Mission Lifeline: Spendensammlung für Rettungsschiff

Mehr als 138.000 Euro konnte der aus dem Dresden-Balkan-Konvoi hervorgegangene Verein Mission Lifeline inzwischen für seinen geplanten Einsatz eines Rettungsschiffes im Mittelmeer sammeln. Unter anderem werden wie berichtet im Rahmen der Aktion #ProKopfGeldspende pro Teilnehmer der rassistischen „Pegida“-Demonstrationen Beträge an den Verein gespendet. Auch der Gewinn aus den Einnahmen des hörenswerten Songs „Ich habe einen Traum“ (Live at Ballroom Talk) von Konstantin Wecker und Banda Internationale (Video hier) kommt Mission Lifeline zugute.

Da die Kosten für den Kauf des dringend benötigten Rettungsschiffes, für die Einbauten, die Verlegung ins Suchgebiet sowie für den ersten Einsatzmonat auf insgesamt rund 230.000 Euro geschätzt werden, ist der Verein weiterhin auf Spenden angewiesen. Alle für eine Spende nötigen Infos finden Sie unter den nachfolgenden Links. Ebenfalls verlinkt haben wir Download-Möglichkeiten für den genannten Song, dessen Gewinn an Mission Lifeline fließt und somit ebenfalls dem Rettungsschiff zugute kommt.
seenotrettung.info, betterplace.org; Song-Download: iTunes, Amazon

500 LandInitiativen: Förderung für ehrenamtliche Integration von Geflüchteten

Mit dem bundesweiten Programm „500 LandInitiativen" unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gezielt das Ehrenamt in ländlichen Regionen. Das Programm richtet sich an Initiativen, die sich für die nachhaltige Integration geflüchteter Menschen im ländlichen Raum einsetzen.

Das Programm soll es ermöglichen, wichtige Anschaffungen oder notwendige Ausgaben in überschaubarem Umfang zu tätigen, damit ehrenamtliche Initiativen erfolgreich arbeiten können. Zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro sind als Förderung für konkrete Projekte oder Anschaffungen möglich. Die Initiative ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung.
bmel.de (Flyer), 500landinitiativen.de (Projektseite)

Augsburg: Stadtführungen von Geflüchteten für Geflüchtete

Das Projekt Willkommenstour ist eine Orientierungshilfe von Geflüchteten für Geflüchtete, die erst vor kurzem in Augsburg angekommen sind, noch wenige bis keine Deutschkenntnisse haben oder mehr von ihrer neuen Stadt kennenlernen wollen. An acht Terminen in diesem Jahr stehen Muttersprachler in sechs verschiedenen Sprachen zur Verfügung, um anhand eines eigens dafür erstellten Stadtplanes die wichtigsten Lokalitäten zu zeigen.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Erfahrungsschatz, den die ausgebildeten Guides mitbringen. Sie haben selbst viele Gänge zu den einzelnen Stationen hinter sich und können wichtige Informationen geben, die über die offiziellen Angaben hinausgehen. Die Guides wurden von den Projektbeteiligten, wie dem Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt, der Volkshochschule, Tür an Tür sowie dem Grandhotel Cosmopolis ausgebildet.

Neben der Orientierungshilfe ermöglicht die von der Robert Bosch Stiftung finanzierte Willkommenstour, Unterstützungsangebote der Stadt kennenzulernen und das Selbsthilfe-Netzwerk unter den Geflüchteten zu vertiefen.
augsburg.de

Einzigartiges Willkommensprojekt: Dresdner Friedenspreis für Domenico Lucano

Domenico Lucano ist mit dem Dresdner Friedenspreis 2017 ausgezeichnet worden. Der Bürgermeister des italienischen Dorfes Riace in Kalabrien schuf mit dem „Dorf des Willkommens“ ein einzigartiges Projekt des Miteinanders von Italienern und Geflüchteten. Bereits seit 18 Jahren werden hier in großer Zahl geflüchtete Menschen aufgenommen und mit Wohnung, Arbeit sowie Sprachunterricht in das Dorfleben integriert. Von derzeit 1.800 Bewohnern Riaces kamen 550 als Geflüchtete.

 

„Mit den Flüchtlingen kam die Hoffnung.“

Domenico Lucano, Bürgermeister des kalabrischen Dorfes Riace, erhielt den Dresdner Friedenspreis 2017.
dnn.de, deutschlandradiokultur.de, dresdner-friedenspreis.de

Freiburg: Neues Wohnprojekt für Geflüchtete und Studenten geplant

Das zu Jahresbeginn verlängerte Wohnprojekt „Längenloh“ im Freiburger Stadtteil Zähringen, bei dem 150 Geflüchtete mit 72 Studierenden zusammenleben (wir berichteten), wird wohl im August beendet. Ein neues Wohnprojekt ist aber schon geplant: Im Stadtteil Waldsee soll eine Unterkunft in ähnlicher Größe wie in Zähringen entstehen, in der Studierende wieder mit Geflüchteten zusammenleben.
fudder.de

Uni Göttingen unterstützt Ehrenamtliche

Mit einem neuen Angebot unterstützt die Universität Göttingen Studierende, die sich für geflüchtete Menschen engagieren möchten. Das Projekt „Integrationstandems & Supervised Networking“ bereitet sie auf ihren Einsatz vor und begleitet die Arbeit mit Workshops und Seminaren.

Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmer an ein langfristiges soziales Engagement heranzuführen und im Bereich der Integration zu qualifizieren. Die Studierenden arbeiten in Tandems und Gruppen zusammen und vernetzen sich mit Ehrenamtlichen, Geflüchteten sowie mit Göttinger Einrichtungen und Initiativen.

In Begleitveranstaltungen erhalten sie zudem eine Einführung in die Themen Ehrenamt und Integration sowie einen Einblick in die aktuelle Situation von geflüchteten Menschen in Göttingen und werden ermuntert, sich mit den eigenen Ressourcen und Kompetenzen auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Punkt ist auch die Anbindung an die Fachinhalte, wie zum Beispiel Sprachkenntnisse oder psychologische und pädagogische Kenntnisse in der Beratung. Supervisionstreffen und offene Gespräche für Teilnehmende und Interessierte runden das Angebot ab. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Zertifikat zu erwerben.
uni-goettingen.de

Niedersachsen: Letzte Notunterkunft für Geflüchtete schließt

Mit dem „Haus Johannes“ in der Hannoverschen Straße in Osnabrück wird dieser Tage die letzte Flüchtlingsnotunterkunft des Landes Niedersachsen geschlossen, da kein Bedarf mehr besteht.

Die von den Maltesern betriebene Notunterkunft im ehemaligen Finanzamt Osnabrück-Land hatte am 8. Februar 2016 den Betrieb aufgenommen und seither 566 geflüchtete Menschen beherbergt, darunter viele Familien mit Kindern aus insgesamt 26 Nationen, die von 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut wurden.

Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf das Innenministerium berichtet, sind derzeit bis zu 6.500 Plätze für Geflüchtete in der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen vorhanden, von denen knapp 3.000 Plätze belegt sind. Zudem stünden 14.500 Reserveplätze zur Verfügung oder seien gegebenenfalls innerhalb weniger Tage und Wochen verfügbar.
noz.de, malteser-osnabrueck.de

Düsseldorf: Integration durch Tischtennis

Sowohl die Düsseldorfer Jonges mit dem Fußballcamp „Kickwinkel“ als auch Borussia Düsseldorf mit „Bunt gehts rund“ engagieren sich bereits in der Flüchtlingshilfe. Diese Erfahrungen werden nun im auf zwei Jahre angelegten Projekt „Tischwinkel“ gebündelt, das sich an jugendliche unbegleitete Flüchtlinge richtet.

Unter Nutzung eines Tischtennis-Mobils mit einem fahrbaren Tischtennis-Tisch sollen in drei Einrichtungen (Flüchtlingsunterkünfte in der Heyestraße, Ludwig-Beck-Straße und Kreuzbergstraße) Tischtennisgruppen für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge bis 17 Jahre eingerichtet werden und monatlich integrative Angebote sowie Wettkampfangebote mit nahgelegenen Jugendfreizeiteinrichtungen im Deutschen Tischtennis-Zentrum stattfinden.
duesseldorferjonges.de

BMFSFJ fördert Elternbegleitung für geflüchtete Familien

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt im Rahmen des Modellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, die Elternbegleitung für geflüchtete Familien anbieten. Ihre Arbeit wird ab dem Frühjahr vom BMFSFJ mit jährlich drei Millionen Euro gefördert.

Elternbegleiter sind früh- und sozialpädagogische Fachkräfte der Familienbildung, die an Kitas, Familienzentren und Familienbildungseinrichtungen aktiv sind. Sie beraten und begleiten Eltern von Kleinkindern bis hin zum Grundschulalter in Bildungs- und Entwicklungsfragen.

Für das neue Modellprogramm können sich freie oder öffentliche Träger bewerben, die in der flüchtlingsbezogenen Elternbegleitung in Einrichtungen der Kinder- Jugend- und Familienhilfe und in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.

Das Bundesprogramm soll nach Auswahl der Projektträger im April 2017 starten und bis Dezember 2020 laufen.
foerderdatenbank.de, elternchance.de

Afghanische Geflüchtete in Bayern sollten Ablehnungs-Bescheide neu prüfen lassen

Christine Kamm, die asylpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen in Bayern, ruft Flüchtlings-Helferkreise und betroffene Unternehmen in ganz Bayern dazu auf, Ausbildungs- und Arbeitsplatzablehnungen für Afghanen neu von den Ausländerbehörden überprüfen zu lassen.

„Es sieht so aus, als könnten Ablehnungen, die sich auf einen ministeriellen Erlass vom Dezember stützen, nun doch positiv beschieden werden.“

Hintergrund ist ein Korrekturschreiben des CSU-Innenministeriums vom 27. Januar, in dem die ursprünglichen Restriktionen relativiert werden. Die neue Position haben Ministeriumsvertreter auch im Landtag kommuniziert. „Im Verfassungsschutzausschuss wurde uns explizit zugesagt, dass keine Flüchtlinge aus Berufsintegrationsklassen oder Ausbildungsverhältnissen heraus abgeschoben werden und dass Arbeitsverbote und Ausbildungsverbote von Afghanen, die in den letzten Wochen erteilt wurden und dies maßgeblich mit der Anerkennungsquote des Herkunftslandes begründen, auf Antrag hin neu überprüft und korrigiert werden“, so Christine Kamm.
gruene-fraktion-bayern.de

Kassel: Stadt startet Projekt für junge Flüchtlinge

„Fit für die Ausbildung“ heißt ein Projekt, mit dem zehn junge, nach Kassel geflüchtete Menschen in den betrieblichen Ausbildungsmarkt integriert werden sollen. Innerhalb von zehn Monaten werden die jungen Flüchtlinge so qualifiziert, dass sie anschließend eine duale Berufsausbildung in der Verwaltung oder der Wirtschaft und insbesondere im Handwerk beginnen können. Das Ausbildungsprojekt geht auf eine Initiative von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zurück.

Das Projekt hat im November 2016 begonnen und dauert zehn Monate. Zehn Geflüchtete zwischen 18 und 25 Jahren nehmen daran teil. Sie stammen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und Indien. Finanziert wird „Fit für die Ausbildung“ vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration aus dem Landesprogramm „Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget“ sowie von der Stadt Kassel.
stadt-kassel.de

Integration Geflüchteter: 350.000 Euro für Hochschulen

Das vom Stiftungsfonds Deutsche Bank und Stifterverband gemeinsam initiierte Förderprogramm „Angekommen, integriert, qualifiziert!" hilft künftig sieben Hochschulen dabei, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zur Aufnahme und zum Abschluss eines Studiums zu motivieren, sie im Studienverlauf zu begleiten und ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Der Stiftungsfonds stellt hierfür insgesamt 350.000 Euro bereit.

Diese sieben Hochschulen erhalten vom Stiftungsfonds Deutsche Bank jeweils 32.000 Euro als Strukturförderung: Weißensee Kunsthochschule Berlin; Universität Bremen; Goethe-Universität Frankfurt; Hochschule Anhalt, Köthen; Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach; Hochschule der Wirtschaft für Management – University of Applied Management Studies, Mannheim; Bergische Universität Wuppertal.

Außerdem erhalten die Hochschulen jeweils weitere 18.000 Euro Fördermittel zur Vergabe von jeweils zehn Jahresstipendien in Höhe von 150 Euro monatlich.
stifterverband.org

NRW: 30 Hochschulen bieten Kurse für Geflüchtete

Das gemeinsam mit dem DAAD konzipierte Programm „NRWege ins Studium" unterstützt seit Januar 2017 die dreißig in Nordrhein-Westfalen teilnehmenden Hochschulen beim Auf- und Ausbau vorbereitender und begleitender Studienangebote und stärkt die Beratungsstrukturen für die fachliche und sprachliche Begleitung von studieninteressierten Geflüchteten.

Damit können je nach Ausgangsniveau der Teilnehmer in diesem Jahr bis zu 2.000 Studienbewerber mit Fluchthintergrund intensiv auf ein Studium an ihrer Hochschule vorbereitet werden. Zusätzlich sollen gut 700 Plätze in studienbegleitenden Kursen eingerichtet werden, um den Studienstart zu begleiten und ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „NRWege ins Studium“ finden sich unter den nachfolgenden Links.
daad.de, wissenschaft.nrw.de

Baden-Württemberg: Förderprogramm zur Qualifizierung Ehrenamtlicher neu aufgelegt

Das Land Baden-Württemberg hat 2016 auf das hohe bürgerschaftliche Engagement in der Flüchtlingshilfe reagiert und Förderprogramme zur Unterstützung und Qualifizierung für Ehrenamtliche aufgelegt.

Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde der Aktionsfonds „Qualifiziert.Engagiert.“ ins Leben gerufen, mit dem Schulungsmaßnahmen aus verschiedenen Themenfeldern förderfähig sind, z.B. Interkulturelles Training, Ehrenamtliche Sprachförderung, Psychische Belastungen und Traumata erkennen und damit umgehen, Rechtliche Rahmenbedingungen und Verfahrensfragen, Aufgabe und Grenzen des Ehrenamtes.

Auch 2017 können sich Flüchtllingshelfer um eine Förderung durch den Aktionsfonds bewerben. Antragsberechtigt sind Kommunen, eingetragene Vereine, in der Flüchtlingshilfe aktive Träger sowie lokale Initiativen.

Neu ist, dass Anträge nun ohne bestimmte Fristen laufend bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg gestellt werden können. Hinzugekommen sind außerdem einige neue Themenfelder, die sich in der praktischen Arbeit ergeben haben. Damit soll die Qualifizierung in der Flüchtlingshilfe Engagierter noch bedarfsgerechter geplant und umgesetzt werden.

Seminare, Schulungen und Workshops für bürgerschaftlich Engagierte in der Flüchtlingshilfe können bis zum 30. Juni 2017 stattfinden. Die Antragstellung ist ab sofort mit dem neuen Antragsformular möglich.
lpb-bw.de (Förderrichtlinien und Antragsformular)

Dortmund: Wegweiser zur Wohnungssuche für Geflüchtete

Der Planerladen e.V. hat einen Wegweiser herausgebracht, der geflüchteten Menschen in Dortmund die Suche nach einer Wohnung erleichtern soll.

Aktuell ist der Wohnungsmarkt in Dortmund sehr angespannt, so dass nur wenig freie Wohnungen zur Verfügung stehen. Vor allem Wohnungen zu niedrigen Mieten für eine Person oder große Familien sind schwer zu finden. Daher kann die Wohnungssuche derzeit lange dauern. Davon sollte sich aber niemand entmutigen lassen, auch wenn die Suche nach einer eigenen Wohnung gerade für neu nach Deutschland gekommene Menschen nicht so einfach ist.

Viele einzelne Schritte sind notwendig, sowohl bei der Suche als auch nach dem Einzug in die eigenen vier Wände. Der Prozess ist vielschichtig und wirft eine Menge Fragen auf: Woher erfahre ich, wo es freie Wohnungen gibt? Wie kann ich Kontakt zum Vermieter aufnehmen? Welche Vorgaben müssen erfüllt sein, damit das Sozialamt oder das Jobcenter die Miete übernimmt? Was kommt alles auf mich zu, wenn ich eine Wohnung gefunden habe? Wer kann mir bei diesen vielen Fragen helfen?

Für Geflüchtete, die noch nicht in einer eigenen Wohnung leben, bietet der Planerladen e.V. nun mit einem dreisprachigen Wegweiser (deutsch, englisch, arabisch) Unterstützung an. Im Rahmen des Integrationsprojektes im Wohnbereich wurde dieser Wegweiser entwickelt, der Antworten auf diese Fragen gibt und Anlauf- und Beratungsstellen benennt, bei denen Geflüchtete Unterstützung bekommen können.

Regina Hermanns, die das Planerladen-Projekt flügge mit dem Ziel der Integration und dem Empowerment von Geflüchteten in Dortmund betreut, erläutert: „In der Broschüre werden die aufeinanderfolgenden Schritte der Wohnungssuche aufgezeigt und mit entsprechenden Hinweisen für Transferleistungsbezieher und den Anforderungen der Leistungsträger (Sozialamt oder Jobcenter) ergänzt: angefangen bei den benötigten Formularen über das Finden von Wohnungsanzeigen bis hin zu Tipps zum Besichtigungstermin und zum Mietvertrag. Der Wegweiser hört aber nicht an der Stelle auf, an der der Mietvertrag unterschrieben wird, sondern geht z.B. auch auf das Möblieren der Wohnung, das Zusammenleben in einer Hausgemeinschaft oder die Abfalltrennung ein.“

Der Wegweiser ist kostenlos in der Integrationsagentur des Planerladen e.V., Schützenstraße 42, 44147 Dortmund (Tel.: 0231/8820700, E-Mail: integration@planerladen.de) und unter dem nachfolgenden Link als Download erhältlich.
planerladen.de (PDF)

Celle: Wohnraum für Geflüchtete gesucht

Um schutzsuchenden Menschen ein Zuhause geben zu können, bittet die Celler Zuwanderungsagentur weiterhin um private Unterstützung. Auch wenn die Zahl der in Celle ankommenden geflüchteten Menschen im Vergleich zu den Vormonaten stark gesunken sei, werde weiterhin geeigneter Wohnraum gesucht. So soll auch zukünftig die dezentrale Unterbringung außerhalb von Sammelunterkünften sichergestellt werden.
celle.de

München: Besonderer Schutz für LGBT-Geflüchtete

Die Stadt München will homo-, bi- und transsexuelle Geflüchtete bald in besonders geschützten Räumlichkeiten unterbringen und betreuen. Das hat der städtische Sozialausschuss kürzlich beschlossen.

In einem ersten Modellprojekt will das Amt für Wohnen und Migration die sogenannten LGBT-Geflüchteten in bis zu fünf Wohngemeinschaften unterbringen und sozialpädagogisch betreuen.

Rückmeldungen aus Beratungsstellen, Unterkünften sowie der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen hätten ergeben, dass es einen akuten Bedarf für eine gesonderte Unterbringung von homo-, bi- und transsexuellen Geflüchteten gibt, für die Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung häufig der ausschlaggebende Fluchtgrund ist.

Darüber hinaus will die Stadt München die Kapazitäten zur Unterbringung von geflüchteten Frauen weiter ausbauen.
muenchen.de

Troll erpöbelt Spenden für syrische Geflüchtete

Was tun gegen rassistische Trolle im Internet? Ignorieren oder endlos dagegen argumentieren? Der als Sohn indischer Immigranten in New Jersey geborene US-Schauspieler Kal Penn, bekannt u.a. durch die „Harold & Kumar“-Filme und verschiedene Serienrollen (u.a. in „Dr. House“ und „How I Met Your Mother“), griff zu einer anderen Maßnahme: Nachdem ihn ein rechter Troll auf Twitter beschimpft hatte, er gehöre nicht in die USA, startete Penn kurzerhand im Namen des Rassisten eine Spendenaktion für syrische Geflüchtete. Mehr als 800.000 US-Dollar sind bereits zusammengekommen.
huffingtonpost.de, twitter.com (Kal Penn), crowdrise.com (Spenden)

Merkel verurteilt US-Einreisestopp

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisestopp für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern (für ihre Verhältnisse) ungewöhnlich scharf kritisiert.

 

„Das Vorgehen widerspricht nach meiner Auffassung dem Grundgedanken der internationalen Flüchtlingshilfe und der internationalen Kooperation."

Der notwendige Kampf gegen den Terror rechtfertige „in keiner Weise einen Generalverdacht gegen Menschen bestimmten Glaubens, in diesem Falle Menschen muslimischen Glaubens" oder einer bestimmten Herkunft, sagte Merkel.
welt.de

Auf Augenhöhe: Begegnungen zwischen Geflüchteten und Einheimischen

Im vergangenen Jahr strahlte der RBB die Dokumentations-Reihe „Auf Augenhöhe" der Autorin Sally Musleh Jaber aus, im Rahmen derer in sechs Folgen jeweils zwei Fotografen, Musiker, Handwerker, Köchinnen, Studentinnen und Lehrer aus Deutschland sowie aus Syrien bzw. dem Irak einen Tag miteinander verbrachten - auf Augenhöhe, versteht sich.

Vor einigen Tagen wurde mit „Update - ein Wiedersehen auf Augenhöhe" eine Fortsetzung ausgestrahlt, bei der sich die Geflüchteten und Einheimischen nach rund einem Jahr erneut begegneten. Nachfolgend haben wir alle Links aus der RBB-Mediathek zu den Episoden dieser empfehlenswerten, weil sehr authentischen und berührenden Doku-Reihe zusammengefasst.
Folge 1, Folge 2, Folge 3, Folge 4, Folge 5, Folge 6, Wiedersehen

Bochum: Zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete

Seit heute bündelt das Amt für Soziales der Stadt Bochum seine Hilfen für Geflüchtete und Asylbewerber. In dem frisch renovierten Gebäude in der Diekampstraße 26 fasst es für das gesamte Bochumer Stadtgebiet die Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die Beratung und Betreuung von Geflüchteten und Asylbewerbern sowie die Verwaltung von Übergangseinrichtungen zusammen. Für jeden der sechs Stadtbezirke in Bochum sind zudem separate Flüchtlingsbüros geplant. Sie sollen Anlaufstellen und Wegweiser für Ehrenamtliche, Geflüchtete sowie Bürgerinnen und Bürger sein.
bochum.de

Handbookgermany: Neuer Online-Knotenpunkt für Geflüchtete in Deutschland

Um zielgerichtet geflüchtete Menschen zu erreichen, hat das Journalistennetzwerk „Neue deutsche Medienmacher“ mit handbookgermany.de ein zentrales Informationsportal für und mit geflüchteten Menschen erstellt. Es ist seit dem 1. Februar online und wird laufend erweitert.

In einer mehrsprachigen Redaktion mit Journalistinnen und Journalisten im Exil werden bestehende Informationsangebote gebündelt, der Mediennutzung der Zielgruppe angepasst und weiterentwickelt. „Vertrauenswürdigkeit ist ein wichtiges Element, denn viele Geflüchtete verlassen sich lieber auf die eigene Community. Wir bringen neben Informationen auch persönliche Erfahrungen ein.“, weiß der syrische Netzaktivist Monis Bukhari, der handbookgermany.de inhaltlich mitentwickelt.

Das neue Portal soll die Menschen dort abholen, wo sie kommunizieren – in den sozialen Netzwerken. Inhalte werden zielgerichtet über Social-Media-Kanäle verbreitet. Die zentrale Informationsplattform ist zudem auf die Nutzung mit Smartphones ausgerichtet und enthält auch niedrigschwellige Angebote: „In unseren kurzen Infovideos werden Themen wie z.B. Familienzusammenführung nicht in komplizierten Texten oder von Experten erklärt, sondern von einem syrischen Vater, der seine Frau und Kinder zu sich geholt hat“, erläutert Konstantina Vassiliou-Enz von den Neuen deutschen Medienmachern. Detailwissen und weiterführende Links gibt es als Ergänzung.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz fördert das Projekt: „Wir schaffen mit dem Portal Handbookgermany.de die Startseite für Flüchtlinge zu Themen wie Arbeit, Bildung, Leben und Wohnen in Deutschland. Das Handbuch ist ein Begleiter für die ersten Jahre, das qualifizierte Information und Alltagsorientierung liefert. Starke Medienpartner wie die Deutsche Welle, Behörden, Verbände und Initiativen unterstützen das Projekt mit Inhalten.“

handbookgermany.de wird von der Telekom und Adobe Systems unterstützt und ist die Weiterentwicklung des Portals refugees.telekom.de, das die Telekom im Herbst 2015 gestartet hatte.
neuemedienmacher.de, bundesregierung.de, handbookgermany.de

Studienkreis: Kostenloser Sprachunterricht für Geflüchtete

Gute Sprachkenntnisse gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen, um geflüchtete Menschen erfolgreich in Schule und Beruf integrieren zu können. Das war für den Nachhilfeanbieter Studienkreis Anlass, um geflüchteten Kindern und Erwachsenen kostenfreien Sprachunterricht zu ermöglichen. Seit dem vergangenen Jahr hat das Institut nach eigenen Angaben mehr als 300 Geflüchtete in Köln, Düsseldorf, Neuss, Lingen und Saarbrücken gefördert.
Sein Engagement will der Studienkreis in diesem Jahr fortführen und ausweiten und ist deshalb der Initiative „Wir zusammen“ beigetreten, einem Zusammenschluss von 150 deutschen Unternehmen, die sich in verschiedenen Projekten für die Integration Geflüchteter engagieren. >> studienkreis.de

Refugee Consulting Germany: Neues Infoportal für Flüchtlingshelfer

Christoph Tiefensee ist seit 2014 ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe im Saarland tätig und musste im Laufe der Zeit feststellen, dass vor allem die Recherchen nach den doch recht umfangreichen Regelungen, Bestimmungen, Gesetzen und Verordnungen eine sehr umfangreiche und zeitaufwendige Aufgabe darstellen. Deshalb hat er das Projekt „Refugee Consulting Germany“ ins Leben gerufen.

Unter rcg-online.eu finden Flüchtlingshelfer gesammelte Informationen, Links und Formulare für eine sinnvolle und effektive Flüchtlingsarbeit. Im Einzelnen bietet das neue Portal Infos zu folgenden Themen:

  • Helferinnen und Helfer im Ehrenamt (Versicherung, rechtl. Grundlagen)
  • Asylverfahren (Unterschiede der einzelnen Anerkennungsarten, etc.)
  • Familiennachzug (Voraussetzung, Unterlagen, Termine)
  • Leistungen (Grundsicherung, Jobcenter, Arbeitsamt etc.)
  • Arbeit und Beruf (Bewerbung, Arbeit, Ausbildung u. Praktikum)
  • Krankenkasse (Wissenswertes zur Gesetzlichen Krankenkasse)
  • Auto, Führerschein und Verkehr (Voraussetzungen für Umschreibung, etc.)
  • Verbraucherportal (Widerrufsrecht, AGB-Fallen, Zahlungsmethoden etc.)

Das Projekt erhebt laut Christoph Tiefensee keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll es auch dem Austausch von persönlichen Erfahrungen und Informationen dienen, lebt letztlich also auch von der Mitwirkung anderer in der Flüchtlingshilfe Engagierter.
rcg-online.eu

Terre des Femmes: Info-Flyer und Patinnen-Projekt

Mit einem Info-Flyer in neun Sprachen (Albanisch, Arabisch, Englisch, Kurdisch, Persisch, Französisch, Serbisch, Patschu und Urdu) klärt die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes geflüchtete Frauen über ihre Rechte auf. Der Flyer informiert mit Hilfe von Illustrationen an einigen Beispielen, dass für Frauen und Männer in Deutschland die gleichen Rechte gelten.
Durch die Illustrationen ist der Flyer auch für Primäre und Sekundäre Analphabeten bzw. ohne entsprechende Sprachkenntnisse verständlich. Es wird deutlich gemacht, dass Frauen über dieselben persönlichen Freiheiten verfügen wie Männer, und dass geschlechtsspezifische Gewaltformen in Deutschland verboten sind. Außerdem sind die Notrufnummern der Polizei und des Hilfetelefons abgedruckt. So sollen Frauen ermutigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie von Gewalt betroffen sind.

Um geflüchteten Frauen die Integration in Deutschland zu erleichtern und zwischenmenschliche Begegnungen zu fördern, startet Terre des Femmes zudem das Patinnenprogramm „CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen“. Für die Patenschaft werden noch engagierte Frauen gesucht, die in Deutschland geboren bzw. erfolgreich integriert sind, in Berlin leben und eine mindestens einjährige Patenschaft übernehmen möchten.

Die Patinnen werden die geflüchteten Frauen durch wöchentliche Treffen bei ihrem Ankommen in Deutschland begleiten und sie bei ihrer Integration unterstützen. Bevor die Patenschaft beginnt, wird laut Terre des Femmes voraussichtlich Ende März eine umfassende zweieinhalbtägige Schulung stattfinden.
frauenrechte.de (Flyer), frauenrechte.de (Patinnen)

Uni Göttingen: DAAD fördert Integration Geflüchteter

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Integration von geflüchteten Menschen an der Universität Göttingen mit über 600.000 Euro für weitere zwei Jahre.

Im Rahmen seines Programmes „Integra“ unterstützt der DAAD die Studienvorbereitung durch Sprachkurse am Institut für Interkulturelle Kommunikation in Kooperation mit der Uni Göttingen.

Während des ersten Durchgangs im Jahr 2016 nahmen 89 geflüchtete Menschen an dem kostenlosen Angebot teil. Neben dem Sprachunterricht vermittelt das Institut Kontakte zu den einzelnen Studiengängen und bietet individuelle Beratung an; bei Bedarf wird auf psychologische und juristische Hilfe verwiesen. Mit den nun bewilligten Mitteln in Höhe von rund 520.000 Euro werden über 750 Kursplätze für ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die nächsten zwei Jahre finanziert.

Im Programm „Welcome“ fördert der DAAD die Integration studierfähiger Geflüchteter durch den Einsatz studentischer Hilfskräfte. Sieben Hilfskräfte werden in den kommenden zwei Jahren mit rund 80.000 Euro finanziert. Sie bereiten unter anderem Informationen für Geflüchtete, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf, unterstützen die fachbezogene Sprachförderung oder stellen Online-Materialien für studienspezifische Lernangebote für Flüchtlinge zusammen.
uni-goettingen.de

Arbeitsagentur erwartet schnelle Integration Geflüchteter

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) geht davon aus, dass sich die nach Deutschland geflohenen Menschen auf dem Arbeitsmarkt langfristig gut integrieren werden.

 

„Wir rechnen damit, dass im ersten Jahr zwischen acht und zehn Prozent von ihnen Arbeit finden werden, im fünften Jahr wird rund die Hälfte einen Job haben, nach 15 Jahren dann etwa 70 Prozent."

Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit
zeit.de

Städteregion Aachen: Letzte Notunterkunft geschlossen

Zum Jahresende 2016 ist in Monschau-Höfen die letzte Notunterkunft der Städteregion Aachen für geflüchtete Menschen geschlossen worden. Um allen Helfern „Danke“ zu sagen und gemeinsam auf die zeitweise sehr turbulenten Monate zurückzublicken zu können, wurde eine kleine Abschiedsfeier veranstaltet. Die Städteregion hatte seit Anfang Oktober 2015 sieben Notunterkünfte mit insgesamt 1.103 Plätzen betrieben.
aachener-nachrichten.de, staedteregion-aachen.de

München: Syrisch-bayerische Band gegründet

Die beiden geflüchteten syrischen Musiker Ehab Abo Fakhir und Abathar Kmash kamen im Januar 2016 nach München und trafen im Theater am Sozialamt (TamS) auf den experientierfreudigen Multiinstrumentalisten Ardhi Engl. Inzwischen haben die drei zusammen mit dem Percussionist Rudolf Roth das A.E.R.A.-Quartett gegründet. Gemeinsam gelingt der Formation ein ganz eigener spielerischer Brückenschlag: die Verwebung europäischer Klassik und bayrischer Volksmusik mit arabischen Elementen.

Wer neugierig geworden ist, kann sich heute und morgen Abend bei zwei Konzerten der Musiker unter dem Titel „A Syrian-Bavarian Connection" im TamS-Theater in München-Schwabing selbst überzeugen. Karten gibt es für 20 Euro (ermäßigt: 13 Euro).
tamstheater.de

Uni Freiburg bereitet Geflüchtete aufs Studium vor

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert über das Integra-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts in den kommenden beiden Jahren erneut Vorkurse an der Universität Freiburg, die Geflüchtete darauf vorbereiten, ein Studium an einer deutschen Hochschule aufzunehmen. Das BMBF stellt der Uni dafür insgesamt knapp 300.000 Euro bereit.

Der nächste Vorkurs findet von April bis Dezember 2017 statt. Vorgesehen sind zwei Klassen mit jeweils bis zu 22 Plätzen, für die sich Interessierte bis zum 16. Februar online bewerben können. Geflüchtete können sich zudem am 2. Februar 2017 ab 18 Uhr im Hörsaal 1098, Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3 über den Vorkurs und die Bedingungen zur Teilnahme informieren.
uni-freiburg.de (mit weiterführenden Links)

Uni Potsdam: Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte

Noch bis zum 10. Februar können sich Lehrerinnen und Lehrer, die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, für einen neuen Durchgang des „Refugee Teachers Program“ an der Universität Potsdam bewerben. Voraussetzungen sind ein Universitätsabschluss, Berufspraxis als Lehrerin oder Lehrer an einer Schule in der Heimat, der Flüchtlingsstatus und Englischkenntnisse auf Niveau B1. Ein neuer Kurs beginnt im April. Weitere Infos gibt es unter dem nachfolgenden Link.
uni-potsdam.de

BAMF-Chefin Cordt: Trennung in Anhörer und Entscheider aufheben

Jutta Cordt, die neue Präsidentin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), prüft laut einem Bericht des „Focus“ eine Änderung im Ablauf der Asylverfahren: So könnte die bisherige gängige Praxis, wonach bestimmte Mitarbeiter die Fluchtgründe der Asylbewerber angehört, andere dann aber über die Anträge entschieden haben, aufgehoben werden.

Die über 400.000 Altanträge von Asylbewerbern aus den vergangenen zwei Jahren sollen laut Cordt zudem „bis zum Ende des Frühjahrs“ abgearbeitet sein.
focus.de

Zum Jahreswechsel noch rund 400.000 offene Asylanträge in Deutschland

Laut Frank-Jürgen Weise, der wie berichtet zum Jahresbeginn die Leitung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) an Jutta Cordt abgab, wurden 2016 zwar 700.000 Entscheidungen zu Asylverfahren getroffen, dennoch nehme das BAMF 300.000 neue Anträge mit ins neue Jahr, die noch entschieden werden müssen. Als Grund führt er an, dass der Personalaufbau ein Vierteljahr länger als geplant gedauert habe. Hinzu kämen 100.000 Fälle, in denen noch intensiv recherchiert werden müsse, etwa weil Dokumente fehlen bzw. Anfragen bei Botschaften laufen.
focus.de

 

 

„Wer heute einen Antrag stellt, kann im Durchschnitt schon nach weniger als drei Monaten mit einem Bescheid rechnen.“

Frank-Jürgen Weise, bis Ende 2016 Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Köln: 840 Geflüchtete in Wohnungen vermittelt

Wie die Stadt Köln mitteilt, konnten im vergangenen Jahr durch das Projekt „Auszugsmanagement" des Amtes für Wohnungswesen, das Geflüchtete bei der Wohnungssuche unterstützt, 840 Personen in 293 Wohnungen vermittelt werden.

Auch im Jahr 2017 ist das Auszugsmanagement weiterhin auf die Unterstützung der Bevölkerung bei der Wohnungssuche angewiesen. Kölnerinnen und Kölner, die freien Wohnraum zur Verfügung stellen können, finden hier weitere Informationen.
stadt-koeln.de

Hamburg: Förderung für Integration geflüchteter Frauen

Das rot-grüne Regierungsbündnis in Hamburg hat beschlossen, Geld aus dem Integrationsfonds für ein Projekt zu beantragen, das sich speziell an geflüchtete Frauen ohne formelle Ausbildung richtet. Rund 177.000 Euro sollen in das Projekt LibertA der Vereine Made auf Veddel und BIN fließen, in dem geflüchtete Frauen unter professioneller Anleitung nähen, stricken und häkeln lernen und parallel dazu in Deutsch- und Integrationskursen ihre sprachlichen Kompetenzen stärken können.
welt.de

DIW: Geflüchtete als Konjunkturprogramm für Deutschland

Die hohen staatlichen Ausgaben für geflüchtete Menschen sowie private Mehrausgaben der Migranten stimulieren laut einem Bericht der „Rheinischen Post“ nach Einschätzung von führenden Ökonomen die Konjunktur und tragen dauerhaft zu mehr Wachstum bei.


„Die staatlichen Ausgaben für Geflüchtete haben 2016 das Wirtschaftswachstum um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöht. Der positive Effekt der Geflüchteten auf die Wirtschaftsleistung wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken."

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)
rp-online.de

Berlin: Berufsmesse für Geflüchtete ausgebucht

Am 25. Januar findet im Estrel Berlin erneut eine Jobbörse statt, die arbeitssuchende Geflüchtete und Migranten mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringen soll. Mit 4.200 angemeldeten Teilnehmern ist die Jobbörse schon jetzt ausgebucht. Insgesamt haben 189 Aussteller mehr als 3.000 offene Ausbildungsplätze, Praktika und Jobs in unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen gemeldet.

Die Schirmherrschaft der Messe hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller übernommen. Veranstaltet wird die Jobbörse bereits zum zweiten Mal vom Estrel Berlin in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Berlin Süd. Die Erstauflage der Messe fand wie berichtet im Februar 2016 statt.
estrel.com

Düsseldorf: Geflüchtete ziehen aufs Gelände der Bergischen Kaserne

Die Stadt Düsseldorf hat auf dem ehemaligen Sportplatz der Bergischen Kaserne in Hubbelrath elf Leichtbauhallen und weitere Container zur Unterbringung von insgesamt 384 geflüchteten Menschen errichtet. Acht Hallen mit festen Wänden und doppeltem Zeltdach dienen als Unterkunft, drei sind als Speise- und Aufenthaltsräume mit je 140 Plätzen vorgesehen. Dazu kommen je 16 Toiletten- und Duschcontainer und acht Container mit je vier Waschmaschinen und Trockner. Außerdem gibt es weitere acht Container für Pförtner, Verwaltung, Beratung und Lager sowie acht Kinderwagen-Überdachungen.
lokalkompass.de, duesseldorf.de

Uni Bielefeld: Was die Gesundheitskarte für Geflüchtete bringt

Elektronische Gesundheitskarten sollen Geflüchteten in Deutschland unbürokratisch zu medizinischer Versorgung verhelfen. Bewirkt diese Regelung auch, dass sich diese Menschen als selbstbestimmt empfinden und gesellschaftlich besser mitwirken können? Das untersucht jetzt ein Projekt der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Es ist eins von zwei neuen Forschungsprojekten der Fakultät zu sozialer Teilhabe und Gesundheit von Geflüchteten. Beide Studien starten im Februar 2017, gefördert vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Gesundheitswissenschaftler Professor Dr. Oliver Razum und Judith Wenner leiten die neuen Projekte.

Das Projekt zur Gesundheitskarte heißt „Soziale Teilhabe durch Gesundheit: Analyse der Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete in NRW“, das zweite Projekt „Vergleichsdatenbank für quantitative Forschung zu Gesundheit und gesundheitlicher Versorgung Geflüchteter“. Die Datenbank soll repräsentative Studien bereitstellen, die Vergleiche zwischen der Gesundheit von Geflüchteten mit anderen Gruppen erlauben, die in Deutschland leben.

Die beiden Projekte werden mit insgesamt 365.000 Euro gefördert und laufen bis Ende 2019. Sie gehören zum Forschungsschwerpunkt „Flucht und Gesundheit“ der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.
ekvv.uni-bielefeld.de

Subsidiärer Schutz: BAMF unterliegt vor dem OVG Thüringen

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat die im Jahr 2016 bei ihm anhängigen Anträge der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), auf Zulassung der Berufung in Asylstreitigkeiten syrischer Staatsangehöriger als unzulässig abgelehnt. Wie das OVG mitteilt, sind damit die angegriffenen Urteile des Verwaltungsgerichts Meiningen, welches die Bundesrepublik verpflichtet hatte, den Klägern den vollen Flüchtlingsstatus nach § 3 Asylgesetz zuzuerkennen, rechtskräftig.

Rund 100 nach Thüringen geflohene Syrer hatten zuvor am VG Meiningen gegen den ihnen vom BAMF zugesprochenen Status des „subsidiären Schutzes“ geklagt, der auf ein Jahr begrenzt ist und keinen Nachzug von Familienangehörigen ermöglicht. Die Kläger behalten durch die Entscheidung des OVG Thüringen, die Anträge des BAMF auf Berufung nicht zuzulassen, nun endgültig ihren Status als anerkannte Geflüchtete.

Erleichtert auf die OVG-Entscheidung reagierte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Sabine Berninger: „Auch wenn damit leider vom OVG keine Entscheidung der Frage, ob syrische Geflüchtete in ihrem Herkunftsland Verfolgung ausgesetzt sind und daher als Flüchtlinge gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt werden müssen, getroffen wurde, stärkt das OVG mit der Entscheidung die Rechte der geflüchteten Menschen im Verfahren."

Berninger rät allen aus Syrien geflüchteten Menschen, die Entscheidung des BAMF, nur den subsidiären Schutzstatus anzuerkennen, in jedem Fall auf dem Klageweg anzugreifen. „Viele Geflüchtete und auch UnterstützerInnen haben Angst vor dem Klageweg, weil sie befürchten, im Falle einer Niederlage auch den subsidiären Schutz als Bürgerkriegsflüchtlinge zu verlieren. Diese Befürchtung ist aber unbegründet, eine Schlechterstellung gibt es bei diesem Verfahrensschritt nicht. Wichtig ist, die äußerst kurze Frist von zwei Wochen einzuhalten, die nach Zugang des Bescheides vom BAMF bleibt", so Berninger.
neues-deutschland.de, die-linke-thl.de, thovg.thueringen.de

Hessen: Hochschulen erhalten 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe

100.000 Euro gehen an die Justus-Liebig-Universität Gießen für ihr Gasthörerprogramm sowie Integrationsangebote der Fachbereiche. Das hessische Wissenschaftsministerium hat den Hochschulen des Landes insgesamt 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe bewilligt. Die Hochschulen können so die Beratungs- und Betreuungsangebote fortführen, die sie im vergangenen Jahr mit Hilfe einer ersten Förderung des Ministeriums eingerichtet hatten.
fnp.de, wissenschaft.hessen.de

Spenden für Geflüchtete: Erleichterungen verlängert

Bereits im September 2015 hatte das Bundesfinanzministerium im Einvernehmen mit den Bundesländern Vereinfachungen für private Spender und steuerbegünstigte Organisationen beschlossen. Diese ursprünglich bis Ende 2016 befristeten Regelungen wurden nun bis Ende 2018 verlängert.

Die wichtigsten Vereinfachungen: Für Sonderkonten von Hilfsorganisationen zur Unterstützung von Geflüchteten gilt weiterhin der vereinfachte Spendennachweis: Es genügt z.B. ein Bareinzahlungsbeleg, der Kontoauszug eines Kreditinstituts oder bei Online-Banking der PC-Ausdruck. Eine Betragsbegrenzung gibt es nicht.

Alle gemeinnützigen Organisationen dürfen unabhängig von ihren eigentlichen Satzungszwecken Spenden für geflüchtete Menschen sammeln, wenn sie auf die Sonderaktion hinweisen. Auch nicht gemeinnützige Organisationen können auf Treuhandkonten Spenden zur Förderung der Hilfe für Geflüchtete sammeln. Die Zuwendungen an diese Sammelstellen sind steuerlich abziehbar, wenn die Gelder der Sammlung an eine gemeinnützige Organisation zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge weitergeleitet werden. Zudem gelten Nachweiserleichterungen für gemeinnützige Organisationen bei der Unterstützung von Geflüchteten: So kann insbesondere auf den Nachweis der Hilfebedürftigkeit verzichtet werden.

Schenkungen zu ausschließlich mildtätigen Zwecken zugunsten der Hilfe für geflüchtete sind darüber hinaus von der Schenkungsteuer befreit.
handelsblatt.combundesfinanzministerium.de

Anfragen-Rekord von Geflüchteten beim Suchdienst des DRK

Im vergangenen Jahr haben sich so viele Geflüchtete wie noch nie mit Anfragen beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes gemeldet. Von Januar bis zum Stichtag 21. Dezember haben sich demnach 2.724 geflüchtete Menschen auf der Suche nach Angehörigen ans DRK gewandt, rund 66 Prozent mehr als 2015. Die meisten Anfragen kamen von Menschen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Eritrea und Irak. In etwa jedem zweiten Fall konnte das DRK mit seinem internationalen Netzwerk weiterhelfen.
stuttgarter-zeitung.de

Köln: Mindeststandards zur Unterbringung Geflüchteter beschlossen

Der Kölner Stadtrat hat in dieser Woche verbindliche Mindeststandards für die Unterbringung und Betreuung geflüchteter Menschen beschlossen, von denen derzeit mehr als 13.300 in städtischen Einrichtungen untergebracht sind. So wird unter anderem der personelle Betreuungsschlüssel für die Sozialarbeiter in den als Notunterkunft genutzten Standorten an der Friedrich-Naumann-Straße (Porz-Eil) und Matthias-Brüggen-Straße (Ossendorf) auf 1:60 (bisher 1:80) festgesetzt. Gleiches gilt mit Blick auf alle Leichtbauhallen-Standorte sowie noch belegte Turnhallen. Für die übrigen Einrichtungen soll ein detailliertes Betreuungskonzept ausgearbeitet und dem Rat bis März 2017 vorgelegt werden.

Ebenfalls bis zum März soll die Verwaltung ein Umsetzungskonzept vorlegen, um das Ehrenamt zu stärken. Darin sollen insbesondere die Eigenarten und unterschiedlichen Bedarfe in den Stadtteilen berücksichtigt werden. Für die medizinische Versorgung soll die Verwaltung zudem Verbesserungsvorschläge erarbeiten, die insbesondere die Situation in den kleineren Notunterkünften berücksichtigen. Wie die Stadt betont, werden die Mindeststandards nur „vorübergehend aufgrund des enormen Handlungsdrucks bei der Flüchtlingsunterbringung“ angewandt.

Darüber hinaus wurde bekanntgegeben, dass die Stadt Köln nun spezielle Wohneinheiten für homo-, bi-, trans- und intersexuell veranlagte Geflüchtete, sogenannte LSBTI-Schutzbedürftige, bereitstellt und die ersten fünf solcher Plätze bereits bezogen wurden. Weitere LSBTI-Wohngemeinschaften sollen von der Stadt Köln in Kürze zur Verfügung gestellt werden.
stadt-koeln.de, (Standards), stadt-koeln.de (LSBTI)

Berlin: In die Umquartierung von Geflüchteten kommt Bewegung

Nach Informationen des „rbb“ werden im Laufe der nächsten Tage rund 800 Geflüchtete aus Sporthallen in eine Unterkunft in der Heerstraße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und zwei Containerdörfer in Lichtenberg und Pankow umziehen können. Dann sollen insgesamt neun Berliner Turnhallen sollen wieder für den Sport genutzt werden können. Der neue rot-rot-grüne Senat hatte wie berichtet letzte Woche angekündigt, den Umzug von Geflüchteten aus Sporthallen in menschenwürdige Unterkünfte beschleunigen zu wollen.
rbb-online.de

Freiburger Wohnprojekt: Studenten und Geflüchtete wünschen sich Verlängerung

150 Geflüchtete und 72 Studierende leben in Freiburg in einem integrativen Wohnprojekt (wir berichteten) zusammen. Allerdings war das Projekt von Beginn an auf sechs Monate bis März 2017 begrenzt. Die Geflüchteten und Studierenden wollen nun aber, dass dieses deutschlandweit einzigartige Projekt verlängert wird. Die Stadt zeigt sich dem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen und will eine Verlängerung prüfen, berichtet die „Badische Zeitung“.
badische-zeitung.de

Mannheim: Flüchtlingsfonds für 2017 freigegeben

Der Mannheimer Gemeinderat hat für 2017 einen mit 150.000 Euro ausgestatteten Fonds für Initiativen und Ehrenamtliche, die sich in der Mannheimer Flüchtlingshilfe engagieren, bewilligt. Über den Fonds wurden nach Angaben der Stadt Mannheim 2016 insgesamt 55 Projekte aus der bürgerschaftlichen Mannheimer Flüchtlingshilfe erfolgreich gefördert. 2017 liegt der Fokus vor allem auf der Förderung von Projekten und Aktivitäten, die das gesellschaftliche Miteinander und die sozialen Strukturen unterstützen - insbesondere in den Stadtteilen, in denen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes errichtet wurden.

Auch die Schaffung von Begegnungs- und Informationsmöglichkeiten, Schulungen sowie sonstigen Zusammenkünften, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienen, sowie Maßnahmen, die zur Erhöhung der interkulturellen Kompetenz aller Beteiligten beitragen, können gefördert werden. Dies gilt ebenso für Schulungsmaßnahmen von ehrenamtlichen Helfern zu bürgerschaftlichem Engagement in der Flüchtlingshilfe, die Unterstützung von Tagesstrukturangeboten für Geflüchtete und die Unterstützung von Angeboten, die das Demokratieverständnis fördern.
swr.de, mannheim.de

RefuShe: Neue App unterstützt geflüchtete Frauen

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens bietet geflüchteten Frauen mit der kostenlosen App „RefuShe“ ab sofort leicht verständliche Informationen unter anderem über die Lebensweise und Gesellschaft in Deutschland, Grundwerte wie Gleichstellung und Selbstbestimmung sowie Hilfsangebote für Frauen. „Die App soll das Ankommen in Nordrhein-Westfalen erleichtern, die Frauen unterstützen und ihnen ein Bewusstsein dafür vermitteln, dass sie hier frei und gleichberechtigt leben können“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens bei der Vorstellung.

In der App RefuShe, die ab sofort für Android-Smartphones in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Paschtu) zur Verfügung steht, werden unter anderem Videos eingesetzt, die Grundrechte wie Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung erklären. Thematisiert wird beispielsweise Selbstbestimmung, der Umgang mit Sexualität in Deutschland, und dass jeder Mensch hier seinen individuellen Lebensstil verwirklichen kann, so lange niemand anders deswegen in seinen Rechten eingeschränkt wird.

Außerdem bietet die App von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen Kontaktdaten von Frauenberatungsstellen und Hilfeeinrichtungen sowie Notrufnummern. Eine Navigationsfunktion führt die Nutzerinnen zu Beratungsstellen in ihrer Nähe.
wdr.de, dw.com, mgepa.nrw.de

Trekstor: Spezielles Tablet soll Integration erleichtern

Trekstor bringt in Zusammenarbeit mit Microsoft, HeiReS und der Organisation Stifter-helfen das LingoTab heraus. Das Tablet kommt mit dreisprachiger Anstecktastatur, bei der neben dem deutschen auch das englische und arabische Layout auf die Tasten aufgedruckt sind, einem Headset sowie vielen Anwendungen, um die Integration von Geflüchteten durch moderne Technik zu erleichtern. Vor allem soll es dabei helfen, Sprachbarrieren zu durchbrechen, und den Zugang zu wichtigen Informationen bezüglich Landeskultur, Behördengängen oder Formularen ermöglichen.

Dazu gibt es ein speziell auf Geflüchtete abgestimmtes Softwarepaket. Anwendungen wie die multilinguale Welcome-App von HeiReS sowie die Sprach-Lern-Programme Schlaumäuse und Languagenut sollen bei der Orientierung und dem Erwerb von Sprachkenntnissen helfen.

Das LingoTab kann von Non-Profit-Organisationen über Stifter-helfen in der aktuellen Aktion zu einem Selbstkostenpreis von 162,90 Euro bezogen werden.
areamobile.de, trekstor.de, stifter-helfen.de

Stuttgart: Stadt schafft Dienstleistungszentrum für Geflüchtete

Die Stadt Stuttgart schafft in der Jägerstraße ein Dienstleistungszentrum für geflüchtete Menschen, in dem diese alles für ihre ersten Schritte aus einer Hand erhalten sollen.

Bereits seit Juli ist dort das Sozialamt mit der neuen „Abteilung Flüchtlinge" und dem „Bürgerservice Soziale Leistungen" dort vertreten. Nun folgt das Amt für öffentliche Ordnung mit dem „Sachgebiet Flüchtlinge" der Ausländerbehörde. Anfang nächsten Jahres werden laut einer Mitteilung der Stadt zudem die Abteilung „Migration und Teilhabe" des Jobcenters sowie der „Ausbildungscampus" ihre Arbeit in dem Gebäude aufnehmen.

Die Abteilung Flüchtlinge im Sozialamt ist federführend bei der Unterbringung der Geflüchteten, die nach dem „Stuttgarter Modell" erfolgt. 44 Mitarbeiter kümmern sich um Zuweisung und Aufnahme von Geflüchteten in die Unterkünfte, das Belegungsmanagement, die Akquise, oder den Unterhalt der Unterkünfte. 41 Mitarbeiter des Bürgerservice Soziale Leistungen versorgen Geflüchtete mit Transferleistungen.

Die Abteilung Migration und Teilhabe des Jobcenters wird im Frühjahr 2017 ihre Arbeit aufnehmen. 20 Mitarbeiter kümmern sich dann um 2.600 Geflüchtete, die einen Aufenthaltstitel haben, und unterstützen diese u.a. bei der Sicherung des Lebensunterhalts und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Ebenfalls im Frühjahr 2017 startet der Ausbildungscampus, in dem Vertreter von Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozial- und Jugendamt, der Abteilung Integration, freie Träger, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Region Stuttgart zusammenarbeiten. Sie sind Servicepartner für die Geflüchteten und die Unternehmen der Region. Ziel ist es, vor allem jungen Geflüchteten aus dem Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse („VABO-Klassen") Perspektiven zu eröffnen. Die rund 370 Schüler sollen leichter in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. Unternehmen werden zudem beraten, wie sie Geflüchtete ausbilden und einstellen können.
stuttgart.de

Städteregion Aachen: Infoveranstaltung für Helfer

Das Kommunale Integrationszentrum StädteRegion Aachen lädt für den 21. Dezember in Monschau zu einer Infoveranstaltung unter dem Motto „Ehrenamtskultur: Positionsbestimmung und Selbstverständnis von Ehrenamtlichen im Engagement für Geflüchtete“ ein. Die Veranstaltung findet im Rahmen des landesweiten Projekts „KOMM AN – NRW“ statt.
staedteregion-aachen.de

Berlin: Zügige Belegung fertiger Unterkünfte angekündigt

Der neue rot-rot-grüne Senat in der Hauptstadt will den Umzug von Geflüchteten aus Sporthallen in menschenwürdige Unterkünfte beschleunigen. „Da sich die Situation in den Turnhallen verschlechtert und teilweise prekäre Bedingungen herrschen, sollen bereits während der Laufzeit der Ausschreibungen temporäre Lösungen gefunden werden“, kündigte der Senat gestern in einer Pressemitteilung an. Um auf die langwierigen, aber rechtlich vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren für die neuen Unterkünfte zumindest vorläufig zu verzichten, beruft sich der Senat auf das im Berliner Polizeigesetz enthaltene Konstrukt der „Gefahrenabwehr". Derzeit sind noch rund 2.800 Geflüchtete in Berliner Sporthallen untergebracht.
morgenpost.de, rbb-online.de, berlin.de

Einwanderung in Deutschland: Integrationsbericht vorgelegt

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, hat am vergangenen Freitag ihren Lagebericht vorgestellt, der umfangreiche Daten zu Bereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Ehrenamt zusammenträgt. Der 733 Seiten umfassende Bericht trägt den Titel „Teilhabe, Chancengleichheit und Rechtsentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft" und untersucht den Zeitraum Juni 2014 bis Juli 2016.
focus.de, faz.net, spiegel.de, bundesregierung.de (Bericht als PDF)

Paris: Liebesschlösser für die Flüchtlingshilfe

2016-12-09-liebesschloesser-302x200Der Brauch von Paaren, ihre Liebe mit gravierten Vorhängeschlössern an Brücken zu demonstrieren, macht vor kaum einem touristischen Hotspot halt. Doch immer häufiger sind die Liebesschlösser den Verantwortlichen der Städte ein Dorn im Auge. Grund ist meist weniger die Ästhetik als vielmehr das Gewicht: Denn wo Zigtausende solcher Schlösser hängen, kann die Liebe für manches Bauwerk zu schwer wiegen. So geschehen in Paris, wo 2014 das Geländer einer Fußgängerbrücke unter der Last der vielen Vorhängeschlösser eingebrochen war.

Die Stadt Paris entschied daraufhin, der symbolisch zur Schau gestellten ewigen Liebe mit Bolzenschneidern den Garaus zu machen und die Schlösser von den Brücken der Stadt zu entfernen. Das mag unromantisch anmuten, hat nun aber neben der Entlastung für die Brücken auch einen ganz praktischen Nutzen finanzieller Art: Ein Teil der Schlösser soll an Sammler und Touristen verkauft, der Rest eingeschmolzen und als Wertstoff zu Geld gemacht werden. Der Erlös - die Stadt hofft auf über 100.000 Euro – soll komplett den Geflüchteten in der Metropole an der Seine zugutekommen.
ze.tt

Grenzenlose Wärme: Dortmunder Studierende helfen in Griechenland

grenzenlose-waerme-logo16 Studenten der FH Dortmund starten das Hilfsprojekt „Grenzenlose Wärme“ für Geflüchtete in Griechenland. Konkret fährt das Team am 27. Dezember mit drei Transportern voll mit bereits gesammelten Spenden in ein Flüchtlingscamp in die Nähe von Athen, um die Spenden zu verteilen und um die ehrenamtlichen Helfer dort über die Feiertage und den Jahreswechsel beispielsweise bei der Essensausgabe oder bei der Durchführung von Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche zu entlasten. Geld- und Sachspenden (besonders Winterkleidung) sind herzlich willkommen!
lokalplus.nrw, grenzenlose-wärme.de (Projektseite)

SpraBo: Sprachkompetenz und Berufsorientierung für Geflüchtete

Gestern startete in Berlin mit SpraBo ein Projekt, das sich speziell an geflüchtete Menschen mit Interesse an Gesundheitsberufen richtet. Das Pilotprojekt von Charité, Vivantes und des IQ Landesnetzwerks Berlin verfolgt das Ziel, ihnen eine berufliche Qualifizierung zu ermöglichen und damit ihren Zugang zum Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Rund zwanzig interessierte Frauen und Männer aus vielen Herkunftsländern haben nun mit dem ersten Kurs begonnen. Betreut werden sie von Pflegepädagoginnen und –pädagogen der Projektpartner. Bis Ende 2018 sind vier sogenannte SpraBo-Kurse geplant.
berlin.de

Schon über 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen

Über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums sind seit Mai 2016 bereits mehr als 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen entstanden. Das Patenschaftsprogramm wird gemeinsam mit 19 Programmträgern umgesetzt, darunter die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen oder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros.

Die Patenschaften reichen von Vormundschaften oder Gastfamilien über regelmäßige praktische Unterstützung bei der Bewältigung erster Behördengänge und des Alltags im Gastland bis hin zu Hausaufgabenbetreuung. Ein weiterer Ansatz sind Bildungsmentorenschaften, die Geflüchteten im Rahmen eines Modellprojekts der ZEIT-Stiftung helfen, Bildungsabschlüsse zu sichern.

Auch werden nicht nur 1:1 Patenschaften gefördert, Engagierte können auch Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen übernehmen.
bmfsfj.de

Niedersachsen: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Geflüchteten

Seit 2012 können im Ausland erworbene Berufsabschlüsse gesetzlich in Deutschland anerkannt werden. Für Geflüchtete mit Berufsabschluss ist das eine Chance. Doch vielen ist unklar, wie ein Anerkennungsverfahren finanziert werden kann, oder was passiert, wenn die notwendigen Dokumente nicht vollständig sind.

Mit dem neuen Projekt „Fokus Flucht: Berufliche Orientierung für Geflüchtete“ setzt sich der Flüchtlingsrat Niedersachsen dafür ein, dass alle Geflüchteten die Chance auf einen qualifikationsadäquaten Arbeitsplatz erhalten. Das Projekt unter Leitung von Vivien Hellwig unterstützt insbesondere geflüchtete Frauen bei ihrer beruflichen Orientierung.

Dabei werden für Geflüchtete und Unterstützende nicht nur Informationen über das Anerkennungsverfahren und die Angebote im Rahmen des IQ Netzwerks Niedersachsen (IQ – Integration durch Qualifizierung) bereitgestellt, sondern auch spezielle Workshops für geflüchtete Frauen angeboten.
nds-fluerat.org

DIMR: Bericht über Menschenrechtssituation in Deutschland

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat seinen ersten Bericht an den Bundestag über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland vorgestellt. Gemäß dem Gesetz über die Rechtsstellung und Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMRG) legt das Institut dem Deutschen Bundestag einen solchen Bericht ab 2016 jährlich vor. Das Gesetz sieht vor, dass der Bundestag zum Bericht des Instituts Stellung nehmen soll.

Der größte Teil des rund 160-seitigen Berichts, der den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016 umfasst, ist dem Thema Flucht gewidmet. Kritisiert wird unter anderem, dass etliche Gesetzesänderungen, wie die beiden Asylpakete und das Integrationsgesetz, menschenrechtlich problematisch seien, beispielsweise die Einschränkung des Familiennachzugs, Wohnsitzauflagen oder die Einstufung von weiteren Ländern als „sichere Herkunftsstaaten". In einigen Bereichen habe es jedoch auch positive Veränderungen gegeben, wie zum Beispiel den Bürokratieabbau beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Besorgt zeigt sich Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts, mit Blick auf den wachsenden Rassismus und die steigende Gewalt gegen Geflüchtete:

Beate Rudolf

„Ich finde es empörend, dass Menschen das Dach über dem Kopf angezündet wird, die gerade ihre zerbombten Häuser verlassen mussten. Für Hass und Gewalt gibt es keine Rechtfertigung."

institut-fuer-menschenrechte.de, institut-fuer-menschenrechte.de (Bericht als PDF)

Hessen: Mehr Geld für Landesprogramm „WIR“

Der Etat für das hessische Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) zur Integration von Geflüchteten wird im kommenden Jahr von 4,6 Millionen auf 8,85 Millionen Euro fast verdoppelt. Grundlage des Programms sind Sprachkurse, in denen auch gesellschaftliche Werte und Strukturen und grundlegende Informationen zur Alltagsbewältigung vermittelt werden.

Ein Kernpunkt der nun beschlossenen zusätzlichen Förderung ist die Entlastung der Kommunen durch neu geschaffene WIR-Fallmanager, deren Einsatz mit 1,65 Millionen Euro gefördert wird. Sie sollen Geflüchteten einen Überblick über die bestehenden Angebote geben und sie passgenau zu den zuständigen Stellen weiterleiten. Um dies in Breite zu tragen, sollen sie ein Lotsen- bzw. Patennetzwerk auf kommunaler Ebene aufbauen und begleiten. Auch sollen sie die Koordination zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen unterstützen. Dabei sollen sie eng mit den bereits eingeführten WIR-Koordinationen und den für Geflüchtete zuständigen Stellen kooperieren.

Zudem stellt die hessische Landesregierung ab 2017 jährlich zusätzlich 500.000 Euro zur Förderung modellhafter Vorhaben und Projekte zur Unterstützung der Integration von geflüchteten Frauen zur Verfügung. Auch die Qualifizierung und der Einsatz von Integrationslotsinnen und –lotsen, die mit Geflüchteten arbeiten, wird mit zusätzlichen 500.000 Euro gefördert. Darüber hinaus werden die Mittel für das bislang mit 1,5 Millionen Euro ausgestattete Programm „MitSprache – Deutsch 4U“ auf 2,7 Millionen Euro erhöht. Und auch Migrantenselbstorganisationen sollen mit 400.000 Euro unterstützt werden.
soziales.hessen.de

Integration von Geflüchteten: 70 Mrd. Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung möglich

Gelingt die Integration der aktuell rund 1,3 Millionen Geflüchteten, die voraussichtlich als Asylbewerber europaweit anerkannt werden, könnten sie ab 2025 einen zusätzlichen Beitrag von 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich zur Wirtschaftsleistung leisten. Das besagt eine neuen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel „Europeʼs new refugees: A road map for better integration outcomes“, die gestern veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig könne erfolgreiche Integration auf Grund der Altersstruktur der Gefllüchteten – 80% sind jünger als 35 Jahre – und der höheren Geburtenrate positive demografische Effekte haben. Bleiben hingegen funktionierende Integrationsmaßnahmen aus oder misslingen, würde sich das laut der Studie klar negativ auswirken – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
mckinsey.de, mckinsey.com (komplette Studie als PDF-Download)

Flüchtlingspolitik: Merkel stellt sich Kritikern in den eigenen Reihen

Kurz vor dem Parteitag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel per Videokonferenz den Fragen von CDU-Mitgliedern gestellt, wobei es vor allem um ihre Flüchtlingspolitik ging. Als Merkel gefragt wurde, was sie denn gegen die Angst vieler Deutscher vor Überfremdung tun wolle, antwortete die Kanzlerin knapp, aber bestimmt:
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„Einfach mal auf Flüchtlinge zugehen, damit die Berührungsängste schwinden. Das kann auch den eigenen Horizont erweitern.“
welt.de

#proKOPFGELDSPENDE – Jeder Pegida-Teilnehmer steigert die Spendenhöhe für Geflüchtete

Woche für Woche gehen Pegida-Teilnehmer gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße und pöbeln dabei gegen alles, was nicht in ihr Weltbild passt – die Parolen sind hinlänglich bekannt. Künftig haben die „Spaziergänger“ noch einen weiteren Anlass, sich aufzuregen: Der Dresdner Martin Barth dreht den Spieß jetzt um und spendet pro Pegida-Teilnehmer fünf Cent für Geflüchtete – in seinem Fall für die aus dem Dresden-Balkan-Konvoi hervorgegangene sächsische Initiative Mission Lifeline, die sich für eine privat finanzierte Seenotrettung einsetzt.

Die vor Kurzem gestartete Aktion fand bereits Nachahmer: Einige sind dem Beispiel von Barth schon gefolgt und spenden pro Pegida-Teilnehmer einen bestimmten Betrag an eine Organisation ihrer Wahl, die sich für geflüchtete Menschen einsetzt. Dem Aufruf folgend werden die Spendennachweise zudem unter #proKOPFGELDSPENDE auf Twitter veröffentlicht – die „besorgten Bürger“ sollen es ja schließlich mitbekommen und sich ärgern, dass sie mit ihrer Teilnahme an den Pegida-Treffen unfreiwillig Geflüchtete unterstützen. Ihre Wirkung hat die Aktion jedenfalls schon jetzt nicht verfehlt: Pegida-Gründer Lutz Bachmann kommentierte die Initiative via Facebook bereits in gewohnt aggressiver Weise.
neues-deutschland.de, sz-online.de, facebook.com (Aufruf)

Ausbildung von Geflüchteten zu Programmierern: Weitere Förderung für CodeDoor

Mit ihrer Idee eines Qualifizierungsprogramms, das Geflüchtete ausbildet und als professionelle Programmierer an Unternehmen vermittelt, setzte sich die ehrenamtliche Organisation CodeDoor im bundesweiten Gründerwettbewerb „Herausforderung Unternehmertum“ durch, der gemeinsam von der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft durchgeführt wird. Zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Konzepts erhält CodeDoor 15.000 Euro sowie individuelles Coaching durch Experten.

Angefangen hatte alles wie berichtet mit gespendeten Laptops und der Idee, Geflüchtete nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich langfristig ein berufliches Standbein für ihr Leben in Deutschland aufzubauen. CodeDoor qualifiziert geeignete Kandidaten über einen Zeitraum von sechs bis 18 Monaten auf Basis eines international anerkannten Ausbildungs-Curriculums. Derzeit werden bereits rund 150 Geflüchtete im Programmieren geschult - der Bedarf und die Nachfrage von Unternehmen sind immens. Über 100 Interessierte stehen bereits auf der Warteliste.
presseportal.de, codedoor.org

Länder-Umfrage: Deutlich weniger Erstaufnahmeplätze für Geflüchtete

Aufgrund sinkender Ankunftszahlen von Geflüchteten streichen viele Bundesländer ihre Plätze für die Erstaufnahme zusammen. Seit dem Höhepunkt der Ankünfte im Herbst 2015 sind laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur fast die Hälfte der Kapazitäten abgebaut worden. Mehr zur aktuellen Erstaufnahme-Situation in den einzelnen Bundesländern gibt´s unter dem nachfolgenden Link.
handelsblatt.com

Leipzig: Schutzhaus für geflüchtete Frauen und ihre Kinder

In Leipzig gibt es nun das erste sächsische Schutzhaus für geflüchtete Frauen, in denen diese Schutz vor häuslicher Gewalt finden können. Es handelt sich um zwei Wohnungen an einer geheim gehaltenen Adresse, in denen es zwölf Plätze für schutzsuchende Frauen und ihre Kinder gibt. Wie Gesine Märtens, Vorstand des Trägervereins „Frauen für Frauen Leipzig“ erläutert, sind geflüchtete Frauen bei familiärer Gewalt in einer besonders schwierigen Situation, da sie im Gegensatz zu betroffenen deutschen Frauen meist keine Freundin oder Mutter hätten, zu der sie im Notfall gehen könnten. Zudem fehle es an Geld, um eine eigene Wohnung zu suchen. Das Pilotprojekt wird bis Ende 2018 mit rund 350.000 Euro aus Landesmitteln finanziert.
sz-online.de, l-iz.de, she-leipzig.de (Kontakt zum Schutzhaus)

München: Aufstockung der Angebote für geflüchtete Frauen

Die Stadt München hat, nachdem sie bereits zwei Unterkünfte für geflüchtete Frauen reserviert hatte, am vergangenen Dienstag weitere Beschlüsse zur Verbesserung der Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen gefasst.

Unter anderem erhalten die Beratungsstellen Jadwiga und Solwodi mehr Geld, um ihre Beratungsangebote dem erhöhten Bedarf anzupassen. Diese Angebote richten sich an Opfer von internationalem Menschenhandel, an von Zwangsheirat oder Genitalverstümmelung bedrohte Frauen sowie an Frauen, die unter Gewalterfahrungen aller Art zu leiden haben.

Eine sechsstellige Summe erhält außerdem das Projekt „Berufsstarterinnen plus“, das Frauen mit Fluchthintergrund beim Einstieg in den Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung unterstützt. Finanziert werden auch ein sexualpädagogisches Angebot von Pro Familia und die Arbeit von Marikas zur Vermeidung von Prostitution.

„Das Thema wird den Stadtrat allerdings noch weiter beschäftigen“, kündigt Gülseren Demirel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat, an. „Wir brauchen dringend noch mehr gesonderte Unterkünfte für geflüchtete Frauen, die in den Gemeinschaftsunterkünften nicht gut aufgehoben sind." Ein weiteres Defizit sei der starke Männer-Überhang beim Sicherheitspersonal. „Hier drängen wir darauf, verstärkt weibliches Security-Personal einzustellen, denn männliches Personal trägt bei vielen geflüchtete Frauen nicht zum subjektiven Sicherheitsgefühl bei“, so Demirel.
tz.de, gruene-fraktion-muenchen.de

NRW: Wohnsitzauflage für Geflüchtete ab 1. Dezember

Asylbewerber in Nordrhein-Westfalen können ab dem 1. Dezember ihren Wohnort nicht mehr frei wählen. Dann tritt in NRW die landesinterne Wohnsitzauflage in Kraft, die Geflüchtete verpflichtet, für maximal drei Jahre in der Kommune zu wohnen, der sie zugewiesen wurden.

Dies teilt das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales mit. Dieses sieht in der Wohnsitzauflage ein „wichtiges Instrument zur Steuerung von Integration“. Sie wirke „integrationshemmenden Konzentrationen in bestimmten Städten entgegen“ und gebe „den Kommunen, Schulen und Kindertageseinrichtungen Planungssicherheit für ihre Integrationsangebote“.

Die Wohnsitzauflage findet keine Anwendung bei Personen, die einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen oder eine Ausbildung oder ein Studium aufgenommen haben.

„In einigen Kommunen sind die Integrationsangebote überlastet, in anderen Regionen des Landes sind sie bei weitem nicht ausgeschöpft. Darum nutzen wir die Möglichkeiten, die uns das Integrationsgesetz des Bundes bietet“, erklärte NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer.
rp-online.de, mais.nrw

NRW: Neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird in Bochum errichtet

In Bochum beginnen in diesen Tagen die Bauarbeiten für eine neue zentrale Landeserstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Aufgabe der neuen LEA in Bochum wird es sein, alle nach Nordrhein-Westfalen kommenden Geflüchteten an einer zentralen Stelle des Landes zu erfassen.

Dort soll auch unmittelbar entschieden werden, ob in NRW eintreffende Geflüchtete gemäß den Vereinbarungen des Königsteiner Schlüssels in ein anderes Bundesland weiterreisen müssen. Alle in Nordrhein-Westfalen verbleibenden Geflüchteten werden nach ihrem Aufenthalt in der LEA Bochum in eine der schon bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen, Mönchengladbach, Münster, Unna sowie im Kreis Siegen-Wittgenstein) weitergeleitet.

Die neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet sein. Die Aufenthaltsdauer der ankommenden Geflüchteten soll nur wenige Stunden betragen.
bszonline.de, bezreg-arnsberg.nrw.de

Zweites Ankunftszentrum in Niedersachsen eröffnet

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat das Land Niedersachsen am Erstaufnahmestandort Bramsche-Hesepe (Landkreis Osnabrück) ein zweites Ankunftszentrum für geflüchtete Menschen in Betrieb genommen. Eine erste Einrichtung existiert bereits in Bad Fallingbostel.

In den Ankunftszentren verfolgt das Bundesamt gemeinsam mit dem Land das Ziel, alle Verfahrensschritte – von der Registrierung über die medizinische Erstuntersuchung über die Asylantragstellung und Anhörung bis zu einer ersten Arbeitsmarktorientierung – unter einem Dach zu bündeln und so die Asylverfahren insgesamt zu beschleunigen.

Zusammen mit dem Ankunftszentrum in Bad Fallingbostel können die Kapazitäten nun kurzfristig auf insgesamt bis zu 800 Registrierungen und Asylantragstellungen täglich hochfahren werden. Hinzu kommen weitere Kapazitäten für Registrierung, ED-Behandlung und Asylantragstellung an den anderen Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück. Diese Erstaufnahmestandorte bleiben unabhängig vom neuen Ankunftszentrum erhalten.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums sind seit Jahresbeginn deutlich weniger Geflüchtete nach Niedersachsen gekommen als im Vorjahr. Waren es im Herbst 2015 noch bis zu 1.900 Asylsuchende täglich, seien es inzwischen im Tagesschnitt zwischen 50 und 70. In den Einrichtungen des Landes sind aktuell knapp 3.000 Asylsuchende untergebracht, in Bramsche 635.
mi.niedersachsen.de

NRW: Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“

In Nordrhein-Westfalen hat am 1. November eine Koordinierungsstelle für die Integration von geflüchteten Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufe die Arbeit aufgenommen. Sie soll geflüchtete Menschen, die in NRW in einem Pflege- oder Gesundheitsberuf arbeiten möchten, bei ihrer beruflichen Integration besser unterstützen. Die Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“ wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 760.000 Euro gefördert.
aerztezeitung.de, land.nrw

Trier: Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen

Der Stadtrat von Trier hat die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte für Geflüchtete beschlossen, um diesen einen diskriminierungsfreien und schnellen Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. Mit dieser Karte benötigen Asylbewerber keine amtliche Bescheinigung mehr, um einen Arzt aufzusuchen. Die Gesundheitskarte für Geflüchtete soll es zum „nächstmöglichen Termin“ geben, voraussichtlich ab dem 1. April 2017.
volksfreund.de, swr.de

Relocation: Erste Geflüchtete in München gelandet

In das Relocation-Programm, das die Verteilung von 160.000 Asylsuchenden in die Länder der EU vorsieht, kommt nun endlich Bewegung. Deutschland hatte sich im Rahmen des Programms zur Aufnahme von rund 27.000 geflüchteten Menschen verpflichtet. Wie wir vor einigen Tagen berichteten, sollen monatlich jeweils 500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien über den Flughafen München nach Deutschland einreisen und von dort aus auf Einrichtungen in allen Bundesländern verteilt werden. Der „Münchner Merkur“ berichtet nun, dass in dieser Woche die ersten 227 Geflüchteten im Rahmen des Relocation-Programms sicher in München gelandet sind.
merkur.de

Uni Duisburg-Essen: Mitfahrgelegenheiten für Geflüchtete gesucht

65 Geflüchtete sind derzeit als Gasthörer an der Uni Duisburg-Essen eingeschrieben und bereiten sich auf ein Studium an der UDE vor. Viele von ihnen sind allerdings nicht campusnah untergebracht und können sich die hohen Fahrkosten von rund 100 Euro monatlich nicht leisten. Deshalb organisiert das Akademische Auslandsamt der UDE nun Mitfahrgelegenheiten und hofft auf die vielen Studenten, die aus anderen Städten Nordrhein-Westfalens zur Uni pendeln.

Wer täglich aus dem Kreis Wesel, Recklinghausen, Düsseldorf oder Dortmund an einen der beiden Hochschulstandorte pendelt, kann eine Mobilitätspatenschaft übernehmen und einem Gasthörer damit eine kostengünstige Fahrt zur Universität ermöglichen. Angebote können an baerbel.enger@uni-due.de gerichtet werden.
derwesten.de

AfD-Gelder für Flüchtlingshilfe?

Die AfD hat bereits mehrere Parteitage in der Stadthalle von Bingen abgehalten, was vielen Bürgern ein Dorn im Auge ist. Da die Stadt die Parteitage nicht verbieten kann, hat die Bingener SPD nun eine andere Idee: Sie beantragt, dass die Einnahmen aus der Vermietung der Halle an die AfD für ihre Parteitage an Einrichtungen gespendet werden, die geflüchtete Menschen in Bingen unterstützen – verbunden mit der Hoffnung, dass sich die AfD darauf nicht einlassen wird.
swr.de

JOIN: Online-Plattform vermittelt Praktika für Geflüchtete

Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen? „JOIN“ soll eine Antwort auf genau diese Fragen liefern.

Die Praktikumsplattform, die nun vom Academy Cube in Saarbrücken vorgestellt wurde und deren Entwicklung gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Digitalverband Bitkom und von zahlreichen Unternehmen wie Dataport, McKinsey und SAP unterstützt wird, soll Unternehmen und Geflüchtete schnell und vor allem unkompliziert zusammenbringen.

Die Plattform wird seit Anfang November getestet und versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning-Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Geflüchtete registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, können sich Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen relevante Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch Partner angeboten.
verbaende.com, join-now.org

Erste arabischsprachige Plattform Geflüchtete in Berlin gestartet

Eed Be Eed (Hand in Hand) heißt die erste arabischsprachige Plattform für in Berlin lebende Geflüchtete. Sie wurde auf Initiative des Syrers Ahmad Denno in Pankow gegründet und ist gestern offiziell an den Start gegangen.

Die Website sieht sich als professionelle Plattform zur Vernetzung von Geflüchteten, die auch die Publikation einer eigenen Lokalzeitung mit Printausgabe plant. Neben der Internetseite entstehen auch eine Facebook-Gruppe und ein Youtube-Kanal.

handinhand-750

Die Initiative sucht aktuell Unterstützer und Kooperationspartner, die mit Finanzmitteln und Sachspenden die Realisierung des Vorhabens fördern. Gesucht werden unter anderem für die Ausstattung der Redaktion Monitore, Drucker, Videokameras und andere gängige Bürotechnik sowie perspektivisch passende Büroräume. Wer die Macher von Eed Be Eed unterstützen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich bei Ahmad Denno unter ahmad.danno@hotmail.com.de melden.
prenzlberger-stimme.de

Repräsentative Befragung von Geflüchteten

Mit einer repräsentativen Befragung von insgesamt 4.500 Geflüchteten stellen das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) eine neue Datengrundlage für die Analyse der Fluchtmigration und der Integration Geflüchteter bereit.

Die nun veröffentlichten ersten Ergebnisse basieren auf dem ersten Teil der Befragung, bei der gut 2.300 Personen interviewt wurden. Dabei wurden nicht nur Fluchtursachen und Fluchtwege sowie Bildungs- und Erwerbsbiografien, sondern auch Werte, Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale der Geflüchteten und ihre Integration in den Arbeitsmarkt und in das Bildungssystem erhoben. Den Befragungen zufolge gibt es viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg.

Im Detail: 58 Prozent der erwachsenen Geflüchteten haben in ihren Herkunftsländern zehn Jahre und mehr in Schule, Ausbildung und Studium verbracht. 37 Prozent der Geflüchteten besuchten eine weiterführende Schule, 31 Prozent eine Mittelschule, zehn Prozent nur eine Grundschule und neun Prozent gar keine Schule. 31 Prozent waren auf Hochschulen oder beruflichen Bildungseinrichtungen, 19 Prozent erreichten einen Abschluss. 73 Prozent der Geflüchteten waren vor dem Zuzug nach Deutschland erwerbstätig.

In ihren Wertvorstellungen weisen die Geflüchteten viele Gemeinsamkeiten mit der deutschen Bevölkerung auf. So unterstützen 96 Prozent der befragten Geflüchteten die Aussage, dass „man ein demokratisches System haben sollte“. 92 Prozent sagen, dass „gleiche Rechte von Männern und Frauen“ ein Bestandteil von Demokratien sind.

Als Fluchtursachen nannten die Befragten mit großem Abstand am häufigsten die Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg (70 Prozent). Andere Motive sind Verfolgung (44 Prozent), Diskriminierung (38 Prozent) und Zwangsrekrutierung (36 Prozent). Ebenfalls häufig werden schlechte persönliche Lebensbedingungen (39 Prozent) und die wirtschaftliche Situation im Herkunftsland (32 Prozent) angegeben. Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran nennen besonders häufig Krieg und Verfolgung als Fluchtursachen, Geflüchtete aus Eritrea Zwangsrekrutierung. Demgegenüber berichten Geflüchtete aus den Westbalkan-Staaten vielfach von prekären persönlichen Lebensbedingungen, der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Herkunftsländern und Diskriminierung.
sueddeutsche.de, idw-online.de, iab.de

Kirche: Caritas nimmt mehr unbegleitete Geflüchtete auf

Die katholische Kirche in Bayern hat ihre Flüchtlingshilfe ausgeweitet. Die Einrichtungen der Caritas und ihrer Fachverbände haben aufgrund des Bedarfs bis zum Herbst dieses Jahres die Zahl der Plätze zur Unterbringung und pädagogischen Begleitung unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter und junger Volljähriger um 500 auf nunmehr 3.000 erhöht.
merkur.de, erzbistum-muenchen.de

Mayersche Buchhandlung spendet 10.000 Deutsch-Lernbücher

Die Mayersche Buchhandlung hat zusammen mit dem Buch Verlag Kempen das Buch „Deutsch lernen von Anfang an – Lern- und Übungsbuch“ konzipiert, das Migrantinnen und Migranten aller Altersstufen und Herkunftsländer helfen soll, die deutsche Sprache zu erlernen. Das Buch soll in erster Linie die oft lang andauernde Zeit in den Flüchtlingsunterkünften überbrücken und in gewisser Weise Vorarbeit für den späteren, strukturierten Deutschunterricht mit entsprechender fachlicher Anleitung leisten. Rund 10.000 Exemplare des Lern- und Übungsbuches spendet die Buchhaltung an Flüchtlingseinrichtungen und– organisationen. Darüber hinaus können weitere Exemplare zum Preis von 8,90 Euro in allen Mayerschen Buchhandlungen erworben werden.
5vier.de, mayersche.de

Relocation: Deutschland nimmt monatlich 1.000 Geflüchtete aus Griechenland und Italien auf

Das Relocation-Programm der EU, das die Übernahme von 160.000 Asylsuchenden aus Italien und Griechenland vorsieht, wurde bislang äußerst schleppend umgesetzt. Doch jetzt scheint endlich Bewegung in die Angelegenheit zu kommen: Wie die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf das Bundesinnenministerium berichtet, sollen nun monatlich jeweils 500 Geflüchtete aus Griechenland und Italien über den Flughafen München nach Deutschland einreisen. Die Bundesrepublik hatte sich im Rahmen des EU-Programms verpflichtet, rund 27.000 Menschen aufzunehmen.

Am Flughafen werden die Menschen dem Bericht zufolge in Empfang genommen und in Bussen zunächst in ein nahe gelegenes Camp nach Erding gebracht, wo sie für das deutsche Asylverfahren registriert werden. Nach maximal 72 Stunden in Erding sollen die Neuangekommenen dann nach dem Königsteiner Schlüssel auf Erstaufnahmeeinrichtungen in allen Bundesländern verteilt werden.
sueddeutsche.de

Gründerpatenschaften: BMWi unterstützt Selbständigkeit von Geflüchteten

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) startet in der Region Berlin-Brandenburg das Pilotprojekt „Gründerpatenschaften", das die unternehmerischen Potenziale von geflüchteten Menschen für eine Selbständigkeit aktivieren und stärken soll. Interessierte Organisationen können sich bis zum 7. Dezember 2016 bewerben.

Gründungswillige Geflüchtete stehen aufgrund sprachlicher Barrieren und fehlender Kenntnisse der hiesigen Strukturen vor zusätzlichen Herausforderungen, wenn es um den Aufbau eines eigenen Unternehmens geht. Damit diese Faktoren nicht zum Ausschlusskriterium für eine Selbständigkeit werden, bedarf es einer gezielten Unterstützung. Indem sie ihr Wissen weitergeben, Netzwerke eröffnen und als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung stehen, können erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer hier einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Gründung eines Geflüchteten leisten. Mit dem Pilotprojekt sollen sie als „Gründerpaten" gewonnen und mit Geflüchteten zusammengebracht werden, die an der Umsetzung ihrer Ideen arbeiten und Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Selbständigkeit benötigen.

Neben dem Ziel, Geflüchteten die Selbständigkeit als berufliche Perspektive zu eröffnen, soll gleichzeitig der Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Partnern in diesem Bereich erreicht werden. Dazu ist u. a. die Zusammenarbeit mit bereits etablierten Netzwerken und regionalen Akteuren vorgesehen.

Das Pilotprojekt ist Teil der Initiative „Die Neue Gründerzeit" des BMWi. Die Förderung erfolgt bis Ende 2018.
bmwi.de (Förderbekanntmachung)

Tübingen: Deutschkurs für Geflüchtete

Am Dienstag, dem 15. November, startet ein E-Learning-Deutschkurs für Geflüchtete in der Stadtbücherei Tübingen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen in verschiedenen Stadtbüchereien in Baden-Württemberg am Computer und kommunizieren über Headset untereinander und mit der Lehrperson. Dabei ist die virtuelle Lernumgebung am PC einem realen Klassenzimmer nachempfunden. In der Stadtbücherei Tübingen gibt es zwei Plätze pro Kurs. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei unterstützen die Geflüchteten, die spezielle E-Learning-Software zu nutzen. Ein Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands ermöglicht es, die Lerninhalte am Computer zu vermitteln.

Der Deutschkurs dauert einen Monat und findet viermal pro Woche statt. Er richtet sich an Geflüchtete, die über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen, aber noch keinen Integrationskurs absolviert haben. Am Dienstag, 10. Januar 2017, sowie am Dienstag, 7. Februar 2017, beginnen weitere Deutschkurse.
tuebingen.de

Niedersachsen: Projekt stärkt Verbraucherkompetenz von Asylsuchenden

Der Abschluss von Mobilfunkverträgen, die Eröffnung eines Girokontos oder die Wahl des Stromversorgers – für Geflüchtete ist es oft besonders schwer, Angebote zu beurteilen und die eigenen Rechte und Pflichten zu kennen. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat deshalb jetzt ein Projekt gestartet, um die Verbraucherkompetenz von Asylsuchenden zu stärken und sie bei Problemen unabhängig zu beraten.

Das Beratungskonzept, das speziell auf die Bedürfnisse der Geflüchteten zugeschnitten ist, wurde in enger Kooperation mit Flüchtlingshelfern entwickelt. Es umfasst Informationsmaterialien in verschiedenen Sprachen, Veranstaltungen und Schulungen sowie die individuelle Beratung und rechtliche Unterstützung geflüchteter Menschen.

Durch die Förderung des Landes Niedersachsen kann die Beratung Geflüchteter kostenfrei angeboten werden. Diese wird über Gutscheine realisiert, die in allen niedersächsischen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale eingelöst und beim Projektkoordinator angefordert werden können. Beraten wird unter anderem zu den Themen Telefon und Internet, Girokonto, Vertragsrecht, Rundfunkbeitrag und Versicherungsschutz.
verbraucherzentrale-niedersachsen.de

Bodenseekreis: Neue Unterkünfte für Geflüchtete geplant

Im Bodenseekreis wird laut „Südkurier“ ein umfangreiches Bauprogramm forciert, um neue Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerber in vielen Kreisgemeinden zu schaffen. Demnach werden derzeit in Tettnang zwei Gebäude und in Bermatingen ein Haus gebaut. Der Baubeginn für eine Gemeinschaftsunterkunft in Salem-Stefansfeld sei für März 2017 geplant. Insgesamt könnten, abhängig von der Entwicklung der Zuweisungszahlen, für 27 bis 30 Millionen Euro in elf Städten und Gemeinden knapp 1.300 Plätze neu geschaffen werden.
suedkurier.de

Petition: Geflüchtete aus Griechenland und Italien nach Deutschland holen

Deutschland hatte sich im Rahmen des europäischen „Relocation“-Programms verpflichtet, bis September 2017 etwa 27.300 Geflüchtete aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Doch die Umsetzung verläuft bislang äußerst schleppend.

Initiativen aus Darmstadt, Osnabrück, Mannheim, Marburg, Wolfsburg und Heidelberg, die Flüchtlingsräte aus Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Baden-Württemberg sowie weitere Organisationen fordern die deutsche Bundesregierung deshalb nun in einer Petition auf, für eine schnelle und vollständige Umsetzung ihrer Zusagen im Rahmen des „Relocation“-Programms zu sorgen.

„In Deutschland sind ausreichend leer stehende Flüchtlingsunterkünfte vorhanden, in denen die Menschen vorläufig unterkommen können. Es gibt eine ganze Reihe von Kommunen, die sich zur Aufnahme bereit erklärt haben und es gibt nach wie vor zigtausende freiwilliger Helfer*innen, die die Geflüchteten willkommen heißen und unterstützen würden. Das einzige, was fehlt, ist der politische Wille der Bundesregierung.“

Aus der Petition „Relocation jetzt umsetzen!“
weact.campact.de

Berlin: Charité startet mobile Impfversorgung von Geflüchteten

CharitéMit dem Medibus ist in Berlin Deutschlands erstes Impfmobil für die Versorgung von Geflüchteten an den Start gegangen.

Der zwölf Meter lange umgebaute Linienbus fährt Notunterkünfte in der Hauptstadt an und verfügt über zwei voll ausgestattete Behandlungsbereiche sowie eine leistungsfähige IT-Infrastruktur, über die sich Dolmetscher für 50 Sprachen live per Video zuschalten lassen.
tagesspiegel.de, wired.de, charite.de

CARE weitet Integrationsprojekt bundesweit aus

Das CARE-Projekt „Kinder und Jugendliche Willkommen“ (KIWI), das Anfang 2016 in Nordrhein-Westfalen gestartet wurde, unterstützt ab sofort auch bundesweit Schulen bei der Integration von Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund. Interessierte Schulen können sich für das Projekt und das begleitende Fortbildungsprogramm ab sofort anmelden und werden von CARE-Experten darin begleitet, die Integrationspotentiale an ihrer Schule auszuschöpfen.
care.de

Scoring Girls: Fußballtraining für geflüchtete Mädchen in Köln

2016-11-02-scoring-girls-362x202Das vom 1. FC Köln unterstütze Projekt „Scoring Girls“ bietet Flüchtlingsmädchen und Mädchen aus benachteiligten Familien im Alter von acht bis 18 Jahren einmal pro Woche regelmäßiges und kostenloses Fußballtraining. Damit sollen nicht nur die Leidenschaft fürs Kicken geweckt und eine Alternative zum Alltag geboten, sondern den Mädchen auch Werte wie Teamgeist, Gemeinschaftssinn und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft vermittelt werden. Die Kickoff-Veranstaltung von „Scoring Girls" fand kürzlich am Rheinenergiestadion statt.
dfb.de

VHS Celle: Erfahrungsaustausch für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe

Am kommenden Samstag (5. November) findet an der VHS Celle von 14 bis 18 Uhr der Workshop „Gemeinsam Wege sehen – Wege gehen“ (CE1212) statt, der sich an ehrenamtliche Helfer, Integrationslotsen, Sprachmittler und Menschen mit und ohne Migrationshintergrund richtet. Er dient dem Erfahrungsaustausch im Rahmen des Projektes „Vom Flüchtling zum Bürger“ der VHS Celle und Wadi e.V. und der Besprechung neuer Projektmöglichkeiten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen können unter anmeldung@vhs-celle.de, www.vhs-celle.de oder direkt bei der VHS Celle erfolgen.
celleheute.de

Hertie-Stiftung: Deutscher Integrationspreis in Kooperation mit Crowdfunding

2016-11-02-hertie-stiftung-304x202Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ein neues Projekt für Geflüchtete gestartet: Den Deutschen Integrationspreis. Die Stiftung will überzeugende Integrationsprojekte finden, ihre Umsetzung finanzieren und die besten auszeichnen. Dafür wird die Förderung der Stiftung erstmalig mit Crowdfunding kombiniert. Für die Finanzierung von Projekten und das Preisgeld stellt die Hertie-Stiftung über 200.000 Euro bereit.

Am Anfang steht eine Finanzierungsphase, damit Projekte überhaupt realisiert werden können. Dabei arbeitet die Hertie-Stiftung mit der größten deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext zusammen. Auf dieser Plattform können sich ab sofort bis zum 11. Dezember 2016 Sozialunternehmen, gemeinnützige Organisationen, Vereine und private Initiativen um die Teilnahme bewerben. Besonders gesucht: Ideen für die Integration, bei denen Geflüchtete selbst im Projekt mitwirken.

Nach einer Vorauswahl werden die Projekte für den Crowdfunding-Wettbewerb, der im März startet, qualifiziert. Die 20 Projekte, die beim Crowdfunding die meisten Unterstützer gewinnen, erhalten eine Anschub-Finanzierung durch die Hertie-Stiftung von bis zu 15.000 Euro pro Projekt, um ihr Fundingziel (schneller) zu erreichen oder zu übertreffen. Alle Projekte, die die Finanzierung schaffen, gehen in die Umsetzung. Nach sechs Monaten prüft eine Jury die Erfolge und die besten drei erhalten den Deutschen Integrationspreis, der nochmals mit insgesamt 100.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung des Preises findet Ende Oktober 2017 statt.
freiepresse.de, ghst.de, startnext.com (Crowdfunding-Contest)

Berlin: Räumung der Turnhallen verzögert sich

Mehr als 27.000 Asylbewerber sind derzeit noch in Berliner Notunterkünften untergebracht, 3.700 davon in Turnhallen. Letztere sollten eigentlich schon im September dieses Jahres wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen, doch laut Senat wird dies aufgrund des Sanierungsbedarfs noch bis zum Sommer 2017 dauern.

Der Senat kündigte außerdem an, bis zum Jahresende elf Containersiedlungen für Geflüchtete und drei Gebäudekomplexe in Fertigbauweise fertigstellen zu wollen, wodurch 3.500 zusätzliche Plätze für Geflüchtete geschaffen werden sollen.
rbb-online.de, berliner-kurier.de

Köln: Über 1.500 neue Wohnplätze für Geflüchtete geplant

Die Anzahl der von der Stadt Köln untergebrachten Geflüchteten hatte im August dieses Jahres mit 13.862 den bisherigen Höchststand erreicht. Seitdem ist die Tendenz sinkend: 13.459 waren es am 20. Oktober. Um die Rückgabe der insgesamt 27 zur vorübergehenden Unterbringung von Geflüchteten aus dem Schul- und Sportbetrieb genommenen Turnhallen voranzutreiben, errichtet und saniert die Stadt laut der „Kölnischen Rundschau“ derzeit zahlreiche neue Unterkünfte. Bis Anfang April 2017 sollen demnach insgesamt 1.535 neue Wohnplätze für Geflüchtete entstehen, von denen 234 bereits im November und 406 Dezember bezugsfertig werden sollen.
rundschau-online.de