Bundeskanzlerin Merkel ruft zu Offenheit auf

„Auf der einen Seite erwarten wir von den Flüchtlingen, dass sie unsere Gesetze einhalten, neugierig auf unser Land sind und unsere Werte achten. Auf der anderen Seite müssen wir als Deutsche auch offen sein. Wir müssen verstehen, dass das eine fremde Welt ist, dass es andere Gebräuche, andere Traditionen, andere Schulen und vielleicht auch anderes Familienleben gibt, und deshalb auch mit Verständnis und mit Interesse auf die Menschen zugehen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft in ihrem Podcast dazu auf, offen zu sein gegenüber anderen Bräuchen und Kulturen und die Möglichkeit zu nutzen, mehr über sie zu erfahren und zu lernen.
bundeskanzlerin.de

OECD-Umfrage zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter

Im Rahmen einer Umfrage wollte die OECD herausfinden, welche Erfahrungen deutsche Unternehmen in den letzten Jahren in der Arbeitsmarktintegration gemacht haben und welche Hindernisse bleiben. Demnach sind Arbeitgeber, die Geflüchtete oder Asylbewerber eingestellt haben, zu 80 Prozent hoch zufrieden mit der Arbeitsleistung und Motivation ihrer neuen Beschäftigten. Mehr als jedes dritte Unternehmen erachtet die Vermittlung von berufsbezogenen Sprachkenntnissen während der Beschäftigung für sehr wichtig. Grundsätzlich lobt die OECD, „dass Deutschland auch mit ‚starker Unterstützung durch die Zivilgesellschaft relativ rasch‘ auf den starken Zuzug von Flüchtlingen reagiert und die Rahmenbedingungen angepasst habe.“
oecd.org (Studie „Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten: Deutschland“), csr-news.net, dw.com/de

500 LandInitiativen: Förderung für ehrenamtliche Integration von Geflüchteten

Mit dem bundesweiten Programm „500 LandInitiativen" unterstützt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gezielt das Ehrenamt in ländlichen Regionen. Das Programm richtet sich an Initiativen, die sich für die nachhaltige Integration geflüchteter Menschen im ländlichen Raum einsetzen.

Das Programm soll es ermöglichen, wichtige Anschaffungen oder notwendige Ausgaben in überschaubarem Umfang zu tätigen, damit ehrenamtliche Initiativen erfolgreich arbeiten können. Zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro sind als Förderung für konkrete Projekte oder Anschaffungen möglich. Die Initiative ist Teil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung.
bmel.de (Flyer), 500landinitiativen.de (Projektseite)

Augsburg: Stadtführungen von Geflüchteten für Geflüchtete

Das Projekt Willkommenstour ist eine Orientierungshilfe von Geflüchteten für Geflüchtete, die erst vor kurzem in Augsburg angekommen sind, noch wenige bis keine Deutschkenntnisse haben oder mehr von ihrer neuen Stadt kennenlernen wollen. An acht Terminen in diesem Jahr stehen Muttersprachler in sechs verschiedenen Sprachen zur Verfügung, um anhand eines eigens dafür erstellten Stadtplanes die wichtigsten Lokalitäten zu zeigen.

Eine besondere Rolle spielt dabei der Erfahrungsschatz, den die ausgebildeten Guides mitbringen. Sie haben selbst viele Gänge zu den einzelnen Stationen hinter sich und können wichtige Informationen geben, die über die offiziellen Angaben hinausgehen. Die Guides wurden von den Projektbeteiligten, wie dem Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt, der Volkshochschule, Tür an Tür sowie dem Grandhotel Cosmopolis ausgebildet.

Neben der Orientierungshilfe ermöglicht die von der Robert Bosch Stiftung finanzierte Willkommenstour, Unterstützungsangebote der Stadt kennenzulernen und das Selbsthilfe-Netzwerk unter den Geflüchteten zu vertiefen.
augsburg.de

Einzigartiges Willkommensprojekt: Dresdner Friedenspreis für Domenico Lucano

Domenico Lucano ist mit dem Dresdner Friedenspreis 2017 ausgezeichnet worden. Der Bürgermeister des italienischen Dorfes Riace in Kalabrien schuf mit dem „Dorf des Willkommens“ ein einzigartiges Projekt des Miteinanders von Italienern und Geflüchteten. Bereits seit 18 Jahren werden hier in großer Zahl geflüchtete Menschen aufgenommen und mit Wohnung, Arbeit sowie Sprachunterricht in das Dorfleben integriert. Von derzeit 1.800 Bewohnern Riaces kamen 550 als Geflüchtete.

 

„Mit den Flüchtlingen kam die Hoffnung.“

Domenico Lucano, Bürgermeister des kalabrischen Dorfes Riace, erhielt den Dresdner Friedenspreis 2017.
dnn.de, deutschlandradiokultur.de, dresdner-friedenspreis.de

Düsseldorf: Integration durch Tischtennis

Sowohl die Düsseldorfer Jonges mit dem Fußballcamp „Kickwinkel“ als auch Borussia Düsseldorf mit „Bunt gehts rund“ engagieren sich bereits in der Flüchtlingshilfe. Diese Erfahrungen werden nun im auf zwei Jahre angelegten Projekt „Tischwinkel“ gebündelt, das sich an jugendliche unbegleitete Flüchtlinge richtet.

Unter Nutzung eines Tischtennis-Mobils mit einem fahrbaren Tischtennis-Tisch sollen in drei Einrichtungen (Flüchtlingsunterkünfte in der Heyestraße, Ludwig-Beck-Straße und Kreuzbergstraße) Tischtennisgruppen für jugendliche unbegleitete Flüchtlinge bis 17 Jahre eingerichtet werden und monatlich integrative Angebote sowie Wettkampfangebote mit nahgelegenen Jugendfreizeiteinrichtungen im Deutschen Tischtennis-Zentrum stattfinden.
duesseldorferjonges.de

Hamburg: Geflüchteter veröffentlicht Online-Magazin

Der aus Syrien geflüchtete Journalist Hussam Al Zaher hat am 14. Februar 2017 seine erste Online-Zeitung mit dem Titel Flüchtling - Magazin für multikulturellen Ausgleich publiziert. Unterstützt wird er durch das Projekt MoveON des Vereins leetHub, das Flüchtlinge bei der Existenzgründung begleitet. Ziel des Mediums ist es, den Geflüchteten eine deutschsprachige Plattform zu bieten, auf der sie über ihre Kultur und ihre Integration in Deutschland berichten können. So sollen Ängste ab- und gegenseitiges Verständnis aufgebaut werden. Weitere freie MitarbeiterInnen werden gesucht.
www.ndr.de

BMFSFJ fördert Elternbegleitung für geflüchtete Familien

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt im Rahmen des Modellprogramms „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“ Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, die Elternbegleitung für geflüchtete Familien anbieten. Ihre Arbeit wird ab dem Frühjahr vom BMFSFJ mit jährlich drei Millionen Euro gefördert.

Elternbegleiter sind früh- und sozialpädagogische Fachkräfte der Familienbildung, die an Kitas, Familienzentren und Familienbildungseinrichtungen aktiv sind. Sie beraten und begleiten Eltern von Kleinkindern bis hin zum Grundschulalter in Bildungs- und Entwicklungsfragen.

Für das neue Modellprogramm können sich freie oder öffentliche Träger bewerben, die in der flüchtlingsbezogenen Elternbegleitung in Einrichtungen der Kinder- Jugend- und Familienhilfe und in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind.

Das Bundesprogramm soll nach Auswahl der Projektträger im April 2017 starten und bis Dezember 2020 laufen.
foerderdatenbank.de, elternchance.de

Kassel: Stadt startet Projekt für junge Flüchtlinge

„Fit für die Ausbildung“ heißt ein Projekt, mit dem zehn junge, nach Kassel geflüchtete Menschen in den betrieblichen Ausbildungsmarkt integriert werden sollen. Innerhalb von zehn Monaten werden die jungen Flüchtlinge so qualifiziert, dass sie anschließend eine duale Berufsausbildung in der Verwaltung oder der Wirtschaft und insbesondere im Handwerk beginnen können. Das Ausbildungsprojekt geht auf eine Initiative von Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration zurück.

Das Projekt hat im November 2016 begonnen und dauert zehn Monate. Zehn Geflüchtete zwischen 18 und 25 Jahren nehmen daran teil. Sie stammen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia und Indien. Finanziert wird „Fit für die Ausbildung“ vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration aus dem Landesprogramm „Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget“ sowie von der Stadt Kassel.
stadt-kassel.de

Integration Geflüchteter: 350.000 Euro für Hochschulen

Das vom Stiftungsfonds Deutsche Bank und Stifterverband gemeinsam initiierte Förderprogramm „Angekommen, integriert, qualifiziert!" hilft künftig sieben Hochschulen dabei, Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund zur Aufnahme und zum Abschluss eines Studiums zu motivieren, sie im Studienverlauf zu begleiten und ihnen den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Der Stiftungsfonds stellt hierfür insgesamt 350.000 Euro bereit.

Diese sieben Hochschulen erhalten vom Stiftungsfonds Deutsche Bank jeweils 32.000 Euro als Strukturförderung: Weißensee Kunsthochschule Berlin; Universität Bremen; Goethe-Universität Frankfurt; Hochschule Anhalt, Köthen; Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach; Hochschule der Wirtschaft für Management – University of Applied Management Studies, Mannheim; Bergische Universität Wuppertal.

Außerdem erhalten die Hochschulen jeweils weitere 18.000 Euro Fördermittel zur Vergabe von jeweils zehn Jahresstipendien in Höhe von 150 Euro monatlich.
stifterverband.org

NRW: 30 Hochschulen bieten Kurse für Geflüchtete

Das gemeinsam mit dem DAAD konzipierte Programm „NRWege ins Studium" unterstützt seit Januar 2017 die dreißig in Nordrhein-Westfalen teilnehmenden Hochschulen beim Auf- und Ausbau vorbereitender und begleitender Studienangebote und stärkt die Beratungsstrukturen für die fachliche und sprachliche Begleitung von studieninteressierten Geflüchteten.

Damit können je nach Ausgangsniveau der Teilnehmer in diesem Jahr bis zu 2.000 Studienbewerber mit Fluchthintergrund intensiv auf ein Studium an ihrer Hochschule vorbereitet werden. Zusätzlich sollen gut 700 Plätze in studienbegleitenden Kursen eingerichtet werden, um den Studienstart zu begleiten und ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm „NRWege ins Studium“ finden sich unter den nachfolgenden Links.
daad.de, wissenschaft.nrw.de

Dokumentarfilm von deutschen und syrischen Frauen

„Mit anderen Augen“ – so heißt der Dokumentarfilm von deutschen und syrischen Frauen aus dem thüringischen Eckolstädt unter der Regie von Anita Leyh. In dem 500-Seelen-Dorf auf der Saaleplatte waren rund 200 Geflüchtete aus Syrien, dem Irak und Afghanistan in Unterkünften untergebracht worden. Der Film mit deutschen und arabischen Untertiteln dokumentiert das Kennenlernen der Frauen und zeigt, wie sie einander immer mehr am eigenen Leben teilhaben lassen.

Bis Mitte März wird der Film in verschiedenen thüringischen Städten (15.02. Lutherhaus, Jena | 07.03. Ev. Gemeinde, Magdala | 14.03. Polaris, Jena) zu sehen sein. Zumdem können sich Gemeinden, Kultureinrichtungen oder Schulen, die „Mit anderen Augen“ zeigen möchten, über die Homepage der Dokumentarfilmerin anmelden.
anitaleyh.de, facebook.com, fki-apolda.de

Lehrkräftequalifizierung für Integrationskurse

Die Philipps-Universität Marburg und das Goethe-Institut bieten vier verschiedenen Online-Lehrgänge an, in denen Lehrkräfte die erforderliche Qualifizierung für Integrationskurse flexibel zeit- und ortsunabhängig online erwerben können. Je nach Programm dauert die Qualifizierung zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die Lehrgänge sind vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF anerkannt.
bamf.de

Handbookgermany: Neuer Online-Knotenpunkt für Geflüchtete in Deutschland

Um zielgerichtet geflüchtete Menschen zu erreichen, hat das Journalistennetzwerk „Neue deutsche Medienmacher“ mit handbookgermany.de ein zentrales Informationsportal für und mit geflüchteten Menschen erstellt. Es ist seit dem 1. Februar online und wird laufend erweitert.

In einer mehrsprachigen Redaktion mit Journalistinnen und Journalisten im Exil werden bestehende Informationsangebote gebündelt, der Mediennutzung der Zielgruppe angepasst und weiterentwickelt. „Vertrauenswürdigkeit ist ein wichtiges Element, denn viele Geflüchtete verlassen sich lieber auf die eigene Community. Wir bringen neben Informationen auch persönliche Erfahrungen ein.“, weiß der syrische Netzaktivist Monis Bukhari, der handbookgermany.de inhaltlich mitentwickelt.

Das neue Portal soll die Menschen dort abholen, wo sie kommunizieren – in den sozialen Netzwerken. Inhalte werden zielgerichtet über Social-Media-Kanäle verbreitet. Die zentrale Informationsplattform ist zudem auf die Nutzung mit Smartphones ausgerichtet und enthält auch niedrigschwellige Angebote: „In unseren kurzen Infovideos werden Themen wie z.B. Familienzusammenführung nicht in komplizierten Texten oder von Experten erklärt, sondern von einem syrischen Vater, der seine Frau und Kinder zu sich geholt hat“, erläutert Konstantina Vassiliou-Enz von den Neuen deutschen Medienmachern. Detailwissen und weiterführende Links gibt es als Ergänzung.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz fördert das Projekt: „Wir schaffen mit dem Portal Handbookgermany.de die Startseite für Flüchtlinge zu Themen wie Arbeit, Bildung, Leben und Wohnen in Deutschland. Das Handbuch ist ein Begleiter für die ersten Jahre, das qualifizierte Information und Alltagsorientierung liefert. Starke Medienpartner wie die Deutsche Welle, Behörden, Verbände und Initiativen unterstützen das Projekt mit Inhalten.“

handbookgermany.de wird von der Telekom und Adobe Systems unterstützt und ist die Weiterentwicklung des Portals refugees.telekom.de, das die Telekom im Herbst 2015 gestartet hatte.
neuemedienmacher.de, bundesregierung.de, handbookgermany.de

Neue Impulse im Main-Kinzig-Kreis

Das Integrationsbüro des Main-Kinzig-Kreis (Hessen) hat unter der Überschrift „Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft“ ein neues Fortbildungsformat entwickelt, das an vier Abenden in Gesprächsrunden die Annäherung zwischen neu angekommen Menschen und den bisherigen Anwohnern voranbringen soll. Das Programm besteht an jedem Abend aus einem Impulsvortrag zu den Themen historische Wanderungsbewegungen, Migrationsgeschichten, der rechtliche Rahmenbedingungen und Perspektivwechsel. Darüber hinaus gibt es weitere Fortbildungsangebote für Ehrenamtliche.
osthessen-zeitung.de >>

Ehrenamt im Rentenalter

„Ich möchte, dass die beiden eine Zukunft und eine Chance auf einen Schulabschluss haben.“

Monika Kemnitzer und ihr Mann Gerhard helfen in Gräfenhainichen (Sachsen-Anhalt) den beiden 15-Jährigen Assad aus Afghanistan und Hussein aus Syrien beim Deutschlernen. Das Rentnerehepaar lernte die Jungs bei der Unterstützung der örtlichen Integrationsarbeit kennen.
mz-web.de >>

Bundeskanzlerin Merkel ist stolz auf die in Deutschland geleistete Integrationsarbeit

„Ich finde, dass hier etwas Großartiges gelungen ist, und möchte die Gelegenheit auch nehmen, sowohl den Ehrenamtlern zu danken, aber auch den vielen Hauptamtlichen, die mit diesen Initiativen natürlich zusammenarbeiten. Wir hätten das nicht so hingekriegt, wenn wir nicht die vielen Bereitschaften gehabt hätten, ehrenamtlich tätig zu sein. Und es gibt ja auch heute noch so viele, die sich kümmern und wirklich Vieles machen.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigt in ihrem Podcast die Arbeit der Kommunen sowie der ehrenamtlichen Helfer bei der Flüchtlingsintegration. Deutschland könne stolz sein, was auf diesem Gebiet geleistet wird.
bundesregierung.de

Studienkreis: Kostenloser Sprachunterricht für Geflüchtete

Gute Sprachkenntnisse gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen, um geflüchtete Menschen erfolgreich in Schule und Beruf integrieren zu können. Das war für den Nachhilfeanbieter Studienkreis Anlass, um geflüchteten Kindern und Erwachsenen kostenfreien Sprachunterricht zu ermöglichen. Seit dem vergangenen Jahr hat das Institut nach eigenen Angaben mehr als 300 Geflüchtete in Köln, Düsseldorf, Neuss, Lingen und Saarbrücken gefördert.
Sein Engagement will der Studienkreis in diesem Jahr fortführen und ausweiten und ist deshalb der Initiative „Wir zusammen“ beigetreten, einem Zusammenschluss von 150 deutschen Unternehmen, die sich in verschiedenen Projekten für die Integration Geflüchteter engagieren. >> studienkreis.de

Terre des Femmes: Info-Flyer und Patinnen-Projekt

Mit einem Info-Flyer in neun Sprachen (Albanisch, Arabisch, Englisch, Kurdisch, Persisch, Französisch, Serbisch, Patschu und Urdu) klärt die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes geflüchtete Frauen über ihre Rechte auf. Der Flyer informiert mit Hilfe von Illustrationen an einigen Beispielen, dass für Frauen und Männer in Deutschland die gleichen Rechte gelten.
Durch die Illustrationen ist der Flyer auch für Primäre und Sekundäre Analphabeten bzw. ohne entsprechende Sprachkenntnisse verständlich. Es wird deutlich gemacht, dass Frauen über dieselben persönlichen Freiheiten verfügen wie Männer, und dass geschlechtsspezifische Gewaltformen in Deutschland verboten sind. Außerdem sind die Notrufnummern der Polizei und des Hilfetelefons abgedruckt. So sollen Frauen ermutigt werden, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie von Gewalt betroffen sind.

Um geflüchteten Frauen die Integration in Deutschland zu erleichtern und zwischenmenschliche Begegnungen zu fördern, startet Terre des Femmes zudem das Patinnenprogramm „CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen“. Für die Patenschaft werden noch engagierte Frauen gesucht, die in Deutschland geboren bzw. erfolgreich integriert sind, in Berlin leben und eine mindestens einjährige Patenschaft übernehmen möchten.

Die Patinnen werden die geflüchteten Frauen durch wöchentliche Treffen bei ihrem Ankommen in Deutschland begleiten und sie bei ihrer Integration unterstützen. Bevor die Patenschaft beginnt, wird laut Terre des Femmes voraussichtlich Ende März eine umfassende zweieinhalbtägige Schulung stattfinden.
frauenrechte.de (Flyer), frauenrechte.de (Patinnen)

Uni Göttingen: DAAD fördert Integration Geflüchteter

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Integration von geflüchteten Menschen an der Universität Göttingen mit über 600.000 Euro für weitere zwei Jahre.

Im Rahmen seines Programmes „Integra“ unterstützt der DAAD die Studienvorbereitung durch Sprachkurse am Institut für Interkulturelle Kommunikation in Kooperation mit der Uni Göttingen.

Während des ersten Durchgangs im Jahr 2016 nahmen 89 geflüchtete Menschen an dem kostenlosen Angebot teil. Neben dem Sprachunterricht vermittelt das Institut Kontakte zu den einzelnen Studiengängen und bietet individuelle Beratung an; bei Bedarf wird auf psychologische und juristische Hilfe verwiesen. Mit den nun bewilligten Mitteln in Höhe von rund 520.000 Euro werden über 750 Kursplätze für ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die nächsten zwei Jahre finanziert.

Im Programm „Welcome“ fördert der DAAD die Integration studierfähiger Geflüchteter durch den Einsatz studentischer Hilfskräfte. Sieben Hilfskräfte werden in den kommenden zwei Jahren mit rund 80.000 Euro finanziert. Sie bereiten unter anderem Informationen für Geflüchtete, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf, unterstützen die fachbezogene Sprachförderung oder stellen Online-Materialien für studienspezifische Lernangebote für Flüchtlinge zusammen.
uni-goettingen.de

Arbeitsagentur erwartet schnelle Integration Geflüchteter

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) geht davon aus, dass sich die nach Deutschland geflohenen Menschen auf dem Arbeitsmarkt langfristig gut integrieren werden.

 

„Wir rechnen damit, dass im ersten Jahr zwischen acht und zehn Prozent von ihnen Arbeit finden werden, im fünften Jahr wird rund die Hälfte einen Job haben, nach 15 Jahren dann etwa 70 Prozent."

Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit
zeit.de

Ideegration – Integrationskonzepte in Österreich gesucht

Im Rahmen des Projektes „Ideegration“ suchen Accenture, Ashoka, Bundeskanzleramt und Österreichisches Rotes Kreuz Digitalinitiativen zur Unterstützung der Integration von Geflüchteten. Auf der Ideegration Konferenz am 10. November 2016 wurden aus 104 eingereichten Integrationsprojekten fünf Initiativen ausgewählt, die bis Juni 2017 am „Ideegration Digital“-Entwicklungsprogramm teilnehmen, um ihre Verbindungen zu Hilfsorganisationen, Unternehmen und Verwaltung zu stärken.

Mit dabei sind eine Dolmetschplattform für soziale Einrichtungen (interprAID), eine Plattform mit niederschwellig umsetzbaren Integrationsprojekten für Gemeinden (ZIAG), eine interaktive und mehrsprachige Karte für Geflüchtete (new here), eine Matchmaking-Plattform zwischen Freiwilligen und Hilfsorganisationen (help2day) und ein Weiterbildungsprogramm für geflüchtete Akademiker (MTOP).
ideegration.unhcrideas.org, futurezone.at

Arnsberg macht Mut

In Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) kommen ca. 700 ehrenamtliche HelferInnen auf ca. 1.400 Geflüchtete. Die Stadt im Sauerland ist damit auf einem guten Weg die Integration der neuen BürgerInnen zu packen. Gleichzeitig freut man sich im Rathaus auch über die positive Resonanz und das neubürgerliche Engagement der Menschen, die Arnsberg neu angekommen sind.
wp.de >>

Hilfe für unbegleitete Minderjährige

„Hauptamtliche scheiden nach dem 18. Geburtstag aus. Dann fallen viele Jugendliche meist in ein Loch. Ehrenamtliche haben oft eine engere Beziehung.“

Irene Froese vom Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) kümmert sich um „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ in Leverkusen. Der SKF hat ein Programm zur Weiterbildung Ehrenamtlicher entwickelt, die im Anschluss junge Geflüchtete im Alter von 14 bis 16 Jahren begleiten können. Froese sieht darin auch eine Option, hilfsbereite Menschen zu unterstützen, die lieber eine Patenschaft als gleich eine – rechtlich verbindliche – Vormundschaft zu übernehmen. Insgesamt ist es Ziel der verschiedenen Aktivitäten, die Jugendlichen bis zur Volljährigkeit zu begleiten und wenn es notwendig ist, auch darüber hinaus.
ksta.de >>

Porsche setzt Integrationsprogramm fort

In der zweiten Runde des Integrationsprogramms von Porsche werden 15 Frauen und Männer aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und Irak bis August diesen Jahres so weit qualifiziert, dass sie im Anschluss auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz erhalten oder den direkten Berufseinstieg schaffen können. Generell will Porsche nicht nur für die eigenen Unternehmensbelange entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen durchführen, sondern bildet bewusst auch für Branchen aus, die unter einem Fachkräftemangel leiden, oder Firmen, die aufgrund ihrer Betriebsgröße kein eigenes Integrationsprogramm aufsetzen können – so die Pressemitteilung des Sportwagenherstellers.
Dafür arbeitet die Firma auch eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. Nach der ersten Runde haben elf Flüchtlinge eine Anschlussbeschäftigung bei Porsche erhalten.
presse.porsche.de >>

Hamburg: Projekte fördern Integration geflüchteter Frauen

Die Hamburger Regierungsfraktionen SPD und Grüne wollen zwei Projekte finanziell unterstüzen, um die Integration von Flüchtlingsfrauen in der Stadt zu verbessern. Mit dem Projekt LibertA sollen die beruflichen Chancen optimiert werden. Hierbei lernen die Frauen in Handarbeitskursen deutsch. Die Initiative SWITCHMind kümmert sich in muttersprachlichen Workshops um die Vermittlung von Grundwerten, wie Gerechtigkeit und Gleichstellung. Beide Projekte werden mithilfe des Integrationsfonds gefördert. So soll das Projekt LibertA mit 176.000 Euro und die Initiative SWITCHMind mit 25.000 Euro bezuschusst werden.
www.bundeswirtschaftsportal.de

Uni Freiburg bereitet Geflüchtete aufs Studium vor

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert über das Integra-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdiensts in den kommenden beiden Jahren erneut Vorkurse an der Universität Freiburg, die Geflüchtete darauf vorbereiten, ein Studium an einer deutschen Hochschule aufzunehmen. Das BMBF stellt der Uni dafür insgesamt knapp 300.000 Euro bereit.

Der nächste Vorkurs findet von April bis Dezember 2017 statt. Vorgesehen sind zwei Klassen mit jeweils bis zu 22 Plätzen, für die sich Interessierte bis zum 16. Februar online bewerben können. Geflüchtete können sich zudem am 2. Februar 2017 ab 18 Uhr im Hörsaal 1098, Kollegiengebäude I, Platz der Universität 3 über den Vorkurs und die Bedingungen zur Teilnahme informieren.
uni-freiburg.de (mit weiterführenden Links)

Uni Potsdam: Qualifizierungsprogramm für geflüchtete Lehrkräfte

Noch bis zum 10. Februar können sich Lehrerinnen und Lehrer, die vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, für einen neuen Durchgang des „Refugee Teachers Program“ an der Universität Potsdam bewerben. Voraussetzungen sind ein Universitätsabschluss, Berufspraxis als Lehrerin oder Lehrer an einer Schule in der Heimat, der Flüchtlingsstatus und Englischkenntnisse auf Niveau B1. Ein neuer Kurs beginnt im April. Weitere Infos gibt es unter dem nachfolgenden Link.
uni-potsdam.de

Hamburg: Förderung für Integration geflüchteter Frauen

Das rot-grüne Regierungsbündnis in Hamburg hat beschlossen, Geld aus dem Integrationsfonds für ein Projekt zu beantragen, das sich speziell an geflüchtete Frauen ohne formelle Ausbildung richtet. Rund 177.000 Euro sollen in das Projekt LibertA der Vereine Made auf Veddel und BIN fließen, in dem geflüchtete Frauen unter professioneller Anleitung nähen, stricken und häkeln lernen und parallel dazu in Deutsch- und Integrationskursen ihre sprachlichen Kompetenzen stärken können.
welt.de

Interaktive Landkarte: Bildungszugang von geflüchteten Kindern

Welchen Zugang haben geflüchtete Kinder zu Bildung? Antworten auf diese Frage gibt die www.landkarte-kinderrechte.de des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Dafür wurden im vergangenen Jahr die Sozial- und Kultusministerien aller Bundesländer befragt, wie sie den Zugang für geflüchtete Kinder zu Schulen und Kitas regeln. Für den Bereich Kitas liegen keine Antworten aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen vor, in Sachen Schule hat Brandenburg nicht geantwortet. Die Visualiserung zeigt: Um den menschenrechtlichen Vorgaben einer vorrangigen Berücksichtigung der besten Interessen von Kindern gemäß Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention zu entsprechen, muss an dieser Stelle noch einiges getan werden.
institut-fuer-menschenrechte.de

Berlin: Berufsmesse für Geflüchtete ausgebucht

Am 25. Januar findet im Estrel Berlin erneut eine Jobbörse statt, die arbeitssuchende Geflüchtete und Migranten mit potenziellen Arbeitgebern zusammenbringen soll. Mit 4.200 angemeldeten Teilnehmern ist die Jobbörse schon jetzt ausgebucht. Insgesamt haben 189 Aussteller mehr als 3.000 offene Ausbildungsplätze, Praktika und Jobs in unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen gemeldet.

Die Schirmherrschaft der Messe hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller übernommen. Veranstaltet wird die Jobbörse bereits zum zweiten Mal vom Estrel Berlin in Kooperation mit der Agentur für Arbeit Berlin Süd. Die Erstauflage der Messe fand wie berichtet im Februar 2016 statt.
estrel.com

SESAM-Projekt unterstützt international ausgerichtete Unternehmen.

In der Region Niederrhein hat fast jedes zehnte Unternehmen (von rund 5.000 insgesamt) einen internationalen Hintergrund. Um die Integration von Zugewanderten in den Firmen zu stärken, gibt es bereits seit drei Jahren das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierte Projekt SESAM, welches von der Stadt Duisburg umgesetzt wird. Die Abkürzung steht für „Spezifische Aktivierung von Migrantenunternehmen in der Region Niederrhein“ und soll den Firmen in Duisburg und den Kreisen Kleve und Wesel helfen, ihre Personalentwicklung strategisch und langfristig auszurichten. Hierzu wird zunnächst ein Selbstcheck in Form eines Fragebogens durchgeführt. Die Unternehmen werden dann gezielt beraten, z.B. im Hinblick auf den Qualizierungsbedarf der Mitarbeiter, und es werden gemeinsam Maßnahmen zur Umsetzung entwickelt.
www.rp-online.de

Projekt „Work für Refugees“

„Work for Refugees“, ein Projekt des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und der Stiftung Zukunft Berlin, will Geflüchteten Arbeitsplätze vermitteln – kostenfrei. Nach Eingabe der persönlichen Daten werden die Bewerber zu einem Beratungstermin eingeladen, bei dem die Deutsch- und Fachkenntnisse überprüft werden. Ihre Daten werden dann an potenzielle Arbeitsgeber weitergeleitet, die sich mit Stellenangeboten bei „Work for Refugees“ registriert haben. Die Menüführung auf der Seite gibt es in arabischer, englischer, französischer und deutscher Sprache. Über dieses Projekt hat übrigens auch Hany, ein Kopte, der aus Ägypten flüchtete, seinen Job gefunden. Seit zehn Monaten organisiert er als „Steward“ die Spülküche im Kultrestaurant Nobelhardt&Schmutzig im Berliner Stadtteil Kreuzberg. So konnte Hany eine Wohnung finden und diese auch selbst finanzieren.
work-for-refugees.de, paritaet-berlin.de, sueddeutsche.de (Hany)

Hessen: Hochschulen erhalten 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe

100.000 Euro gehen an die Justus-Liebig-Universität Gießen für ihr Gasthörerprogramm sowie Integrationsangebote der Fachbereiche. Das hessische Wissenschaftsministerium hat den Hochschulen des Landes insgesamt 550.000 Euro für Flüchtlingshilfe bewilligt. Die Hochschulen können so die Beratungs- und Betreuungsangebote fortführen, die sie im vergangenen Jahr mit Hilfe einer ersten Förderung des Ministeriums eingerichtet hatten.
fnp.de, wissenschaft.hessen.de

Buchtipp: Firas Alshaters Autobiographie „Ich komm auf Deutschland zu“

ich-komm-auf-deutschland-zu_199x300pxDer aus Syrien geflohene YouTube-Star Firas Alshater, der mit der Webserie „Zukar“ bekannt wurde (wir berichteten), hat seine Autobiographie geschrieben. Das Buch „Ich komm auf Deutschland zu“ ist im Oktober 2016 beim Ullstein Verlag erschienen und kostet 14,99 Euro. Darin erzählt Firas Alshaters von seinen Erlebnissen in Deutschland und Syrien – auf seine ganz eigene offene, witzige und liebenswert freche Art.
deutschlandradiokultur.de

Jutta Cordt wird neue BAMF-Chefin

Jutta Cordt tritt die Nachfolge von Nachfolgerin von Frank-Jürgen Weise an und wird neue Chefin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge BAMF. Unter ihrer Leitung sollen u.a. die Wartezeiten für Geflüchtete kürzer und Dolmetscher besser eingesetzt werden. Noch nicht entschiedener Asylanträge sollen abgebaut werden, die Entscheidungen „zeitnah und rechtssicher“ fallen. In einem kurzen Video stellt das ZDF die neue BAMF-Chefin vor.
zdf.de

Köln: Mindeststandards zur Unterbringung Geflüchteter beschlossen

Der Kölner Stadtrat hat in dieser Woche verbindliche Mindeststandards für die Unterbringung und Betreuung geflüchteter Menschen beschlossen, von denen derzeit mehr als 13.300 in städtischen Einrichtungen untergebracht sind. So wird unter anderem der personelle Betreuungsschlüssel für die Sozialarbeiter in den als Notunterkunft genutzten Standorten an der Friedrich-Naumann-Straße (Porz-Eil) und Matthias-Brüggen-Straße (Ossendorf) auf 1:60 (bisher 1:80) festgesetzt. Gleiches gilt mit Blick auf alle Leichtbauhallen-Standorte sowie noch belegte Turnhallen. Für die übrigen Einrichtungen soll ein detailliertes Betreuungskonzept ausgearbeitet und dem Rat bis März 2017 vorgelegt werden.

Ebenfalls bis zum März soll die Verwaltung ein Umsetzungskonzept vorlegen, um das Ehrenamt zu stärken. Darin sollen insbesondere die Eigenarten und unterschiedlichen Bedarfe in den Stadtteilen berücksichtigt werden. Für die medizinische Versorgung soll die Verwaltung zudem Verbesserungsvorschläge erarbeiten, die insbesondere die Situation in den kleineren Notunterkünften berücksichtigen. Wie die Stadt betont, werden die Mindeststandards nur „vorübergehend aufgrund des enormen Handlungsdrucks bei der Flüchtlingsunterbringung“ angewandt.

Darüber hinaus wurde bekanntgegeben, dass die Stadt Köln nun spezielle Wohneinheiten für homo-, bi-, trans- und intersexuell veranlagte Geflüchtete, sogenannte LSBTI-Schutzbedürftige, bereitstellt und die ersten fünf solcher Plätze bereits bezogen wurden. Weitere LSBTI-Wohngemeinschaften sollen von der Stadt Köln in Kürze zur Verfügung gestellt werden.
stadt-koeln.de, (Standards), stadt-koeln.de (LSBTI)

Freiburger Wohnprojekt: Studenten und Geflüchtete wünschen sich Verlängerung

150 Geflüchtete und 72 Studierende leben in Freiburg in einem integrativen Wohnprojekt (wir berichteten) zusammen. Allerdings war das Projekt von Beginn an auf sechs Monate bis März 2017 begrenzt. Die Geflüchteten und Studierenden wollen nun aber, dass dieses deutschlandweit einzigartige Projekt verlängert wird. Die Stadt zeigt sich dem gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen und will eine Verlängerung prüfen, berichtet die „Badische Zeitung“.
badische-zeitung.de

Wettbewerb „Aus meiner Sicht“: Gewinner stehen fest

Die Gewinner des Videowettbewerbes „Aus meiner Sicht –Videowettbewerb mit Geflüchteten“ der Stiftung für die internationalen Wochen gegen Rassismus (wir berichteten) stehen fest. Die Jury prämierte aus über 63 eingereichten Beiträgen fünf Clips. Den ersten Platz sicherte sich eine Gruppe von sieben Personen, die Teilnehmenden eines Deutschkurses in Hamburg, mit dem Video „Vorurteile“.

Musaab Alibrahim, Sabrin Abuissa, Mohammad Issa, Bashar Ahmad, Zeinab Maamo, Omar Hammad und Philip Mordecai erhalten für ihren gemeinsam produzierten Beitrag ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Damit wollen sie gemeinsam einen Ausflug nach Berlin machen.
bamf.de

NDR veröffentlicht Märchen in Leichter Sprache

Der NDR hat sein barrierefreies Angebot erweitert und nun auch Märchen in eine Leichte Sprache und Gebärdensprache übersetzt. Unterstützt wurde der Sender dabei von Studenten der Forschungsstelle Leichte Sprache der Universität Hildesheim, die die Verständlichkeit der Geschichten im Hinblick auf Grammatik und Wortschatz vereinfacht haben, so dass es bspw. keine Nebensätze mehr gibt und Fachbegriffe generell erläutert werden. So können u.a. Menschen mit Lese- und Schreibschwäche, Migranten oder ältere Menschen die Texte besser verstehen. Insgesamt werden 12 Märchen auf www.ndr.de zum Hören und Sehen angeboten.
www.presseportal.de, www.dwdl.de

Mannheim: Flüchtlingsfonds für 2017 freigegeben

Der Mannheimer Gemeinderat hat für 2017 einen mit 150.000 Euro ausgestatteten Fonds für Initiativen und Ehrenamtliche, die sich in der Mannheimer Flüchtlingshilfe engagieren, bewilligt. Über den Fonds wurden nach Angaben der Stadt Mannheim 2016 insgesamt 55 Projekte aus der bürgerschaftlichen Mannheimer Flüchtlingshilfe erfolgreich gefördert. 2017 liegt der Fokus vor allem auf der Förderung von Projekten und Aktivitäten, die das gesellschaftliche Miteinander und die sozialen Strukturen unterstützen - insbesondere in den Stadtteilen, in denen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes errichtet wurden.

Auch die Schaffung von Begegnungs- und Informationsmöglichkeiten, Schulungen sowie sonstigen Zusammenkünften, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienen, sowie Maßnahmen, die zur Erhöhung der interkulturellen Kompetenz aller Beteiligten beitragen, können gefördert werden. Dies gilt ebenso für Schulungsmaßnahmen von ehrenamtlichen Helfern zu bürgerschaftlichem Engagement in der Flüchtlingshilfe, die Unterstützung von Tagesstrukturangeboten für Geflüchtete und die Unterstützung von Angeboten, die das Demokratieverständnis fördern.
swr.de, mannheim.de

RefuShe: Neue App unterstützt geflüchtete Frauen

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens bietet geflüchteten Frauen mit der kostenlosen App „RefuShe“ ab sofort leicht verständliche Informationen unter anderem über die Lebensweise und Gesellschaft in Deutschland, Grundwerte wie Gleichstellung und Selbstbestimmung sowie Hilfsangebote für Frauen. „Die App soll das Ankommen in Nordrhein-Westfalen erleichtern, die Frauen unterstützen und ihnen ein Bewusstsein dafür vermitteln, dass sie hier frei und gleichberechtigt leben können“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens bei der Vorstellung.

In der App RefuShe, die ab sofort für Android-Smartphones in fünf Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch, Paschtu) zur Verfügung steht, werden unter anderem Videos eingesetzt, die Grundrechte wie Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung erklären. Thematisiert wird beispielsweise Selbstbestimmung, der Umgang mit Sexualität in Deutschland, und dass jeder Mensch hier seinen individuellen Lebensstil verwirklichen kann, so lange niemand anders deswegen in seinen Rechten eingeschränkt wird.

Außerdem bietet die App von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen Kontaktdaten von Frauenberatungsstellen und Hilfeeinrichtungen sowie Notrufnummern. Eine Navigationsfunktion führt die Nutzerinnen zu Beratungsstellen in ihrer Nähe.
wdr.de, dw.com, mgepa.nrw.de

Trekstor: Spezielles Tablet soll Integration erleichtern

Trekstor bringt in Zusammenarbeit mit Microsoft, HeiReS und der Organisation Stifter-helfen das LingoTab heraus. Das Tablet kommt mit dreisprachiger Anstecktastatur, bei der neben dem deutschen auch das englische und arabische Layout auf die Tasten aufgedruckt sind, einem Headset sowie vielen Anwendungen, um die Integration von Geflüchteten durch moderne Technik zu erleichtern. Vor allem soll es dabei helfen, Sprachbarrieren zu durchbrechen, und den Zugang zu wichtigen Informationen bezüglich Landeskultur, Behördengängen oder Formularen ermöglichen.

Dazu gibt es ein speziell auf Geflüchtete abgestimmtes Softwarepaket. Anwendungen wie die multilinguale Welcome-App von HeiReS sowie die Sprach-Lern-Programme Schlaumäuse und Languagenut sollen bei der Orientierung und dem Erwerb von Sprachkenntnissen helfen.

Das LingoTab kann von Non-Profit-Organisationen über Stifter-helfen in der aktuellen Aktion zu einem Selbstkostenpreis von 162,90 Euro bezogen werden.
areamobile.de, trekstor.de, stifter-helfen.de

Stuttgart: Stadt schafft Dienstleistungszentrum für Geflüchtete

Die Stadt Stuttgart schafft in der Jägerstraße ein Dienstleistungszentrum für geflüchtete Menschen, in dem diese alles für ihre ersten Schritte aus einer Hand erhalten sollen.

Bereits seit Juli ist dort das Sozialamt mit der neuen „Abteilung Flüchtlinge" und dem „Bürgerservice Soziale Leistungen" dort vertreten. Nun folgt das Amt für öffentliche Ordnung mit dem „Sachgebiet Flüchtlinge" der Ausländerbehörde. Anfang nächsten Jahres werden laut einer Mitteilung der Stadt zudem die Abteilung „Migration und Teilhabe" des Jobcenters sowie der „Ausbildungscampus" ihre Arbeit in dem Gebäude aufnehmen.

Die Abteilung Flüchtlinge im Sozialamt ist federführend bei der Unterbringung der Geflüchteten, die nach dem „Stuttgarter Modell" erfolgt. 44 Mitarbeiter kümmern sich um Zuweisung und Aufnahme von Geflüchteten in die Unterkünfte, das Belegungsmanagement, die Akquise, oder den Unterhalt der Unterkünfte. 41 Mitarbeiter des Bürgerservice Soziale Leistungen versorgen Geflüchtete mit Transferleistungen.

Die Abteilung Migration und Teilhabe des Jobcenters wird im Frühjahr 2017 ihre Arbeit aufnehmen. 20 Mitarbeiter kümmern sich dann um 2.600 Geflüchtete, die einen Aufenthaltstitel haben, und unterstützen diese u.a. bei der Sicherung des Lebensunterhalts und der Eingliederung in den Arbeitsmarkt.

Ebenfalls im Frühjahr 2017 startet der Ausbildungscampus, in dem Vertreter von Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozial- und Jugendamt, der Abteilung Integration, freie Träger, der Industrie- und Handelskammer sowie der Handwerkskammer Region Stuttgart zusammenarbeiten. Sie sind Servicepartner für die Geflüchteten und die Unternehmen der Region. Ziel ist es, vor allem jungen Geflüchteten aus dem Vorbereitungsjahr Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse („VABO-Klassen") Perspektiven zu eröffnen. Die rund 370 Schüler sollen leichter in Ausbildung und Arbeit vermittelt werden. Unternehmen werden zudem beraten, wie sie Geflüchtete ausbilden und einstellen können.
stuttgart.de

Geflüchteter schließt Gymnasium in Australien als Jahrgangsbester ab

Saad Al-Kassab floh 2013 mit seiner Familie aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Australien. Als er 2014 in Melbourne ankam, sprach er kaum Englisch und wurde am Gymnasium abgelehnt. Al-Kassab und sein drei Jahre jüngerer Bruder Omar beschlossen also Englisch zu lernen – auf eine ungewöhnliche und vor allem zeitsparende Weise: Sie schauten sich die Fragestunden des Parlaments im Fernsehen an. Vier Monate später wurde Al-Kassab an seiner Wunschschule anegnommen. Diese hat er nun sogar als Jahrgangsbester abgeschlossen! Daufhin wurde ihm ein Universitätsstipendium angeboten. Al-Kassab will Medizin studieren, um später anderen helfen zu können.
welt.de

Syrische Kultur auf dem Weihnachtsmarkt in Schillingsfürst

Neben Glühwein, Bratwurst und Lebkuchenherzen können Besucher des Weihnachtsmarktes in der mittelfränkischen Stadt Schillingsfürst in diesem Jahr auch Falafel und Kibbeh essen – und zwar am Stand einer Familie, die aus Syrien geflohen ist. Während die 20-jährige Mayar Ballish syrische Leckereien verkauft, stellen Mayars Schwester Nawar und Vater Moneer im Barockschloss hinter dem Weihnachtsmarkt Gemälde aus. Moneer Ballish ist Künstler und will mit seinen Werken zum Ausdruck bringen, was Menschen in Syrien durchmachen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder kommen syrischen Kindern zugute, die im Krieg verletzt wurden.
morgenpost.de (Video), reuters.com

Einwanderung in Deutschland: Integrationsbericht vorgelegt

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, hat am vergangenen Freitag ihren Lagebericht vorgestellt, der umfangreiche Daten zu Bereichen wie Bildung, Arbeitsmarkt und Ehrenamt zusammenträgt. Der 733 Seiten umfassende Bericht trägt den Titel „Teilhabe, Chancengleichheit und Rechtsentwicklung in der Einwanderungsgesellschaft" und untersucht den Zeitraum Juni 2014 bis Juli 2016.
focus.de, faz.net, spiegel.de, bundesregierung.de (Bericht als PDF)

Ankommer. Perspektive Deutschland: 2. Runde im Stipendienprogramm

ankommer-rgb-kfw_300pxDas Stipendienprogramm „Ankommer. Perspektive Deutschland" der KfW Stiftung und der Social Impact gGmbH (wir berichteten) geht in die zweite Runde. Aus etwa 100 Bewerbungen, vorranging aus den Bereichen Gastronomie und Handwerk, wurden insgesamt 15 Gründerteams mit Ideen zur sozioökonomischen Integration Geflüchteter ausgewählt – acht davon kommen aus Berlin, fünf aus dem Rhein-Main-Gebiet, weitere aus Hamburg und Duisburg.

Zudem sollen am 6. Juni 2017 in Frankfurt zwei Gründergurppen mit dem „Special Impact Award“, der mit einem Startgeld in Höhe von insgesamt 45.000 EUR dotiert ist, ausgezeichnet werden: Ein Leuchtturmprojekt für die ökonomische Integrationsleistung von Geflüchteten aus dem Kreis der neuen ANKOMMER-Stipendiatenteams 2016/2017 sowie eines mit besonderer sozialer Wirksamkeit aus dem Kreis der „AndersGründer“.
ankommer.eu, csr-news.net, fr-online.de

Vom Kindersoldaten zum „Australier des Jahres“?

songs-of-a-war-boy_150x150pxIm Alter von sechs Jahren wurde Deng Adut im Sudan von Milizen entführt und zum Kindersoldaten gemacht. Mit 14 Jahren gelang ihm über Kenia die Flucht nach Australien – Helfer schmuggelten ihn in einem Getreidesack auf der Ladefläche eines Lkw. Down Under lernte der damalige Analphabeth lesen und schreiben, studierte Jura und arbeitet inzwischen als Anwalt für Strafrecht. Seine bewegende Lebensgeschichte hat er gemeinsam mit seinem engen Freund Ben McKelvey in dem Buch „Songs of a War Boy“ (hachette Australia) festgehalten. Wegen seines Engagements für afrikanische Migranten ist Deng Adut als „Australier des Jahres“ nominiert. Die Auszeichnung wird im Januar 2017 vergeben.
theguardian.com , bbc.com

Flüchtlingskinder lernen Weihnachtsfest kennen

In einer Willkommensklasse im nordrhein-westfälischen Ratingen werden den SchülerInnnen derzeit die Sitten und Bräuche rund um das deutsche Weihnachtsfest vermittelt. Neben dem Öffnen von Adventskalender-Türchen werden Plätzchen gebacken und Kerzen angezündet. Darüber hinaus erfahren die 10- bis 14-Jährigen die biblische Geschichte und befragen die Bürger, wie ihnen Weihnachten gefällt und was ihnen das Fest bedeutet. Die Antworten werden in Wort und Bild festgehalten und sollen zu einem späteren Zeipunkt in Form von Postern in einer Ausstellung präsentiert werden.
www.rp-online.de

SpraBo: Sprachkompetenz und Berufsorientierung für Geflüchtete

Gestern startete in Berlin mit SpraBo ein Projekt, das sich speziell an geflüchtete Menschen mit Interesse an Gesundheitsberufen richtet. Das Pilotprojekt von Charité, Vivantes und des IQ Landesnetzwerks Berlin verfolgt das Ziel, ihnen eine berufliche Qualifizierung zu ermöglichen und damit ihren Zugang zum Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Rund zwanzig interessierte Frauen und Männer aus vielen Herkunftsländern haben nun mit dem ersten Kurs begonnen. Betreut werden sie von Pflegepädagoginnen und –pädagogen der Projektpartner. Bis Ende 2018 sind vier sogenannte SpraBo-Kurse geplant.
berlin.de

Leipzig: Geflüchtete können Studium fortführen

An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst können 15 Geflüchtete ihr im Heimatland begonnenes Studium beenden. Möglich wurde dies durch den dort lehrenden Professor Rayan Abdullah, der die Akademie für transkulturellen Austausch ins Leben gerufen hat und diese über Facebook bewarb. Die Akademie beinhaltet ein viersemestriges Programm. Nach Beendigung und dem Erreichen eines bestimmten Deutsch-Niveaus können die Geflüchteten in reguläre Studiengänge wechseln und bspw. Fotografie oder Malerei studieren.
www.sz-online.de

Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen

Für die Studie „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen“ hat der Deutsche Landkreistag 18 gelungene Praxisbeispiele für Integration in den Landkreisen unter die Lupe genommen. Dafür wurden 150 Interviews mit Landräten, Integrationsbeauftragten und Projektleitern geführt. Die Publikation zeigt, wie vielfältig das Thema ist und stellt neben den Best Practices auch strategische Leitlinien vor.

Auf der Integrationskonferenz des Deutschen Landkreistages betont DTL-Präsident Landrat Reinhard Sager: „Die Landkreise können die herausfordernde Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt meistern. Integration darf nicht scheitern. Gerade die Landkreise haben ein ausgeprägtes Interesse daran und sind der Ort, an dem wesentliche Weichen für eine gelingende Integration gestellt werden.“
landkreistag.de

„Ankommen“ jetzt auch als Website

Die App „Ankommen“, die Geflüchteten speziell in den ersten Wochen in Deutschland Orientierung bieten soll (wir berichteten), gibt es jetzt auch als Website. Auch unter www.ankommenapp.de erhalten Asylsuchende künftig Hilfe und Infos zu Deutschkursen, Asylverfahren, Arbeitsmarktzugang und zum Leben in Deutschland. Die Website ist in insgesamt fünf Sprachen verfügbar. „Die Ausweitung der App auf die Website und die ständige Weiterentwicklung garantieren stets aktuelle Informationen rund um das Ankommen von Geflüchteten in Deutschland“, erklärt Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit und Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.
arbeitsagentur.de

Schon über 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen

Über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums sind seit Mai 2016 bereits mehr als 20.000 Patenschaften für geflüchtete Menschen entstanden. Das Patenschaftsprogramm wird gemeinsam mit 19 Programmträgern umgesetzt, darunter die freien Wohlfahrtsverbände, muslimische Verbände, Migrantenorganisationen, der Stiftungssektor und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen oder die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros.

Die Patenschaften reichen von Vormundschaften oder Gastfamilien über regelmäßige praktische Unterstützung bei der Bewältigung erster Behördengänge und des Alltags im Gastland bis hin zu Hausaufgabenbetreuung. Ein weiterer Ansatz sind Bildungsmentorenschaften, die Geflüchteten im Rahmen eines Modellprojekts der ZEIT-Stiftung helfen, Bildungsabschlüsse zu sichern.

Auch werden nicht nur 1:1 Patenschaften gefördert, Engagierte können auch Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen übernehmen.
bmfsfj.de

Niedersachsen: Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse von Geflüchteten

Seit 2012 können im Ausland erworbene Berufsabschlüsse gesetzlich in Deutschland anerkannt werden. Für Geflüchtete mit Berufsabschluss ist das eine Chance. Doch vielen ist unklar, wie ein Anerkennungsverfahren finanziert werden kann, oder was passiert, wenn die notwendigen Dokumente nicht vollständig sind.

Mit dem neuen Projekt „Fokus Flucht: Berufliche Orientierung für Geflüchtete“ setzt sich der Flüchtlingsrat Niedersachsen dafür ein, dass alle Geflüchteten die Chance auf einen qualifikationsadäquaten Arbeitsplatz erhalten. Das Projekt unter Leitung von Vivien Hellwig unterstützt insbesondere geflüchtete Frauen bei ihrer beruflichen Orientierung.

Dabei werden für Geflüchtete und Unterstützende nicht nur Informationen über das Anerkennungsverfahren und die Angebote im Rahmen des IQ Netzwerks Niedersachsen (IQ – Integration durch Qualifizierung) bereitgestellt, sondern auch spezielle Workshops für geflüchtete Frauen angeboten.
nds-fluerat.org

DIMR: Bericht über Menschenrechtssituation in Deutschland

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat seinen ersten Bericht an den Bundestag über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland vorgestellt. Gemäß dem Gesetz über die Rechtsstellung und Aufgaben des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMRG) legt das Institut dem Deutschen Bundestag einen solchen Bericht ab 2016 jährlich vor. Das Gesetz sieht vor, dass der Bundestag zum Bericht des Instituts Stellung nehmen soll.

Der größte Teil des rund 160-seitigen Berichts, der den Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 30. Juni 2016 umfasst, ist dem Thema Flucht gewidmet. Kritisiert wird unter anderem, dass etliche Gesetzesänderungen, wie die beiden Asylpakete und das Integrationsgesetz, menschenrechtlich problematisch seien, beispielsweise die Einschränkung des Familiennachzugs, Wohnsitzauflagen oder die Einstufung von weiteren Ländern als „sichere Herkunftsstaaten". In einigen Bereichen habe es jedoch auch positive Veränderungen gegeben, wie zum Beispiel den Bürokratieabbau beim Zugang zum Arbeitsmarkt.

Besorgt zeigt sich Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts, mit Blick auf den wachsenden Rassismus und die steigende Gewalt gegen Geflüchtete:

Beate Rudolf

„Ich finde es empörend, dass Menschen das Dach über dem Kopf angezündet wird, die gerade ihre zerbombten Häuser verlassen mussten. Für Hass und Gewalt gibt es keine Rechtfertigung."

institut-fuer-menschenrechte.de, institut-fuer-menschenrechte.de (Bericht als PDF)

Hessen: Mehr Geld für Landesprogramm „WIR“

Der Etat für das hessische Landesprogramm WIR (Wegweisende Integrationsansätze Realisieren) zur Integration von Geflüchteten wird im kommenden Jahr von 4,6 Millionen auf 8,85 Millionen Euro fast verdoppelt. Grundlage des Programms sind Sprachkurse, in denen auch gesellschaftliche Werte und Strukturen und grundlegende Informationen zur Alltagsbewältigung vermittelt werden.

Ein Kernpunkt der nun beschlossenen zusätzlichen Förderung ist die Entlastung der Kommunen durch neu geschaffene WIR-Fallmanager, deren Einsatz mit 1,65 Millionen Euro gefördert wird. Sie sollen Geflüchteten einen Überblick über die bestehenden Angebote geben und sie passgenau zu den zuständigen Stellen weiterleiten. Um dies in Breite zu tragen, sollen sie ein Lotsen- bzw. Patennetzwerk auf kommunaler Ebene aufbauen und begleiten. Auch sollen sie die Koordination zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen unterstützen. Dabei sollen sie eng mit den bereits eingeführten WIR-Koordinationen und den für Geflüchtete zuständigen Stellen kooperieren.

Zudem stellt die hessische Landesregierung ab 2017 jährlich zusätzlich 500.000 Euro zur Förderung modellhafter Vorhaben und Projekte zur Unterstützung der Integration von geflüchteten Frauen zur Verfügung. Auch die Qualifizierung und der Einsatz von Integrationslotsinnen und –lotsen, die mit Geflüchteten arbeiten, wird mit zusätzlichen 500.000 Euro gefördert. Darüber hinaus werden die Mittel für das bislang mit 1,5 Millionen Euro ausgestattete Programm „MitSprache – Deutsch 4U“ auf 2,7 Millionen Euro erhöht. Und auch Migrantenselbstorganisationen sollen mit 400.000 Euro unterstützt werden.
soziales.hessen.de

Integration von Geflüchteten: 70 Mrd. Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung möglich

Gelingt die Integration der aktuell rund 1,3 Millionen Geflüchteten, die voraussichtlich als Asylbewerber europaweit anerkannt werden, könnten sie ab 2025 einen zusätzlichen Beitrag von 60 bis 70 Milliarden Euro jährlich zur Wirtschaftsleistung leisten. Das besagt eine neuen Studie des McKinsey Global Institute (MGI) mit dem Titel „Europeʼs new refugees: A road map for better integration outcomes“, die gestern veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig könne erfolgreiche Integration auf Grund der Altersstruktur der Gefllüchteten – 80% sind jünger als 35 Jahre – und der höheren Geburtenrate positive demografische Effekte haben. Bleiben hingegen funktionierende Integrationsmaßnahmen aus oder misslingen, würde sich das laut der Studie klar negativ auswirken – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
mckinsey.de, mckinsey.com (komplette Studie als PDF-Download)

Arabisch-Unterricht an Berliner Schulen

Bisher wurde Arabisch nur an zwei Berliner Privatschulen als Fremdsprache angeboten. Das soll sich nun ändern. Vier Grundschulen in der Bundeshauptstadt bieten bereits das Projekt „Muttersprache Arabisch“ an. Dabei werden arabischstämmige Schüler zusätzlich zum regulären Stundenplan zwei Stunden pro Woche in kleinen Lerngruppen in Arabisch unterrichtet.

Laut Berliner Zeitung plant der Senat mindestens eine deutsch-arabische Schule nach dem Vorbild der staatlichen Europaschulen in Berlin. Im Koalitionsvertrag von Rot-Rot-Grün ist eine zweisprachige Bildung und Erziehung festgeschrieben – genannt werden dort Türkisch, Arabisch und Kurdisch sowie allgemein osteuropäische Sprachen. Das soll die Integration fördern und Wertschätzung signalisieren. Petra Stanat, Leiterin des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen an der Humboldt-Universität, betont: „Ein solch bilinguales Angebot steht und fällt mit der Qualität des Lehrpersonals.“
berliner-zeitung.de

Ausbildung von Geflüchteten zu Programmierern: Weitere Förderung für CodeDoor

Mit ihrer Idee eines Qualifizierungsprogramms, das Geflüchtete ausbildet und als professionelle Programmierer an Unternehmen vermittelt, setzte sich die ehrenamtliche Organisation CodeDoor im bundesweiten Gründerwettbewerb „Herausforderung Unternehmertum“ durch, der gemeinsam von der Heinz Nixdorf Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft durchgeführt wird. Zur Weiterentwicklung und zum Ausbau des Konzepts erhält CodeDoor 15.000 Euro sowie individuelles Coaching durch Experten.

Angefangen hatte alles wie berichtet mit gespendeten Laptops und der Idee, Geflüchtete nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich langfristig ein berufliches Standbein für ihr Leben in Deutschland aufzubauen. CodeDoor qualifiziert geeignete Kandidaten über einen Zeitraum von sechs bis 18 Monaten auf Basis eines international anerkannten Ausbildungs-Curriculums. Derzeit werden bereits rund 150 Geflüchtete im Programmieren geschult - der Bedarf und die Nachfrage von Unternehmen sind immens. Über 100 Interessierte stehen bereits auf der Warteliste.
presseportal.de, codedoor.org

WOMEN`S WELCOME BRIDGE – Berlinerinnen bauen Brücken

WOMEN`S WELCOME BRIDGE ist ein Projekt von Frauen für Frauen. Realisiert hat das Ganze das Bildungs- und Beratungszentrum Raupe und Schmetterling – Frauen in der Lebensmitte e.V. in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung Arbeit, Integration und Frauen – Geschäftsstelle Gleichstellung. Auf dem digitalen schwarzen Brett können Angebote und Gesuche schnell und einfach eingestellt und auf konkrete Anfragen reagiert werden – so kommen Berlinerinnen, geflüchtete Frauen und Fraueninitiativen ganz unkompliziert zusammen. Die Angebote und Gesuche reichen von Sprachunterricht über Begleitung zu Ämtern bis hin zum gemeinsamen Tierpark-Besuch.
womens-welcome-bridge.de

„Gemeinsam kochen“ in Olpe

Seit letztem Jahr veranstalten die Integrationsagentur der Diakonie Olpe, die evangelische Kirche und das Asylbewerberprojekt von IN VIA regelmäßig Kochtreffen im Evangelischen Gemeindehaus. Geflüchtete und ehrenamtlich Engagierte kommen dort mehrmals im Jahr zusammen, kochen und essen gemeinsam. Ziel ist es, die deutsche Kultur und Sprache zu vermitteln, Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Das Projekt „Gemeinsam kochen“ erfreut sich großer und wachsender Beliebtheit, so kamen zum letzten Treffen statt der erwarteten 20 fast 50 Personen.
lokalplus.nrw

Bundeswehr beteiligt sich Integration mit Qualifizierung für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten

Seit dem 24. Oktober werden 21 syrischen Frauen in der Berliner Julius-Leber-Kaserne für die Notfallrettung und pflegerische Tätigkeiten qualifiziert. Sie lernen Grundlagen der Anatomie, absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs und werden in der Versorgung von Verletzten unterwiesen. Der Sanitätslehrgang dauert vier Wochen. Die Frauen stammen überwiegend aus den Bürgerkriegsgebieten um die Städte Damaskus und Aleppo. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen übergab die Zertifikate für die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung.
bundeswehr.de >>

Jugendprojekt „TEO Neu(es) Land“

Die Nordkirche und das Itzehoer Berufsbildungszentrum haben gemeinsam das Projekt „TEO Neu(es) Land“ auf die Beine gestellt. TEO steht für „Tage Ethischer Orientierung“. Drei Tage verbrachten 20 geflüchtete und 18 deutsche Jugendliche aus dem schleswig-holsteinischen Itzehoe in der evangelischen Begegnungsstätte Koppelsberg bei Plön. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter des Regionalen Bildungszentrums Itzehoe (RBZ) und der Nordkirche kümmerten sich um sie. Gemeinsam wurde getanzt, musiziert und Sport getrieben. Ziel des Projektes war es, persönliche Kontakte zu vertiefen, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen und so den geflüchteten Jugendlichen die Integration zu erleichtern.
shz.de

Daheim: Videotelefonie-Plattform für Sprachunterricht

Eine Sprache lernt man am besten, indem man sie spricht. Dieser Grundgedanke steht hinter der Onlineplattform Daheim, über die man mit Fremden per Video-Call eine Sprache üben kann. Madita Best, Gründerin der Videotelefonie-Plattform für mobiles Lernen und kulturellen Austausch, finanziert das Ganze über Spenden.

Daheim funktioniert ganz einfach: Man meldet sich an und richtet ein Profil ein. Dann kann mittels Matching-Algorithmus die Suche nach passenden Gesprächspartnern losgehen. Diese werden benachrichtigt und schon kann das Gespräch starten. Knapp 1.000 Nutzer hat die browserbasierte Plattform bisher - aktuell sind es mehr, die Deutsch lernen wollen als solche, die die Sprache vermitteln können. Deshalb telefoniert das Team auch selbst.
willkommen-daheim.org, gruenderszene.de

NRW: Neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird in Bochum errichtet

In Bochum beginnen in diesen Tagen die Bauarbeiten für eine neue zentrale Landeserstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Aufgabe der neuen LEA in Bochum wird es sein, alle nach Nordrhein-Westfalen kommenden Geflüchteten an einer zentralen Stelle des Landes zu erfassen.

Dort soll auch unmittelbar entschieden werden, ob in NRW eintreffende Geflüchtete gemäß den Vereinbarungen des Königsteiner Schlüssels in ein anderes Bundesland weiterreisen müssen. Alle in Nordrhein-Westfalen verbleibenden Geflüchteten werden nach ihrem Aufenthalt in der LEA Bochum in eine der schon bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes (Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen, Mönchengladbach, Münster, Unna sowie im Kreis Siegen-Wittgenstein) weitergeleitet.

Die neue Landeserstaufnahmeeinrichtung wird an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet sein. Die Aufenthaltsdauer der ankommenden Geflüchteten soll nur wenige Stunden betragen.
bszonline.de, bezreg-arnsberg.nrw.de

Zweites Ankunftszentrum in Niedersachsen eröffnet

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat das Land Niedersachsen am Erstaufnahmestandort Bramsche-Hesepe (Landkreis Osnabrück) ein zweites Ankunftszentrum für geflüchtete Menschen in Betrieb genommen. Eine erste Einrichtung existiert bereits in Bad Fallingbostel.

In den Ankunftszentren verfolgt das Bundesamt gemeinsam mit dem Land das Ziel, alle Verfahrensschritte – von der Registrierung über die medizinische Erstuntersuchung über die Asylantragstellung und Anhörung bis zu einer ersten Arbeitsmarktorientierung – unter einem Dach zu bündeln und so die Asylverfahren insgesamt zu beschleunigen.

Zusammen mit dem Ankunftszentrum in Bad Fallingbostel können die Kapazitäten nun kurzfristig auf insgesamt bis zu 800 Registrierungen und Asylantragstellungen täglich hochfahren werden. Hinzu kommen weitere Kapazitäten für Registrierung, ED-Behandlung und Asylantragstellung an den anderen Standorten der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB NI) in Braunschweig, Friedland, Oldenburg und Osnabrück. Diese Erstaufnahmestandorte bleiben unabhängig vom neuen Ankunftszentrum erhalten.

Nach Angaben des Niedersächsischen Innenministeriums sind seit Jahresbeginn deutlich weniger Geflüchtete nach Niedersachsen gekommen als im Vorjahr. Waren es im Herbst 2015 noch bis zu 1.900 Asylsuchende täglich, seien es inzwischen im Tagesschnitt zwischen 50 und 70. In den Einrichtungen des Landes sind aktuell knapp 3.000 Asylsuchende untergebracht, in Bramsche 635.
mi.niedersachsen.de

NRW: Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“

In Nordrhein-Westfalen hat am 1. November eine Koordinierungsstelle für die Integration von geflüchteten Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufe die Arbeit aufgenommen. Sie soll geflüchtete Menschen, die in NRW in einem Pflege- oder Gesundheitsberuf arbeiten möchten, bei ihrer beruflichen Integration besser unterstützen. Die Koordinierungsstelle „welcome@healthcare“ wird vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 760.000 Euro gefördert.
aerztezeitung.de, land.nrw

Auszeichnung für „Cuby Helps Refugees“

Der Berliner Fotograf Alexander Mechow ist für das Projekt "Cuby Helps Refugees" von der "Initiative Hauptstadt" mit einem Sonderpreis für Integration und Toleranz ausgezeichnet worden. Mechow hatte ein Booklet zur einfachen Kommunikation zwischen den Kulturen entwickelt, das als Hilfe für Flüchtlinge, Behörden und Helfer gedacht ist und für 1,50 Euro pro Exemplar nach wie vor bestellt werden kann.
cubyhelps.com

Schüler drehen Dokumentarfilm über interkulturellen Garten

Im bayerischen Waldsassen haben Achtklässler im vergangenen Jahr einen Film über einen Garten in einer Flüchtlingsunterkunft gedreht. Die Schüler haben gemeinsam mit den Flüchtlingen einen Gemüsegarten angelegt und ihre Arbeit gefilmt. Die fertige Dokumentation wurde nun im ortsansässigen Kunsthaus vor Einheimischen und Flüchtlingen präsentiert. Der Film zeigt, wie man durch die gemeinsame Aktivität Geflüchtete in die Gesellschaft integrieren kann.
www.onetz.de

Bundestrainer Joachim Löw bekommt Bambi für Integration

jogi-loew_bambi-2016_150x150px„Man kann gar nicht genug tun für Integration. Nur wenn auch wir alles tun dafür und Hilfestellung leisten, können wir all diese Menschen gut integrieren. Das ist unsere Zukunft.“

Bundestrainer Joachim Löw wurde in Berlin mit dem Bambi für Integration ausgezeichnet. Vor der Preisverleihung mahnt er, dass Integration eine zentrale Aufgabe ist und bleiben wird. Als Jogi Löw den Preis dann in den Händen hält, appelliert er: „Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Integrationsmannschaft werden.“
focus.de, dw.com/de

JOIN: Online-Plattform vermittelt Praktika für Geflüchtete

Wie kann eine schnelle Integration von Geflüchteten in unsere Gesellschaft gelingen? Wie werden begleitend zu einem Praktikum zusätzliche Sprachkenntnisse vermittelt? Und wie können Geflüchtete einfach und verständlich ihre Qualifikationen nachweisen? „JOIN“ soll eine Antwort auf genau diese Fragen liefern.

Die Praktikumsplattform, die nun vom Academy Cube in Saarbrücken vorgestellt wurde und deren Entwicklung gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, dem Digitalverband Bitkom und von zahlreichen Unternehmen wie Dataport, McKinsey und SAP unterstützt wird, soll Unternehmen und Geflüchtete schnell und vor allem unkompliziert zusammenbringen.

Die Plattform wird seit Anfang November getestet und versteht sich dabei als Pilotprojekt, bei dem bestehende berufsbezogene Initiativen und E-Learning-Angebote eingebunden werden können. So kann für Geflüchtete langfristig ein zentraler Anlaufpunkt für die ersten Schritte auf dem Arbeitsmarkt und für eine Weiterbildung aufgebaut werden.

JOIN soll es Unternehmen ermöglichen, innerhalb von wenigen Minuten einen Praktikumsplatz online bereitzustellen. Gleichzeitig können sich Geflüchtete registrieren, eine Einstufung ihrer Sprachkenntnisse vornehmen und ihre Qualifikation und Vorbildung angeben. Wenn Unternehmensanforderung und Bewerberprofil zusammenpassen, können sich Geflüchtete per Klick bewerben, ohne dazu noch einmal ein Anschreiben oder einen Lebenslauf erstellen zu müssen. Die Unternehmen können die passenden Kandidaten einladen und bekommen relevante Informationen zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich werden für die Praktikanten während des Praktikums begleitend Online-Sprachkurse durch Partner angeboten.
verbaende.com, join-now.org

Erste arabischsprachige Plattform Geflüchtete in Berlin gestartet

Eed Be Eed (Hand in Hand) heißt die erste arabischsprachige Plattform für in Berlin lebende Geflüchtete. Sie wurde auf Initiative des Syrers Ahmad Denno in Pankow gegründet und ist gestern offiziell an den Start gegangen.

Die Website sieht sich als professionelle Plattform zur Vernetzung von Geflüchteten, die auch die Publikation einer eigenen Lokalzeitung mit Printausgabe plant. Neben der Internetseite entstehen auch eine Facebook-Gruppe und ein Youtube-Kanal.

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Die Initiative sucht aktuell Unterstützer und Kooperationspartner, die mit Finanzmitteln und Sachspenden die Realisierung des Vorhabens fördern. Gesucht werden unter anderem für die Ausstattung der Redaktion Monitore, Drucker, Videokameras und andere gängige Bürotechnik sowie perspektivisch passende Büroräume. Wer die Macher von Eed Be Eed unterstützen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich bei Ahmad Denno unter ahmad.danno@hotmail.com.de melden.
prenzlberger-stimme.de

Lotte: Flüchtlingshilfe setzt mehr auf Integration

Waren die ersten Monate bei der Flüchtlingshilfe in der StadtLotte (NRW) von der Unterstützung bei den Grundbedürfnissen geflüchteter Menschen geprägt, so wird inzwischen die Integrationsarbeit immer wichtiger. Die Ehrenamtlichen haben inzwischen ihre Aktivitäten einem Verein gebündelt.

Eines erstes Fazit zeigt: Die Hilfe für geflüchtete Menschen sorgt auch für ein positives Klima in der Stadt selbst. Für die Integrationsarbeit bieten die Lotter dann auch ein Radfahrtraining an, aber auch eine wöchentlich stattfindende Krabbelgruppe. Generell will man mit unterschiedlichen Aktivitäten dafür sorgen, dass die Menschen nicht isoliert in ihren inzwischen bezogenen Wohnungen bleiben.
wn.de >>

Mayersche Buchhandlung spendet 10.000 Deutsch-Lernbücher

Die Mayersche Buchhandlung hat zusammen mit dem Buch Verlag Kempen das Buch „Deutsch lernen von Anfang an – Lern- und Übungsbuch“ konzipiert, das Migrantinnen und Migranten aller Altersstufen und Herkunftsländer helfen soll, die deutsche Sprache zu erlernen. Das Buch soll in erster Linie die oft lang andauernde Zeit in den Flüchtlingsunterkünften überbrücken und in gewisser Weise Vorarbeit für den späteren, strukturierten Deutschunterricht mit entsprechender fachlicher Anleitung leisten. Rund 10.000 Exemplare des Lern- und Übungsbuches spendet die Buchhaltung an Flüchtlingseinrichtungen und– organisationen. Darüber hinaus können weitere Exemplare zum Preis von 8,90 Euro in allen Mayerschen Buchhandlungen erworben werden.
5vier.de, mayersche.de

App vermittelt Flüchtlingen Tickets und Gutscheine

Über die App HiMate erhalten Geflüchtete kostenlos Gutscheine und Eintrittskarten, die von Unternehmen, Organisationen oder Vereinen gespendet werden. Dies können neben Kinogutscheinen oder Konzerttickets, auch Sprachkurse oder Frisörbesuche sein. Die Flüchtlinge können die Tickets in der App reservieren und sie dann vor Ort einlösen. Die Entwickler der App sammeln nun Geldspenden auf der Plattform Startnext, damit das Projekt in Zukunft nicht mehr ehrenamtlich, sondern von Vollzeitkräften betreut werden kann. Zur Zeit wird die App von ca. 6.000 Usern genutzt.
www.gruenderszene.de

Tübingen: Deutschkurs für Geflüchtete

Am Dienstag, dem 15. November, startet ein E-Learning-Deutschkurs für Geflüchtete in der Stadtbücherei Tübingen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen in verschiedenen Stadtbüchereien in Baden-Württemberg am Computer und kommunizieren über Headset untereinander und mit der Lehrperson. Dabei ist die virtuelle Lernumgebung am PC einem realen Klassenzimmer nachempfunden. In der Stadtbücherei Tübingen gibt es zwei Plätze pro Kurs. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei unterstützen die Geflüchteten, die spezielle E-Learning-Software zu nutzen. Ein Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands ermöglicht es, die Lerninhalte am Computer zu vermitteln.

Der Deutschkurs dauert einen Monat und findet viermal pro Woche statt. Er richtet sich an Geflüchtete, die über Grundkenntnisse der deutschen Sprache verfügen, aber noch keinen Integrationskurs absolviert haben. Am Dienstag, 10. Januar 2017, sowie am Dienstag, 7. Februar 2017, beginnen weitere Deutschkurse.
tuebingen.de

CARE weitet Integrationsprojekt bundesweit aus

Das CARE-Projekt „Kinder und Jugendliche Willkommen“ (KIWI), das Anfang 2016 in Nordrhein-Westfalen gestartet wurde, unterstützt ab sofort auch bundesweit Schulen bei der Integration von Kindern mit Migrations- und Fluchthintergrund. Interessierte Schulen können sich für das Projekt und das begleitende Fortbildungsprogramm ab sofort anmelden und werden von CARE-Experten darin begleitet, die Integrationspotentiale an ihrer Schule auszuschöpfen.
care.de

Leipzig: Akademie für transkulturellen Austausch

An der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) wurde die Akademie für transkulturellen Austausch (ATA) gegründet. Ab dem Wintersemester haben Geflüchtete dort die Möglichkeit, als ordentlich immatrikulierte Studierende ihr abgebrochenes Kunst- oder Designstudium fortzusetzen. Eine Studentin und vierzehn Studenten aus Syrien und dem Irak sind bisher aufgenommen worden. Einige von ihnen können erst in den nächsten Wochen mit dem Studium beginnen, wenn ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und sie nach Leipzig ziehen dürfen.
faz.net

Mehr Geld für die Länder

Um die Kosten für Integration und die Unterstützung geflüchteter Menschen abdecken zu können, bekommen die Länder vom Bund mehr Geld. Zusätzlich zu den bisher bereits zur Verfügung gestellten Finanzhilfen will der Bund in diesem Jahr noch 2,6 Mrd. Euro zahlen. 2017 sollen es dann 1,16 Mrd. Euro sein - auch diese zusätzlich zu den bereits geleisteten oder vereinbarten Finanzhilfen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf hat das Bundeskabinett beschlossen. Bis einschließlich 2020 will der Bund die Länder mit mehr als 24,5 Mrd. Euro unterstützen.
tagesschau.de

Scoring Girls: Fußballtraining für geflüchtete Mädchen in Köln

2016-11-02-scoring-girls-362x202Das vom 1. FC Köln unterstütze Projekt „Scoring Girls“ bietet Flüchtlingsmädchen und Mädchen aus benachteiligten Familien im Alter von acht bis 18 Jahren einmal pro Woche regelmäßiges und kostenloses Fußballtraining. Damit sollen nicht nur die Leidenschaft fürs Kicken geweckt und eine Alternative zum Alltag geboten, sondern den Mädchen auch Werte wie Teamgeist, Gemeinschaftssinn und die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft vermittelt werden. Die Kickoff-Veranstaltung von „Scoring Girls" fand kürzlich am Rheinenergiestadion statt.
dfb.de

Hertie-Stiftung: Deutscher Integrationspreis in Kooperation mit Crowdfunding

2016-11-02-hertie-stiftung-304x202Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat ein neues Projekt für Geflüchtete gestartet: Den Deutschen Integrationspreis. Die Stiftung will überzeugende Integrationsprojekte finden, ihre Umsetzung finanzieren und die besten auszeichnen. Dafür wird die Förderung der Stiftung erstmalig mit Crowdfunding kombiniert. Für die Finanzierung von Projekten und das Preisgeld stellt die Hertie-Stiftung über 200.000 Euro bereit.

Am Anfang steht eine Finanzierungsphase, damit Projekte überhaupt realisiert werden können. Dabei arbeitet die Hertie-Stiftung mit der größten deutschen Crowdfunding-Plattform Startnext zusammen. Auf dieser Plattform können sich ab sofort bis zum 11. Dezember 2016 Sozialunternehmen, gemeinnützige Organisationen, Vereine und private Initiativen um die Teilnahme bewerben. Besonders gesucht: Ideen für die Integration, bei denen Geflüchtete selbst im Projekt mitwirken.

Nach einer Vorauswahl werden die Projekte für den Crowdfunding-Wettbewerb, der im März startet, qualifiziert. Die 20 Projekte, die beim Crowdfunding die meisten Unterstützer gewinnen, erhalten eine Anschub-Finanzierung durch die Hertie-Stiftung von bis zu 15.000 Euro pro Projekt, um ihr Fundingziel (schneller) zu erreichen oder zu übertreffen. Alle Projekte, die die Finanzierung schaffen, gehen in die Umsetzung. Nach sechs Monaten prüft eine Jury die Erfolge und die besten drei erhalten den Deutschen Integrationspreis, der nochmals mit insgesamt 100.000 Euro dotiert ist. Die Verleihung des Preises findet Ende Oktober 2017 statt.
freiepresse.de, ghst.de, startnext.com (Crowdfunding-Contest)

Wettbewerb: „Die Gelbe Hand“

Im Rahmen des Wettbewerbs „Die Gelbe Hand“ sind (Berufs-)Schüler und Auszubildene dazu aufgerufen, mit einem künstlerischen Wettbewerbsbeitrag ein kreatives Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und für ein solidarisches Miteinander zu setzen. Zu gewinnen gibt es 1.000 Euro für den ersten Platz, 500 Euro für den zweiten und 300 Euro für den dritten Platz. Zudem stellt das Land Rheinland-Pflaz Sonderpreise bereit. Einsendeschluss für die Wettbewerbsbeiträge ist der 15. Januar 2017. Die Preisverleihung findet im März 2017 in Mainz statt.
gelbehand.de

Download-Tipp: Interkultureller Kalender 2017

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF hat für den interkulturellen Kalender 2017 die beutendsten Festtage der Weltreligionen Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und Judentum sowie weitere Gedenktage zusammengetragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Den Kalender gibt es zum Download im pdf- und ics-Format (für Kalender-Programme).
bamf.de

Forschungsgutachten „Gelingende Integration im Quartier“

Das nordrhein-westfälische Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr beim Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hat ein Forschungsgutachten zur Frage, wie die Integrationsbedingungen in den Quartieren und Kommunen langfristig verbessert werden können, in Auftrag gegeben. Dafür wurden in acht Städten in NRW – Altena, Bergheim, Bielefeld, Dortmund, Hamminkeln, Mülheim, Münster und Nordkirchen – mithilfe von Experteninterviews, der Analyse der lokalen Medienberichterstattung sowie der Kooperationsnetzwerke die Bedingungen der Aufnahme, Unterbringung und Integration von Geflüchteten untersucht. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Das Gutachten belegt, dass die Integration durch Zusammenarbeit verschiedener Ämter und eine enge Vernetzung mit bürgerschaftlichen Aktivitäten gefördert werden kann. Außerdem zeigt sich, dass gerade in kleineren Kommunen Einzelpersonen eine Vorbildfunktion zukommt – im Zusammenspiel mit der Koordinierung der ehrenamtlichen Helfer kann es so gelingen, ein positives Klima für die Aufnahme der Geflüchteten zu schaffen. „Durch die Förderung von Wohnungsbau sowie sozialer und kultureller Infrastruktur stärken wir die Stadtteile als Orte der Integration. Vor allem aber werden wir die Begegnung und Zusammenarbeit durch Quartiersmanagement noch weiter fördern“, kommentiert NRWs Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr Michael Groschek das Gutachten.
idw-online

Brandenburg: Verkehrssicherheitsarbeit mit Asylsuchenden

Deutschlands Straßenverkehr unterscheidet sich hinsichtlich Gesetzgebung, Verkehrsaufkommen und Verhalten der Verkehrsteilnehmer von dem der Herkunftsländer Asylsuchender. Deshalb hat das Bundesland Brandenburg das Pilotprojekt „Verkehrssicherheitsarbeit für Geflüchtete und Asylsuchende“ aufgesetzt. Neben der Einführung in die wichtigsten Verkehrsregeln haben die Verkehrswachten des Landes Brandenburg drei thematische Schwerpunkte gesetzt: Fahrradkurse, ÖPNV-Schulungen sowie Eltern-Kind-Kurse. Ziel ist es, soziale und kommunikative Verhaltensformen weiterzugeben sowie zu lernen, wie der Straßenverkehr in Deutschland funktioniert und wie man sich mit größtmöglicher Sicherheit darin bewegt. Das Projekt soll bis Ende dieses Jahres umgesetzt und bei Erfolg auch 2017 fortgesetzt werden.
deutsche-verkehrswacht.de

Hamburg: Flüchtlingskinder sollen in die Kita

Die CDU-Schulexpertin Karin Prien fordert eine Kita-Pflicht für Flüchtlingskinder in Hamburg. Ihr Ziel ist es, so viele Kinder von Geflüchteten wie nur möglich in Kindergärten zu holen und dort vor allem sprachlich zu fördern. Nur so gelinge Integration von Beginn an. Gelten sollte diese Kita-Pflicht für alle Kinder ab dem 3. Lebensjahr, so Karin Prien. Das Problem: Bisher sind Anmeldungen in Kitas freiwillig. Hier müsste also zur Not sogar das Grundgesetz geändert werden.
welt.de

Geflüchtete an Hochschulen: Infobroschüre veröffentlicht

Immer mehr geflüchtete Menschen möchten in Deutschland studieren. Das stellt Hochschulen und Studentenwerke vor neue Herausforderungen. Zwar haben sie langjährige Erfahrung bei der Integration von internationalen Studierenden, bei der Zielgruppe der Geflüchteten ergeben sich für sie aber spezifische Fragen.

Welchen asyl- und aufenthaltsrechtlichen Regelungen unterliegen Geflüchtete, die ein Studium aufnehmen wollen? Was gilt es hinsichtlich Zulassung und Immatrikulation zu berücksichtigen? Auf welche Möglichkeiten der Studienförderung können Geflüchtete zurückgreifen? Gibt es Hilfsangebote, die traumatisierte Geflüchtete in Anspruch nehmen können?

Antworten haben das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Kultusministerkonferenz (KMK), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), das Deutsche Studentenwerk (DSW) und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), begleitet durch den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), nun in einer Informationsbroschüre zusammengestellt.
idw-online.de, bamf.de (Broschüre als PDF)

Berlin: Bücherkisten für Flüchtlingsunterkünfte

Berlins Bibliotheken wollen Flüchtlingsunterkünfte flächendeckend mit Bücherkisten versorgen. 125.000 Euro stellt der Senat hierfür bereit. Die Kisten sollen unter anderem Informationen über Berlin, Sprachkurse oder auch Comics beinhalten, die das Deutschlernen erleichtern. Seit gut einem Jahr geben die Bibliotheken auch Nutzerausweise an Geflüchtete aus, die noch keine feste Wohnadresse haben. Rund 5.200 solcher Ausweise wurden bereits ausgestellt.
rbb-online.de

Wiesbaden: Kultur von, mit und für Flüchtlinge

Das Wiesbadener Kultur- und das Integrationsamt haben das Sonderprogramm „Kultur von, mit und für Flüchtlinge“ entwickelt. Das Programm will Geflüchteten Möglichkeiten eröffnen, sich kulturell zu betätigen, aber auch eigene Fluchterlebnisse und Erfahrungen aus den Herkunftsländern künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Besonderer Wert liegt auf der Begegnung und dem gegenseitigen Austausch von Geflüchteten und Einheimischen. Fünfzehn Projekte werden im zweiten Halbjahr 2016 und ersten Halbjahr 2017 mit einer Förderung aus dem Sonderetat von 50.000 Euro durchgeführt. Sie werden von Kulturschaffenden professionell angeleitet und sollen nachhaltig wirken.
wiesbadener-kurier.de, wiesbaden.de

BAMF-Flüchtlingsstudie

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge BAMF hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der die Motivation von Geflüchteten abgefragt wurde, nach Deutschland zu kommen. In der Umfrage gaben 64 Prozent als Grund die Achtung der Menschenrechte hierzulande an. Für 38 Prozent ist ein Grund die Hoffnung auf freie Religionsausübung, für 31 Prozent die politische Stabilität. Nur zwölf Prozent gaben die wirtschaftliche Stärke der BRD als Grund an. Bei der Angabe der Gründe waren Mehrfachnennungen möglich.

„Die Mehrheit der Flüchtlinge will in Deutschland bleiben und sich hier ein Leben aufbauen, und zwar auf eigenen Füßen und ohne Hilfe vom Staat. Dies gelingt noch nicht allen, die materielle Situation ist oft bescheiden und die Beteiligung am Arbeitsmarkt ausbaufähig. Aber die Motivation ist da, oft basierend auf einer Dankbarkeit, dass Deutschland ihnen Schutz gewährt hat. Dies hat mich persönlich sehr berührt“, kommentiert Dr. Susanne Worbs, Hauptautorin der Studie, im Interview die Ergebnisse.

Im Rahmen der „Flüchtlingsstudie 2014“ wurden anerkannte Flüchtlinge befragt, die zwischen 2008 und 2012 nach Deutschland kamen.
morgenpost.de, bamf.de (Interview)

Tagesspiegel: Sonderausgabe von Geflüchteten

Am vergangenen Samstag erschien der Berliner „Tagesspiegel“ wie angekündigt mit einer besonderen Ausgabe: Sie wurde in weiten Teilen von geflüchteten Journalisten geschrieben und gestaltet. Insgesamt haben ca. 25 Journalisten aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Iran und Somalia mitgearbeitet.

Die Themen der Artikel, die von den Journalisten gemeinsam mit der Tagesspiegel-Redaktion erarbeitet wurden, behandeln unter anderem folgende Themen: Was erwarten sich geflüchtete Menschen von der deutschen Politik? Wie informieren sie sich? Welche Ängste, Wünsche, Träume haben sie? Was heißt „Meinungsfreiheit" in Deutschland und in Syrien? Auf der Doppelseite „Mehr Berlin" schildern neun Autoren prägende Begegnungen mit Berlinern. Für die Kinderseite hat eine syrische Journalistin Botschaften geflüchteter Kinder an deutsche Kinder gesammelt.

Einer der Höhepunkte der Ausgabe ist das Interview mit Kanzleramtschef Peter Altmaier, den fünf der geflüchteten Journalisten befragt haben. Des Weiteren zieht sich eine Fotoserie mit dem Titel „Mein Moment“ durch das Blatt. In dieser erzählen die Journalisten die Geschichte, die hinter der für sie besonders wichtigen Aufnahme steckt.

Texte aus der Sonderausgabe sowie Informationen über die Autoren gibt´s unter dem nachfolgenden Link. Unter dem Hashtag #jetztschreibenwir wird außerdem zu dem Thema getwittert.
tagesspiegel.de

Brandenburg: Integration durch Hochschulbildung

Brandenburg will geflüchtete Menschen künftig noch stärker über die Hochschulen integrieren. Wissenschaftsministerin Martina Münch kündigt an, die Entwicklung von Angeboten für Geflüchtete an den Hochschulen in diesem Jahr mit rund einer Million Euro und im kommenden Jahr mit 1,2 Millionen Euro zu unterstützen.

Die Hochschulen im Land Brandenburg haben in den vergangenen Monaten bereits zahlreiche Projekte zur Integration auf dem Weg gebracht, um Geflüchteten Deutschkenntnisse zu vermitteln, sie auf ein Studium vorzubereiten und zu beraten. Eine Übersicht gibt es unter dem nachfolgenden Link.
mwfk.brandenburg.de

IHK Berlin: Flüchtlinge wollen Firmen gründen.

Die Berliner IHK hat eruiert, ob und wie Geflüchtete als Firmengründer am Arbeitsmarkt teilnehmen können. Ergebnisse der Studie: Zwei Drittel der Neuankömmlinge würden gern noch im laufenden Jahr gründen, aber statistisch dauert es bei Zuzüglern bisher elf Jahre. Die bevorzugten Betätigungsfelder sind Handel, Dienstleistung und Gastronomie. Doch Finanzierung, Sprachdefizite und fehlende Marktkenntnis machen den Geflüchteten zu schaffen. Es wäre wohl eine Überlegung wert, den Menschen die Gründung von Kleinunternehmen zu erleichtern.
ihk-berlin.de

ICC Berlin dient ab Februar nicht mehr als Anlaufstelle für Geflüchtete

Das Internationale Congress Centrum (ICC) in Berlin-Charlottenburg, das wie berichtet erst im Mai als Anlaufstelle für Geflüchtete eröffnet wurde, soll nach Informationen des „rbb“ ab dem 1. Februar nicht mehr zu diesem Zweck genutzt werden und dann nur noch als „Reservestandort" zur Verfügung stehen. Ab diesem Zeitpunkt werde das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten neue Räume in der Darwinstraße im selben Bezirk in Betrieb nehmen, wo dann Anträge etwa auf Taschengeld oder für die Wohnungssuche eingereicht werden können. Auch die derzeitige Notunterkunft im ICC solle aufgelöst werden.
rbb-online.de