüchtlingspolitik der offenen Türen fortsetzen will. Ihre Wähler wähnt sie hinter sich und verwies dabei auf Umfragen, wonach 90 Prozent der Bevölkerung Menschen, die vor Krieg und Terror fliehen, Schutz und Unterkunft in Deutschland geben wollen. "Ich finde das wunderbar", sagte Angela Merkel dazu.
Gleichzeitig will die Bundeskanzlerin per Drei-Punkte-Plan die Flüchtlingszahlen "spürbar und nachhaltig reduzieren". Dabei gehe es darum, 1. die Fluchtursachen zu bekämpfen, 2. die EU-Außengrenze zwischen Griechenland und Türkei zu schützen und Lasten besser zu verteilen und 3. den Zuzug besser zu ordnen und zu steuern.
faz.net, welt.de, bundeskanzlerin.de

Marktplatz der Begegnungen in Hamburg

Über 1.000 Flüchtlinge und 118 Begleiter sind beim zweiten "Marktplatz der Begegnungen" in den Börsensälen der Handelskammer Hamburg mit 48 Arbeitgebern zusammengetroffen. Die Veranstaltung haben die Handwerkskammer Hamburg, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie die Agentur für Arbeit mit dem Jobcenter Hamburg und die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) auf die Beine gestellt. Neben zahlreichen Vorträgen boten eine "Informationsinsel" und ein Treffpunkt "Paten für Flüchtlinge" die Möglichkeit zur Begegnung.
hk24.de

Politik: Integrationskonzepte im Vergleich

Die CDU hat gestern unter dem Titel "Fordern und Fördern" ein Konzept für die Integration von Flüchtlingen in Deutschland vorgelegt. Die SPD hatte bereits im Januar einen "Integrationsplan für Deutschland" ausgearbeitet. Und auch die Grünen haben längst ein entsprechendes Konzept der Bundestagsfraktion publiziert. Andrea Dernbach, Cordula Eubel und Albert Funk vom "Tagesspiegel" nehmen die Papiermenge zum Anlass, die unterschiedlichen Ansätze der Parteien zu vergleichen. Die Schwerpunkte, das ist allen Konzepten gemein, liegen bei Bildung, Wohnungsbau und Arbeit. Alle Details drüben bei den Kollegen.
tagesspiegel.de

Freie Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen

In vielen Bundesländern gibt es derzeit freie Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Das berichtet Spiegel Online unter Berufung auf einen Artikel in der "Welt am Sonntag". Demnach werden in Sachsen im Moment nur 25 Prozent, in Thüringen 33 Prozent, in Nordrhein-Westfalen 40 Prozent und in Schleswig-Holstein 46 Prozent der vorhandenen Plätze genutzt. Nahezu voll ausgelastet seien dagegen die Erstaufnahmen in beliebten Großstädten wie Hamburg, Berlin und Bremen, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die meisten Bundeländer bereiteten sich allerdings schon wieder auf ein deutliches Anschwellen der Flüchtlingszahlen im Frühling vor. Zehn Länder wollen sogar mehr Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen schaffen.
spiegel.de

Willkommenskonzert in der Philharmonie Berlin

Daniel Barenboim in Aktion. Foto: Holger Kettner
Daniel Barenboim in Aktion. Foto: Holger Kettner
Die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin laden Flüchtlinge, ihre Familien sowie Helferinnen und Helfer am 01. März zu einem kostenlosen Konzert ein. Die drei Orchester, ihre Chefdirigenten Daniel Barenboim, Iván Fischer und Sir Simon Rattle und die Intendanten möchten mit dem Abend in der Philharmonie (los geht's um 18 Uhr) Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, willkommen heißen und zugleich den vielen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement danken. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen, Institutionen, Vereinen oder Initiativen können Flüchtlinge sowie Helferinnen und Helfer für das Konzert online anmelden. Aus organisatorischen Gründen werden nur Sammelanmeldungen berücksichtigt.
berliner-philharmoniker.de

Hamburg: Neue Flüchtlingsunterkunft in Meiendorf

In einem ehemaligen Baumarkt am Hellmesbergerweg im Hamburger Ortsteil Meiendorf hat eine neue Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 600 Plätzen eröffnet. Betrieben wird die Unterkunft mit 36 Wohnbereichen für jeweils bis zu 28 Personen vom neu gegründeten AWO Landesverband Hamburg. Frauen und Mütter mit kleinen Kindern können einen separaten Wohn- und Schlafbereich mit Sanitäranlagen nutzen, zudem gibt es eine Kantine. Freiwillige Helfer der Initiative "Meiendorf hilft" wollen eine Kleiderkammer, eine Sport-AG und Angebote für Kinder schaffen.
mopo.de, meiendorf-hilft.de

Mentoren begleiten qualifizierte Zuwanderer

In Hamburg gibt es ein interessantes Integrationsprojekt, in dessen Rahmen sich Mentoren aus verschiedenen Unternehmen um qualifizierte Zuwanderer kümmern und diese beim Einstieg ins deutsche Arbeitsleben begleiten. Die Kollegen des Wirtschaftsmagazins "brand eins" begleiten drei Paare auf diesem Weg. Ein aktuelles Video zeigt Ayham Shapiah (28), Betriebswirt mit Schwerpunkt Finanzen aus Latakia in Syrien. Er ist seit Oktober 2014 in Deutschland und wird von Juliane Bossmann (29), Firmenkundenbetreuerin in der Hamburger Niederlassung der GLS Bank, begleitet. Neben dem Video gibt es auch ein schriftliches Interview. Auf die Beine gestellt haben das Mentoren-Programm die zwei erfahrenen Personalerinnen Yukiko Elisabeth Kobayashi und Alexa Drichelt.
brandeinslab.de

Berlin erwartet 2016 bis zu 60.000 neue Flüchtlinge

Weitere 50.000 bis 60.000 neue Flüchtlinge könnten im laufenden Jahr in Berlin ankommen. Davon gehen die Behörden der Hauptstadt aus. Das heißt natürlich auch, dass deutlich mehr Unterkünfte benötigt werden. Aktuell warten noch 10.000 Menschen in Notunterkünften auf eine dauerhafte Unterbringung. Für 2016 müssten den Angaben der Behörden zufolge rund 34.000 zusätzliche Plätze her. Deshalb sollen möglichst schnell neue eingeschossige Wohncontainer entstehen. Gebaut wird auch an 36 Modularbauten. Außderm verhandelt der Berliner Senat offenbar mit mehreren Hotelbetreibern und will einfache Fertighäuser errichten.
tagesspiegel.de

Hamburg: 240 Helfer für Sophienterrasse

Diese Woche sind die ersten Flüchtlinge, vor allem Familien mit Bleibeperspektive, in die für 190 Menschen konzipierte Unterkunft im ehemaligen Kreiswehrersatzamt an der Hamburger Sophienterrasse (wir berichteten) eingezogen. Sie werden dort von hunderten Helfern empfangen. Die 240 Mitglieder des bestens organisierten Vereins "Flüchtlingshilfe Harvestehude" wollen sich um die Neuankömmlinge kümmern und vor allem Angebote zur Integration auf die Beine stellen, etwa Ausflüge organisieren oder Kindern bei den Schulaufgaben helfen.
mopo.de, ndr.de, hamburg.sat1regional.de (TV-Beitrag)

Schleswig-Holstein nimmt Hamburger Flüchtlinge

Foto: Olaf Bathke
Foto: Olaf Bathke
Solidarität im Norden: Das Bundesland Schleswig-Holstein erklärt sich dazu bereit, Hamburg bei der Unterbringung von Flüchtlingen zu helfen. 1.000 Asylsuchende aus der Hansestadt könnten im April in einer neuen Erstaufnahme-Einrichtung, einer früheren Kaserne, unterkommen. "Wir wollen helfen, und wir werden helfen", sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD). In dem Bundesland zwischen Nord- und Ostsee ist die Situation vergleichsweise entspannt: Von 12.000 Plätzen in 13 Erstaufnahmen sind derzeit nur 6.000 belegt. Schleswig-Holstein nutzt die Atempause, um in den Unterkünften nun verstärkt Angebote für die Integration zu schaffen, etwa Sprachkurse oder schulische Angebote.
ndr.de, hamburg.sat1regional.de (Video)